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Die Erfindung bezieht sich auf einen Strassenleitpfahl, insbesondere Strassenleitpflock bzw.
Schneestange mit einem geschlossenen, einen Hohlraum umschliessenden, den Pfahlschaft bildenden Mantel, der an seiner Innenseite mit in Pfahllängsrichtung verlaufenden Verstärkungen versehen ist und dessen Mantel und Zwischenwände einstückig aus Kunststoff, vorzugsweise aus Polyäthylen oder Propylencopolymeren gefertigt sind.
Strassenleitpflöcke sind Pfähle von in der Regel zirka 120 cm Länge, die zum Teil im Boden mit ihrem unteren Ende eingegraben sind und von welchen zirka 80 cm aus dem Boden herausragen. Sie besitzen einen Querschnitt in Form eines an den Ecken abgerundeten gleichschenkeligen Dreieckes. Schneestangen sind im Querschnitt meist runde, ovale oder dreieckige Pfähle mit einem Maximaldurchmesser von zirka 3 bis 8 cm, die bei sehr stark verschneiten Strassen den Räumfahrzeugen die Strassenränder signalisieren sollen und aus diesem Grund im allgemeinen eine Höhe von 1,5 bis 4 m haben können.
Solche Strassenleitpflöcke und Schneestangen gehören zur Gruppe der"verti- kalen Verkehrsleiteinrichtungen" im Sinne des µ 31 der Österreichischen Strassenverkehrsordnung 1960 und sie werden im Sinne einschlägiger gesetzlicher Bestimmungen neben der Fahrbahn aufgestellt. Leitpfähle, insbesondere Leitpflöcke, wurden früher aus Stein, Beton, Holz oder Metall hergestellt. Die Steifheit und das Gewicht solcher Pfähle haben sehr oft abirrende Fahrzeuge schwer beschädigt oder zusätzlich aus ihrer Abweichbahn abgelenkt und dadurch den Unfall noch verschärft.
Es wird nunmehr gefordert, Leitpfähle, insbesondere Leitpflöcke so auszubilden, dass sie einem anfahrenden Fahrzeug im Kollisionsfall unter elastischer oder plastischer Verformung möglichst geringen Widerstand entgegensetzen. Dieser Forderung wurde in neuerer Zeit durch die Verwendung von Leitpflöcken aus Kunststoff entsprochen, wobei solche Pflöcke aus Polyäthylen auch der Zusatzforderung genügen, dass beim Bruch keine scharfkantigen Splitter entstehen. Solche Polyäthylenpflöcke haben einen Querschnitt in Form eines gleichschenkeligen Dreieckes mit abgerundeten Ecken.
Sie erfüllen damit die erwähnten Sicherheitsbedingungen, nachteilig ist jedoch ihre geringe Eigensteifigkeit, die vor allem bei der Schneeräumung unter dem Druck der zur Seite geschleuderten Schneeschwaden oft dazu führte, dass sie deformiert oder vollständig abgeknickt worden sind. Es wurde bereits vorgeschlagen, den Aussenmantel des Pfostens mit in Längsrichtung desselben verlaufenden inneren Rippen auszustatten, die miteinander zu Querstegen verbunden sind, die sich von den Seitenwandungen des Pfostens aus auf dem jeweils kürzesten Weg durch den Hohlraum des Pfostens oder bis zu einem allen Querstegen gemeinsamen Knoten erstrecken bzw. bis zu einem zentralen, den Pfosten in seiner Längsrichtung durchziehenden, inneren, rohrförmigen Abschnitt geführt sind. Die einzelnen Rippen überkreuzen sich hier.
Pfosten oder Pflöcke dieser Art können zwar leicht und biegesteif angefertigt werden, sie müssen jedoch so gegenüber dem Boden befestigt sein, dass sie beim Aufprall einer schweren Masse (Fahrzeug oder Schneeschwade) aus ihrer Verankerung gelöst werden können, damit sie nicht beschädigt werden. Für Pflöcke dieser erwähnten Art wurden daher besondere Halterungen entwickelt, die dieses Lösen bzw. Freigeben des Pfahles ermöglichen sollen. Da in diese Halterungen Wasser eindringen kann, das in der Folge dann auch gefriert, ist das Lösen bei entsprechender Beanspruchung nicht immer gewährleistet, so dass bei entsprechend starkem Aufprall der Pflock abbricht oder abknickt und dadurch zerstört wird.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, einen Strassenleitpfahl vorzuschlagen, der, auch wenn er in seiner Verankerung oder Halterung festgehalten ist, einen technisch vernünftigen Kompromiss zwischen den Forderungen nach einem geringen Gewicht und nach einer ausreichenden Knick- bzw. Biegefähigkeit (im Falle eines Fahrzeugaufpralles) und einer genügenden Steifheit (gegenüber auftreffenden Schneeschwaden) gewährleistet. Erfindungsgemäss wird vorgeschlagen, dass die Verstärkungen durch den Querschnitt des Mantels nach Art von kreuzungsfreien Sehnen unterteilende Zwischenwände ausgebildet sind.
