AT57613B - Verfahren zur Herstellung künstlicher Fäden durch Hindurchführen der aus den Spinndüsen heraustretenden Fäden durch verschiedene Flüssigkeiten. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung künstlicher Fäden durch Hindurchführen der aus den Spinndüsen heraustretenden Fäden durch verschiedene Flüssigkeiten.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung künstlicher Fäden durch Hindurchführen der aus den Spinndüsen heraustretenden Fäden durch verschiedene Flüssigkeiten. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung künstlicher Fäden aus spinnbaren Flüssigkeiten. Das Verfahren ist besonders geeignet zur Herstellung von Kunstseide aus Zellulose oder ihren Derivaten. Bei der Herstellung künstlicher Fäden, namentlich beim Spinnen von Kunstseide, hat man besonders auf folgende Punkte zu achten : auf das Koagulieren bzw. Zersetzen der spinnbaren Flüssigkeit, das Fixieren der koagulierten Masse, die Bewahrung der Weichheit der fertigen Fäden und die Verhinderung des unbeabsichtigten Zusammenklebens der einzelnen Fäden. Diesen Anforderungen an den Spinnvorgang versuchte man bisher dadurch gerecht zu werden, dass man entweder alle Massnahmen in einer Spinnflüssigkeit vor sich gehen liess oder aber zum Spinnen, namentlich der Kunstseide, mehrere Bäder nacheinander benutzte. Nach der vorliegenden erfindung soll hinsichtlich der vier genannten Punkte den jeweiligen Anforderungen vollständig entsprochen werden, ohne dass verschiedene Gefässe zur Aufnahme der notwendigen verschiedenen Flüssigkeiten benutzt werden. Die Erfindung besteht darin, dass neben der eigentlichen Fäll-oder Koagulierungs- flüssigkeit eine nicht oder wenig damit mischbare zweite Flüssigkeit verwendet wird, vorzugsweise eine solche von anderem spezifischen Gewicht, so dass die be) den Flüssigkeiten übereinander geschichtet werden können. Die zweite Flüssigkeit muss gegen die Fadensubstanz indifferent und von solcher Beschaffenheit sein, dass sie auf den einzelnen Fäden eine llülle erzeugt, durch die ein Zusammenkleben der Fäden verhindert wird, wie es sonst vor ihrer vollständigen Fixierung durch die vom Faden mitgerissene Fällflüssigkeit leicht Hintritt. Es ist nämlich nicht möglich, die Fäden bis zu ihrer vollständigen Fixierung vollständig getrennt zu halten, weil diese Fixierung lange Zeit in Anspruch nimmt und andererseits das Durchführen der Fäden durch die Koagulierungsflüssigkeit mit grosser Geschwindigkeit geschehen muss. Dagegen ist es gemäss vorliegender Erfindung leicht, die Fäden auf dem kurzen Wege durch die Koagulierungsflüssigkeit und die umhüllende indifferente Flüssigkeit vollkommen getrennt zu halten, während weiterhin die Hülle ein Zusammenleben verhindert, auch wenn die Fixierung noch nicht beendet ist, so dass zu dieser Fixierung vollständig Zeit bleibt, ohne dass besondere Vorsichtsmassregeln erforderlich sind. Man kann/. B. die Zellulose in einer wässerigen sauren Flüssigkeit ausscheiden und dann die gesponnenen Fäden in der Weise, dass sie sich nicht berühren, durch eine Flüssigkeit von anderem spezifischen Gewicht, z. B. Benzol, Öl, Ölsäure, Nitrobenzol, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff oder dgl., zur Weiterbehandlung hindurchführen. Die Schutzhülle kann dann nach vollständiger Beendigung der Fixierung durch geeignete Wasch- flüsigkelten oder in anderer Weise