AT84474B - Mit einer Plombe zu sichernder Verschluß und Plombierzange. - Google Patents

Mit einer Plombe zu sichernder Verschluß und Plombierzange.

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  Mit einer Plombe zu sichernder Verschluss und Plombierzange. 



   Die bisher gebräuchlichen Plombensicherungen von Verschlüssen aller Art, also für Kisten, Türen, Güterwagen u. a. m., bestanden in der Regel aus einer durch eine Plombe zusammengehaltenen Verschnürung, die aber bekanntlich unschwer auch ohne Verletzung der Plombe gelöst werden konnte, so dass betrügerische Eingriffe nicht leicht festgestellt werden konnten. Derartige Verschlüsse konnten aber überhaupt einfach und rasch zerstört werden, so dass z. B. Eisenbahndiebstähle während langsamer Fahrt, wo also eine Überwachung der Güterwagen schwer möglich ist, nicht verhindert werden konnten. Die Plomben oder die damit gesicherten Verschnürungen konnten übrigens auch leicht durch Anstreifen mit irgendwelchen Körpern unbeabsichtigt weggerissen werden.

   Es   rat aber   auch eine Kontrolle des Ortes und der Zeit der befugten Eröffnung eines Plombenverschlusses nicht möglich, weil die Eröffnung des Plombenverschlusses einfach durch Lösen der Verschnürung bewirkt wurde, ohne dass sich hierbei an der Plombe selbst etwas geändert hätte.

   Man konnte daher wohl durch eine Prägung der Plombe beim Verschliessen Ort und Zeit daran vermerken, zu einem selbsttätigen Vermerk des Ortes und der Zeit der Eröffnung konnte es aber nicht kommen, so dass die abgenommenen Plomben keine Kontrolle darüber zuliessen, ob ein Diebstahl vor oder nach Abnehmen der Plombe geschah. 
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 einem starken Vorhängeschloss gleichkommt, das mittels einer starken, fest eingepressten Plombe gesichert wird, welche ohne besondere Hilfsmittel überhaupt nicht entfernt werden kann, deren unbefugte Entfernung aber gewiss so viel Zeit benötigt, dass die Wachmannschaft sicherlich aufmerksam werden würde. 



   Es sind bereits zweiteilige Verschlussringe bekannt, deren beide Teile gelenkig miteinander verbunden und mit im geschlossenen Zustande zusammenfallenden, zur Aufnahme einer Plombe bestimmten Öffnungen versehen sind. Diese Verschlussringe hatten aber den Nachteil, dass bei grösserer Entfernung und stärkeren Abmessungen der Augen, durch die sie hindurchgesteckt werden sollen, die Ringe durch Auseinanderschwenken ihrer beiden Teile sehr weit geöffnet werden mussten, wodurch das Durchstecken durch die Augen erschwert war. Auch waren die bisher bekanntgewordenen zweiteiligen Verschlussringe, abgesehen von den Abmessungen, überhaupt nicht so widerstandsfähig konstruiert, dass nicht ein gewaltsames Öffnen befürchtet werden konnte. 



   Zur Einbringung der Plombe in den Verschlusskörper kann eine Plombierzange benutzt werden, wie sie im Wesen bereits bekannt ist, und dabei kann auch auf einer Seite der Plombe Ort und Zeit des Verschliessens durch einen Prägestempel der Zange vermerkt werden. Zum Heraustreiben der Plombe kann eine Entplombierzange benutzt werden, die nach Art einer Lochzange gebaut ist, also einen mit einem ringförmigen Widerlager zusammenarbeitenden Stempel besitzt, der gleichzeitig auch als Prägestempel wirken kann und beim Heraustreiben der Plombe auf der der ersten Prägung gegenüberliegenden Seite der Plombe einen Vermerk über Ort und Zeit des Lösens des Verschlusses anbringt.

   An der herausgetriebenen Plombe findet man dann auf der einen Endfläche die Angabe des Ortes und der Zeit des   Verschliessens   und auf der anderen Endfläche die Angabe des Ortes und der Zeit der Eröffnung des Verschlusses, so dass vollkommene Gewissheit besteht, dass zwischen dem Verschliessen und Eröffnen des Verschlusses kein Diebstahl stattgefunden haben konnte. Wird dann dennoch ein Abgang an Waren festgestellt, so kann darüber kein Zweifel bestehen, an welchem Ort und nach welcher Zeit dies geschehen sein mochte und wen die Verantwortung dafür trifft. 



