AT69525B - Verfahren und Vorrichtung zur Abtrennung einzelner zu verarbeitender Fäden nacheinander von Webketten. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Abtrennung einzelner zu verarbeitender Fäden nacheinander von Webketten.

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AT69525B
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Max Wenzel
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  Verfahren und Vorrichtung zur Abtrennung einzelner zu verarbeitender Fäden nacheinander von Webkette. 



   Um einzelne zu verarbeitende Kettenfäden nacheinander von Webketten abzutrennen, bedient man sich entweder des Kreuzgeleses, in welchem die Abtrennwerkzeuge abwechselnd auf verschiedenen Seiten in den Kreuzen arbeiten oder sogenannter Abstechvorrichtungen, welche so eingerichtet sind, dass sie bei jedem Arbeitsgange nur immer einen Faden, und zwar den jeweils vordersten der in einer Ebene liegenden Fäden wegzunehmen vermögen. Die ersteren Einrichtungen sind bei mehrfarbigen oder gemusterten Ketten unbedingt nötig, aber in den Fällen unbrauchbar, wo das Muster die Bildung eines reinen Kreuzes   nicht zulässt, wie   bei ungerader Schaftzahl oder bei Spitzeinzügen mit ungleicher Fadenzahl der Spitzenseiten (sogenannten Contre-Einzügen).

   Die Einzelabstechvorrichtungen dagegen müssen naturgemäss für jede Kettfadenstärke besonders eingestellt werden, wenn sie richtig wirken sollen und sind für mehrfarbige oder gemusterte Ketten völlig unbrauchbar. 



     Gemäss   der Erfindung wird die Abtrennung einzelner zu verarbeitender Kettenfäden nacheinander von Webketten dadurch bewirkt, dass der jeweils abzutrennende Kettenfaden durch 
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 werkzeuge freitiegt. 



     Als Mustervorrichtung dient zweckmässig   eine   Schaftmaschine   oder eine andere SchaftVorrichtung. 



   Eine Ausführungsform einer   Vorrichtung   zur Ausübung des neuen Verfahrens ist in den 
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Die Erfindung ist für alle Fälle anwendbar und ausserdem   von der Kettenfadendickf gänzlieh     unabhängig.   Insbesondere eignet sie sich für alle diejenigen Fälle, wo ein glattes oder reines Kreuzgelese ohne Doppelfaden sich nicht bilden lässt, wie z.

   B. bei   Geschirren   mit ungerader Schäftezahl, bei solchen mit Spitzeinzügen, die nicht   seitengleieh   sind (sogenannten   C'ontre-Eil1zügen)   und bei   springenden   und versetzten   Einzügen,   weil sich in diesen Fällen über oder unter der Kreuz- rute an einzelnen Stellen zwei Fäden unmittelbar nebeneinander befinden, sich also nicht kreuzen.
Bei ungerader   SchäftezI liegen in   solcher Weise End- und Anfangsfaden aufeinanderfolgender Rapporte zusammen. Bei den genannten Spitzeinzügen und springenden und versetzten Ein- zügen sind solche Fadenpaare auf derselben Seite der Kreuzrute innerhalb der Rapporte vor- handen. 



   Ob die Bewegung des Fadens aus der Kettenebene nach oben oder nach unten erfolgt, ist gleichgiltig. 



  In der Zeichnung (Fig. 1) sind beispielsweise fünf Schäfte s, s', s", s''' und s'''' vorgesehen. 



   DieseSchäftesindfürdieAbsonderungjeweilseineseinzelnenFadensvomGelesemiteiner   Schaftmaschine   zl verbunden.   Diese ist auf dem oberen Querbalken JS eines Gestelles montiert,   

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 für die Zapfen der Kettenbäume M und M'vorgesehen, von denen erstere die alte Kette und letztere die damit zu verbindende neue Kette trägt. Die alte Kette wird mitsamt dem Geschirr aus dem Webstuhl genommen und in das Verbindungsgestell gebracht, wo die Schäfte in der gehörigen Weise mit den   Klöppein   g der Platinen   h   der Schaftmaschine   A   verbunden werden. 