Was nun die bekannten Hohlpfosten oder-pfähle für Strassenbegrenzungen betrifft (AT-PS Nr. 26533 und Nr. 317277), so steht ausser Zweifel, dass diese Pfähle durch innere Diagonalversteifungen eine Vergrösserung ihrer Biegewiderstandsfähigkeit erfahren, wobei aber in diesen Fällen die Form dieser Versteifungen unmittelbar aus der Geometrie des Querschnittes des Pfahles abgeleitet ist, d. h. die Versteifungsrippen sind in der Längs- und Quermittelebene des Pfahlquerschnittes angeordnet. Strassenleitpfähle, wie sie heute aus Kunststoff gefertigt und verwendet werden, besitzen eine dreieckige Querschnittsform mit abgerundeten Ecken.
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züglich der Strasse sind diese Pfähle so angeordnet, dass die Basisfläche des dreieckigen, im wesentlichen gleichschenkeligen Profiles der Strassenseite abgewandt ist, die abgerundete Spitze des gleichschenkeligen Pfahlquerschnittes ist jedoch der Strassenseite zugewandt. Diejenige Seite, von der her der Pfahl hauptsächlich eine Biegebeanspruchung erfährt, ist also eine Schrägfläche. Diese Beanspruchung tritt vor allem auf bei der Schneeräumung, wenn die Schneeschwaden von den Räumwerkzeugen zur Seite gedrückt oder geschleudert werden.
Versuche mit Profilquerschnitten, wie sie nachstehend noch besprochen und gezeigt werden, haben das überraschende Ergebnis geliefert, dass die erfindungsgemässen Pfähle eine wesentlich höhere Biegefestigkeit aufweisen, je nach Ausbildung 15 bis 20%, als ein vergleichbarer bekannter Pfahl, wenn erfindungsgemäss die Versteifungen in Form kreuzungsfreier Sehnen eingearbeitet sind, und dies, obgleich für die dazu notwendigen Versteifungen erheblich weniger Material aufgewendet werden muss. So beträgt bei besonders günstig hinsichtlich ihrer Biegesteifigkeit ausgebildeten Profilquerschnitten nach der Erfindung die Materialeinsparung zwischen 17 und 35% bei gleichzeitig wesentlicher Erhöhung der erwähnten Biegesteifigkeit, und dies im Vergleich zu bekannten Pfahlquerschnitten.
Dieser Effekt ist überraschend und offenbar werden die diesen Effekt auslösenden Massnahmen durch den Stand der Technik nicht nahegelegt.
In den Unteransprüchen sind besonders zweckmässige Ausführungsformen definiert, durch welche das Biegeverhalten des Pfahles beeinflussbar ist, so dass die Möglichkeit besteht, je nach Einsatzzweck und Einsatzort des Pfahles unter Berücksichtigung des allgemeinen Erfindungsgedankens optimale konstruktive Voraussetzungen zu schaffen.
Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung, und es zeigen die Fig. 1 bis 5 verschieden gestaltete Querschnitte von Strassenleitpflöcken und die Fig. 6 bis 8 verschiedene Querschnitte von Schneestangen.
Aus den Fig. 1 bis 5 ist ersichtlich, dass der Strassenleitpflock einen dreieckförmigen Quer-
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der durch die nach Art von Sehnen verlaufenden Zwischenwände --2-- unterteilt ist. Unter sehnenartig verlaufenden Zwischenwänden werden hier und im folgenden solche Zwischenwände innerhalb des Mantels-l-verstanden, die sich von Wandabschnitt zu Wandabschnitt des Mantels erstrecken, ohne dass jedoch diese Zwischenwände sich innerhalb des Mantels kreuzen, schneiden oder durchsetzen. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 liegen die Ränder benachbarter Zwischenwände --2-- nahe beieinander, wobei darüber hinaus die Breite dieser Zwischenwände annähernd gleich ist, so dass diese Zwischenwände --2-- beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 in sich einen Hohlraum - begrenzen.
