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Vorrichtung zum Behandeln von Strähnen aus faserigem Material mit Flüssigkeiten.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bleichen, Färben, Waschen oder sonstigen Behandeln von Zwirn, Garn, Seidensträhnen oder solchen aus ähnlichem faserigen Material mit Flüssigkeiten und insbesondere jener Art, wobei die zu behandelnden Materialsträhne (welche der Kürze wegen hiernach bloss Zwirnsträhne genannt werden sollen) auf Stangen hängen, welche sie durch die Vorrichtung bewegen, worin sie der Einwirkung von Flüssigkeiten ausgesetzt werden ; die Erfindung bezweckt, diese Bewegung derart auszuführen, dass die Stangen mit Hilfe von Schienen, die durch an ihnen befestigte und auf dem Kurbelzapfen von rotierenden Scheiben sitzende Reiter angehoben werden, in der einen Richtung bewegt und nach erfolgter Senkung in die Ausgangslage zurückgeführt werden, wobei die Garnträgerstangen vor der Rückführung der Schienen auf Zwischenstützen abgelegt werden ;
ausserdem sind die wirksamen Teile der Vorrichtung gegen jegliche Beschädigung durch die Flüssigkeit geschützt ; ferner kann ein Medium (vorzugsweise frische Luft) unter jedem gewünschten Drucke'in die die genannten wirksamen Teile umschliessenden Behälter zugeführt werden, das durch geeignete Öffnungen in diesen Behältern, beispielsweise durch jene, durch welche einzelne dieser wirksamen Teile vorragen, austreten kann, so dass Flüssigkeit, welche auf die erwähnten Behälter oder auf aus letzteren vorragende wirksame Teile fällt, durch den Druck des entweichenden Mediums verhindert wird, durch die Öffnungen ins Innere des Behälters zu gelangen.
Diese Einrichtungen werden besonders dann wichtig, wenn die Flüssigkeit von ätzender Beschaffenheit ist, während Rauch oder Dampf, der von der ätzenden Flüssigkeit abgegeben wird, durch die vorgenannten Öffnungen von dem entweichenden Medium mitgerissen werden kann.
Beim Bleichverfahren werden im allgemeinen die Zwirnsträhne in nachstehender Reihenfolge durch fünf Vorrichtungen einer Anlage geführt (die entweder einzeln oder zu einer Batterie vereint verwendet werden), nämlich zum Behandeln mit Sulfid, zum Auswaschen des Sulfides, zum Bleichen, zum Behandeln mit Säuren und zum letzten Auswaschen. Da die Wirkungsweise jeder dieser Vorrichtungen darin besteht, die Zwirnsträhne der Einwirkung der Flüssigkeit zu unterwerfen, so empfiehlt es sich, alle gemäss vorliegender Erfindung zu konstruieren.
Die Zeichnung stellt in Fig. i eine solche Vorrichtung im Endaufriss mit einzelnen Teilen im Schnitte dar ; Fig. 2 ist ein Seitenaufriss ebenfalls mit einzelnen Teilen im Schnitt, Fig. 3 ist eine Draufsicht, woraus die Stangen, welche die Zwirnsträhne tragen, entfernt sind. Fig. 4 und 5 zeigen in einem Querschnitt und bzw. in einem Seitenaufriss die Einrichtungen für die intermittierende Führung der die Zwirnsträhne tragenden Stangen ; Fig. 6 und 7 zeigen im Aufriss und bzw. in einem Querschnitt einen von den Trägern und Leisten, um die die Strähne tragenden Stangen ausser Berührung mit den drehenden Rollen oder Rädern hochzuhalten, wenn dies erforderlich wird.
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Breite der Vorrichtung reicht.
In diesem Gehäuse ist die Hauptantriebswelle 2 der Vorrichtung gelagert, welche durch beliebige Mittel angetrieben werden kann ; im dargestellten Ausführungsbeispiele wird hierzu ein Elektromotor 3 benutzt, welcher auf die Welle : 2 die drehende Bewegung mittels eines offenen Riemens 5 überträgt, der um eine Rolle 6 an der Elektromotorwelle 4 und um eine Rolle 7 an einer anderen Welle 8 läuft, die mittels eines gekreuzten Riemens 10 die
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drehende Bewegung auf eine Zwischenrolle 9 überträgt ; der Riemen. M geht über Rollen 11 und 12 an den Wellen 8 bzw. 9 und die Welle 9 überträgt sodann ihre Bewegung auf die Antriebswelle 2 mittels eines Wurmtriebes 13 an der Welle 9, der in ein Wurmrad 14 an der Haupttriebswelle eingreift.
