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Die Erfindung bezieht sich auf eine Kamera, im besonderen auf eine kinematographische Kamera, mit einem Objektiv, an dem zumindest die Brennweite einstellbar ist und deren Wert in einer Vergleichseinrichtung mit einem Referenzwert vergleichbar und in Abhängigkeit vom Ausgangssignal der Vergleichseinrichtung eine Anzeige- und/oder Steuereinrichtung betätigbar ist. Eine derartige Kamera ist aus der österr. Patentschrift Nr. 286776 bekanntgeworden. Dabei handelt es sich jedoch um eine Einrichtung für die Vorwahl eines vorbestimmten Soll-Schärfentiefenbereiches, der während der Aufnahme mit dem durch die Einstelleinrichtungen des Objektivs gegebenen Wert der Schärfentiefe verglichen wird.
Die Erfindung geht nun von einer völlig andern Problemstellung aus, wobei es sich darum handelt, unscharfe bzw. verwackelte Aufnahmen zu vermeiden. Bekanntlich ist die Gefahr des Verwackelns umso grösser, je länger die Brennweite eines Objektivs ist. Bei pankratischen Objektiben wechselt somit je nach der Einstellung der Brennweite auch die Grösse der Gefahr. Neben der Möglichkeit, eine unscharfe Aufnahme durch Drehen der Kamera um eine horizontale bzw. um eine vertikale Achse zu erhalten, gibt es noch-besonders für Nahbereichsaufnahmen-die Gefahr, unscharfe Aufnahmen durch Bewegungen entlang der optischen Achse zu erhalten. Im letzteren Fall spielt dann nicht nur die Brennweite allein eine Rolle, sondern sämtliche Faktoren, die die Schärfentiefe bestimmen.
Erfindungsgemäss werden nun die Probleme dadurch gelöst, dass zur Bildung des Referenzwertes ein Vibrationsgeber vorgesehen ist, wobei die Anzeige- und/oder Steuereinrichtung bei Gefahr der Erzielung einer unscharfen Aufnahme infolge zu geringer Schärfentiefe bzw. zu langer Brennweite einerseits und zu starken Zitterns od. dgl. anderseits betätigbar ist. Wenn hiebei von "Vibration" oder "Zittern" die Rede ist, so braucht es sich dabei nicht unbedingt um wiederkehrende schwingende Bewegungen handeln, sondern es genügt prinzipiell auch eine einzige Bewegung in einer einzigen Richtung.
Es wird nun währen der Aufnahme eine gegebenenfalls vorhandene Zitterbewegung mit der Brennweite bzw. dem Gesamtwert der Schärfentiefe verglichen und bei relativ zu diesen Einstellwerten zu starken Bewegungen die Anzeigevorrichtung betätigt, eine Brennweitenverstellung im Sinne einer Verlängerung der Brennweite unterbrochen oder auch automatisch die Brennweite verkürzt. Um die zulässige Unschärfe individuellen Erfordernissen anpassen zu können, ist gemäss einer Weiterbildung der Erfindung eine Einrichtung zum Ändern der Ansprechempfindlichkeit der dem Vibrationsgeber nachgeschalteten Einrichtung für das Ansprechen der Anzeige- und/oder Steuereinrichtung vorgesehen, die vorzugsweise von der Kameraaussenseite her betätigbar ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich an Hand der nachfolgenden Beschreibung von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen. Fig. 1 veranschaulicht schematisch eine erfindungsgemäss ausgebildete Kamera, die Fig. 2 bis 8 sind verschiedene Ausführungsbeispiele, wobei Fig. 3a ein Detail der Fig. 3 zeigt und Fig. 7 ein Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 6 ist.
Eine Schmalfilmkamera-l-weist ein pankratisches Objektiv --2-- mit einem Steuertubus--S-- auf, der von einem Brennweitensteuermotor--4-antreibbar ist. Der Motor--4-kann durch Drücken auf das eine oder andere Ende einer Schalthandhabe --5-- im Sinne einer Drehung in der einen oder andern Richtung unter Strom gesetzt werden.
Im Lichtweg des pankratischen Objektivs --2-- ist ein Strahlenteiler --6-- angeordnet, der einen Teil der durch das Objektiv --2-- einfallenden Strahlen über einen Spiegel --7-- einem Sucherokular--8--zuführt.
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--3-- wirkt- eine Widerstandsbahn vorgesehen, so dass sich in Abhängigkeit von der Stellung dieses Steuertubus --3-- bzw. von der Brennweite des Objektiv --2-- ein grösserer oder kleinerer Widerstandswert ergibt.
