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Kontaktuhr.
Mit der Kontaktuhr wird die Ein-und Ausschaltung des elektrischen Stromes von Fall zu Fall zu dem nach Belieben gewählten Zeitpunkte automatisch hergestellt.
Die Kontaktuhr kann hauptsächlich bei elektrischen Lampen verwendet werden, jedoch auch beim Betrieb von elektrischen Reklameautomaten und Arbeitsmaschinen.
Bei elektrischen Beleuchtungen von Vergnügungslokalen. Kasernen, Spitäler, Fabriksanlagen, Fluren, Stiegenhäusern, wie auch der inneren, von der Strasse aus sichtbaren Räumlichkeiten der Geschäftslokale und Kaufhäuser, sowie deren Schaufenster, Firmatafeln, Schilder und sonstiger Reklame, die hauptsächlich nach der Geschäftssperre in den Abendund Nachtstunden geschehen, wird die Ein-und Ausschaltung des elektrischen Stromes mittels der Kontaktuhr auf automatischem Wege hergestellt. Die Kontaktuhr hat den Vorteil, dass dieselbe bei einem beliebigen Zeitpunkte eingestellt und niemand bei der Einund Ausschaltung anwesend sein muss.
Die Kontaktuhr besteht aus zwei voneinander abgesonderten Mechanismen, und zwar aus dem eigentlichen Ein-und Aussehaltapparate und aus einem gewöhnlichen Uhrwerke, bei welchem nur der Stundenzeiger und die zu seinem Betriebe notwendigen Bestandteile vorhanden sind.
Die Fig. i zeigt einen Schnitt durch die Vorrichtung bei geschlossenem Stromkreis, Fig. 2 einen Schnitt bei unterbrochenem Stromkreis und Fig. 3 eine Vorderansicht bei abgenommenem Zifferblatt und Stundenzeiger,
Die Kontaktuhr besteht aus drei Hauptbestandteilen, und zwar I. aus einer mit der Welle w des Stundenzeigers p in fixem Zusammenhange stehenden Doppelleitung A, 2. aus einer Kontaktvorrichtung B, die einen von dem Zeiger p völlig unabhängigen zweiten Zeiger b trägt, und 3. aus einer Ausschaltvorrichtung C.
Der Stundenzeiger p und die Doppelleitung A sind an einer gemeinschaftlichen Welle w befestigt. Die Welle w tritt durch das Zifferblatt o hindurch und trägt zwei parallele, in der Stirnansicht sich deckende Zeiger p, pl, von denen der Stundenzeiger p vor und der die Doppelleitung A tragende Zeiger pl hinter dem Zifferblatt o liegt.
Die an der Zifferblattwelle w fix befestigte Doppelleitung A bleibt trotz der Drehung durch geeignete Schleifkontakte s (Schleifringe) in ständiger stromleitender Verbindung mit der Hauptstromleitung cl, c2. Vor dem Durchtritt der Stundenzeigerwelle w durch das Zifferblatt o zweigt die Doppelleitung A parallel zum Stundenzeiger p ab und endigt in nicht isolierten Drahtenden bei d'und d2 (Fig. 3)'Zwischen der Stromleitung'A und dem Raum R, welcher das Uhrtriebwerk enthält, ist mittels hohler Welle das einen Zeiger b tragende Kontaktwerk B auf die Welle w des Stundenzeigers p aufgesetzt. Die Kontaktvorrichtung besteht aus einem stromleitenden, aber isolierten Stäbchen K, einer Feder F und einem Stützstift t.
Die Kontaktvorrichtung B ist in horizontaler Richtung beweglich und die Feder F hat das Bestreben, die horizontal-bewegliche Kontaktvorrichtung in die Richtung gegen das Uhrwerkgehäuse R zu drücken. Solange der Stützstift t sich gegen die später zu beschreibende Ausschaltvorrichtung C stützt, ist eine Bewegung der Kontaktvorrichtung unter dem Einfluss der Feder F ausgeschlossen. Die Kontaktvorrichtung B trägt weiters noch einen vor das Zifferblatt o reichenden mit Zeiger b versehenen Einstellarm a.
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Eine nähere Schilderung der mechanischen Einrichtung der Kontaktvorrichtung B ist nicht erforderlich, weil die horizontale Beweglichkeit'und die Verbindung von 1 F und Stützstift t auf verschiedenste Weise bewirkt werden kann.-
Das Ausschaltwerk C ist eine zwischen B und R auf einer an der Stundenzeigerwelle w aufgeschobenen Hülse befestigte, aber etwas schwerer drehbare Scheibe mit einer Vertiefung L und einem ebenfalls vor das Zifferblatt o reichenden und mit Einstellzeiger c versehenen Einstellarm e.
Gebrauch und Funktion des Apparates :
Der Apparat kann im Laufe von n oder 23 Stunden (je nachdem die Uhr 12 oder 24 Stunden zeigt) vor der Einschaltezeit auf die nach Belieben gewählte Einschaltund Ausschaltzeit eingestellt werden. Nehme man an, dass die Einstellung um 7 Uhr abends geschehen soll, und zwar so, dass das Licht um 10 Uhr abends zu brennen beginnen und um 2 Uhr früh ausgeschaltet werden soll. Der Glasdeckel g der Kontaktuhr wird abgenommen, der Zeiger b des Kontaktregulators. B durch Drehung auf 10 Uhr gestellt. Der Stützstift t des Kontaktregulators sitzt in der Ruhelage in der einen schiefen, aufsteigenden Boden besitzenden Vertiefung L der Scheibe C (Fig. 2). Durch gleichzeitiges Verdrehen der beiden Hebel b und c auf die Einschaltzeit ist diese gesichert.
Durch eine weitere Drehung der Scheibe C in der mit der Bewegung des Zeigers p entgegengesetzten Richtung gleitet der in der Vertiefung L ruhende Stützstift t infolge ihres aufsteigenden Bodens auf die Ausschaltscheibe C. Gleichzeitig hebt sich der Kontaktstift K derart, dass er in dem Einschaltzeitpunkt mit den Enden dl, d2 der Doppelleitung in Kontakt tritt. Durch weiteres Drehen der Ausschaltscheibe C in gleicher Richtung wird der Zeiger c auf den Ausschaltzeitpunkt gestellt. Die mit dem Stundenzeiger p sich drehende Doppelleitung A berüh t mit ihren Enden d'und d2 um 10 Uhr das herausgezogene stromleitende Stäbchen K, damit schliesst sich die vorher bei dl und d2 unterbrochene Hauptstromleitung und die angeschlossenen Flammen beginnen zu brennen.
Die sich weiterdrehende Stromleitung A nimmt bei ihrem Weitergang den drehbaren Träger des Kontaktregulators B mit und der Stromschluss bleibt solange aufrecht, bis um 2 Uhr der Stützstift t von B über die Vertiefung L der Scheibe C zu liegen kommt. Da der Stützstift nunmehr keine Auflage mehr besitzt, drückt die Feder F den Stützstift in die Vertiefung L hinein, damit wird auch das mit dem Stützstift verbundene Stäbchen 1 (um das entspechende Mass nach rückwärts mitgenommen, der Kontakt bei d'und d2 ist unterbrochen, die Flammen erlöschen. Da die Figuren nur schematischen Charakter haben, ist auch die Feder F der Kontaktvorrichtung B in Fig. 2 nicht mehr dargestellt.