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Die Erfindung bezieht sich auf eine korrosionsfeste Auskleidung von Gasabzugsschächten mit Kunststoff.
Viele Kunststoffe erweisen sich als ausserordentlich beständig gegenüber korrodierenden Gasen. So haben sich Schornsteine aus selbsttragenden Kunststoffbauteilen, z. B. aus glasfaserverstärktem Kunstharz sehr bewährt. Allerdings ist die Anwendung selbsttragender Kunststoff Schornsteine wegen der geringeren mechanischen Festigkeit vorläufig auf Schornsteine bis zirka 30 m Höhe beschränkt geblieben. AnderseitE ist es schwierig, selbsttragende Fertigbauteile aus Kunststoffen oder andern geeigneten Materialien zur Auskleidung fertig gemauerter und z. B. durch korrodierende Gase bereits angegriffener Schornsteine einzusetzen, da die Verfahren für die Montage dieser Bauteile, z. B. das Verfahren nach der DE-OS 1946565 technisch recht aufwendig sind.
Die Anwendung solcher Verfahren zur nachträglichen Auskleidung von Gasabzugsschächten mit selbsttragenden Bauteilen aus Kunststoffen ist besonders deshalb problematisch, weil die wissenschaftlichen Erfahrungen über das Langzeitstandverhalten von Kunststoffen unter dem Einfluss korrodierender Gase bei erhöhten Temperaturen und unter der Einwirkung mechanischer Kräfte nicht ausreichen, um die Rentabilität eines solchen, wegen beträchtlicher Montagezeiten und entsprechender Betriebsstillegungszeiten kostspieligen Auskleidungsverfahrens beurteilen zu können. Die bekannten Verfahren zur Auskleidung von Gasabzugsschächten mit selbsttragenden Fertigbauteilen aus Kunststoff, z. B. AT-PS Nr. 265489, DE-OS 1509385 bzw.
DE-AS 1159121, können ohne grosse technische Schwierigkeiten nur im Rahmen eines Schornsteinneubaus bzw. nur in innen begehbaren Gasabzugsschächten angewendet werden. Der in der DE-OS 1784451 beschriebene Einsatz eines vornehmlich flexiblen metallischen Rohres mit in den Zwischenraum zwischen Rohr und Kamininnenwand eingebrachten wärmeisolierenden Füllstoff ist wegen des grossen Gewichts des metallischen Rohres bei höheren Schornsteinen mit beträchtlichem Aufwand verbunden und wird wegen der im allgemeinen grösseren Korrosionsempfindlichkeit der vom Preis her in Frage kommenden metallischen Werkstoffe oft problematisch sein.
Aus der CH-PS Nr. 355395 ist schliesslich ein Verfahren zum Herstellen eines mit thermoplastischem Kunststoff ausgekleideten Behälters, der einen zylindrischen Mantelteil und einen in diesem eingesetzten Beutel aus Kunststoff sowie einen Deckel und einen Boden umfasst, bekannt, bei dem der Rand des Beutels erwärmt und nach aussen umgebogen wird, wonach der so vorgeformte Beutel in den Mantelteil des Behälters eingeführt, der Deckel und der dazwischenliegende Beutelrand um den Mantelrand umgebördelt werden, und dass anschliessend Behälter und Beutel erwärmt werden, und der Beutel pneumatisch an die Behälterinnenwand angepresst wird, wonach die Verbindung des Behälterbodens mit dem Mantelteil erfolgt.
Es ist das Ziel dieser Erfindung, eine korrosionsfeste Auskleidung von Gasabzugsschächten zu ermöglichen, bei der die Nachteile der oben erwähnten Art nicht vorliegen.
Die Erfindung ist bei einer korrosionsfesten Auskleidung der eingangs angeführten Art dadurch gekennzeichnet, dass eine schlauchförmige Folie am oberen und unteren Ende des Gasabzugsschachtes gegenüber der Innenwandung des Gasabzugsschachtes abgedichtet und durch ein zwischen der Folie und der Innenwandung angelegtes Vakuum befestigt ist.
Ferner wird vorgeschlagen, dass in dem Raum zwischen schlauchförmiger Folie und Innenwandung des Gasabzugsschachtes perforierte, dem Anpressdruck der Folie widerstehende Schläuche angeordnet sind, die sich von einem zum andern Ende des Gasabzugsschachtes erstrecken und die mit einer Vakuumquelle verbunden sind.