Ferner ist ein Vibrationsgeber in Form eines um eine Achse --10-- schwenkbaren doppelarmigen Hebels - 11-vorgesehen, der an seinen Enden Kerne --12-- für Tauchspulen --13-- trägt. Der Hebel-l l-- ist durch zwei entgegengesetzt wirkende Federn-14-in einer Mittellage gehalten. Zusätzlich zu dieser
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In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel veranschaulicht, bei dem die zulässige Bewegung entlang der optischen Achse des Objektivs --2-- mit der Schärfentiefe des Objektivs verglichen wird.
Hiezu ist einerseits ein
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sei hier nur erwähnt, dass der lichtelektrische Wandler --18-- zum Erhalt eines Signals entsprechend der Blendeneinstellung Licht bekommen muss, das vor einer Blende --20-- aus dem Strahlengang des Objektivs --2-- über das Prisma --6-- ausgespiegelt ist.
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Normalfall nicht, gibt aber bei relativ zur Schärfentiefe zu grosser Zitterbewegung ein mehr oder weniger helles Signal ab.
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3,--22-- ist nun im Bereiche der nicht genutzten Randstrahlen die Achse --10-- mit dem Hebel-11-vorgesehen, wobei jedoch der Hebel --11-- entsprechend Fig.3a mit einer öffnung --27-- versehen ist.
Diese öffnung --27-- wird nun hinter dem Objektiv --2-- zum Teil auf einem lichtelektrischen Wandler - abgebildet, wobei der Abbildungsmassstab mit der Brennweite schwankt. Beginnt nun der Hebel
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lichtelektrischen Wandlers--28--einerseits von der Brennweite und anderseits von den Pendelbewegungen des Hebels-11-abhängig. Je stärker der Hebel --11-- schwankt, umso grösser wird die kurzzeitig beleuchtete Fläche des lichtelektrischen Wandlers --28-- und je grösser die Brennweite desto grösser wird ebenfalls die beleuchtete Fläche dieses Wandlers. Es genügt deshalb, dem lichtelektrischen Wandler --28-- einen
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dieser Stromkreis bei Überschreiten des Schwellwertes des Schwellwertschalters --29-- geöffnet wird.
So einfach die in Fig. 3 dargestellte Konstruktion an sich ist, so können sich dennoch für die Auslegung des Objektivs Schwierigkeiten ergeben. Ein besonders einfaches Beispiel veranschaulicht dagegen Fig. 4. Hiebei ist eine Einrichtung zur Brennweitenverstellung dargestellt, wie sie aus der deutschen Auslegeschrift 1127703 bekanntgeworden ist. Eine nähere Beschreibung der Funktionsweise dieser Einrichtung kann deshalb entfallen. Es sei lediglich erwähnt, dass mit einer Welle--33--eine Brennweitenverstellnocke--32--verbunden ist, wobei durch Drehen der Welle--33--die Brennweite eingestellt werden kann.
Um nun diese bekannte Brennweitenverstelleinrichtung für die der Erfindung zugrundeliegenden Zwecke zu adaptieren, sind in die Verstellnocke-32-zwei etwa spiralig verlaufende Schlitze --34-- eingearbeitet. In diesen Schlitzen-34-sind Kontaktstifte-35-geführt, die überdies Langlöcher-36-in einer vor der Verstellnocke --32-- angeordneten (nicht dargestellten) Platte verschiebbar sind. Je nach der Stellung der Verstellnocke --32-- nehmen somit die Stifte-35-verschiedene Lagen entlang der gerätefesten Langlöcher-36-ein.
Um nun die Stifte --35-- unter Strom zu setzen, ist ein mit der Welle --33-- zusammenwirkender Schleifkontakt --37-- vorgesehen. Der Schleifkontakt --37-- ist über das Lämpchen-15-mit dem einen Pol einer Stromquelle --38-- verbunden, wogegen der andere Pol an der Achse --10-- des Hebels - liegt. Der Hebel --11-- ist aus leitendem Material, so dass bei einer Berührung dieses Hebels --11-- mit einem der Kontaktstifte --35-- der Stromkreis geschlossen wird und das Lämpchen --15-aufleuchtet. Durch die Verstellnocke-32-für die Brennweite wird somit infolge der Verstellung der Stifte - durch die Schlitze --34-- die zulässige Bewegungsamplitude des Hebels --11-- festgelegt.
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Das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel zeichnet sich durch besondere Einfachheit seines Aufbaues auf. Es mag jedoch erwünscht sein, ein elektrisches Signal unter Vermeidung galvanischer Kontakte zu erhalten. Ein solches Ausführungsbeispiel zeigt Fig. 5, in der wieder Teile gleicher Funktion gleiche Bezugszeichen tragen. Dabei trägt der Hebel --11-- eine Blende --39-- mit etwa tropfenförmigen Blendenausschnitt, durch den entweder vom Objektiv --2-- oder von einer gesonderten Lichtquelle herrührendes Licht auf den lichtelektrischen Wandler --28-- fallen kann. Ähnlich wie im Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 ist es zweckmässig, wenn die Blendenöffnung --27--im wesentlichen etwa dreieckförmig ist, d. h. nach einer Seite hin sich verkleinert.
