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Gasdichte Kabeleinführung
Bekanntlich erfolgt die gasdichte Einführung eines isolierten Kabels in einen Schutzraum durch eine aus Kunststoff und Gummi bestehende Stopfbüchse. Diese an sich vorzügliche Bauweise hat aber den grossen Nachteil, dass ihre Lösung oder axiale Verschiebung sehr viel Zeit erfordert und ihre vielen Teile bei Anwendung in Fahrzeugen und bei Dunkelheit im Freien leicht verloren gehen.
Daher ist die Verwendung von Stopfbüchsen bei Einführung eines Kabels in den für die Schaltung bestimmten Schutzraum einer Starterbatterie völlig unbrauchbar.
Eine allgemein übliche und längst bekannte Bauweise einer Kabeleinführung besteht in der Ausrüstung der Schutzraumwandung mit einer entsprechend starken Weichgummiplatte in der man an jener Stelle an welcher das isolierte Kabel eingeführt werden soll, mit einem Locheisen ein kreisrundes Loch schlägt, dessen Durchmesser kleiner als der äussere Kabeldurchmesser ist. Bei einiger Müheanwendung und Benässung der Gummi-oder Kabeloberfläche gelingt es das Kabel dicht einzuführen. Eine betriebsmässig sich wiederholende Einführung und starke axiale Verschiebung ist viel zu mühsam, um technisch brauchbar zu sein, da an der Kabeleintrittstelle Gummistauungen eintreten, die eine Verschiebung grösserer Kabelquerschnitte fast unmöglich machen.
Um die üblichenBauweisen zu vereinfachen und das häufige Festfressen der Kabelisolation in Weichgummiwandungen zu vermeiden, schlugen schon andere Konstrukteure Sonderbauweisen in Weichgummi vor, die diese Anstände zu vermeiden suchten. (Siehe z. B. das USA-Patent Nr. 2, 707, 723 bzw. das brit.
Patent Nr. 218, 348). Aber auch diese Bauweisen fanden keine allgemeine Anwendung in der Technik, weil dieselben nicht für beide Axialrichtungen des Kabels gleichartig und gleich gut wirksam waren, bzw. von vornherein nur für kleine Kabelquerschnitte von Lichtschaltern, od. dgl. bestimmt waren.
Alle vorerwähnten Nachteile lassen sich durch eine äusserst einfache Formgebung des Weichgummiteiles der Einführung und seiner eigenartigen Befestigung in der Wandung des Schutzraumes verlässlich beseitigen, durch welche sowohl das Festfressen der Isolation des Kabels vermieden wird, die vollkommen gleiche Wirkungsart der Abdichtung in beiden Axialrichtungen des Kabels und eine äusserst billige, auch für grosse Kabelquerschnitte gleich gut verwendbare und leicht montierbare Kabeleinführung erreicht wird.
Der technologisch grundsätzliche Vorgang der erfindungsmässigen neuen Bauweise besteht im Ersatz der gegenwärtigen üblichen "Schiebung" der Kabeloberflàche gegenüber dem dichtenden Medium durch eine geordnete "Abwälzung" der dichtenden Wandung, die erst nach einer automatisch erfolgenden Aufweitung des das Kabel umschliessenden Mediums bei weiterer axialer Verschiebung in eine sehr leicht zu überwindende Schiebung übergeht, wobei nach abgeschlossener Verschiebung das Kabel wieder automatisch sofort vom dichtenden Medium fest und gasdicht umschlossen wird.
Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung zeigen vorerst den grundsätzlichen Aufbau der erfindungsgemässen Kabeleinführung, ohne und mit eingezogenem Kabel, im axialen Schnitt, wogegen Fig. 3 eine technisch und wirtschaftlich brauchbare Form derselben, ebenfalls im axialen Schnitt, darstellt. Da alle Figuren Rotationskörper darstellen, wurde von andern Projektionen der Teile abgesehen.
In der zylindrisch ausgebauten Wandung 4 des Schutzraumes in Fig. 1 ist ein gummielastischer Körper 3 (z. B. aus Paragummi) gasdicht eingebaut, der in seiner Mittelebene x xl eine Membrane 2 mit einem axial angeordneten Ring 1 enthält und bei seiner Kabeleinführungsseite einen Zentriertrichter aufweist.
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weisen, damit er einerseits mit seinem lichten Durchmesser d, der immer wesentlich kleiner als der Kabeldurchmesser D sein muss, das einzuziehende Kabel 7 fest umspannt, anderseits muss der QuerschnittsKreisdurchmesser gross genug sein, damit sich der Ring 1 auf der Kabeloberfläche zufolge seiner gummielastischen Eigenschaft abwälzt.
Beim Einführen des Kabels 7 in der Richtung des Pfeiles Z gelangt der Ring 1 in die durch Fig. 2 dargestellte Lage, wogegen er sich bei der entgegengesetzten Kabelbewegung in die punktierte Lage der gleichen Figur einstellt.
Bei jeder der beidenkabelverschiebungen tritt anfänglich ein Abwälzen des Ringes 1 ein, bis der radiale Membranzug denselben so weit aufgeweitet hat, dass seine axiale Verschiebung mühelos erfolgen kann. Aus Fig. 2 ersieht man ohne weiteres, dass die beiden Ausweichräume 5 und 6 grundsätzlich vorgesehen sein müssen und dass die Membrane 2 längs eines koaxial zur Kabelachse liegenden Kreises mit der Schutzraumwandung gasdicht verbunden sein muss, dessen Durchmesser wesentlich (zirka 3-4 mal) grö- sser als der Kabeldurchmesser D ist.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführung wäre unwirtschaftlich. Dieselbe lässt sich aber sehr leicht in eine äusserst einfache und sehr billige Anordnung umändern, die durch Fig. 3 dargestellt ist.
Um die Befestigung der Membrane 2 in der ursprünglichen Mittelebene x x sicherzustellen, ist es nur notwendig, die starre Wandung des Schutzraumes 4 durch einen dünnwandigen Rohrstutzen 4'konzentrisch
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der Ring 1 und die Membrane 2 aus presstechnischen Gründen durch eine Form ersetzt wird, die im Querschnitt einen allmählichen Übergang zu einer keulenförmigen Gestalt zeigt. Der Ausweichraum 6 in Fig. 1 und 2 kann dabei gänzlich entfallen, da auch der Einführungstrichter durch den keulenförmigen Querschnitt des Ringes 1 mit der angeschlossenen Membrane 2 ersetzt wird. Der Körper 1, 2,10 ist äusserst billig herstellbar und dichtet die Kabeleinführung vorzüglich und dauernd ab.
PATENTANSPRÜCHE :
1. GasdichteKabeleinführung für einen beliebig geformtenSchutzraum mit einem gummielastischen Ringkörper, dessen lichter Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser des einzuführenden Kabels und einer an den Ringkörper plattenartig angeschlossenen Membrane aus gummielastischem Baustoff und beiderseits derselben vorgesehenen Ausweichräume, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (1) mindestens halbkreisförmigen Querschnitt aufweist, der Durchmesser der kreisförmigen und koaxial zum Ring verlaufenden Befestigungslinie der Membrane (2) wesentlich grösser ist als der äussere Kabeldurchmesser und dass beiderseits der Mittelebene des Ringes derart grosse Ausweichräume (5, 6) vorgesehen sind, dass der das Kabel umschliessende Ring, bei beliebiger axialer Verschiebung des Kabels,
beiderseits voll und frei ausschwingen kann.