  Die Fadenenden der alten Kette können in einer fest am Gstell angeordneten Klemme V eingespannt werden, während für die Fadenenden der neuen Kette eine zweite Klemme W auf der anderen Seite der Andrehmaschine im Gestell angeordnet ist. Die Kettenenden liegen dabei   übereinander (Fig. l),   und zwar die alte Kette oben, die neue unten. Die Platinen h der Schaftmaschine A stehen in bekannter Weise durch Nadeln i unter dem Einflusse der Karten k auf dem Kartenprisma   !,   durch welche sie dem Muster gemäss mit dem Messer m gekuppelt werden, welches sie hebt. Seine Hubbewegung erhält das Messer M in bekannter Weise durch eine Kurbel n auf der Antriebwelle N, die unten im Gestell in Lagern 0, 0'an den Seitenwänden C, C'drehbar ist und motorisch angetrieben wird. Messer und Kurbel sind durch eine Schubstange o und Kreuzgelenk p verbunden.

   Ein Exzenter r auf der Welle N betätigt durch Schubstange r'und Hebel r" die   Prismenwelle P.   
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 nacheinander ausgehoben. 



   In der Zeichnung bildet beispielsweise der erste Schaft s Fach, indem alle ersten Fäden der alten Kette gehoben sind, also auch derjenige, der gerade jetzt den eben zu verarbeitenden Faden des noch unverarbeiteten Teiles    & u   der alten Kette bildet (Fig. 2). 



   Jetzt wird durch ein quer zu den   Kettenfäden   der alten Kette bewegliches Glied, z. B. einen senkrechten Finger a der unangedrehte Teil Gu der alten Kette   zurückgedrängt,   so dass durch Senken des Schaftes beim Fachschlusse der abzusondernde Faden vor den Finger a zu liegen kommt, um bei dessen nun folgender Bewegung im entgegengesetzten Sinne von ihm mitgenommen zu werden. Damit ist die Abtrennung des betreffenden Fadens geschehen. Es wird der nächste Faden gehoben ; der Finger a führt seine   Drängbewegung   gegen den unangedrehten Teil der alten Kette aus ; der abzusondernde ausgehobene Faden F wird durch Senken seines Schaftes vor den Finger a gebracht, und dieser befördert ihn bei seiner   Förderbewegung   nach der Ver-   arbeitungsstelle,   z. B. der Andrehmaschine Q.

   Die fertig verbundenen Fäden Gf (Fig. 6) werden durch eine geeignete   Haltevorriehtung b in   an sich bekannter Weise derart festgehalten, dass sie die Funktionen der Verarbeitungsvorrichtung Q nicht mehr   stören kuunen.   



   Der Finger a besitzt an der von den   unvcrbundencj)   Fäden   (' ;/1 abgewandten   Seite einen hakenartigen Ansatz   d   (Fig. 4 und Fig. 6 bis   10), der ds Ahgleiten   des   erfassten Fadens   verhindern soll. 



   Es wird also der jeweils   anzudrehende   Faden F des   Geleses durch   die Schaftmaschine A angehoben, so dass er über die Bahn des Fingers   a   gelangt (Fig. 6). Der gegen die unverbundenen Kettenfäden Gu bewegte Finger a kann infolgedessen unter dem angehobenen Faden F hindurch gehen, um die unverbundenen Kettenfäden zurückzudrängen (Fig. 7).