   Die Zange zum Einpressen der Plombe kann gemäss der Erfindung mit der Vorrichtung zum Heraustreiben der Plombe kombiniert werden, so dass es also ein einziges Werkzeug ist, das zum Plombieren und zum Entplombieren dient. 
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 waren aber kompliziert und teuer in der Herstellung. Bei der einen sind die beiden Stempel nebeneinander gleichgerichtet in die Endfläche eines Kolbens eingesetzt, der an zwei gegen- überliegenden Längsseiten mit Verzahnungen versehen ist, in die je ein von den Zangenhebeln zu drehendes Zahnrad eingreift. Der   Führungsplatte   des Kolbengehäuses gegenüber, von ihr durch einen Schlitz getrennt, ist die Gegenplatte für die beiden Stempel angebracht. 



  Diese Konstruktion hat den Nachteil, dass Zahngetriebe an sich einen grossen Widerstand bieten, wodurch ein erheblicher Teil   der aufzuwendendeh   nicht geringen Kraft durch Reibung- 

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 arbeit aufgezehrt wird, abgesehen von der. Umständlichkeit der Herstellung. Bei der anderen bekannten Zange sind in einem mit dem einen Zangenhebel verbundenen Gehäuse die beiden Stempel konaxial eingesetzt und werden durch eine mit dem anderen Zangenhebel verbundenen Schraube mit Rechts-und Linksgewinde von oder gegeneinander bewegt, also den ihnen gegenüberliegenden mit dem Gehäuse verbundenen Gegenbacken genähert oder von ihnen entfernt ; diese übrigens auch nicht einfache Konstruktion hat den Nachteil, dass wegen der durch den Schraubenantrieb bedingten grossen Übersetzung grosse Bewegungen der Zangenhebel ausgeführt werden müssen. 



   In den Fig. i bis 3 ist eine Ausführungsform des Verschlusskörpers gemäss der Erfindung im offenen und im geschlossenen Zustande bzw. in einem Schnitt. dargestellt. 



   Der Verschlusskörper besteht aus den beiden bügelförmigen Teilen a und b, die an einem Ende gelenkig und verschiebbar miteinander verbunden sind. Der Teil a enthält nämlich in seinem verbreiterten Ende c einen Schlitz d und der Teil b in seinem verbreiterten gegabelten Ende e einen in den Schlitz   deingreifenden Querstift j,   durch welche Verbindung sowohl eine Längsverschiebung als auch eine Schwenkung der beiden Teile a und b gegeneinander und damit eine weite Eröffnung der freien Enden möglich wird, um ein Einhängen in auch noch so starke Verschlussringe oder Bügel zuzulassen. 



   Der Teil c ist mit einem Loch g und die beiden Backen des Teiles e sind mit gleichachsigen Löchern h versehen, und alle drei Löcher kommen in der Verschlussstellung (Fig. 2) zur Koinzidenz, so dass sich eine quer durchgehende Öffnung ergibt, durch die eine zylindrische, einerseits mit einem Flansch versehene Plombe durchgesteckt werden kann. 



  Wird dann die Plombe von einer Plombierzange erfasst und axial zusammengedrückt, so wird auch das zweite Ende der Plombe zu einem Flansch ausgebreitet und die Plombe sitzt fest in der Öffnung und lässt ein Auseinanderbewegen der beiden Teile a und b nicht zu. 



   Das freie Ende i des Teiles a ist geradlinig und bolzenförmig und das freie Ende   k   des Teiles b ist gleichfalls geradlinig und rohrförmig gestaltet, so dass beim Schliessen diese beiden Enden ineinandergreifen und die Verbindung gegen Querkräfte widerstandsfähig ist. 



  In Fig. i ist gezeigt, wie der Teil b beim Verschliessen zuerst in die gestrichelt gezeichnete Lage b'geschwenkt wird, um dann durch Anschieben an den Teil b in die Verschlussstellung (Fig. 2) zu kommen. 



   Dieser Verschlusskörper kann so stark bemessen werden, dass eine unbeabsichtigte Beschädigung ausgeschlossen und eine beabsichtigte Zerstörung nur schwer möglich, ohne besondere Hilfsmittel gewiss aber unmöglich ist. Auch die Plombe kann so stark angenommen werden, dass ihr Heraustreiben ohne eine besondere Entplombiervorrichtung unmöglich ist. 



   In Fig. 4 ist eine Ausführungsform der kombinierten Plombier-und Entblombierzange dargestellt. Die Zange besteht aus einem Teil   ,   der das Plombierwiderlager m und gegen- über das ringförmige Entplombierwiderlager n trägt und dem Stempelträger o, der auf der dem Widerlager   11t   zugekehrten Seite den Plombierstempel p und auf der entgegengesetzten Seite den Entplombierstempel q trägt.

