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Kurzschi
Die Erfindung betrifft einen Kurzschi mit zwei hintereinander auf der Schioberfläche angeordneten Bindungen, wobei die hintere Bindung mit dem Ende des Laufteils des Schis zumindest annähernd abschliesst.
Es wurde bereits mehrfach, jedoch aus verschiedenen Gründen, vorgeschlagen, zwei Bindungen auf einem Schi anzuordnen.
Die österr. Patentschrift Nr. 204938 beschreibt eine solche Anordnung, bei der jedoch zwei
Bindungen für zwei hintereinander auf demselben Paar Schiern stehende Benutzer vorgesehen sind. Dies liegt abseits des Erfindungsgedankens, der von einem Schi mit zwei Bindungen für einen Benutzer ausgeht.
Dies ist z. B. vom Wasserschilauf her bekannt. Dort herrschen jedoch Bedingungen, die sich weitgehend von jenen des Schneeschilaufes unterscheiden, so dass die dort üblichen Anordnungen nicht ohne weiteres auf diesen übertragen werden können.
Auch in der USA-Patentschrift Nr. 3, 332, 697 wird ein Kurzschi vorgeschlagen, bei dem beide Schuhe des Benutzers auf einem Schi abgestützt sind, wobei die hintere Bindung bzw. der in ihr gehaltene Schuh annähernd mit dem Ende des Schies abschliesst.
Das Fahren eines Benutzers auf einem Schi stösst beim Schilauf im Schnee auf ganz andere Schwierigkeiten als auf dem Wasser. Abgesehen von der im allgemeinen hindernisfreien Wasserfläche, auf der es nicht sehr darauf ankommt, wie genau eine beabsichtigte Richtungsänderung ausfällt, können auch unvermutete Hindernisse durch Ausweichen oder Abdrehen umgangen werden, umsomehr, als die Wasseroberfläche ja überall gleich ist.
Beim Schilauf im Schnee stehen selten so weitläufige Flächen zur Verfügung, sei es, dass die Abfahrt in Waldschneisen verläuft oder dass sie, wie z. B. auf Gletschern, von Spalten, Firnmulden od. dgl. diktiert wird. Es sind daher häufige und vor allem präzise Richtungsänderungen erforderlich ; da der Schilauf ja grundsätzlich nur auf geneigten Flächen ausführbar ist, ist im Gegensatz zum Wasserschilauf ausserdem die Fähigkeit erforderlich, die Technik der Richtungsänderung auch zum Verlangsamen der Fahrt bis zum Stillstand zu beherrschen.
All dies lässt sich auf zwei Schiern verhältnismässig leicht erlernen. Bei Verwendung eines einzigen Schis jedoch ist von Anfang an eine meisterliche Beherrschung der modernen alpinen Schitechnik Voraussetzung, da alle andern Möglichkeiten wie Schneepflug, Stemmschwung od. dgl. nicht anwendbar sind. Einzig der perfekte Parallelschwung ermöglicht also eine präzise und sturzarme Abfahrt, erfordert jedoch unvergleichlich höhere Kraftanstrengungen zur Erreichung des notwendigen Fersenschubes zur Einleitung der Richtungsänderung, was sich wieder negativ auf die Fahrstabilität auswirkt. Auch sind Fahrtverlangsamungen nur durch Richtungsänderungen möglich, die wieder nicht auf jedem Punkt der Piste durchführbar sind.
Um also die Benutzung eines Schis mit zwei Bindungen für eine Person zu erleichtern und gleichzeitig sicherer zu gestalten, sieht die Erfindung vor, dass beide Bindungen, wie bei Wasserschiern bekannt, in einer Ebene angeordnet sind.
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Dadurch fällt der verhältnismässig lange und beim Fahren mit einem Schi nur sehr schwer seitlich zu verschiebende Schiabschnitt hinter der Bindung fort ; es ist daher viel leichter, den Schi zwecks Richtungsänderung zu verdrehen, da der Grossteil des Gewichtes im Gegensatz zu allen üblichen Schiern auf der hinteren Hälfte des Schis liegt und auf diesem Schiabschnitt insbesondere bei einer besonders vorteilhaften Ausführung leicht zu verlagern ist, bei der die Länge des Schis zumindest annähernd der halben Körpergrösse entspricht und die Breite des Schis nur wenig grösser ist als die Fussbreite des Benutzers. Diese Ausgestaltung ermöglicht eine besonders günstige Gewichtsverteilung in Verbindung mit geringem Gleitwiderstand, wodurch ein zügiges und elegantes Fahren ermöglicht wird.
Anderseits sorgt die erfindungsgemässe Verlagerung der hinteren Bindung an das Ende des Schis dafür, dass durch Verlegen der Hauptlast auf den hinteren Fuss der Schi vorne aufsteigt und mit seiner hinteren Kante wirkungsvoll und leicht dosierbar bremst.
Die erfindungsgemässe Bindungsanordnung ermöglicht auch bei schlechten Verhältnissen wie Lawinenschnee, geringer Schneetiefe auf unebenem Untergrund usw. ein verhältnismässig rasches und sicheres Fahren, da durch die erreichte Gewichtsverteilung ein Bohren, Einstechen oder auch nur Hängenbleiben der Schaufel ausgeschlossen ist.
Im folgenden wird die Erfindung beispielsweise an Hand einer besonderen Ausführungsform beschrieben, ohne dass damit der Rahmen des Erfindungsgedankens erschöpft sein soll. Fig. l zeigt einen erfindungsgemäss ausgerüsteten Firngleiter im Schaubild und Fig. 2 stellt einen Grundriss desselben dar.
Auf der Oberfläche des Fimgleiters-l-ist hinter der üblichen, annähernd mittig angeordneten Bindung --2-- eine zweite Bindung --3-- so angebracht, dass der darin gehaltene Schuh mit der Ferse in unmittelbarer Nähe des hinteren Firngleiterrandes--6--zu stehen kommt.
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--3-- beiumfasst. Diese beiden Teile halten den Schuh wirksam auf dem Schi fest, solange er belastet ist ; auch ein Auskippen bei Rückenlage wird durch den Backen--4--verhindert. Der Schuh kann jedoch durch völliges Entlasten jederzeit abgehoben werden, wodurch das Bein des Schifahrers frei wird.
Anderseits ist es möglich, durch Verlegen der Hauptlast, die normalerweise auf dem in der
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entlasten ; diese braucht daher keine besondere Formgebung zu erhalten. Vor allem kann aber durch entsprechend starke Belastung des hinteren Schiendes rasch und sicher gebremst werden, wogegen bei allen bisher bekannten Anordnungen ausschliesslich durch brüske Richtungsänderungen bzw. seitliches Abrutschen gebremst werden kann.