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Gusspauseneinschaltvorrichtung für Einzelletterngiessmaschinen.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, welche ermöglichen soll, mit den bekannten Maschinen zum Giessen und Setzen von Buchdrucklettern auch Lettern von ungewöhnlich grossen Abmessungen zu erzeugen. Bei diesen Maschinen hängt die Betriebsgeschwindigkeit unter anderem von der Zeit ab, in welcher nach jedem Letternguss das Metall in der Form erkaltet. Um die Temperatur der Form möglichst niedrig zu halten, wird sie durch besondere Kanäle mit Wasser gekühlt und die Düse der Letternmetallpumpe bleibt nicht dauernd mit der Öffnung der Form in Verbindung, sondern wird nur im Augenblick des Gusses in einen entsprechend gestalteten Sitz eingedrückt und unmittelbar nach dem Einspritzen des Metalls wieder zurückgezogon, damit sie möglichst wenig Wärme an die Form abgeben kann. Trotzdem verstreicht nach jedem Guss einige Zeit, bis das Metall in der Form erhärtet ist.
Die Masse des Metalls, das eine Letter darstellt, ist entsprechend der erforderlichen Kegelweite innerhalb ziemlich weiter Grenzen veränderlich und die Abkühlungszeit wird daher bei den gebräuchlichen Maschinen für die grössten vorkommenden Kegelweiten einer Schriftgrösse gerade ausreichend bemessen.
Es besteht nun das Bedürfnis, Maschinen dieser Art, die im Betriebe zeitweise nicht durch Herstellung von normalem Satz beschäftigt sind, dazu zu verwenden, um besondere Lettern, meist solche von ungewöhnlichen Grössen, wie Initialen u. dgl., auf Vorrat zu giessen.
Für solche Lettern, deren Kegel bis zu einem Vierfachen und mehr der Masse normaler Letternkegel erfordert, genügt die betriebsmässige Abkühlungszeit nicht und es muss daher eine besondere Vorkehrung getro'ffen werden, um zu verhindern, dass die Giessform sich während des Betriebes immer höher erhitzt, was binnen kurzem dazu führen würde, dass der Betrieb überhaupt unterbrochen werden müsste, weil die Letter aus der Form ausgestossen werden würde, bevor sie erhärtet ist.
Diesen Übelstand zu beseitigen, ist der Zweck der Erfindung. Bei den Maschinen der genannten Art folgt auf jeden'Letternguss eine Neueinstellung des Maternrahmens über der Giessform und die hierdurch bedingte Pause zwischen zwei aufeinanderfolgenden Güssen wird gleichzeitig benutzt, um die zuletzt gegossene Mater aus der Form auszustossen. Ausserdem sind die genannter Maschinen mit einer Ausrückvorrichtung versehen, die in der Regel von Hand umzustellen ist und ausschliesslich die Letternmetallpumpe stillsetzt.
Diese Vorrichtung wird bei der Erzeugung normalen Satzes unter anderem hauptsächlich dazu benutzt, um die Erzeugung und Einfügung solcher Zeilen in das Setzschiff zu verhindern, die durch Versehen des
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Metallpumpe nach jedem Guss um eine bestimmte Anzahl von Umläufen ausser Tätigkeit setzt und dadurch dem Guss Zeit lässt, zu erkalten.
In der Zeichnung ist Fig. i eine schematisch gehaltene Ansicht einer Letternsetzmaschine.
Fig. 2 eine schaubildliche Ansichte der Ausrückvorrichtung nach der Erfindung. Fig. 3 eine Stirnansicht der das Ausrücken steuernden Kurvenscheibe und Fig. 4 ein Längsschnitt durch das Ende der die Kurvenscheibe antreibenden Kurbel.
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In den Fig. i und 2 ist 1 die in bekannter Weise wirkende Ausrückstange, die im normalen Betriebe von Hand herausgezogen werden kann und dadurch die Metallpumpe ausser Tätigkeit setzt. 2, 2 sind die beiden durch Zahnräder miteinander gekuppelten Wellen, welche durch den Antrieb'der Maschine unmittelbar in Umlauf gesetzt werden und durch Vermittlung von Kurvenscheiben, die auf ihren Wellen festgekeilt sind, die Bewegungen der verschiedenen Teile der Maschine ihrer Zweckbestimmung entsprechend erzeugen.
