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Die Erfindung betrifft ein Sportfahrzeug zum Abfahren auf geneigten Bahnen, bestehend aus einem Fahrgestell und an diesem montierten, antriebslosen Laufrollen, von denen zumindest ein Teil mit handbetätigten Bremsen sowie gegebenenfalls zusätzlichen Fliehkraftbremsen ausgestattet ist, sowie einem Fahrersitz.
Es sind sogenannte Sommerrodelbahnen bekannt, bei welchen mittels eines antriebslosen Sportgerätes in einer vorgegebenen schmalen Bahn abgefahren werden kann. Das Sportgerät wird praktisch in dieser rinnenartigen Bahn geführt, so dass es keiner Lenkmanöver od. dgl. bedarf. Für Abfahrten ohne solche rinnenförmige Bahnen wären aber diese Sportgeräte nicht geeignet.
Es sind auch sogenannte Seifenkistenfahrzeuge bekannt, die mit vorderen, lenkbaren Rädern ausgestattet sind und bei denen die Räder gegebenenfalls abgebremst werden können. Solche Seifenkistenfahrzeuge eignen sich aber nur für Abfahrten auf relativ leicht geneigten Flächen.
Es ist bereits ein Drei-Rollen-Sportgerät (US-PS Nr. 1, 517, 589) bekannt, bei welchem zwei Rollen gleichachsig angeordnet sind und eine weitere Rolle um eine vertikale Achse verschwenkbar ist. Diese um eine vertikale Achse verschwenkbare Rolle wird über ein Lenkrad bzw. ein Lenkgestänge verschwenkt und hat ausserdem einen motorischen Antrieb.
Auch bei einem weiteren bekannten Sportfahrzeug (AT-PS Nr. 365938) sind antriebslose Laufrollen vorgesehen, welche jedoch in einer exakten Winkellage angeordnet werden, um beim Abfahren in einer im Querschnitt rinnenförmig gewölbten, schienenlosen Rollbahn optimale Bedingungen zu erreichen. Ein solches Fahrzeug ist nur in einer solchen rinnenförmigen Rollbahn zu verwenden, wo praktisch der Lenkvorgang durch die Führung in der Bahn unterbleiben kann. Bei solchen Fahrzeugen ist lediglich eine einzige Bremse vorgesehen, die in der Regel auf den Bahnboden einwirkt.
Ferner ist ein Sportfahrzeug bekannt (DE-AS 2413377), welches drei Laufrollen aufweist, wobei jedoch diese einzelnen Laufrollen nicht abbremsbar sind und auch kein Lenkvorgang bzw. eine Kurvenfahrt möglich ist. Für eine Geradeausfahrt mit einem solchen Fahrzeug, wie dies vorgeschlagen wird, ist ein Lenkvorgang über verschwenkbare Räder auch gar nicht erforderlich.
Bei einer andern bekannten Ausführung (US-PS Nr. 1, 609, 462) sind mehrere Laufrollen vorhanden, wobei jedoch keine Möglichkeit gegeben ist, diese Laufrollen abzubremsen. Ferner ist eine vordere, einzeln liegende Laufrolle vorgesehen, welche an einem verschwenkbaren Hebelarm angeordnet wird, wobei auf Höhe der Radachse Fussraster vorgesehen sind. Der Benutzer dieses Fahrzeuges kann durch entsprechende Fussbewegungen dieses vordere Rad nach der einen oder andern Richtung bewegen.
Bei einem weiteren bekannten Sportfahrzeug (US-PS Nr. 3, 345, 080) sind vordere, lenkbare Laufrollen mit manuell betätigbaren Bremsen ausgestattet. Dieses Fahrzeug muss praktisch liegend benutzt werden, da die Handhebel und Bremshebel vom Benutzer mit den Händen erfasst werden müssen. Die vorderen, gelenkten Laufrollen müssen stets gemeinsam abgebremst werden, wobei zu diesem Zweck auch eine über beide Laufrollen durchgehende Bremsstange vorgesehen ist, denn ein einseitiges Abbremsen der gelenkten Aufrollen würde automatisch zu einem Sturz führen, da dann der Lenkeinschlag sich plötzlich durch die auf eine Laufrolle einwirkende Bremse verändern würde.
Beim Abbremsen also nur einer Laufrolle würde dem Benutzer praktisch unmittelbar der Lenkgriff aus der Hand gerissen. Der Benutzer muss auf jeden Fall gleichzeitig auf beiden Seiten die Bremsgriffe betätigen.