Für eine Geschwindigkeitsänderung sind die Rollen 11 und 12 konisch ausgebildet und Umstellen 1. 5 und 16 für die Bewegung des Kreuzriemens 10 längs der Kegel vorgesehen ; die mit Schraubengewinden versehenen Spindeln 17 und 18 der Umsteller sind durch eine Kette 19 miteinander verbunden, welche über Kettenrädern 20 und 21 an den Spindeln läuft. so dass die Bewegung eines Umstellers auf den anderen übertragen wird. Oberhalb des Gehäuses 1 (welches im späteren Verlaufe der Beschreibung das Haupttreibwellengehäuse genannt werden soll), sind zwei Gehäuse 22 und 23 parallel zueinander und unter rechten Winkeln zum Gehäuse 1, und zwar je eines an jedem Ende des Gehäuses 1 angeordnet.
Diese späterhin als Seitengehäuse' ge- nannten Gehäuse 22 und 23 reichen über die ganze Länge der Vorrichtung und jedes derselben wird an einem Ende von dem Gehäuse 1 durch ein Zwischengehäuse 24 und an dem anderen
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intermittierend durch die Vorrichtung bewegt.
Hierbei werden die Stangen 28 unter einem Behälter 31 hinwegbewegt, der oberhalb des Raumes zwischen den Seitengehäusen 22 und 23 angeordnet ist, und während diese Stangen durch die Vorrichtung hindurchgehen, werden sie zuerst in der einen Richtung und dann in der anderen Richtung gedreht, so dass ein Verwickeln oder Verwirren der Fäden verhindert und jeder Teil der Zwirnsträhne 30 der Einwirkung der Flüssigkeit unterworfen wird, die durch Löcher aus dem Behälter 31 auf die Strähne 30 fliesst.
Die Schienen 27 besitzen an ihrer oberen Seite Ausschnitte 32 für die Aufnahme der Enden der Stangen 28, welche quer über die Vorrichtung von einer Schiene 27 zur anderen reichen (Fig. i) ; gewöhnlich werden die Schienen von Rollen 33 getragen, die drehbar in den Seitengehäusen 22 und 23 eingebaut sind. Zwecks Führung der Stangen 28 durch die Vorrichtung werden die Schienen 27 durch Kurbelzapfen 34 betätigt, die von Scheiben 35 vorspringen, welche drehbar innerhalb der Seitengehäuse 22 und 23 montiert sind, und auf welchen Kurbelzapfen (die vorzugsweise mit Nntifriktionsrollen 36 versehen sind) der obere Teil von nach abwärts vorspringenden gegabelten Stücken 37 aufliegt, welche an der Schiene (Fig. 4 und 5) befestigt sind.
Bei jeder Umdrehung der Scheiben 35 werden durch die Kurbelzapfen 34 die zwei Schienen 27 gleichzeitig von zwei Tragrollen 33 abgehoben und nach
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sodann werden sie auf die Rollen 33 herabgesenkt und vorwärts, d. h. zurück in ihre frühere Lage bewegt, so dass durch diese Bewegungen der Schiene 27 die Stangen 28 mit dem darauf hängenden Zwirnsträhnen 30 intermittierend durch die Vorrichtung bewegt werden. Für die Drehung der Scheiben 35 empfiehlt es sich, dieselben als Wurmräder auszugestalten, mit welchen Wurmgetriebe 38 in Eingriff stehen, die auf Rollen 39 befestigt sind.
Letztere sind in den Seitengehäusen 22 und 23 der Länge nach drehbar eingebaut und erhalten ihre Drehung durch Kegelräder 40, welche an den Enden der Haupttreibwelle 2 oder in der Nähe dieser Enden festgekeilt sind ; diese Kegelräder stehen in Eingriff mit anderen Kegelrädern 41, die an den unteren Enden von vertikalen Wellen 42 sitzen, die durch die Zwischengehäuse,'24 gehen und in den vorderen Enden der Seitengehäuse 22 bzw. 2ss eintreten ; die oberen Enden dieser Wellen 42 tragen Kegelräder 43, die mit an den vorderen Enden der Wurmwellen 39 befestigten Kegelrädern 44 in Eingriff stehen.
An der Innenseite des oberen Teiles jedes der Seitengehäuse 2 und'25 sind in entsprechendem Abstand voneinander Öffnungen 45, durch welche die oberen Teile von Rollen oder Rädern 46 vorspringen, die in diesen Gehäusen drehbar eingebaut sind. Die Längsachse jeder Rolle 46 des Seitengehäuses 22 ist in einer Linie mit der Längsachse der gleichen Rolle des Gehäuses 23 eingestellt unter Bildung eines Rollenpaares. Jede Rolle oder jedes Rad eines solchen Paares ist gezwungen, in der gleichen Richtung sich zu drehen, obwohl verschiedene Rollenpaare dieser Rollen in entgegengesetzten Richtungen sich zu drehen gezwungen sind, wie hiernach näher erläutert werden wird. Bei ihrer schrittweisen Bewegung durch die Vorrichtung werden
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in Eingriff treten zu können. Es kann jede beliebige Anzahl von Rollenpaaren 46, z.