   Der Stempelträger ist in einer Geradführung r des Teiles   l   gelagert und enthält einen Schlitz s, in dem der kurze Arm t des im Teil   l   an dem Stift   u   gelagerten zweiarmigen Hebels v eingreift, derart, dass, wenn der Arm t hin und her bewegt wird, der Stempelträger sich innerhalb seiner Führung hin und her verschiebt, wobei sich bald der Stempel p dem Widerlager M, bald der Stempel q dem Widerlager n nähert und umgekehrt, Der Teil   l   besitzt einen Handgriff w, der zum Gegenhalten bei den Bewegungen des Hebels c dient.

   Werden die beiden Griffe der Zangen gegeneinandergedrückt, so wird der Plombierstempel seinem   Widerlager'in   genähert und, werden die Griffe auseinanderbewegt, so weicht der Plombierstempel zurück, während der Entplombierstempel seinem ringförmigen Widerlager   n   genähert wird. Beim Plombieren kommt also die in den Verschlusskörper eingesetzte Plombe zwischen Stempel p und Widerlager   m   und beim Entplombieren zwischen Stempel   q und   Widerlager n, durch dessen Lichtraum sie durch den Stempel q hinausgedrückt wird. 



   Die Endflächen der-Stempel p und q können mit Ausnehmungen versehen sein, in die auswechselbare Prägetypen einzusetzen sind, um Ort und Zeit des Plombieren und Entplombierens auf den Endflächen der Plombe zu vermerken. Beim Entplombieren wird das beim Plombieren nicht geprägte Ende der Plombe vom Stempel q angefasst und geprägt, während das bereits geprägte Ende unberührt voran durch die Öffnung des Widerlagers it   herauskommt,  
Um das Plombieren und Entplombieren an dem Verschlusskörper, nämlich das Ansetzen der Zange an der richtigen Stelle zu erleichtern, ist die Aussenfläche des Teiles b des 
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 untere Fläche y des Verschlusskörpers auf dem-Grund z des Zangenkörpers (Fig.

   4) aufruht, wodurch die genaue Einstellung des Zangenstempels vor die Plombe gesichert ist, 

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Dieses kombinierte Werkzeug kann selbstverständlich in baulicher Beziehung verschiedentlich abgeändert werden. Die geschilderte   Geradführung. der   Stempel gewährleistet einen genau axialen Druck sowohl beim Plombieren als auch beim Entplombieren. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   i.   Mit einer Plombe zu sichernder Verschluss, bestehend aus einem zweiteiligen, zu einem geschlossenen Ring zusammenzufügenden Verschlusskörper, dessen beide Teile mit Löchern versehen sind, die im geschlossenen Zustande des Verschlusskörpers eine durchgehende, zur Aufnahme einer Plombe bestimmte Öffnung bilden, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile   des Verschlusskörpers   durch ein Verschiebungen der Teile von-und 
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Claims (1)

  1. verschiebbar gelagert ist, so dass nicht nur ein Von-und Zueinanderbewegen beider Teile, sondern auch eine Verdrehung um die Achse des Stiftes möglich ist.
    3. Verschluss nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden der beiden Ringteile geradlinig sind und im geschlossenen Zustande in einer Richtung liegen, wobei das eine Ende in das hohle andere Ende eingeschoben werden kann, um eine EMI3.2 4.
    Plombierzange mit einer Plombier-und einem Entplombierstempel, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Stempel an den einander gegenüberliegenden Enden eines von dem einen Zangenhebel angefassten Schiebers befestigt sind, der in seiner Achsenrichtung zwischen zwei mit dem anderen Zangenhebel und untereinander starr verbundenen Backen, deren eine, dem Plombierstempel gegenüberliegende, das Plombierwiderlager und deren andere, dem Entplombierstempel gegenüberliegende, eine das Heraustreten der Plombe zulassende Öffnung besitzt, bewegt werden kann, und zwar beim Auseinanderdrücken der Zangenhebel nach der einen und beim Zusammendrücken der Zangenhebel nach der anderen Richtung.
    5. Plombierzange nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der die Stempel tragende Schieber in einer mit den Zangenbacken starr verbundenen Gradführung geführt und mit dem ihm zugehörigen Zangenhebel verschiebbar gelenkig verbunden ist.
AT84474D 1919-09-09 1919-09-09 Mit einer Plombe zu sichernder Verschluß und Plombierzange. AT84474B (de)

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