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Die Erfindung betrifft Stege fur Streichinstrumente, insbesondere Cello, Violine, Viola(Bratsche) und Kontrabass. So mannigfaltig sich auch die geschichtliche Entwicklung der oben genannten Instrumente gestaltete, eines blieb bis heute unverändert : Steg bzw. die Stegfüsse sind wäh- rend des Spiels unbeweglich. Der Steg bewegt sich durch die Schwingungen der Saiten nur an seinem höchsten Punkt in Quer- und Längsrichtung. Aufgrund der Saitenschwingungen beim Spiel verkürzt sich die Distanz zwischen Saitenhalter und oberem Sattel. Das Instrument verbiegt sich ganz minimal konkav. Dies bewirkt, dass die Stegfüsse stärker auf die Decke drücken und über den
Stimmstock im Inneren des Instrumentes die Schwingungen an den Boden weitergegeben werden.
Durch die Unbeweglichkeit der Stegfüsse wirken die schwingungserzeugenden Kräfte derselben auf die Decke gegeneinander und verhindern so die leichte Spielbarkeit des Instrumentes. Es entste- hen dadurch aber auch Fehlsteuerungen der Deckenschwingungen und sog. "Bullertöne". Der gegenständlichen Erfindung kommen die Patente US 4 286 494, US 3 134 287, DE 31 19 166
Jaquith und US 1 707 609 Wendell am nächsten. Sie unterscheiden sich dennoch deutlich von der gegenständlichen Erfindung. US 4 286 494 ist die Weiterentwicklung bzw. Verbesserung des
Patents US 3 134 287. Letzteres ist gleichlautend mit dem deutschen Patent DE 311 91 66. Ziel dieser Erfindung ist es, den Steg so auszubilden, dass die unerwünschte Bewegung zwischen dem
Standardteil des Steges und den Stützfüssen unterbleibt. Dies ist genau das Gegenteil der ange- meldeten Erfindung.
US 1 707 069 (Wendell) betrifft einen Steg für Streichinstrumente, dessen Ziel die bessere Anpassung des Steges an die Instrumentendecke sowie die Höhenverstellbarkeit ist.
All diesen Patenten ist gemeinsam, dass sich der Steg während des Spiels nicht bewegt. Stand der Technik ist daher ein während des Spiels unbeweglicher Steg. Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die mit der Unbeweglichkeit des Steges während des Spiels verbundenen Unzulänglichkeiten zu beseitigen.
Erfindungsgemäss geschieht dies dadurch, dass die Stegfüsse mit einem waagrechten Schnitt vom Stegoberteil abgetrennt werden. Danach wird an der Schnittstelle ein Drehgelenk bestehend aus Lagerober- und unterhälfte mit innenliegender Kugel eingebaut, wobei sich die Lageroberhälfte jeweils im Stegoberteil und die Lagerunterhälfte jeweils im Stegfuss befindet. Die Lagerhälften weisen in der Mitte der beiden zueinander zeigenden Flächen eine Aushöhlung zur Aufnahme einer Kugel auf. Die Kugel liegt lose zwischen den beiden Lagerhälften und wird von diesen nicht gänzlich umschlossen, sodass der Mittelteil der Kugel sichtbar bleibt. Durch den Druck der über das Stegoberteil gespannten Saiten des Instrumentes werden die Stegfüsse durch die Kugel mit dem Stegoberteil beweglich verbunden.
Diese Beweglichkeit bleibt auch nach Aufspannen der Saiten, also während des Spiels auf dem Instrument erhalten.
In einer Ausführungsvariante für den Kontrabass ist vorgesehen, dass die untere Lagerhälfte in den Stegfuss eingebohrt und eingeklebt wird. In dieser Lagerhälfte liegt in einer dafür vorgesehenen Bohrung mit schalenförmiger Vertiefung die Kugel lose eingelegt. An der Unterseite des Stegober- teils, also an der Schnittstelle, ist eine Rändelmutter beweglich eingebohrt, in der ein Gewindebol- zen mit dem darauf befindlichen oberen Lagersitz eingeschraubt wird. Durch Drehen der Rändel- mutter oder des Gewindebolzens kann der Stegoberteil in seiner Höhe verstellt werden, ohne dass der Steg während des Spiels an Beweglichkeit verliert.
Als Material für das Drehgelenk wird Metall, Kunststoff oder Holz in verdichtetem oder inprägniertem Zustand vorgeschlagen. figuren#bersicht
Die Erfindung wird an Hand eines erfindungsgemässen Ausführungsbeispiels und eines her- kömmlichen Instrumentes näher erläutert.
