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Stoppel zum Verschliessen von Wein, Branntwein od. dgl. beinhaltenden Flaschen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Stoppel zum Verschliessen von Wein, Branntwein od. dgl. be- inhaltenden Flaschen.
Bei Verschlüssen, Stoppeln u. dgl. für insbesondere alkoholische Getränke beinhaltende Flaschen wurde immer angestrebt, dass das Verschlussmaterial den Geschmack des Füllgutes nicht verändert, wo- durch Verschlüsse, Stoppeln od. dgl. bisher vorzugsweise aus inertem Material, z. B. Kork oder beson- deren Kunststoffen gefertigt wurden. Anderseits ist bereits seit langem bekannt, dass eine merkbare Ge- schmacksverbesserung von Wein, Branntwein od. dgl. besonders dann gewährleistet ist, wenn der Alko- hol unter Berührung mit bestimmten Holzsorten gelagert wird.
Um nun die Anschaffung von teuren höl- zernen Fässern, welche die erwünschte Wechselwirkung des Alkohols mit dem Holz ermöglichen, zu er- sparen und auch die in Holzfässern auftretende Verdunstung zu vermeiden, sind Behandlungsverfahren von nicht in hölzernen Gefässen gelagerten alkoholischen Getränken mit Holz zum Zwecke der Ge- schmacksverbesserung bekanntgeworden. So empfiehlt z. B. die deutsche Patentschrift Nr. 543101 die Ozonisierung von Branntwein mit Hilfe von ozonisierten Eichenholzspänen. Nach der deutschen Patent- schrift Nr. 631499 kann ein von einem "rauhen, strengen, reizenden Geschmack und Geruch" freier Charakter des Weines, Branntweines od. dgl. mit Hilfe von Holzschnitzel oder fein verteiltem Holz, vor- zugsweise hartem, weissem Eichenholz, erzielt werden, wobei in gewissen Fällen auch angekohltes Holz Verwendung finden kann.
Nach der deutschen Patentschrift Nr. 231773 wird in alkoholische Flüssigkeiten lagernde Zementfässer ein System von Holzrohren eingebaut. Schliesslich beschreibt die USA-Patent- schriftNr. 2, 487, 594 einAlterungsmittel für in Flaschen lagernde alkoholische Flüssigkeiten in Form von aufgefächerten Holzstäben.
Im Gegensatz zu diesem bekannten Stand der Technik, bei dem somit durchwegs gesonderte, nicht aromagebende Verschlussteile Verwendung finden, wird erfindungsgemäss in einfacher zweckentsprechender und kostensparender Weise der übliche Flaschenverschluss derart ausgestaltet, dass sein in das Innere der Flasche reichende, mit dem Flascheninhalt in Berührung kommende Teil aus Holz ausgebildet ist und stabförmig frei bis etwa in den Bodenbereich der Flasche reicht, wobei das Holz für diesen Teil ein solches ist, dass der Flascheninhalt beim Lagern eine auf die Berührung mit dem Holz zurückführende vorteilhaft geschmackliche Veränderung erfährt.
Hölzerne Flaschenstoppel an sich sind z. B. aus den österr. Patentschriften Nr. 13194 und Nr. 156 271 sowie aus den deutschenPatentschriftenNr. 699 749, Nr. 704265 und Nr. 819 362 bekannt. Deren mit dem Flascheninhalt in Berührung kommende Holzteil ist aber weder durch seine Holzart (geschmacklich indifferentes Weichholz) noch durch seine, üblichen Stoppeln eigene geringe, dem Flascheninhalt zugewandte Oberfläche geeignet, den Flascheninhalt vorteilhaft geschmacklich zu verändern.
Eine besondere geschmackliche Verbesserung des gelagerten Weines, Branntweines od. dgl. ist gewährleistet, wenn der Holzteil des erfindungsgemässen Stoppels aus Eichenholz besteht. Aber auch aus andern Holzarten kann der Stoppel gefertigt sein, insbesondere wenn seinHolzanteil, zur Beeinflussung der Art des von ihm abgegebenen Geschmackes, nach einem Merkmal der Erfindung in geeigneter Weise, z. B. durch Ankohlen, vorbehandelt ist.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Holzteil des Stoppels zur Vergrösserung seiner Oberfläche gespalten sein, woraus eine besonders intensive Berührung des Holzes mit dem Flascheninhalt resultiert. Eine weitere vorteilhafte geschmackliche Veränderung kann durch geeigneten Wechsel von verschiedenen bzw. verschieden vorbehandelten Hölzern erzielt werden. Selbstverständlich wird der Fachmann die Art, Menge, Auffächerung u. dgl. des in die Flasche ragenden Holzteiles auf die Art, Menge und durchschnittliche Lagerzeit des Flascheninhaltes abstimmen.
Durch den niederen Anschaffungspreis ist es auch dem Endverbraucher möglich, erfindungsgemässe Stoppel zu erstehen und sich selbst billige Wein-bzw. Branntweinsorten zu veredeln. Aber auch die Lagerzeit beim Grosshändler bzw. im Detailverkauf kann mit Hilfe vom erfindungsgemässen Stoppel zum
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kann der Stoppel entweder mit-lichen Verschluss ersetzt werden, wobei der entfernte erfindungsgemässe Stoppel keinerlei Verunreinigungen in der Flasche hinterlässt.
Nach den Merkmalen der Erfindung erzeugte Stoppel können äusserst vielseitig sein, wobei eine ausreichende Verschlussfunktion derselben durch an sich bekannte Mittel unterstützt bzw. garantiert wird.
Anschliessend soll an Hand eines Beispiels die Wirkung, die ein erfindungsgemässer Stoppel auf ein in Flaschen gelagertes alkoholisches Getränk ausübt, demonstriert werden.
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Art <SEP> des <SEP> Flascheninhaltes <SEP> 0, <SEP> 7 <SEP> 1 <SEP> völlig <SEP> vergorener <SEP> (nicht <SEP> süsser) <SEP> Wein
<tb> Art <SEP> des <SEP> Holzes <SEP> Eichenholz
<tb> Mit <SEP> dem <SEP> Flascheninhalt <SEP> in <SEP> Berührung
<tb> gebrachte <SEP> Holzoberflächen <SEP> etwa <SEP> 41. <SEP> 7 <SEP> erd <SEP> (Stab <SEP> 0, <SEP> 7 <SEP> cm <SEP> , <SEP> 19 <SEP> cm <SEP> lang)
<tb> Lagerzeit <SEP> 1. <SEP> 2 <SEP> und <SEP> 3 <SEP> Jahre
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Ergebnis : In allen Fällen konnte ein wesentlich feinerer Geschmack des in mit erfindungsgemässen Stoppeln verschlossenen Flaschen gelagerten Weines gegenüber dem im gleichen Zeitraum, auf die herkömmliche Weise in Flaschen gelagertem Wein festgestellt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Stoppel zum Verschliessen von Wein, Branntwein od. dgl. beinhaltenden Flaschen, dadurch g ekennzeichne t, dass sein in dasinnere der Flasche reichender, mit dem Flascheninhalt in Berüh- rung kommender Teil aus Holz ausgebildet ist und stabförmig frei bis etwa in den Bodenbereich der Flasche reicht, wobei das Holz für diesen Teil ein solches ist, dass der Flascheninhalt beim Lagern eine auf die Berührung mit dem Holz zurückführende vorteilhafte geschmackliche Veränderung erfährt.
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