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Verfahren zur Herstellung von warmhärtbaren Pressmassen
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Dieses Verfahren, sonst sehr vorteilhaft, hat aber auch einen Nachteil : Bei der Verwendung eines separat hergestellten Harzes ist es nötig, mit Rücksicht auf ungleiche Reaktivität, die von den Reaktions-und Lagerungsbedingungen sowie auch von der Reinheit der Ausgangskomponenten abhängig ist, die technologischen Daten immer zu regulieren und an die gegebenen Bedingungen anzupassen ; bei kurzer Reaktionsdauer und engem Temperaturintervall ist die Anpassung oft sehr problematisch.
Der angeführte Nachteil wird durch das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von warmhärtbaren Pressmassen in Form von Körnchen, Schuppen, Schrot u. ähnl. behoben, welches darin besteht, dass man zu einem Gemisch von Füllstoff und Zusätzen, wie Gleitmittel, Kondensationskatalysatoren, eventuell auch Farbstoffen und Plastiziermittel, das in einem Reaktor vorgelegt ist, die Ausgangskomponenten eines warmhärtbaren Harzes zusetzt, wobei die erhaltene Mischung in dem Reaktor durch ein Messer-und Rührsystem ständig im Schweben und im Verlauf der Kondensation auf einer Temperatur unter 1500C gehalten wird.
Als Ausgangskomponenten für die Herstellung warmhärtbarer Pressmassen gemäss der Erfindung
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und Epoxyd-, Silikon-oder Furanharze, u. zw. einzeln oder in Gemischen.
Nachdem der gewünschte Kondensationsgrad erreicht worden ist, wird das Reaktionsgemisch abgekühlt und die trockene warmhärtbare Pressmasse in Form von Körnchen, Schuppen, Schrot u. ähnl. wird aus dem Reaktor entfernt.
Als Füllstoff für warmhärtbare Pressmassen kann man alle üblich benutzten Materialien, wie Zelluloseschrot, Zellulosewatte, pulverförmige Zellulose und Holzmehl, anwenden.
Das ganze Verfahren ist sehr einfach. Der Füllstoff, z. B. die Zellulosewatte, und gleichzeitig die übrigen Zusätze, wie Gleitmittel, Kondensationskatalysatoren, eventuell auch Farbstoffe und Plastiziermittel, werden in bestimmten Mengen in den Reaktor eingetragen. Nach der erfolgten Homogenisierung, vorteilhaft unter hohen Umlaufgeschwindigkeiten, werden die betreffenden Harz-Ausgangskomponenten zugesetzt.
Das Reaktionsgemisch wird durch ein Messer-und Rührersystem zu hoher Umdrehungszahl gebracht, wodurch das ganze Reaktionssystem zum Schweben gebracht wird. Die Temperatur des Reaktionsgemisches wird durch Heizen oder Kühlen, je nach der Art der eingesetzten Ausgangskomponenten, geregelt, damit man die optimalen Rekationsbedingungen erreicht. Gleichzeitig mit der Kondensation verläuft das Trocknen der Pressmasse. Die Reaktionsbedingungen des erfindungsgemässen Verfahrens beeinflussen den Reaktionsverlauf, die Homogenisierung, die Ausfärbung, die Imprägnierung und die Trocknung der Masse und die übrigen Operationen so weit, dass hervorragende technische Parameter im Vergleich zu jenen nach den bisher bekannten und angewendeten Verfahren erzielt werden. Da z. B. die Expositionszeiten kurz sind, kommt es zu keiner Farbtonänderung.
Alle Körnchen weisen denselben Trocknungsgrad auf, u. zw. an der Oberfläche sowie im Inneren, was durch das bei der hohen Umdrehungszahl erreichte dynamische Gleichgewicht bedingt ist. Sogar moderne Trocknungsverfahren, z. B. der Fluid-Bed-Prozess, führen nicht zu so hoher Homogenität, da die Teilchen im Verlauf der Trocknung nur im statischen Gleichgewicht sind, so dass immer ein gewisses Gefälle des Feuchtigkeitsgehaltes zwischen der Oberfläche und dem Inneren der Teilchen besteht.
Das erfindungsgemässe Verfahren verkürzt den Zyklus der Produktion der warmhärtbaren Presspulver auf 20 bis 60 min und ermöglicht, infolge seiner Einfachheit, die Mechanisierung und die Einführung einer kontinuierlichen Arbeitsweise.
Die Produktionseinrichtung stellt in technischer und ökonomischer Hinsicht keine besonderen Ansprüche. Die Anlage besteht, in Abhängigkeit von der benutzten Modifikation des Verfahrens, nur aus einem oder höchstens einigen Reaktoren, die mit einem Messer-und Rührersystem versehen sind.
Die Pressartikel, die aus der nach diesem Verfahren hergestellten Masse gepresst wurden, sind hochhomogen, glänzend und gut ausgefärbt ; sie enthalten keine Verunreinigungen, da ein Eindringen von Fremdkörpern in die Pressmasse praktisch ausgeschlossen ist.
Bei s piee l : Feinzerfaserter Asbest (30 kg) und 0, 5 kg Montanwachs werden gleichzeitig in einen Reaktor eingetragen. Das Gemisch wird 5 min intensiv gerührt, wonach man in den auf 120 C angeheizten Reaktor 70 kg pulverförmiges Dicyandiamid und Formaldehyd als wässerige Lösung in einem Molverhältnis 1 : 1, 5 einsetzt. Die Kondensation und die Trocknung verlaufen bei 1200 Umdr/min in 10 min. Die erhaltenen Körnchen werden abgekühlt und aus dem Reaktor entfernt.
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Beispiel 2 : Man setzt 35 kg bandförmige Zellulose und dann 1 kg Magnesiumstearat und 115 kg einer Lösung von Harnstoff in Formaldehyd in einem Molverhältnis von 1 : 1, 5 in einem Reaktor zu. Das Gemisch wird auf 90 C gebracht. Die Reaktion verläuft in 40 min. Die Körnchen werden abgekühlt.
Beispiel 3 : Holzmehl (45 kg), 1, 5 kg Zinkstearat, 5 kg Hexamethylentetramin und 1 kg Farbpigment werden gleichzeitig in einen Reaktor eingetragen. Das Gemisch wird 1 min gerührt, wonach 60 kg eines Gemisches von Phenol und Paraformaldehyd in einem Molverhältnis von 1 : 1, 08 zugefügt werden. Die Reaktion verläuft bei 120 C in 30 min. Nach Beendigung der Reaktion werden die Körnchen abgekühlt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von warmhärtbaren Pressmassen in Form von Körnchen, Schuppen, Flocken, Schrot u. ähnl., wobei die einzelnen Bestandteile mittels eines hochtourigen Mischers gemischt
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wie Gleitmittel, Kondensationskatalysatoren, eventuell auch Farbstoffe und Plastiziermittel, das in einem Reaktor vorgelegt ist, die Ausgangskomponenten eines warmhärtbaren Harzes zusetzt, wobei die
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