B. zwölf solcher Paare, verwendet werden und es empfiehlt sich, diese Paare in Gruppen zu dreien anzuordnen, d. h. die erste Gruppe von drei solchen Rollenpaaren wird in einer Richtung sich drehen, während die zweite Gruppe von drei solchen Paaren in der entgegengesetzten Richtung gedreht wird ; die dritte Gruppe wird in derselben Richtung wie die erste Gruppe und die vierte Gruppe in derselben Richtung wie die zweite Gruppe gedreht werden, so dass auch die Stangen 28 über-
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ist, in welcher die Rollen 46 des ersten Paares der nächstfolgenden Gruppe sich drehen, so kann zwischen solchen Rollen keine drehende Bewegung auf die Stangen 28 übertragen werden ;
um jede übermässige Reibung zu vermeiden, welche entstehen würde, wenn die Stangen 28 zwischen
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welche sie ausser Berührung mit den genannten Rollen erhalten. Zu diesem Behufe ist jeder der Träger 48, welche eine endweise Bewegung der Stangen 28 verhindern, mit einer Leiste 49 versehen, die erhabene Teile 50 besitzt, wie aus den Fig. 6 und 7 ersichtlich ist, auf welchen die Enden der
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werden. Wenn gewünscht, können die Leisten 49 auch an ihren rückwärtigen und vorderen Enden mit anderen erhabenen Teilen 51 versehen sein, auf welche die Stangen 28 gelegt und gehalten werden, bevor und nachdem sie unter dem Behälter 31 hindurchgehen.
Um den Paaren von Rollen oder Rädern 46 die vorerwähnte drehende Bewegung mitzuteilen, können beispielsweise Wellen 52 verwendet werden, die in den Seitengehäusen 22 und 23 eingebaut und mit Wurmtrieben 53 versehen sind, die in Wurmräder 54 eingreifen, welche mit den Rollen 46 fest verbunden sind ; die Umdrehung in der gewünschten Richtung kann dadurch erhalten werden, dass man die Gewinde an den Trieben 53 rechts-und linksgängig macht und dementsprechend auch die Zähne an den Wurmrädern 54 formt.
Die drehende Bewegung kann auf diese Wellen 52 von den vorerwähnten Wellen 39 in den Seitengehäusen 22 und 23 durch ein Zahnrad 55 übertragen werden, welches an jeder der Wellen 39 befestigt ist und durch ein Zwischenrad 56. die drehende Bewegung auf ein Zahnrad 57 überträgt, das an jeder der Wellen 52 vorgesehen ist.
Damit die Seiten der Rollen oder Räder 46 möglichst wenig frei sind, empfiehlt es sich, an dem oberen Teile der Seitengehäuse 22 und 23 Überhöhungen 5 vorzusehen und in diesen Öffnungen 45 herzustellen, durch welche die Rollen 46 vorragen ; wenn gewünscht, können auch Überhöhungen 59 in den vorderen und rückwärtigen Enden der genannten Gehäuse angeordnet sein, welche für die Aufnahme der Stangen 28 wirken.
Beim Ingangsetzen der Vorrichtung wird eine Stange 28 mit den darauf hängenden Zwirn strähnen 30 in die erste der Reihe der Vertiefungen 32 in dem vorderen Ende der Schiene 27 eingelegt, bei der steigenden und nach rückwärts gerichteten Bewegung der Schienen über das erste Paar der Überhöhungen 59 an den vorderen
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Stange 28 mit den daran befindlichen Zwirnsträhnen 30 in die frühere erste der Vertiefungen 32 in diesen Schienen eingelegt wird.