Die von diesen sehnenartig angeordneten Zwischenwänden abgegrenzten Segmente - sind zumindest annähernd gleich gross. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 zeigt nach Art
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werden, dass diese zusammen mit den Mantelabschnitten --6-- ein regelmässiges Polygon bilden.
Sind bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 die Zwischenwände-2 bzw. 2'- bezüglich einer Querschnittsmittelebene symmetrisch angeordnet, so zeigt die Fig. 3 einen Querschnitt, bei dem die Zwischenwände 2'-unregelmässig angeordnet sind, so dass diese Zwischenwände unterschiedlich grosse Abschnitte abtrennen. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 bedeutet die strichpunktiert eingetragene Linie --9-- die Ebene eines wahrscheinlichsten Aufpralles, wenn ein Fahrzeug von seiner ordnungsgemässen Bahn abweicht. Wesentlich für den hier in Fig. 4 dargestellten Querschnitt ist nun, dass mindestens zwei der vorhandenen Zwischenwände --2111 -- zumindest annähernd parallel zu dieser Ebene des wahrscheinlichsten Aufpralles liegen.
Fig. 5 veranschaulicht einen Querschnitt, bei welchem die äusseren, von den Zwischenwänden --20-- begrenzten Hohlkammern - -40--, bezogen auf den inneren Hohlraum --30-- des Profiles, relativ klein ausgebildet sind, beispielsweise im Vergleich mit der Querschnittsform nach Fig. 1. Grundsätzlich wäre es möglich, in den Hohlkammern Querstege vorzusehen, ebenso wie Querstege beispielsweise in den äusseren Ab-
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bilden, wobei die Wölbung jeweils nach aussen zu richten wäre. Eine solche Wölbung ist in Fig. 2 oben durch eine strichlierte Linie --10-- angedeutet.
Die Fig. 6 bis 8 zeigen nun Querschnitte durch Schneestangen. Die Schneestangen unterscheiden sich von den Strassenleitpflöcken im wesentlichen dadurch, dass sie eine erheblich grössere Länge als diese besitzen und darüber hinaus einen wesentlich geringeren Querschnitt aufweisen. In Hinblick auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit den Strassenleitpflöcken bedürfen die hier gezeigten Querschnitte keiner weiteren Erklärung. Grundsätzlich ist es auch möglich, einzelne Wandabschnitte oder Teile derselben mit einer gegenüber den andern Wandabschnitten des Profiles vergrösserten Wandstärke auszubilden.
Solche Strassenleitpfähle werden vornehmlich aus Kunststoffmaterialien extrudiert. Insbesondere werden Polyäthylen oder Propylencopolymeren verwendet. Es können aber auch andere, insbesondere elastische Kunststoffe sein, wie beispielsweise Polyäthylen azetat, Ionomeren, Polyurethan, PVC weichgemacht, PVC mit Schlagfestbeimischung. Vorstehend wurde nur vom Schaft der Pfähle gesprochen.
Diese Schäfte sind, wie bekannt, oben durch eine Kappe od. dgl. abgeschlossen. Mit dem unteren Ende wird der Schaft oder der Pfahl entweder direkt in die Erde eingegraben, oder es können im Erdboden Halter für die Aufnahme dieser Pfähle vorgesehen sein. Auch Federelemente und Schnappgelenke wurden für die Befestigung solcher Strassenleitpfähle bereits vorgeschlagen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Strassenleitpfahl, insbesondere Strassenleitpflock bzw. Schneestange mit einem geschlossenen, einen Hohlraum umschliessenden, den Pfahlschaft bildenden Mantel, der an seiner Innenseite mit in Pfahllängsrichtung verlaufenden Verstärkungen versehen ist und dessen Mantel und Zwischenwände einstückig aus Kunststoff, vorzugsweise aus Polyäthylen oder Propylencopolymeren gefertigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungen durch den Querschnitt des Mantels nach Art von kreuzungsfreien Sehnen unterteilende Zwischenwände ausgebildet sind.