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Photographische Vorrichtung zur Aufnahme fliegender Geschosse bei gleichzeitiger
Messung der Fluggeschwindigkeiten.
Es sind photographische Apparate bekannt, die zur Aufnahme fliegender Geschosse dienen und im allgemeinen auf dem kinematographischen Prinzip beruhen. Ein Hauptnachteil dieser kinematographischen Aufnahmen liegt jedoch darin, dass bei den hiezu dienenden Apparaten das Bild bekanntlich auf einem Zelluloidffim als Träger der lichtempfindlichen Schicht entsteht, der sich bei der Entwicklung und den damit verbundenen Operationen dehnt und dadurch exakte Aufnahmen bzw. Messungen illusorisch macht. Hiezu kommt des weiteren,'dass bei Benutzung von Zelluloidfilms mit einer ziemlich beschränkten Bildgrösse gerechnet werden muss.
Um ein bestimmtes Bildfeld bei ballistischen Aufnahmen, z. B. den Raum, den ein Geschoss in einer bestimmten Zeit durchbiegen muss, während dieser Zeit in äusserst kurzen Intervallen auf einstellbare Spiegelglasplatten (Trockenplatten) mathematisch genau photographieren zu können, dient der nachstehend beschriebene Apparat. Er ermöglicht es, das Geschoss mindestens in zwei oder mehreren Punkten seiner Flugbahn auf einer Platte festzuhalten und die zwischen den einzelnen Aufnahmen verstrichenen Zeitintervalle gleichzeitig photographisch zu registrieren.
Die Konstruktion des Apparates geht aus den Fig. 1 und 2 hervor. Ot, O2, 03 und 04 sind lichtstarke Objektive, A, B, C, D photographische, höchst empfindliche Spiegelglasplatten.
Vor diesen Platten rotiert etwa zehnmal oder noch öfter pro Sekunde die Belichtungsscheibe T nut einem verstellbaren Schlitz v - der die Aufgabe eines Momentverschlusses zukommt-, welche Scheibe von einem Elektromotor M angetrieben wird, aber auch von Hand aus oder durch ein Uhrwerk betätigt werden kann. Vor dieser Scheibe befindet sich das Rouleau R, das zum Teil auf der unteren Welle W1 aufgerollt ist, während die obere Welle W2 durch Federkraft die Tendenz entwickelt, das Rouleau nach aufwärts zu bewegen. In diesem Rouleau R befinden sich die Ausschnitte I, II III sowie 1, 2, 3 und 4.
Diese Ausschnitte sind so angeordnet, dass die mit I, II, III bezeichneten die Platten A, B, C gleichzeitig freilegen und dadurch die
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einem entsprechenden Ausschnitt vor der Platte D bewegt oder sonst eine der brannten Vorrichtungen vorgesehen werden, wie sie zur Geschwindigkeitsbestimmung von Momentverschlüssen dienen.
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verdeckt sind. Sodann legt man die Kassetten mit den photographischen Platten A, B, C und D ein und öffnet die Kassettenschieber. Der Apparat ist aufnahmsbereit. Nun wird der Elektro- motor M angelassen. Eine Belichtung der Platten kann aber noch nicht erfolgen, da das Rouleau in seiner gegenwärtigen Stellung die photographischen Platten verdeckt.
In dem Augenblick, da das Geschoss in das Bildfeld gelangt, welche Zeit durch eine Stoppuhr leicht bestimmbar ist, nachdem die Flugzeiten bekannt sind, wird die Arretiervorrichtung Y durch Druck auf einen Taster, etwa mittels eines Elektromagneten oder durch eine geeignete mechanische Vorrichtung, ausgelöst. Die Welle W2 zieht infolge der Federkraft das Rouleau so weit nach aufwärts, dass
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tungen wiederholt sich dieser Vorgang, der nunmehr die Platte C zur Belichtung bringt.
Mit der erstmaligen Auslösung der Arretiervotrichtung Y ist gleichzeitig das Uhrwerk U zur Bewegung des Bandus H mit dem Schlitz s in Tätigkeit gebracht worden. Da während der ganzen Belichtungsdauer der drei Platten A, B, und C auch die Platte D durch den Ausschnitt 4 belichtet war, wurde bei jeder Umdrehung der Belichtungsscheibe T der vor der Platte D vorbeiziehende Schlitz s photographiert. Nachdem während jeder Umdrehung der Belichtungsscheibe T der von dem Schlitz s inzwischen zurückgelegte Weg photograpaisch fixiert wurde, die Ge. sehwindigkeit, mit der er sich aber bewegt, bekannt ist, ist auch die Zeit, welche die Belichtungscheibe T bzw. der Schlitz v zu je einer Umdrehung benötigte, graphisch festgelegt.
Es sei noch erwähnt, dass statt einer ruckweisen Aufwärtsbewegung des vorerwähnten Rouleaus R zur Freigabe der einzelnen photographischen Platten auch eine kontinuier1i. hP Aufwärtsbewegung desselben vorgesehen werden kann. In diesem Falle entfällt die Zahnrad- übertragung X ; die Auslösevorrichtung Y wird entsprechend abgeändert, so dass sie lediglich, bei Beginn der Aufnahme, das Rouleau J ? sowie das Uhrwerk U in Bewegung setzt. Dagegen
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sein, dass auch sie das Rouleau nur mit so) cher Geschwindigkeit vorbeiziehen lässt, dass die Belichtungsdauer der Platten dieselhe bleiht. wie dies bei der ruckweisen Bewegung des Rouleaus der Fall wäre.
Ehenso kann die Scheibe T zwei oder mehrere Schlitze p erhalten, wenn darauf Wert gelegt wird, die Aufnahmen in kürzeren Intervallen erfolgen zu lassen. Des weiteren kann man auch die Betätigung des Apparates statt von Hand aus und unter Benutzung der Stoppuhr automatisch durch das Geschütz selbst ertolgen lassen. Es wird zu diesem Zweck eine Lötung zwischen dem Geschütz und dem Apparat hergestellt. in die ein Uhrwerk eingeschaltet wird. welches es gestattet, ganz präzise die Zeit einzustellen, nach welcher die Auslösevorrichtung 1 unabhängig vom Beobachter in Funktion tritt. Dieses Uhrwerk wird im Augenblicke des Ab- feuerns des Geschosses durch dieses selbst oder durch das Geschütz in Gang gesetzt.
Durch die vorliegende Erfindung ist man demnach in der Lage, ein fliegendes Geschoss
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