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Die Erfindung betrifft einen Demonstrationsschrank, insbesondere fur naturwissenschaftlichen Unterricht, mit einer geschlossenen Demonstrationskammer aus einer Tischplatte, einem oberen Abdeckboden und Seitenwänden, die als Sichtfenster und zu öffnende Fenster ausgebildet sind
Derartige Demonstrationsschranke werden in naturwissenschaftlichen Unternchtsraumen ein- gesetzt, um Schülern Versuche vorzuführen, bei denen eine Explosionsgefahr besteht und/oder gesundheitsschädliche Gase freigesetzt werden. Die bekannten Demonstrationsschranke beste- hen aus Rahmenteilen, die eine viereckige oder mehreckige Grundflache einschliessen und die mit Sichtfenstern und wenigstens einem zu öffnenden Fenster versehen sind, nach dessen Öffnen die Tischplatte für einen Versuchsaufbau zugänglich ist.
Die Rahmenteile, die die Tischplatte und damit die Demonstrationskammer umgeben, schränken die Sicht auf den Versuchsaufbau ein, so dass der Versuchsaufbau und der Versuchsablauf nicht von allen Seiten gut zu überblicken sind, so dass es häufig notwendig ist, dass die zu Unterrichtenden ihre Sitzplätze verlassen müssen, um den Versuchsablauf sehen zu können.
Ein solcher Demonstrationsschrank ist in der US 3 941 040 A geoffenbart
Die Erfindung besteht nun darin, dass die Demonstrationskammer zwischen zwei in Abstand zueinander angeordneten Vertikalsäulen gehalten ist, aus deren gemeinsamer Ebene die wenigs- tens annähernd halbkreisförmige Tischplatte und der wenigstens annähernd halbkreisförmige obere Abdeckboden zu einer Seite hin abragen, und dass zwischen Tischplatte und oberem Ab- deckboden als Sichtfenster, wie an sich bekannt, eine Scheibe von im wesentlichen halbzylindri- scher Gestalt und zwischen den Vertikalsäulen das zu öffnende Fenster vorgesehen sind
Der Erfindungsgegenstand führt gegenüber dem Stand der Technik zu erheblichen Vorteilen Zunächst werden durch die Gestalt sowohl für den Unterrichtenden als auch für die Unterrichteten definierte Positionen geschaffen, die so sind,
dass die Unterrichteten nicht hinter den Unterrichten- den treten können. Die Tischplatte ist sowohl von vorne als auch von hinten völlig frei einsehbar und sowohl von dem halbzylindrischen Sichtfenster aus als auch von der Rückseite her durch das zu offnende Fenster vollstandig emsehbar. Die seitlichen Vertikalsäulen behindern die freie Sicht nur unwesentlich Darüber hinaus enthalten die Fenster keine Streben od. dgl , so dass sie selbst die Sicht nicht einschränken
Bei dem Gegenstand nach der US 3 941 040 A sind Tischplatte und Abdeckboden mittels einer Mittelsäule gehalten.
Diese Mittelsaule weist einen relativ grossen Durchmesser auf, der die Sicht beeinträchtigt Die Sicht wird weiter dadurch beeinträchtigt, dass die Sichtscheiben Flachglaser sind, die polygonartig angeordnet sind und die mittels Streben miteinander verbunden sind Diese Streben beeinträchtigen die Sicht ebenfalls. Darüber hinaus ergibt sich bei dem bekannten Ge- genstand weder eine definierte Position fur den Unterrichtenden noch eine definierte Position fur die Unterrichteten, die sich alle um die Demonstrationskammer herum gruppieren sollen
Es bedurfte auch einer erfinderischen Tätigkeit, um ausgehend von dem Stand der Technik zu dem Erfindungsgegenstand zu gelangen.
Die US 3 941 040 A enthält keine Anregung, die einen Fachmann dazu veranlassen könnte, insbesondere von der Mittelsäule abzugehen Im Gegenteil, die Mittelsäule und auch die polygona- le Form der Tischplatte und des oberen Abdeckbodens sind wesentliche Merkmale, die auch in den Patentansprüchen dieser Druckschnft besonders herausgestellt werden. Nicht zuletzt ist auch aus der Tatsache zu entnehmen, dass die US 3 941 040 A bereits seit 20 Jahren vor dem Pnontats- tag der vorliegenden Erfindung bekannt war, und dennoch der Fachwelt keine Anregung in Rich- tung zu dem Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gegeben hat.