entfernt werden. Die Anwendung verschiedener geschichteter oder in kommunizierenden Gefässen be- findlicher Flüssigkeiten ist bei der Herstellung von Kunstfäden zwar schon vorgeschlagen worden. Indessen handelte es sich dort um zwei verschieden schnell wirkende Koagulierungs- nüsstgketten. hei denen in vielen Fällen wegen ihrer Mischarheit eine Schichtung praktisch übrigens kaum durchführbar sein dürfte, nicht aber, wie hier, um die Anwendung einer Schicht aus einer zweiten indifferenten umhüllenden Flüssigkeit, welche ein Zusammen- kleben der noch nicht vollständig fixierten Fäden hindern soll. Auch insofern bei den bekannten Verfahren Olein verwendet wird, handelt es sich dabei nur um dessen Be- EMI1.1 Schutzhülle licht eintreten kann, während bei vorliegendem Verfahren die Zersetzung des Ausgangsmateriales und die Ausscheidung der Zellulose im wesentlichen bereits beendet EMI1.2 Bei der Vorrichtung nach Fig. 1 treten die Einzelfäden c zuerst in eine'wässerige Flüsslgkot d. etwa ein verdünnte Säure, und werden durch diese getrennt hindurchgeführt. <Desc/Clms Page number 2> so dass ein Berührung der Einzelfäden miteinander vermieden wird. Auf der wässerigen Flüssigkeit d schwimmt eine zweite Schicht e von Benzol, Öl oder einer anderen organischen Flüssigkeit. In dieser erhalten die Einzelfäden einen dünnen Überzug, der ein Zusammenkleben auch dann verhindert, wenn sie später zu einem stärkeren Faden c ver- einigt worden. Fig. 2 zeigt eine abgeänderte Anordnung. Die aus den Spinndüsen b heraustretenden Einzelfäden c werden in der wässerigen Flüssigkeit f koaguliert und, ohne dass sich die Einzelfäden berühren können, hindurchgeführt. Unter der wässerigen Flüssigkeit f hefindet eine zweite, schwerere Flüssigkeit g, beispielsweise Nitrobenzol, Chloroform Tetrachlorkohlenstoff oder dgl., durch welche die Einzelfäden hindurchgehen und den Überzug erhalten. Noch in dieser Flüssigkeit kann die Vereinigung der Einzelfäden c zu einem gemeinsamen Faden c'in geeigneter Weise erfolgen. Der Faden erfährt dann einen EMI2.1 festigten Ring, einen Haken oder ein Stäbchen r oder dgl. und wird alsdann aus dem Bade herausgeführt. Die Schutzhülle wird dann später durch Waschen oder in anderer geeigneter Weise entfernt. Das Verfahren lässt sich vorteilhaft zum Verspinnen von Viskoselösungen in verdünnter Schwefelsäure benutzen. Es war bisher nicht möglich, brauchbare Kunstseide aus Viskoselösungen durch Spinnen in verdünnter Schwefelsäure ohne Zusätze zu erhalten. Nach vorliegendem Verfahren wird die Viskose in reiner verdünnter Schwefelsaure koaguliert/ Dann werden die Einzelfäden, z. B. nach der in Fig. I gezeigten Anordnung, beispielsweise durch obenauf schwimmende Ölsäure e hindurchgeführt, worauf man sie einige Zeit sich selbst überlässt, wodurch sie vollständig fixiert werden, ohne dass die Kinzetfäden aneinander kleben können. Das Öl, die Ölsäure oder die andere als Schicht e benutzte Flüssigkeit kann man dann beispielsweise durch Waschen mit einprozentiger Sodalösung oder mit einer lösond wirkenden organischen flüssigkeit, wie z. B. Benzol. entferenen. man erhält so ein Produkt, welches den bisher hergestellten überlegen ist. EMI2.2 der ihnen noch anhaftenden Fällflüssigkeit verhindernde Hülle erzeugt, bis zu deren Bildung die Fäden getrennt gehalten werden. EMI2.3
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