Bei der nächsten steigenden und nach rückwärts gehenden Bewegung der Schienen 27 werden nun beide Stangen 28 gehoben und zwecks Behandlung gegen den Behälter 31 geführt ; die erste Stange 28 wird zwischen dem zweiten und dritten Paare von Überhöhungen und die zweite Stange zwischen dem ersten und zweiten Paare der letzteren abgelegt, worauf die Schienen 27 wieder in ihre ursprüngliche Stellung zurückkehren, um eine andere Stange'8 aufzunehmen usw., bis die erste Stange 28 über das erste drehende Rollen-oder Räderpaar 46 gehoben und zwischen diesem und dem zweiten Rollenpaare abgelegt und dadurch gedreht wird ; die Zwirnsträhne 30 auf der Stange 28 werden dabei mit der Flüssigkeit behandelt, welche durch Löcher im Boden des Behälters 31 zufliesst ;
die Schienen 27 kehren mittlerweile in ihre ursprüngliche Stellung zurück, um eine nächste Stange 28 aufzunehmen. Die nächste steigende und nach rückwärts gerichtete Bewegung der Schienen 27 rückt die darauf befindlichen Stangen 28 wie früher um einen Schritt weiter, es drehen sich dann die erste und die zweite Stange und die auf
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steigende und nach rückwärts gehende Bewegung der Schienen 27 bringt die zuerst erwähnte Stange 28 in eine Stellung oberhalb des Raumes zwischen dem letzten Paare von Rollen 46 der ersten Gruppe, welche in der einen Richtung rotieren, und dem ersten Paare von Rollen oder Rädern 46 der nächsten Gruppe, die in der entgegengesetzten Richtung sich drehen, und legt diese Stange auf das Tragstück 50 ab, welches dieselbe ausser Berührung mit diesen Rollen hält,
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eine Behandlung durch die aus dem Behälter 31 abrinnende Flüssigkeit erfahren. Die nächste steigende und nach rückwärts gehende Bewegung der Schienen 27 bringt die erste Stange 28 zwischen das erste und zweite Rollenpaar der zweiten, entgegengesetzt rotierenden Rollengruppe, und zwar wird sie, sobald sie zwischen den letzteren abgelegt ist, in einer Richtung gedreht, die
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nach rückwärts und vorwärts gehenden Bewegung der Schienen 27 werden die darauf ruhenden Stangen 28 weiter durch die Vorrichtung bewegt und in einer oder in der anderen Richtung oder auch gar nicht gedreht, während eine andere Stange an den vorderen Enden aufgelegt wird, bis die Stangen eventuell zum rückwärtigen Ende der Schienen 27 gelangen, woselbst sie entweder abgehoben oder auf gleiche Schienen von folgenden Vorrichtungen abgelegt werden,
woselbst die Strähne 30 einer weiteren Behandlung unterworfen werden.
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Wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, werden die Stan, en sohin Schritt für Schritt durch die Vorrichtung bewegt und die darauf befindlichen Strähne 30 der Einwirkung der
Flüssigkeit unterzogen. Ein Trog 60 dient zum Auffangen der Flüssigkeit, wenn letztere von den Strähnen 30 abläuft.
Desgleichen ist ersichtlich, dass durch die Bauart und Anordnung der Vorrichtung die wirksamen Teile derselben, mit Ausnahme eines Teiles der Rollen 46 und des oberen Teiles und der Enden der Schienen 27, umschlossen und gegen die Einwirkung der Flüssigkeit geschützt sind und dass die Schienen 27 sowie die Rollen 46 derart ausgearbeitet sein müssen, dass sie genau in die Öffnungen 26 bzw. 45 einpassen, so dass die Flüssigkeit nicht leicht durch diese Öffnungen Zutritt erhalten kann.
Um jedoch einen derartigen Zutritt wirksam zu verhindern, empfiehlt es sich, ein Medium unter Druck (vorzugsweise frische Luft) in die Seitengehäuse 22 und 23 und, wenn gewünscht, auch in das Haupttreibwellengehäuse 1 einzubringen, welches Medium durch sein Entweichen nach aussen jegliches Bestreben der Flüssigkeit, durch die Entweichungsöffnungen in das Innere der Gehäuse einzudringen, verhindert. Das vorerwähnte Entweichen des Mediums ist auch aus dem Grunde vorteilhaft, weil es aus der Vorrichtung jeglichen Dampf oder Rauch abführt, der sich aus der Flüssigkeit eventuell entwickelt.
Das Einpressen des Medium") in die Seitengehäuse 22 und 23 kann durch irgendwelche geeignete Mittel, beispielsweise durch eine Pumpe oder ein Gebläse, geschehen ; es wird durch entsprechend geschützte Rohre 61 in die Seitengehäuse eingeführt, aus denen es durch Öffnungen in die Zwischengehäuse,' ? und aus letzteren in das Haupttreibwellengehäuse 1 übertreten kann.
Die zumeist der Einwirkung der Flüssigkeit ausgesetzten Teile der Vorrichtung, wie z. B. die Stangen 28, auf welchen die Strähne 30 hängen, die Schienen 27 (oder zumindest deren oberer Teil), welcher die Stangen 28 tragen, und die obere Fläche oder ein Teil der letzteren der Seitengehäuse 22 und 23 kann aus einem durch die verwendete Flüssigkeit nicht angreifbaren Material. beispielsweise Hartgummi, hergestellt oder mit solchem abgedeckt sein.