Auch bei einer andern bekannten Ausführung (US-PS Nr. 1, 491, 731) sind drei Laufrollen vorgesehen, wobei eine vordere, einzelne Laufrolle auskragende Hebel aufweist, die manuell für den Lenkvorgang bewegt werden können. Es ist auch eine Bremsvorrichtung vorgesehen, wobei diese Bremsvorrichtung auf beide hinteren Laufrollen gleichzeitig einwirkt.
Bei einer weiteren bekannten Ausführung (DE-PS Nr. 230209) ist ein Sportfahrzeug mit einem Sitz sowie Abstützleisten für die Füsse des Benutzers ausgebildet, wobei durch ein entsprechendes Verdrehen der Füsse eine Lenkbewegung hervorgerufen wird. Die rückwärtige, einzelne Laufrolle kann über einen Handhebel abgebremst werden. Die Lenkbewegung muss aber auch bei dieser Ausführung durch die Füsse des Benutzers bewerkstelligt werden.
Weiters ist ein Sportfahrzeug bekannt (AT-PS Nr. 176119), bei welchem zwei Radpaare vorgesehen sind, wobei über die in der gleichen Ebene liegenden Räder ein Laufband gezogen ist, so dass dieses Fahrzeug nach Art eines RaupenbMjBsssausgebildet und auch auf diese Weise lenkbar
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ist, indem nämlich das Laufband auf einer Seite etwas abgebremst wird, so dass eine Lenkbewegung in dieser Richtung erfolgt. Es können hier also diese Tragräder der Laufbänder auf der einen oder andern Seite unabhängig voneinander abgebremst werden. Eine solche Ausführung ist aber kaum für steile Abfahrten auf Strassen geeignet, da die Abnutzung sowohl der Strasse als auch des Laufbandes enorm wäre. Es muss dabei das Laufband entsprechend auf dem Untergrund rut- schen, um überhaupt eine Lenkbewegung hervorrufen zu können.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, ein antriebsloses Sportfahrzeug zu schaffen, mit welchem neben vorgegebenen Bahnen auch alle andern geneigten Flächen, abschüssige Strassen usw. befahren werden können, wobei auch bei relativ rascher Abfahrt ordnungsgemässe Lenkmanöver durchgeführt werden können.
Erfindungsgemäss gelingt dies dadurch, dass die Laufrollen eines gleichachsig am rückwärti- gen Ende des Fahrgestells angeordneten Laufrollenpaares einzeln und unabhängig voneinander ma- nuell vom Fahrersitz aus abbremsbar sind, und dass wenigstens eine weitere, mit Abstand von dem
Laufrollenpaar am vorderen Ende des Fahrgestells angeordnete Laufrolle vorgesehen ist, welche frei um eine im wesentlichen rechtwinkelig zur Bahn verlaufende Achse schwenkbar ist.
Durch diese erfindungsgemässen Massnahmen ist die Möglichkeit geschaffen worden, die Lenk- manöver durch Abbremsen der einen oder andern Laufrolle des gleichachsig angeordneten Laufrollen- paares zu bewirken, wobei die weiters angeordnete Laufrolle praktisch dieser dadurch hervorgeru- fenen Kurvenfahrt folgt, weil sie frei um eine im wesentlichen rechtwinkelig zur Bahn verlaufende
Achse schwenkbar ist. Versuche haben gezeigt, dass mit einem derartigen Sportgerät ohne weiteres auf Bergstrassen abgefahren werden kann, wobei die Lenkbewegung durch den Bremsvorgang sowohl bei niedrigen als auch bei relativ hohen Geschwindigkeiten voll funktionstüchtig ist.
Durch die einzelnen und unabhängig voneinander manuell abbremsbaren Laufrollen ist eine eigene, zusätzliche Lenkvorrichtung nicht mehr erforderlich und es ist daher ein einfaches Abfah- ren möglich, da nur eine Konzentration auf die Bremsvorgänge erforderlich ist.
Weitere erfindungsgemässe Merkmale und besondere Vorteile werden in der nachstehenden Be- schreibung an Hand der Zeichnung noch näher erläutert.
In der Zeichnung ist die Draufsicht auf ein erfindungsgemässes, antriebsloses Sportfahrzeug gezeigt, welches in Seiten- oder Vorderansicht und in Rückansicht verschiedene Ausführungsformen haben kann. Es sind durchaus stromlinienförmige Verkleidungen, besondere Aufbauten als Wider- lager für die Füsse des Benutzers und besondere Aufbauten für den Sitz und eine eventuelle Rücken- lehne möglich. Zur Erläuterung der erfindungsgemässen Massnahmen genügt aber die in der Zeich- nung dargestellte Draufsicht.