Bei dem erfindungsgemässen Demonstrationsschrank besteht die Haupttragkonstruktion aus den beiden Vertikalsäulen, von denen die Demonstrationskammer nach wenigstens einer Seite abragt. Dadurch werden im Bereich der Demonstrationskammer keine zusätzlichen Rahmenteile benotigt, so dass grossflächige Sichtfenster vorgesehen werden konnen, die die volle Einsehbarkeit des Bereichs der Tischplatte und der Demonstrationskammer unter einem grossen Blickwinkel gestatten
In Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass die beiden Vertikalsäulen aus Metallprofi- len gebildet smd.
Derartige Metallprofile konnen einen relativ geringen Querschnitt aufweisen, so dass sie die Einsehbarkeit nicht wesentlich beeinträchtigen In vorteilhafter Weiterbildung wird dabei vorgesehen, dass die beiden Vertikalsäulen jeweils aus einem U-Profil und einem dieses zu einer Hohlkammer erganzenden Abdeckprofil gebildet sind Eine derartige geschlossene Vertikalsaule
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bietet einen ansprechenden Anblick Darüber hinaus ist es möglich, Hilfseinrichtungen innerhalb der Vertikalsäulen verdeckt anzuordnen, so dass diese einerseits den optischen Eindruck nicht stören und andererseits auch gegen unbefugtes Hantieren geschützt sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass die beiden Vertikalsäulen unter- halb der Tischplatte mittels eines Profils verbunden sind. Dieses Profil dient zur Aussteifung der Tragkonstruktion. In vorteilhafter Ausgestaltung wird dabei weiter vorgesehen, dass das Profil als ein Installationskanal für Strom und/oder Gas und/oder Wasser ausgebildet ist. Dadurch lassen sich die notwendigen Installationen m optisch ansprechender Weise und ausserdem geschützt unterbringen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass der obere Abdeckboden und/oder die Tischplatte jeweils mittels einer rahmenartigen, an den Vertikalsäulen angebrachten Zarge gehalten sind. Damit lässt sich eine sehr stabile Konstruktion verwirklichen. Darüber hinaus ist es möglich, den Raum unterhalb der Tischplatte als einen Schrankraum auszunutzen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschrei- bung der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Demonstrationsschran- kes in schematischer Darstellung,
Fig 2 eine Ansicht in grösserem Massstab auf den Demonstrationsschrank der Fig. 1 von der
Seite, die mit einem zu öffnenden Fenster versehen ist,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Demonstrationsschrankes der Fig. 2 und
Fig. 4 einen Horizontalschnitt entlang der Linie IV-IV der Fig. 3.
Die Tragkonstruktion des erfindungsgemässen Demonstrationsschrankes besteht im wesentli- chen aus zwei Vertikalsäulen (10,11). Die Vertikalsäulen (10,11) erstrecken sich von einem Bo- den eines Unternchtsraumes bis zur Decke. Die Vertikalsäulen (10, 11) tragen eine Demonstrati- onskammer (12), die nach unten mit einer Tischplatte (13) und nach oben mit einem oberen Ab- deckboden (14) begrenzt ist. Die Vertikalsäulen (10,11), deren Aufbau noch erläutert werden wird, nehmen zwischen sich ein zu öffnendes Fenster (15) auf, von welchem aus die Demonstrations- kammer (12) zugänglich ist. Die Tischplatte (13) und der obere Abdeckboden (14) haben ausge- hend von den beiden Vertikalsäulen (10,11) eine im wesentlichen halbkreisförmige Grundfläche.
