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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur mechanischen Feinentzunderung von Walzdraht, bestehend aus einem mit einem Schleifmittel, z. B. Stahlwolle gefüllten, um seine Längsmittelachse drehbaren Kasten, durch den der Draht hindurchführbar ist.
Zur Entfernung des dem Walzdraht von der Herstellung her anhaftenden Zunders sind chemisch und mechanisch wirkende Verfahren bzw. Vorrichtungen bekannt. Bei den Verfahren der mechanischen Entzunderung wird der Zunder, welcher den Draht als Haut umgibt, mittels Brechrollen gelockert und zum Aufbrechen gebracht. Hiebei fällt ein Grossteil des Zunders bereits ab. Es zeigt sich jedoch, dass noch ein Restzunder verbleibt, der nicht nur seiner Härte, sondern auch der Unregelmässigkeit seines Auftretens wegen die Standzeiten der Werkzeuge für die anschliessenden Bearbeitungsvorgänge wesentlich verringert.
Auch zur Entfernung dieses Restzunders, also zur sogenannten Feinentzunderung sind verschiedene Verfahren bekannt. Die einfachste Ausführung ist dabei die, dass der grob entzunderte Draht einfach durch ein Paket aus Stahlwolle gezogen wird. Nachteilig ist hiebei, dass schon nach geringer Laufzeit immer mehr Stahlspäne aus dem Paket herausgerissen werden, wodurch sich, trotzdem das Paket durch Federdruck zusammengepresst wird, Hohlräume bilden, so dass kein wesentlicher Reinigungseffekt mehr erzielt wird.
Eine bekannte Vorrichtung zur mechanischen Feinentzunderung besteht aus einem mit einem lose mitlaufenden Scheuermittel gefüllten, rohrförmigen sowie umlaufenden Gehäuse, durch welches der Draht auf einer durch die Gehäusemitte laufenden Diagonalen gezogen wird. Dabei erfolgt eine beidseitige Entzunderung des Drahtes. Allerdings geschieht dies infolge des lose umlaufenden Scheuermittels besonders bei hohen Ziehgeschwindigkeiten in unzureichender Weise.
Aufgabe der Erfindung ist es, aufbauend auf der an sich bekannten Reinigung der Staboberfläche durch ein Schleifmittel, insbesondere durch Stahlwolle, eine Möglichkeit zu finden, um auch bei hohen Ziehgeschwindigkeiten eine einwandfreie Feinentzunderung der Staboberfläche von etwa noch anhaftendem Restzunder zu erreichen.
Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einer Vorrichtung zur mechanischen Feinentzunderung von Walzdraht, die aus einem um seine Längsmittelachse drehbaren Kasten besteht, durch den der Draht hindurchgeführt und der mit einem Schleifmittel, z. B. Stahlwolle gefüllt ist, dadurch, dass der Kasten um die ausserhalb seiner Längsmittelachse verlaufende Achse des zu entzundernden Drahtes drehbar und radial dazu verschiebbar angeordnet ist.
Der Hauptvorteil der erfindungsgemässen Vorrichtung besteht darin, dass der Stahlwollekasten nicht eine einfache Rotation ausführt, sondern eine exzentrische Bewegung um eine nicht mit seiner Längsmittelachse zusammenfallende Achse, verbunden mit einer Bewegung radial dazu, wobei stets andere Stahlwollebereiche in Berührung mit dem Walzdraht kommen und diesen vom anhaftenden Restzunder befreien. Der Draht, der zwischen zwei Stahlwollepakete eingepresst ist, wird dadurch einwandfrei gereinigt. Der mit der erfindungsgemässen Vorrichtung zu erzielende Effekt kann sogar in Abhängigkeit von der Funktion der Drehzahl und dem Mass der Exzentrizität so gesteigert werden, dass auf der Oberfläche des Drahtes bereits eine Materialabtragung erfolgt.
Nach der Erfindung trägt der Entzunderungskasten zweckmässig an seinen Stirnseiten Flügel, die, um feststehende Exzenterscheiben drehbar, in Führungen hin- und herbewegbar sind, welche an Mitnehmerscheiben angeordnet sind, die um Hohlbuchsen umlaufen, durch die der zu entzundernde Draht hindurchführbar ist. Dabei kann an einer der Mitnehmerscheiben eine Nut zum Einlegen eines Keilriemens für den Antrieb angeordnet sein.
Nachstehend wird die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen : Fig. l einen Teillängsschnitt durch die erfindungsgemässe Vorrichtung, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung mit einem gegenüber der Darstellung der Fig. 1 um 900 gedrehten Teillängsschnitt und Fig. 3 einen Querschnitt entlang der Linie III-III der Fig. 1.
Bei dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel der neuen Vorrichtung ist eine Grundplatte - mit zwei Ständern-2-versehen, die je eine Hohlbuchse-3-tragen. Durch die Hohlbuchsen - -3-- verläuft mittig der zu entzundernde Draht-18-in Richtung des Pfeiles-A- ; der Draht kommt von einem nicht dargestellten Ablaufhaspel und wird beispielsweise nach dem Verlassen der Vorrichtung zu einer ebenfalls nicht dargestellten Aufwickeltrommel oder auch zu einem Ziehstein geführt.
Am Ende der Hohlbuchsen--3--ist je eine feststehende Exzenterscheibe--7--aufgekeilt, die jeweils an ihrem Umfang mit einem Nadellager --6-- versehen ist, das zur Lagerung des mit Flügeln-10- versehenen Stahlwollekastens--9--dient.
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Bei Inbetriebnahme der Vorrichtung drehen sich die Mitnehmerscheiben --5-- um die Achse--22--.
Da die Flügel --10-- zwischen den sich mit den Mitnehmerscheiben--5--drehenden Führungsleisten --17-- mitgenommen werden, dreht sich der Stahlwollekasten gleichzeitig um die Achse--23--. Dieser Kasten führt dadurch nicht nur eine hin- und hergehende Bewegung, sondern auch eine Drehbewegung um die exzentrische zu ihm liegende Drahtachse aus. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass immer andere Teile der Stahlwolle die Entzunderung bewirken. Die Stirnseiten des Kastens sind offen, um den entfernten Zunder abzuführen.
Die Stahlwolle--19--wird in den Kasten--9--um den Draht--18--herum vor Inbetriebnahme der Vorrichtung fest eingepresst. Das wird dadurch ermöglicht, dass die Seitenplatten des Kastens-9- herausnehmbar gestaltet sind, was in den Zeichnungen nicht besonders dargestellt ist. Des weiteren besteht die Möglichkeit, die sich im Laufe des Betriebes aufgelockerte Stahlwolle-19-nachzupressen. Hiefür sind vier
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zwangsläufig in das Innere des Kastens --9-- geführt und pressen dadurch die Stahlwolle zusammen.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Teile der Vorrichtung durch Verbindungsbolzen-21zusammengehalten sind, die der besseren übersicht halber in Fig. 1 weggelassen sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur mechanischen Feinentzunderung von Walzdraht, bestehend aus einem mit einem Schleifmittel, z. B. Stahlwolle, gefüllten, um seine Längsmittelachse drehbaren Kasten, durch den der Draht
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Längsmittelachse (23) verlaufende Achse (22) des zu entzundernden Drahtes (18) drehbar und radial dazu verschiebbar angeordnet ist.
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