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Selbsttätige Holländerregulierung.
Der Holländerbetrieb ist der wichtigste Teil der Papiermacherei und von seiner richtigen Durchführung ist die Güte des Papiers abhängig. Die richtige Mahlung im Holländer läuft aber bei gegebenem Rostoff im wesentlichen darauf hinaus, dass das Heben und Senken der Holländerwalze im richtigen Zeitpunkt und im richtigen Masse erfolgt. Bislang geschah diese Verstellung der Holländerwalze in der Regel von Hand aus. Man war auf die gefühlsmässige Routine des Holländermüllers angewiesen, insbesondere auf seine Erfahrungen, wie in jedem Stadium des Mahlprozesses zu mahlen bzw. wie die Walze zu verstellen ist. Seit langer Zeit ist zwar auch der Holländer mit automatischer Verstellung der Walze, unter dem Namen"Selbstarbeiter"bekannt. Diese Einrichtung scheint aber mit der Zeit in Vergessenheit geraten zu sein (vgl.
Kirchner : "Das Papier" 4. Teil "Die Ganz- stoffe der Papierfabrikation", S. 50, Spalte 2, Zeile 36 u. ff. ). Ein Nachteil dieses mechanischen Selbstarbeiters liegt darin, dass er nicht auf beiderseitige Parallelhebung der Walze eingerichtet ist und dass er, wie alle derartigen mechanischen Einrichtungen, Verschmutzungen ausgesetzt und nicht beliebig einstellbar ist (namentlich nicht während des Betriebes) und dass er auch zum Verschmutzen des Mahlgutes selber beitragen kann.
Diese Nachteile werden vermieden, indem die Selbstregelung der Holländerwalze erfindungsgemäss elektrisch erfolgt und von dem Energieverbrauch des Holländers abhängig gemacht wird.
Die einfachste Ausführungsform dieser selbsttätigen elektrischen Regelung besteht in der Ausführung für Regelung auf konstante Leistung. Wünschenswert ist dabei, dass man die Grösse der selbsttätig konstant zu haltenden Leistung beliebig wählen kann, damit Anpassung an verschiedene Stoffarten möglich ist. -
Eine solche automatische elektrische Regelung für den Holländerbetrieb auf konstante Leistung lässt sich in folgender Weise durchführen.
Die Spindeln, mittels welchen das Heben und Senken der Holländerwalze vorgenommen wird und welche beim gewöhnlichen Holländer durch ein Handrad bewegt werden, erhalten elektrischen Antrieb durch einen kleinen umsteuerbaren Hilfsmotor. Dieser Motor ist durch ein Relais gesteuert, welches von der Leistung des Antriebsmotors des Holländers beeinflusst wird. Dieses Relais stellt die Holländerwalze durch Vermittlung des erwähnten kleinen
Hilfsmotors so ein, dass immer der gleiche Kraftverbrauch während der Mahlperiode auftritt.
Ein Ausführungsbeispiel für eine solche Holländerregelungseinrichtung zeigt Fig. 1, und zwar für einen Holländerantrieb mittels Gleichstromes.
1 ist die Verstellspindel der Holländerwalze, 2 ist der kleine Hilfsmotor, welcher die- selbe antreibt, 3 ist das Relais, welches diesen Motor für Rechtslauf bzw. Linkslauf steuert (eventuell mit Hilfe von Schützen oder Selbstanlassern). Dieses Relais ist im vorliegenden
Fall ein Hauptstromrelais mit der Hauptstromwicklung 4, welche vom Ankerstrom des
Holländerantriebsmotors 5 durchflossen wird.
Der Relaiswicklung 4 ist ein regelbarer Widerstand 6 parallel geschaltet. Dieser kann von Hand eingestellt werden und ermöglicht dadurch die beliebige Wahl der Grösse der automatisch konstant gehaltenen Leistung. Die In-und Aussergangsetzung der ganzen Ein- richtung erfolgt mit Hilfe des kleinen Schalters 13, welcher im Stromkreis des Hilfs- motors 2 liegt.
