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Geleiseanordnui1q für Rangierbahnhöfe.
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Rangieren ermöglicht wird. Bekanntlich unterscheidet man bei Rangierbahnhöfen zwei Haupt- gruppen u. zw. Bahnhöfe mit Ablaufgeleise und Gravitationsbahnhöfe. Bei den am meisten verbreiteten Bahnhöfen mit Ablaufgeleise dient zum Rangieren nach Richtung und Bestimmungs- ort eine gemeinsame Geleisegruppe, womit der Nachteil verbunden ist, dass das Rangieren nach
Bestimmungsort nur durch langwieriges Verschieben mittelst Lokomotive durchgeführt werden kann. Weniger verbreitet sind diejenigen Arten dieser Bahnhöfe, bei welchen zum Rangieren nach Bestimmungsort eine besondere Stockgeleisegruppe mit Ablaufgeleise dient.
Bei dieser Einrichtung ist zwar ein etwas rascheres Ordnen der Wagen möglich, aber das Brutto muss auch in diesem Falle viele an sich unnötige Wege mitmachen, wobei das Rangieren auch hier eine besondere Lokomotive erfordert.
Bei Gravitations-Bahnhöfen dienen zum Rangieren in einer einzigen schiefen Ebene liegende, besondere, ununterbrochene Geleisegruppen und ist eine Lokomotive zum Rangieren nicht nötig.
Hiermit ist aber der wesentliche prinzipielle Nachteil verbunden, dass sehr lange Geleiseanlagen verwendet werden müssen und demzufolge können solche Bahnhöfe nur in AusnahmsfäIIen gebaut werden. In den meisten Fällen kann aber zufolge der Lokalverhältnisse diese Einrichtung überhaupt nicht angewendet werden. Mit der langen Geleiseanlage sind auch andere Nachteile verbunden u. zw. in erster Reihe die ausserordentlich hohen Baukosten des Dammes und zweitens an sich unnötige Wege bezw. Zwitverluste bei der Bewegung des Bruttos.
Ein weiterer Nachteil solcher Bahnhöfc ist ferner, dass für die rasche Zusammenstellung der direkten Züge nicht gesorgt ist, demzufolge auch die direkten Züge sämtliche Geleisegruppen des langen Bahnhofes passieren bezw. an sich unnötige Wege zurücklegen müssen, wodurch ebenfalls Zeitverluste verursacht werden. Störend für den Betrieb ist auch der Umstand, dass das Rangieren während der Abfahrt aus den Aufstellgeleisen in entgegengesetzter Richtung zum Gefälle des Bahnhofes unterbrochen werden muss. Bei dem Gegenstand vorliegender Erfindung sind alle diese Nachteile beseitigt.
Auf der Zeichnung veranschaulichen Fig. 1 und 2 je einen Situationsplan der Anordnung der Geleise bezw. des Rangierbahnhofes nach vorliegender Erfindung.
A ist eine Geleisegruppe, auf welche die zu rangierenden Züge einfahren. B ist das Aufzieh- geleise, t welches sich mit entsprechender Steigung an das Ablaufgeleise C anschliesst. D ist ein
Stockgeleise für die nicht zu rollenden Wagen. Die Geleisegruppen E, F und G liegen in einer schiefen Ebene, deren Neigung so gewählt ist, dass lie Wagen von selbst ablaufen. Die Geleise- gruppe E dient für die Bildung von direkten Zügen, während die Gruppe F zum Rangieren nach
Richtung und die Gruppe G zum Rangieren nach Bestimmungort dient. Die nach Bestimmungsort rangieren Wagen werden durch Vermittlung des wag ('rechten Geleises Il auf das Sammelgeleise J geführt, von welchem die zusammengestellten Züge abfahren.
Die direkt zusammengestellten und gegenüber dem Geleise C weiter zu rührenden Züge können entweder von der Geleisegruppe J
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oder von den einzelnen Geleisen der Gruppe A abgelassen werden. Die beschriebene Geleise' anordnung kann entsprechend den Ortsverhältnissen und Anforderungen geändert werden. Fig. 2 veranschaulicht eine Anordnung, bei welcher in den zum Rangieren nach Richtung und Bestimmungsort dienenden Geleisegruppen F und G die Geleise gleiche Länge besitzen.
Wie aus obigen Ausführungen hervorgeht, sind durch vorliegende Erfindung tatsächlich alle Nachteile der bisher bekannten Rangierbahnhöte beseitigt. Gegenüber den bisher bekannten Rangierbahnhöfen mit Ablaufgeleise wird sowohl das direkte Rangieren, wie auch das Rangieren nach Richtung und nach Bestimmungsort selbsttätig ohne Verschieben mittels Lokomotive bewerkstelligt, wodurch die hiermit verbundenen grossen Zeitverluste und bedeutenden Betriebskosten vermieden werden. Gegenüber den Gravitations-Rangier-Bahnhöfen liegt ein Vorteil vorliegender Erfindung darin, dass dieselbe zufolge der verhältnismässig geringen Länge unter allen Ortsverhältnissen angewendet und auch die bisherigen Rangierbahnhöfe ohne Schwierigkeit umgebaut werden können.
Die Baukosten von neuen Rangierbahnhöfen und Kosten des Umbaues bereits errichteter Bahnhöfe sind viel geringer, wobei die an sich unnötigen Wege des Zugmateriales bedeutend verringert sind. Ein wesentlicher Vorteil ist schliesslich gegenüber den bisher bekannten Bahnhöfen der, dass die Errichtung einer besonderen A1Ú8tellgeleisegruppe, von welcher die fertigen Züge abfahren, nicht notwendig ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Geleiseanordnung für Rangierbahnhöfe, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl zum Rangieren nach Richtung undBestimmungsort, als auch zur Bildung direkter Züge je eine besondere
Geleisegruppe dient, die auf ein und derselben schiefen Ebene liegen.