Durch die Erfindung ist es möglich, Gasabzugsschächte nahezu unbegrenzter Höhe und Durchmessers in kürzester Zeit und mit äusserst geringen Kosten korrosionsfest auszukleiden. Es sind dabei auch keine besonderen Vorbereitungen des Gasabzugsschachtes, wie z. B. ein Schleifen, erforderlich. Die kurze Montagezeit und die geringen Kosten sind von besonderer Bedeutung, weil Vorhersagen über die Dauerhaftigkeit der Auskleidungen von Gasabzugsschächten mi neuen Materialien stets mit grosser Unsicherheit behaftet sind und daher ein billiges und schnelles Verfahren erst die systematische Erprobung verschiedener Kunststoffe unter den in Gasabzugsschächten herrschenden Bedingungen möglich macht.
Jedes Leckwerden der Auskleidung macht sich durch einen leicht zu messenden Druckanstieg bzw. durch einen Anstieg der Förderleistung der Pumpe bemerkbar. Hinzu kommt, dass die Abdichtungen leicht zugänglich angelegt werden können, was eine Überholung der Dichtungen auch bei in Betrieb stehendem Gasabzugsschacht ermöglicht. Es ist auch möglich, die aus dem Raum zwischen Folie und Kamininnenwand abgesaugten gasförmigen Stoffe auf den Gehalt an korrodierenden Gasen zu untersuchen, die durch
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Diffusion durch die Folie in den abgedichteten Raum gelangen. Der auf diese Weise laufend kontrollierte Partialdruck korrodierend wirkender Gasbestandteile kann durch eine entsprechende Dimensionierung der Abpumpvorrichtung sehr klein gehalten werden, wodurch sich die korrosive Einwirkung auf die Schachtinnenwand sehr verringert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt das Einbringen einer Schlauchfolie, Fig. 2 ist ein Gasabzugsschacht mit der erfindungsgemässen Auskleidung, Fig. 3 ist ein Schnitt entlang der Linie a-a'der Fig. 2.
Der Gasabzugsschacht --1-- (vgl. Fig. l) hat eine Höhe von z. B. 120 m bei einem grössten Innendurchmesser von 2, 5 m. Eine Schlauchfolie --2-- von 0, 2 mm Dicke, 120 m Länge und einem Schlauchdurchmesser von 2, 6 m wird in Längsrichtung gefaltet über die Walzen --3-- in den Schacht von unten eingebracht und durch die Mitte des Schachtes hochgezogen. Nach Zuschneiden in der Länge, Auseinanderfalten und Befestigen der Folie am oberen --4-- und am unteren Ende --5-- des Schachtes werden die Abdichtungen --6, 7-- an der Innenwand --12-- des Schachtes angebracht (vgl. Fig. 2), wobei die Abdichtung --7-- in wetterfester Form ausgeführt wird.
Zwischen den Abdichtungen --6, 7-- werden vor dem Einbringen der Schlauchfolie --2-- perforierte Schläuche --8-- angebracht, deren nicht perforierte Enden durch die Abdichtung --6-- geführt und an eine Pumpe --9-- angeschlossen sind. Am schlauchseitigen Anschluss der Pumpe --9-- ist ein Manometer --10-- sowie eine Kühlfalle --11-- zur Kondensation eventuell hier entweichender korrodierender Gase angebracht.
Man sieht also, dass durch die Erfindung eine gasdichte Auskleidung für Kamine und Gasabzugsschächte geschaffen wird, bei der ein Kunststoffschlauch an seinem oberen Ende mittels der als Halterung dienenden Abdichtung verankert ist. Der Schlauch hängt dann frei durch den Schacht und ist am unteren Ende ebenfalls wieder dichtend am Schacht befestigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Korrosionsfeste Auskleidung von Gasabzugsschächten mit Kunststoff, dadurch ge- kennzeichnet, dass eine schlauchförmige Folie (2) am oberen (4) und unteren Ende (5) des Gasabzugsschachtes (1) gegenüber der Innenwandung (12) des Gasabzugsschachtes (1) abgedichtet und durch ein zwischen der Folie (2) und der Innenwandung (12) angelegtes Vakuum befestigt ist.
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