Zwischen der Tischplatte (13) und dem Abdeckboden (14) ist eine entsprechend im wesentlichen halbzylinderförmig gewölbte Scheibe (16) aus Sicherheitsglas angeordnet, die an die beiden Verti- kalsäulen (10, 11) anschliesst. Unterhalb der Tischplatte (13) ist ein ebenfalls halbzylmdrischer Korpus (17) mit einem Sockel (18) angeordnet. Der Korpus (17) ist als ein von der Seite des zu öffnenden Fensters (15) her zugänglicher Schrank ausgebildet. Der obere Abdeckboden (14) ist als eine Hohlkammer ausgebildet, wie später noch erläutert werden wird. Zwischen den beiden Vertikalsäulen (10,11) ist oberhalb des oberen Abdeckbodens eine vordere Blende (19) und eine hintere Blende (20) vorgesehen.
Wie aus der Fig. 2 zu ersehen ist, sind die beiden Vertikalsäulen (10,11) im Bereich des Bo- dens mit einem Sockelprofil (21) miteinander verbunden Unterhalb der Tischplatte (13) ist em wei- teres, die beiden Vertikalsaulen (10, 11) verbindendes Profil (22) vorgesehen, das als ein Installati- onskanal ausgebildet ist. In dem Installationskanal sind Versorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser verlegt. Der Installationskanal ist beispielsweise mit Steckdosen (23) für einen Elektro- anschluss sowie mit Gasanschlüssen (24,25) versehen.
Ferner ist der Installationskanal mit einem Tastenfeld (26) versehen, das beispielsweise Sicherheitsanzeigen und/oder Schalter enthält
Zwischen dem Sockelprofil (21) und dem als Installationskanal dienenden Profil (22) sind zwei
Flügeltüren (27,28) vorgesehen, so dass der in dem Korpus (17) gebildete Schrankraum zugäng- lich ist
In dem Bereich zwischen den beiden Vertikalsäulen (10,11) ist das zu öffnende Fenster (15) angeordnet, dessen Höhe sich über den Bereich zwischen der Tischplatte (13) und dem oberen
Abdeckboden (14) erstreckt. Der Rahmen (29) des Fensters (15) ist mit nicht näher dargestellten
Führungen vertikal geführt, die an den Vertikalsäulen (10,11) angebracht sind An dem Rahmen (29) sind zwei Stahlseile (30, 31) angelenkt, an denen ein Ausgleichsgewicht (33) hängt, das das
Gewicht des Fensters (15) ausgleicht.
Die Stahlseile (30, 31) sind über Umlenkrollen (34,35) zu der Vertikalsäule (10) geführt, in welcher das Ausgleichsgewicht (32) angeordnet ist. Der Rahmen (29) ist mit einer unteren Griffleiste (36) versehen. Innerhalb des Rahmens (29) sind vertikal geteil-
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te Scheiben aus Sicherheitsglas vorgesehen, die in Querrichtung gegeneinander verschiebbar sind.
Wie in den Fig 2 und 3 angedeutet ist, sind innerhalb einer der Vertikalsäulen (11) Installati- onsleitungen (37) verlegt, die von Bodenanschlüssen zu dem Installationskanal und/oder direkt zu der Demonstrationskammer (12) führen. Eine der Installationsleitungen führt in der Vertikalsäule (11) zu einer Wasserarmatur (38), die innerhalb der Demonstrationskammer (12) an der Vertikal- säule (11) angebracht ist. Unterhalb der Wasserarmatur (38) befindet sich ein in die Tischplatte (13) eingelassenes, tnchterförmiges Wasserbecken (39), dessen Ablauf (40) in die Vertikalsäule (11) hinein und in dieser zu einem Bodenablauf führt
Wie die Fig. 3 erkennen lässt, ist der obere Abdeckboden (14) als ein Hohlraum ausgestaltet, der mit einer Platte die Demonstrationskammer (12) nach oben abdeckt.
An der Platte beginnt ein zu der Demonstrationskammer (12) offener Absaugkanal (41), der innerhalb der Vertikalsäule (10, 11) nach oben zu einer Absaugeinrichtung weiter verlauft. In dieser Platte ist ferner eine Beleuch- tungseinrichtung (42) angeordnet, beispielsweise eine Leuchtröhre, mit welcher die Demonstrati- onskammer (12) ausgeleuchtet wird. Ferner enthält die Abdeckplatte des oberen Abdeckbodens eine Explosionsklappe (43)
Innerhalb der Demonstrationskammer (12) und unterhalb des Absaugkanals (41) befindet sich eine Führungseinnchtung (44), die den Absaugkanal (41) verlängert. Die Führungseinrichtung (44) besteht beispielsweise aus einem Rohr (Fig. 4), das mit Halteeinrichtungen an der Tischplatte (13) und an dem Abdeckboden jeweils mit Abstand gehalten wird.
