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Die Erfindung betrifft eine Vorderschafthalterung für eine Kipplaufwaffe nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Bei Kipplaufwaffen, die in Hinterschaft, Lauf und Vorderschaft zerlegbar sind, weist das hintere Ende des Vorderschaftteils eine nach hinten offene Lagerschalenhälfte auf. Das Laufhakenstück besitzt dagegen eine nach vorne offene Lagerschalenhälfte. Beide Lagerschalenhälften umfassen einen am Verschlussgehäuse des Hinterschafts angeordneten Scharnierbolzen. Das Laufhaken- stück ist über den Scharnierbolzen hinaus nach vorne verlängert und weist an seinem vorderen Ende eine nach unten weisende Nase auf. Die Hinterflanke dieser Nase dient als Widerlager für eine im Vorderschaftteil angeordnete Schraube, die sich von diesem Widerlager bis etwa zur Lagerschalenhälfte des Vorderschaftteils erstreckt.
Ist der Vorderschaft mit dem Lauf verriegelt, dann beiwirkt der Eingriff zwischen dem Widerlager und der Schraube, dass die beiden Lagerscha- lenhälften den Scharnierbolzen mit vorgegebenem Druck umfassen. Wird die Verriegelung zwi- schen dem Vorderschaft und dem Lauf gelöst, dann kann der Vorderschaft vom Lauf abgenommen werden, worauf dann der Lauf vom Hinterschaft lösbar ist. Eine solche Vorderschafthalterung ist der DE 4422895 C1 entnehmbar.
Der Anpressdruck, mit welcher die beiden Lagerschalen den Scharnierbolzen umfassen, ist ab- hängig von der Stellung des vorderen Endes der vorerwähnten Schraube. Sowohl die Hinterflanke der Nase als auch das vordere Ende der Schraube unterliegen einem Verschleiss. Mit zunehmen- dem Verschleiss vermindert sich der Anpressdruck der beiden Lagerschalenhälften gegen den Scharnierbolzen. Es ist daher erforderlich, die Schraube von Zeit zu Zeit zu justieren, was über die Lagerschalenhälfte des Vorderschaftteils erfolgt, über die der Schraubkopf der Schraube zugäng- lich ist. Eine solche Justierung ist also nur möglich, wenn der Vorderschaft vom Lauf abgenommen ist.
Es besteht die Aufgabe, die Vorderschafthalterung so auszubilden, dass eine Justierung zwi- schen dem Vorderschaftteil und dem Laufhakenstück entfallen kann, jedoch gewährleistet ist, dass der Anpressdruck der beiden Lagerschalenhälften gegen den Scharnierbolzen im wesentlichen konstant ist.
Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt einen Schnitt im Bereich des Scharnierbolzens durch das Verschlussgehäuse des Hinterschafts, das Laufhakenstück des Laufs und des Vorderschaftteils des Vorderschaftes.
Der vordere Teil des Verschlussgehäuses ist mit 1, das Laufhakenstück mit 2 und der hintere Teil des Vorderschaftteils mit 3 bezeichnet. Am vorderen Ende des Verschlussgehäuses ist der Scharnierbolzen 4 befestigt. Ist der Vorderschaft mit dem Lauf verriegelt, dann liegen gegen den Scharnierbolzen 4 die nach hinten offene Lagerschalenhälfte 3 a des Vorderschaftteils 3 und die nach vorne offene Lagerschalenhälfte 2 a des Laufhakenstücks 2 an.
Das Laufhakenstück 2 ist über den Scharnierbolzen 4 hinaus nach vorne verlängert und weist an seinem vorderen Bereich eine nach unten weisende Nase 5 auf, die in eine Ausnehmung 6 am Vorderschaftteil 3 eingreift. Mit dem Vorderschaftteil 3 verstiftet ist eine die Ausnehmung 6 über- brückende quer zur Seelenachse verlaufende Spannhülse 7. Bei dieser Spannhülse 7 handelt es sich um einen durchgehend geschlitzten Rohrzylinder aus Federstahl, dessen Einzelheiten z. B. in der DIN EN 28752 beschrieben sind.
Die Nase 5 bildet eine hintere Flanke 8, gegen die der Spannstift 7 zur Anlage kommt. Diese hintere Flanke 8 dient somit als Widerlager für die als Anschlag wirkende Spannhülse 7. Die Spannhülse 7 ist bevorzugt so eingesetzt, dass ihr Schlitz 9 nach unten oder oben weist.
Die Flanke 8 ist zur Vertikalen gesehen, schräg angeordnet derart, dass ihre obere Kante hinter der unteren Kante verläuft.
Der Angriffspunkt 10 des Spannstifts 7 an der Flanke 8 liegt in einer Horizontalebene, welche oberhalb der Ebene verläuft, die von der Achse 11des Scharnierbolzens 4 geschnitten wird. Die Neigung der Flanke 8 ist so gewählt, dass die Normale 12 auf der Flanke 8 unter einem spitzen Winkel zur Verbindungslinie 13 zwischen der Achse 11 und dem Angriffspunkt 10 verläuft. Hier- durch wird erreicht, dass die Kraft, mit welcher die Spannhülse 7 gegen die Flanke 10 anliegt, bestimmend ist für den Anpressdruck der beiden Lagerschalenhälften 2 a, 3 a gegen den Schar- nierbolzen 4 und gleichzeitig eine kleine Kraftkomponente auftritt, die das Vorderschaftteil 3 weg
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vom Laufhakenstück 2 drückt.
Diese nach unten gerichtete Kraftkomponente bewirkt, dass nach Lösen der Verriegelung zwischen dem Vorderschaft und dem Lauf der Vorderschaft nach unten weg vom Lauf gedrückt wird und somit zum Lösen leicht ergriffen werden kann.
Alternativ zum beschriebenen Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, die Spannhülse 7 mit dem Laufhakenstück 2 zu verstiften und die hintere Flanke der Ausnehmung 6 schräg anzuordnen, gegen welche der Spannstift 7 zur Anlage kommt. Diese Flanke ist mit 14 bezeichnet. Diese Flan- ke 14 ist gleichsinnig zur Flanke 8 geneigt.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Vorderschafthalterung für eine Kipplaufwaffe mit einem Vorderschaftteil (3), das im Bereich seines hinteren Endes eine nach hinten offene Lagerschalenhälfte (3 a) aufweist, die zu- sammen mit einer am Laufhakenstück (2) angeordneten nach vorne offenen Lagerscha- lenhälfte (2 a) einen am Verschlussgehäuse (1) angeordneten Scharnierbolzen (4) umfasst, das Laufhakenstück (2) über den Scharnierbolzen 4 hinaus nach vorne sich erstreckt und im Bereich seines vorderen Endes ein Widerlager für einen Anschlag am Vorderschaftteil (3) bildet, womit bei mit dem Lauf verriegeltem Vorderschaft die beiden Lagerschalenhälf- ten (2 a, 3 a) den Scharnierbolzen (4) umfassend gehalten werden, dadurch gekenn- zeichnet, dass Widerlager und Anschlag durch ein elastisches Bauteil voneinander ge- spreizt gehalten werden.