Dabei zeigt
Fig. 1 ein Cello gemäss dem Stand der Technik bei Draufsicht
Fig. 2 den Steg eines Cellos gemäss dem Stand der Technik von vorne gesehen
Fig. 3 Darstellung des erfindungsgemässen Cellosteges im Lotschnitt
Fig. 4 Darstellung des erfindungsgemässen Cellosteges bei Seitenansicht
Fig. 5 Darstellung des erfindungsgemässen Drehgelenkes bei Draufsicht
Fig. 6 Darstellung des erfindungsgemässen Steges in Bewegung, also beim Spiel
Fig. 7 Darstellung des erfindungsgemässen Steges für Kontrabass im Lotschnitt von vorne gesehen
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Beschreibung, des Erfindungsgegenstandes unter Bezugnahme auf die Fiauren
In den Fig. 1 und 2 ist die herkömmliche Bauweise eines Streichinstrumentensteges anhand eines Cellos aufgezeigt. Der Instrumentensteg wird im Ganzen aus einem Holzstück geschnitten und ist daher unbeweglich.
Beim Spiel verkürzt sich die Distanz zwischen Seitenhalter und oberem Sattel, das Instrument verbiegt sich ganz minimal konkav, dadurch drücken die Stegfüsse stärker auf die Decke des Instrumentes.
Anhand der Figuren 3 bis 7 wird nun ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Instru- mentenstege näher erläutert. Im wesentlichen wird bei einem herkömmlichen Instrumentensteg der Stegoberteil (A) von den Stegfüssen (B) mittels eines waagrechten Schnittes C getrennt (Fig. 3).
Danach wird ein Drehgelenk (Fig. 5), bestehend aus oberer (D) und unterer (E) Lagerhälfte mit innenliegender Kugel (F) an der Schnittstelle C eingebaut, wobei die obere Lagerhälfte (D) im Stegoberteil (A) und die untere Lagerhälfte (E) im Stegfuss (B) eingebaut wird. Die Grösse der Lagerhälfte (D) und (E) muss jeweils dem Stegdurchmesser angepasst werden. Die Lagerhälften (D, E) weisen in der Mitte der beiden zueinander zeigenden Flächen eine Aushöhlung zur Aufnahme der Kugel auf. Die Kugel wird von den beiden Lagerhälften nicht zur Gänze umschlossen, der mittlere Teil der Kugel bleibt sichtbar.
Aufgrund der unterschiedlichen Grösse der verschiedenen Instrumentenstege, sind auch ver- schiedene Ausführungsvarianten geboten, die im folgenden für Cello, Violine, Viola (Bratsche) und Kontrabass kurz skizziert seien.
Die Ausführungsvariante für Cello, Violine und Viola (Bratsche) ist in den Fig. 3 bis 5 darge- stellt. Die oberen und unteren Lagerbolzen werden bei diesen Instrumenten in die jeweiligen Steg- teile (A) und (B) eingebohrt und eingeklebt. Die Kugel hingegen wird bloss lose eingelegt. Die Kugel wird von den Lagerhälften nicht zur Gänze umschlossen. Der Mittelteil der Kugel bleibt, auch nach Wiederaufsetzen des Steges auf das Instrument, sichtbar.
Die Ausführungsvariante für den Kontrabass ist in Fig. 7 dargestellt. Hier ist die untere Lage- hälfte (E) in den Stegfuss eingebohrt und eingeklebt. In dieser Lagerhälfte (E) liegt in einer dafür vorgesehenen Bohrung mit schalenförmiger Vertiefung die Kugel (F) lose eingelegt. An der Unter- seite des Stegoberteils (A) ist eine Rändelmutter (K) beweglich eingebohrt, in der ein Gewindebol- zen (H) mit dem darauf befindlichen oberen Lagersitz (G) eingeschraubt wird. Durch Drehen der Rändelmutter (K) oder des Gewindebolzens (H) kann der Stegoberteil (A) in seiner Höhe verstellt werden, ohne dass der Steg an Beweglichkeit verliert.
PATENTANSPRÜCHE :
1.Steg für Streichinstrumente, dadurch gekennzeichnet, dass der Stegoberteil (A) von den
Stegfüssen (B) mittels eines waagrechten Schnittes C getrennt wird (Fig. 3) , sodann an der
Schnittstelle eine Drehgelenk (Fig. 5) bestehend aus oberer (D) und unterer Lagerhälfte (E) mit innenliegender Kugel (F) eingebaut wird, wobei sich die obere Lagerhälfte (D) im
Stegoberteil (A) und die untere Lagerhälfte (E) im Stegfuss (B) befindet und die Kugel (F) lose in den hierfür vorgesehenen schalenförmigen Vertiefungen der Lagerhälften (D, E) liegt und zwar so, dass der Mittelteil der Kugel sichtbar bleibt und der Steg durch das ein- gebaute Gelenk während des Spieles beweglich bleibt.