Ein weiterer Schritt in der Ausgestaltung der selbsttätigen Regelung besteht darin, nicht auf konstante Leistung zu regeln, sondern ein beliebig gestaltetes Zeitleistungsdiagramm sich selbsttätig abwickeln zu lassen. Zu diesem Zwecke ist die beschriebene Einrichtung nach Fig. i ebenfalls brauchbar, nur muss die Verstellung des Regelwiderstandes 6 durch eine dem gewünschten Diagramm entsprechende selbsttätig wirkende Einrichtung vorgenommen werden. Eine solche Einrichtung ist in Fig. 2 dargestellt. Der Kontakt 7 des Widerstandes 6 ist hier an einer senkrecht verschiebbaren Stange 8 angebracht, welche durch eine Steuerscheibe 9 verstellt wird. Diese Steuerscheibe 9 ist entsprechend dem gewünschten Arbeitsverfahren auszuführen und sie wäre durch eine Schaltvorrichtung langsam zu drehen.
Im vorliegenden Falle ist angenommen, dass sie von der Holländerwalze selbst mit Hilfe e : nes Hubzählerschaltwerkes 10, 11, 12 langsam gedreht wird ; ebenso gut kann ihr Antrieb aber auch durch ein Uhrwerk oder durch andere geeignete Vorrichtungen erfolgen.
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Diese Anordnungen stellen nur Beispiele dar. Die Einrichtung lässt sich ganz analog auch für Wechselstrom oder Drehstrom ausführen in gleicher Weise mit Leistungsrelais wie mit Stromrelais usw.
Ähnliche Eirichtungen lassen sich, wenn auch in weniger einfacher und zweckmässiger Form, übrigens auch beim mechanischen Antrieb des Holländers ausführen. Bedingung ist nur, dass auf irgendeine Weise die Antriebsleistung gemessen und von dieser Messung die Regelung abhängig gemacht werden kann. Dies ist beispielsweise beim Riemenantrieb dadurch möglich, dass für die Messung der Leistung der Durchhang eines der Riementrümmer des Antriebsriemens benutzt wird, etwa. mit Hilfe eines Fühlhebels mit auf dem Riemen laufender Fühlrolle.
Die beschriebene Einrichtung kann nun endlich als Grundlage benutzt werden, um die ganze H6lländerarbeit zu automatisieren, was namentlich in Fabriken, welche wenig verschiedene Papiere arbeiten, von Vorteil sein kann. In diesem Falle wären an der Steuerscheibe 9, (Fig. 2) Kontakte o. dgl. anzubringen, welche je zur rechten Zeit (mit Hilfe von Magneten, Motoren und ähnliches) die Verschlüsse des Stoffsilos, die Ventile der Leimbehälter, der Farbbottiche, Erdebütten usw. öffnen bzw. schliessen, die Motoren der Stoffund Wasserpumpen usw. anlassen bzw. abschalten, so dass auf diese Weise die Füllung und Entleerung des Holländers ebenfalls automatisch vor sich geht.
Hierdurch kann erheblich an Personal gespart werden und man ist sicher, dass der Holländerbetrieb tatsächlich in der beabsichtigten Weise geführt wird, unabhängig von der Gewissenhaftigkeit des Personals.
Da beim Holländer dauernd gewisse Schwankungen der aufgenommenen Energie auftreten, welche aber für das Arbeiten des Holländers bedeutungslos sind, müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass die selbsttätige Regulierung vom Mittelwert der Leistung abhängt, damit nicht durch die momentanen Schwankungen die Reguliereinrichtung fortwährend in und ausser Tätigkeit gesetzt wird. Dies lässt sich durch Anbringung einer Dämpfung an dem steuernden Relais oder von sonstigen Einrichtungen erreichen, welche bewirken, dass die Vorrichtung erst anspricht, wenn der vorhandene Energiewert eine gewisse Zeit lang angedauert hat.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Regelungseinrichtung für Holländer, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsvorgänge im Holländer gemäss einem vorher festgelegten Arbeitsdiagramm selbsttätig und mit elektrischen Mitteln geregelt werden.