Will man nun nicht ein besonderes Objektiv wie im Falle des Ausführungsbeispiels nach Fig. 3 verwenden, so genügt es, wenn mit dem Motor --4-- eine Verstelleinrichtung für einen Graukeil-40-od. dgl. verbunden ist. Der Graukeil-40-ist dabei so angeordnet, dass sein hellerer Teil dann vor dem lichtelektrischen Wandler --28-- liegt, wenn das Objektiv auf eine längere Brennweite eingestellt ist, wogegen bei kurzen Brennweiten des Objektivs --2-- der dünklere Teil des Graukeils-40--vor dem lichtelektrischen Wandler --28-- liegt.
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Spannung, so wird automatisch die Umschaltvorrichtung --44-- in diejenige Stellung umgeschaltet, die einer Verkürzung der Brennweite entspricht,
so dass auch der Motor --4-- automatisch sich im Sinne einer Verkürzung der Brennweite dreht.
Eine andere Lösung zur Vermeidung galvanischer Kontakte veranschaulichen die Fig. 6 und 7 an Hand einer der Fig. 4 ähnlichen Darstellung. Abweichend von der Ausführung nach Fig. 4 weist die Verstellnocke-32-eine segmentartige öffnung --45-- auf. Die Nocke --32-- trägt auf einer Seite einen Reibbelag--46--, an dem eine Schlitznocke-47-unter der Wirkung einer Druckfeder --48-- anliegt. Die Druckfeder --48-- stützt sich andernends an einer Gehäusewandung-49-der Kamera ab, an deren Aussenseite ein Drehknopf-50-für die Brennweitenverstellung und ein weiterer Drehknopf --51-- für die Schlitzplatte --47-- vorgesehen ist.
Die Schlitznocke-47-weist einen einzigen spiralförmigen Schlitz --34-- auf, in dem wieder ein Stift --35-- geführt ist. Der Stift --35-- trägt jedoch eine Anzahl von Kondensatorplatten
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-52--,Justierzwecken den Verstellknopf --51-- gegenüber dem Knopf-50-zu verdrehen, so dass die Ansprechschwelle verstellt wird. Die Kapazität des aus den Platten-52, 53-gebildeten Kondensators hängt
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ein Frequenz-Spannungswandler --55-- nachgeschaltet ist.
Am Ausgang dieses Wandlers --55-- liegt der Schwellwertschalter --29--, der beim Überschreiten seiner Schwelle, d. h. bei zu grossem Eintauchen der Platten --53-- in das Paket der Platten-52--, durchschaltet, wobei das Lämpchen-15-aufleuchtet. In diesem Falle ist der in den Ausführungsbeispielen gemäss den Fig. 3 und 5 dargestellte Einstellknopf-30für den Schwellwert des Schwellwertschalters --29-- entbehrlich, da praktsich die Ansprechschwelle mechanisch durch Relativverdrehung der beiden Knöpfe --50,51-- justierbar ist.
Als Vibrationsgeber eignet sich im Rahmen der Erfindung besonders ein piezoelektrischer Biegeschwinger - -56--, wie er in Fig. 8 dargestellt ist. Dieser kann beispielsweise an einem Ende fest eingespannt sein und am andern Ende eine Masse --57-- tragen. Der Vorteil solcher Biegeschwinger liegt darin, dass ihr Ausgangssignal unabhängig von der Stellung der Kamera zur Horizontalen ist und nur von Geschwindigkeitsänderungen abhängt. Es kann nun das Ausgangssignal des Biegeschwingers --56-- über einen Integrator --58-- einer Vergleichseinrichtung --59-- zugeführt werden, die an ihrem andern Eingang ein Signal von einem Brennweiten-Spannungswandler --60-- erhält. Am Ausgang der Vergleichseinrichtung --59-- kann dann beispielsweise die Steuereinrichtung-31- (vgl.
Fig. 3) angeordnet sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kamera, im besonderen kinematographische Kamera, mit einem Objektiv, an dem zumindest die Brennweite einstellbar ist und deren Wert in einer Vergleichseinrichtung mit einem Referenzwert vergleichbar
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und/oder(10-14 ; 16 ; 56,57) vorgesehen ist, wobei die Anzeige- und/oder Steuereinrichtung (15 ; 31 ; 44) bei Gefahr der Erzielung einer unscharfen Aufnahme infolge zu geringer Schärfentiefe bzw. zu langer Brennweite einerseits und zu starken Zitterns od. dgl. anderseits betätigbar ist.
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