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Auf einem ebenfalls in der Wand des Maschinengestelles. verschraubten Zapfen 7 sitzt drehbar eine Kurvenscheibe 8, deren äusserer Umfang mit Schaltzähnen 13 versehen ist. Auf dem Zapfen 7 ist ein Schaltarm 15 drehbar, der eine in die Zähne 13 greifende Schaltklinke 11 trägt.
Am Schaltarm 15 greift eine Schubstange 16 an, die durch ein drehbar am Ende einer Kurbel 18 angebrachtes Auge 17 geführt ist und deren Bewegungen im Auge 17 durch verstellbare Anschläge 19 begrenzt werden. Die Kurbel 18 ist auf eine der Antriebswellen S aufgekeilt.
In drei Kreisen verschieden grosser Radien sind auf der Stirnseite der Kurvenscheibe 8
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eine längsverstellbare Nase 9, die in die Bahn eines Satzes der Leitstücke 10, 11, 12 vorspringt, und zwar je nach der Stellung, in der die Nase 9 am Hebel 4 festgespahnt wird. entweder in die Bahn des ersten oder des zweiten oder des dritten Satzes.
Die Einrichtung wirkt wie folgt : Beim Betriebe der Maschine läuft die Antriebswelle 2 mit gleichförmiger Geschwindigkeit um. Der Schaltarm 15 wird also durch die Schubstange 16 hin und her geschwenkt. Die Abmessungen sind so gewählt, dass bei jedem ganzen Umlauf der Antriebswelle 2 die Klinke 14 eine vollständige Hin-und Herschwingung ausführt und an jedem Ende ihres Hubes nach beiden Richtungen kurze Zeit stillsteht. Die Bewegungen des Schaltarmes 15 werden so gesteuert, dass der Schalthub der Klinke in demjenigen Zeitabschnitt stattfindet, in welchem die'Pumpendüse auf ihren Sitz zu bewegt wird.
Da die Ausrückvorrichtung als Riegel ausgebildet ist, der zwischen die die Pumpe einrückenden Organe eingeschoben wird und bewirkt, dass die Pumpe während ihrer Rückzugbewegung ausgerückt wird, so bleibt das Pumpwerk ausser Tätigkeit, solange die Ausrückstange 1 in der herausgezogenen Stellung festgehalten wird.
Der äusserste Satz von Leitstücken 12 besteht aus drei Teilen, deren Länge und deren Abstand ungefähr der Länge der Schaltzähne 13 gleich ist. Ist daher die Nase 9 in die Bahn der Leitschienen 12 eingestellt, so wird der Ausrückhebel 4 bei jedem zweiten Umlauf der Antriebswelle geschwenkt und in der Ausrückstellung festgehalten, so dass die Abkühlungszeit der Giessform um die Zeit eines Umlaufes der Antriebswelle nach jedem Guss verlängert wird.
Der innere Leitschienensatz 10 besteht aus zwei Leitstücken, deren Länge ungefähr dem Abstand aufeinanderfolgender Schaltzähne 13 entspricht und deren Abstand ungefähr gleich der doppelten Leitstücklänge ist. Ist also die Nase 9 auf diesen Satz eingestellt, so wird die Pumpe während jedes dritten Umlaufes der Antriebswelle ausser Tätigkeit gesetzt, so dass die hinzukommende Abkühlungszeit nach je zwei aufeinanderfolgenden Umläufen eintritt.
Der mittlere Leitschienensatz 11 besteht ebenfalls aus zwei Leitstücken, deren Länge ungefähr dem doppelten und deren Abstand ungefähr dem einfachen Abstand aufeinanderfolgender Schaltzähne 13 entspricht. Ist also die Nase 9 auf diesen Satz eingestellt, so wird die Abkühlungszeit auf zwei Umläufe in je drei aufeinanderfolgenden Umläufen der Antriebswelle ausgedehnt.
Durch entsprechende Änderung der Verzahnung lli und der Länge der Leitschienen 10 bis 12 kann die Länge und Folge der Abkühlungspausen beliebig verändert werden.