Dieses Sportfahrzeug besteht praktisch aus einem Fahrgestell-l--und den antriebslosen
Laufrollen--2, 3 und 4--. Es handelt sich hier also um ein dreirädriges Sportfahrzeug, an des- sen Oberseite der Benutzer einen Sitzplatz und entsprechende Abstützvorrichtungen für die Füsse vorfindet. Die Laufrollen --2 und 3-- bilden ein vorzugsweise gleichachsig angeordnetes Laufrollenpaar, wobei es wesentlich ist, dass diese beiden Laufrollen --2 und 3-- einzeln und unabhängig voneinander manuell abbremsbar sind. Die weitere Laufrolle --4-- ist mit Abstand von diesem Laufrollenpaar angeordnet und bildet somit die vordere Abstützung des antriebslosen Sportfahrzeu-
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Die Bremsen der Laufrollen --2-- können auf verschiedenste Art und Weise ausgeführt werden. Zweckmässig sind die Bremsen der Laufrollen --2, 3-- über Hebelgestänge und/oder Seilzüge betätigbar, wobei entsprechende Betätigungshebel --6 und 7-- seitlich neben dem Fahrersitz --8-angeordnet sind. Es ist dabei möglich, diese Bedienungshebel --6, 7-- - wie in der Zeichnung dargestellt - als Handgriffe auszuführen. Es ist aber auch denkbar, entsprechende Pedale zur Fussbetätigung vorzusehen.
Je nach dem, welche der Laufrollen --2 oder 3-- abgebremst oder stärker abgebremst wird als die andere Laufrolle, wird das Sportfahrzeug eine entsprechende Kurvenbewegung ausführen, wobei die Laufrolle --4-- durch die frei schwenkbare Aufhängung diese Kurvenfahrt mitmacht und somit eine einwandfreie Kurvenführung gewährleistet.
Vorteilhaft ist die frei schwenkbare Laufrolle --4-- an einem um die Achse --5-- frei schwenkbaren Tragbügel --9-- befestigt. Die Schwenkachse --5-- dieses Tragbügels --9-- ist
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dabei in Fahrtrichtung --10-- des Sportfahrzeuges gesehen vor der Drehachse --11-- der Laufrolle - angeordnet, so dass diese Laufrolle --4-- zusammen mit dem Tragbügel --9-- zwangsweise bei einem Bremsvorgang der Laufrollen --2 bzw. 3-- die entsprechende Lenkbewegung ausführt, zumal die Laufrolle --4-- bezüglich der Achse --5-- nachgezogen wird.
Entweder einem Teil oder allen der Laufrollen --2 bis 4-- kann zusätzliche eine Fliehkraft- bremse zugeordnet werden, um dadurch zu bewirken, dass zu schnelle Abfahrten mit dem Sportfahr- zeug verhindert werden. Es kann dadurch auch die Unfallgefahr verringert bzw. vermieden werden.
Es ist dabei durchaus möglich, den Einsatzzeitpunkt einer solchen Fliehkraftbremse zu verstellen und diese beispielsweise auf das Gewicht des Benutzers des Sportfahrzeuges einzustellen. In diesem
Zusammenhang wäre es noch denkbar, die abbremsbaren Laufrollen --2, 3-- über ein Differentialgetriebe miteinander zu verbinden und im Differentialgetriebe eine Fliehkraftbremse unterzubringen.
Es wird dadurch trotz Einsetzens der Fliehkraftbremse die Lenkbewegung durch Abbremsen der einzelnen Laufrollen --2 und 3-- keinesfalls beeinträchtigt.
Die Bremsen der Laufrollen --2 und 3-- an sich können auf verschiedenste Art und Weise ausgeführt werden. Beispielsweise können dies Trommelbremsen sein, bei welchen durch Bewegen der Bedienungshebel --6, 7-- die Bremsbacken auseinandergedrückt werden. Es können aber auch Bandbremsen, Scheibenbremsen usw. eingesetzt werden.
Beim gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich um ein dreirädriges Sportfahrzeug. Im Rahmen der Erfindung wäre es auch denkbar, zwei frei schwenkbare Laufrollen --4-- vorzusehen, um dadurch ein vierrädriges Sportfahrzeug zu schaffen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass ein dreirädriges Sportfahrzeug gerade bei grösseren Abfahrtsgeschwindigkeiten eine durchaus bessere Stra- ssenlage und bessere Lenkeigenschaften aufweist.
Durch die Erfindung ist ein neues, antriebsloses Sportfahrzeug geschaffen worden, mit welchem vielfältige Möglichkeiten gegeben sind und mit welchem gerade eine einwandfreie Abfahrt beispielsweise auf Bergstrassen, auf besonders hergericheten Bahnen, geneigten Flächen od. dgl. möglich ist.