Schwerere Schadstoffe werden somit durch den Spalt zwischen der Führungseinnchtung (44) und der Tischplatte (13) und leichtere Schadstoffe durch den Spalt zwischen dem Abdeckboden (14) und der Führungseinnchtung (44) abgesaugt. Das Rohr ist zweckmässigerweise aus Acrylglas hergestellt, so dass es die Einsicht zu dem Demonstrationsraum nicht wesentlich behindert. Bei emer abgewandelten Ausführungsform wird als Führungseinrichtung (44) eine Prallplatte vorgesehen, die unterhalb des Absaugkanals in einem Eck zwischen einer Vertikalsaule (11) und der Scheibe (16) derart angeordnet wird, dass sowohl zur Tischplatte (13) als auch zum oberen Abdeckboden (14) sowie zu der Säule (11) und zu der Scheibe (16) Spalte belassen sind Diese Prallplatte, die in Fig. 4 gestrichelt angedeutet ist, wird zweckmässigerweise ebenfalls aus Acrylglas hergestellt.
Wie aus Fig. 4 zu ersehen ist, bestehen die Vertikalsaulen (10, 11) aus U-förmigen Metallprofi- len (45), insbesondere stranggepressten Aluminiumprofilen Die offene Seite dieser U-förmigen Metallprofile (45) ist mit emem Abdeckprofil (46) abgedeckt, das ebenfalls ein Metallprofil ist, ins- besondere ein Aluminiumprofil. Wie ferner aus Fig. 4 zu ersehen ist, schliesst die etwa halbzylind- risch gewölbte Scheibe (16) aus Sicherheitsglas derart an die Saulen (10,11) an, dass deren Au- #enflächen etwa tangential zu der Scheibe (16) verlaufen Die Scheibe (16) ist mit an den Säulen (10, 11) angebrachten Fassungen (47,48) dichtend befestigt. Ahnliche Fassungen sind auch im Bereich des oberen Abdeckbodens (14) und der Tischplatte (13) vorgesehen.
Bei einer abgewandelten Ausführungsform wird vorgesehen, dass die Scheibe (16) unterteilt ist, so dass auch auf dieser Seite ein zu öffnendes Fenster vorhanden ist, durch welchen der Bereich der Demonstrationskammer (12) zuganglich wird Dieses Fenster kann ebenfalls eine Zylinderfla- che sein, das in Umfangsnchtung der Scheibe (16) verschiebbar gefuhrt ist
Es ist ohne weiteres auch möglich, die Demonstrationskammer (12) zu vergrössern, indem die- se beispielsweise als ein Zylinder ausgebildet wird, der beidseits uber die Verbindungsebene der Vertikalsäulen (10,11) übersteht.
Der erfindungsgemässe Demonstrationsschrank kann frei stehend in einem Unternchtsraum angeordnet werden, beispielsweise in Abstand neben einem Expenmentiertisch. Es ist jedoch auch möglich, den Demonstrationsschrank in eine Wand einzubauen, der einen Vorbereitungsraum von einem Unternchtsraum abtrennt. In diesem Fall werden die Vertikalsäulen (10,11) in die Wand eingesetzt, so dass der Bereich des zu öffnenden Fensters dem Vorbereitungsraum zugewandt ist, während die eigentliche Demonstrationskammer (12) dann von diesem Raum in den Unternchts- raum hinein abragt.
Bei einer weiteren abgewandelten Ausführungsform wird vorgesehen, dass das dem Unter- richtsraum zugewandte Fenster (16) der Demonstrationskammer in einzelne Scheiben unterteilt ist, die jeweils mittels Fassungen miteinander verbunden sind Dadurch ist es moglich, weniger stark gewölbte Scheiben zu verwenden.