   Wird jetzt durch die Fach-   schliessbewegung   der   Schaftmaschine   der Faden F wieder in die Kettenebene gebracht (Fig. 8), 
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 vollführt nunmehr seine Bewegung nach der Ablieferungs- oder Verarbeitungsstelle Q hin, wobei er den vor ihm liegenden, abgesonderten Faden F   mitnimmt,   bis dieser beispielsweise vom Greifer R   der Verarbeitungsvorrichtung   in an sich bekannter Weise erfasst wird (Fig. 9). Darauf erhält der Finger a erneut seine Drängbewegung gegen die unfertigen Kettenfäden, während die Schaft- maschine erneut Fach bildet, und zwar mit dem folgenden Schafte. So wird der nächste   Faden F'   (Fig.   10)   aus der   Kettenebene heraus über   die Bahn des Fingers a hinweggehoben.

   Der Finger drängt die unfertigen Kettenfäden Gu zurückt. Der Faden F'wird bei der Schliessung des Faches wieder in die Kettenebene gebracht, und zwar vor den Finger a, so dass dieser ihn bei seiner Ab- lieferungs- oder Förderbewegung wieder mitnimmt und an den Greifer R der Verarbeitungs- vorrichtung abgibt. So wiederholt sich das Spiel bei jedem einzelnen der aufeinander folgenden
Kettenfäden. 



   Die   Verarbeitungsvorrichtung,   z. B. die Andrehmaschine Q erhält ihren Antrieb ebenfalls 
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 vorrichtung abgeleitet. Diese treibt (Fig. 4   und 5)   durch Kegelräderpaare   11,     dz   13, 14 und Zwischenwelle 15 eine   Daumenwelle 16,   deren Daumen 17 entgegen der Wirkung einer Feder 18 auf einen um einen festen Zapfen 20 drehbaren zweiarmigen Schwinghebel19 wirkt. Dieser erfasst eine in Führungen 22, 23 gerade geführte Schubstange M, so dass diese durch den Daumen 17 in Verbindung mit der Feder 18 eine hin und her gehende Bewegung erhält.

   Die   Andrehmaschine   Q ist in bekannter Weise auf den in den Seitenwänden C, C'des Gestelles befestigten Führungstangen T, T'verschiebbar und erhält ihre schrittweise Verschiebung durch die im Gestell drehbar, achsial aber unverschiebbar gelagerte Schraubenspindel U, die durch eine Mutter U'an der Andrehmaschine hindurchgeht. Diese schrittweise Drehung der Schraubenspindel erfolgt von 
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   Schalt. hebels 27   angreift, der auf dem glatten einen Ende der Schraubenspindel U drehbar ist und dessen Schaltklinke 28 in das auf dem Ende der Schraubenspindel U befestigte Schaltrad 29 greift. Der Greifer   R   der Andrehmaschine ist ein in senkrechter Ebene drehbarer Haken, der durch eine Daumenscheibe auf der Welle 15 bewegt wird (Fig. 4 und 5). 



    PATENT ANSPRÜCHE :   
1. Verfahren zur Abtrennung einzelner zu verarbeitender Fäden nacheinander von   in. "1   Geschirr eingezogenen Webketten, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweils abzutrennende Kettenfaden durch Fachbildung mit Hilfe einer die Fäden in der richtigen Reihenfolge, dem Einzuge ins   Geschirr entsprechend, nacheinander beeinflussenden Mustervorrichtung aus   der Kettenebene bewegt wird und darauf in der Kettenebene die noch unverarbeiteten Fäden zurückgedrängt werden, so dass beim   Wiederschliessen   des Faches der abgetrennte Faden zum Erfassen der Förderwerkzeuge frei liegt.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein quer zu den Kettenfäden bewegliches Glied (Finger a) bei der Fachbildung des abzutrennenden Fadens eine die unfertigen Fäden (glu) verdrängende Bewegung ausführt und nach Fachschluss bei entgegengesetzter Bewegung wie vorher, den hinter dasselbe getretenen EMI3.2
AT69525D 1914-03-02 1914-03-02 Verfahren und Vorrichtung zur Abtrennung einzelner zu verarbeitender Fäden nacheinander von Webketten. AT69525B (de)

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