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Schädlingsbekämpfungsmittel
Die Erfindung bezieht sich auf Schädlingsbekämpfungsmittel und insbesondere insektizide Mischungen mit einem Gehalt an 0, 0, 0', 0' -Tetramethyl-O, 0'-thiodi-p-phenylenthiophosphat.
Verbindungen mit pestiziden und insbesondere insektiziden Eigenschaften aus der Verbindungsklasse der organischen Phosphate sind zwar bekannt ; die Erfindung betrifft jedoch einen besonderen Vertreter dieser Verbindungsklasse, der im Hinblick auf seine pestizide und insbesondere insektizide und larvizide Wirksamkeit sowie auf Grund seiner niedrigen Toxizität gegenüber Warmblütern eine Verbindung mit aussergewöhnlichen Eigenschaften darstellt.
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Diphenols der Formel
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mit wenigstens 2 Molen 0, O-Dimethylthiophosphors urehalogenid der Formel
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worin X Halogen und vorzugsweise Chlor bedeutet, erhalten werden.
Die Reaktion zwischen dem Diphenol und dem O, O-Dimethylthiophosphorsäurehalogenid wird in einem relativen Molverhältnis von 1 Mol Diphenol zu wenigstens 2 Molen des Thiophosphorsäurehalogenids durchgeführt, wenngleich auch bis zu 4 Molen der Thiophosphorsäurehalogenidverbindung angewendet werden können, wobei zweckmässig unter alkalischen Bedingungen und in Gegenwart eines polaren Lösungsmittels, wie Wasser, Methyläthylketon od. dgl., bei einer Temperatur zwischen 0 und 1000C gearbeitet wird. Diese Verbindung kann auch in Lösungsmitteln mit sehr unterschiedlicher Polarität unter Anwendung verschiedener Methoden zur Verhinderung der Anhäufung des Halogenwasserstoffnebenproduktes erhalten werden.
Bei der Herstellung der Diphenylenorganophosphate haben Lösungsmittelsysteme einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbeute und auf die Reinheit des unmittelbar anfallenden Erzeugnisses. In diesem Zusammenhang wurde ermittelt, dass bei Anwendung einer wässerig-alkalischen Reaktionslösung (an Stelle
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eines organischen Lösungsmittels, wie Methyläthylketon) mit einem pH-Wert von mehr als 9 und nor- malerweise von etwa 9,5 bis etwa 12 bei einer Temperatur von 20 bis etwa 800 C (üblicherweise von 25 bis 600 C) wenigstens eine tige Ausbeute erhalten wird, obwohl die Ausbeute üblicherweise höher ist. Ebenso wichtig wie die Ausbeute ist jedoch, dass das Produkt als solches bereits mit hoher Reinheit anfällt.
Dies ist deswegen von besonderer Bedeutung, weil die Verbindung, die ein hohes Molekulargewicht und im allgemeinen flüssige Beschaffenheit hat, nicht in üblicher Weise gereinigt werden kann.
Ferner erübrigt sich durch die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel die mit weiteren Kosten verbundene Rückgewinnung organischer Lösungsmittel.
Wenngleich Zubereitungen der Verbindung gemäss der Erfindung verschiedenen Zwecken angepasst werden können, liegt die besondere Anwendbarkeit dieser Verbindung auf dem Gebiete der Larvizide und auch der Adultizide. Ausser gegen Insektenlarven ist sie gegen kauende Insekten hochwirksam, unabhängig davon, ob sich diese im Larven- oder Adultenstadium befinden.
Als Insektizid kann sie als Staub, Stray, Emulsion, netzendes Pulver u. dgl. aufgebracht werden. Als
Spray kann sie in organischen Lösungsmitteln, wie verschiedenen Ketonen, z. B. Aceton, Cyclohexanon, Isophoron u. dgl., angewendet werden. Ausserdem kann sie als Spray mit niedrigen einwertigen aliphatischen Alkoholen, Ketonalkoholen, wie Diacetonalkohol, und in verschiedenen Estern und aromatischen Kohlenwasserstoffen benutzt werden. Sie kann als Emulsion in Wasser oder andern Nichtlösungsmitteln eingesetzt werden, denen geeignete oberflächenaktive Stoffe, Netzmittel oder Emulgiermittel zugesetzt worden sind. Auch kann sie auf feste Träger, wie Talk- und Tonsorten, beispielsweise Kaolinton oder Fullererde, oder auf solche Träger, wie Kreide, Holzmehl, Kieselsäure, Tierkohle, Aktivkohle oder andere inerte Pulver aufgebracht werden.
Zur Herstellung eines netzenden Pulvers kann die nach der Erfindung verwendete Verbindung auch mit leicht benetzbaren Trägermaterialien, wie Attapulgit, gegebenenfalls unter Zusatz von oberflächenaktiven Stoffen, oder mitwenigerleichtbenetzbaren Trägern und geeigneten oberflächenaktiven Stoffen kombiniert werden.
Bei der Anwendung kann das Schädlingsbekämpfungsmittel gemäss der Erfindung in wirksamen Mengen oder in einer gegenüber den Insekten toxischen Menge aufgebracht werden, wobei diese Ausdrucksweise das Aufbringen auf die Befallbereiche oder auf lebendes oder totes organisches Material, wie lebende Pflanzen, Wolle, Papier oder Holz, das die Nahrung der Insekten bildet, umfassen soll. Wie aus dem Nachfolgenden deutlicher hervorgeht, erfolgt z. B. die Anwendung der Verbindung gegen Larven, beispielsweise Moskitolarven, in den natürlichen Brutstätten dieser Insekten, oder die Anwendung erfolgt auf der Nahrung bei kauenden Insekten und dies hat sich als eine hochwirksame Art der Vernichtung von Insekten erwiesen, ob sie nun im Larven- oder Adultenstadium vorliegen.
Zur Vernichtung von Moskitos wurden umfangreiche Aktionen unternommen, wobei zahlreiche Typen und Arten von Präparaten eingesetzt wurden, um sowohl die Larven- als auch die Adultenstadien der Moskitos zu vernichten. Unter den erfolgreichsten, bisher entdeckten Methoden zur Vernichtung ist die Methode des Besprühens der Brutstätten mit Materialien zu nennen, die geeignet sind, das Reifen der Moskitolarven zu Adultenhüllen zu verhindern. Die derzeit verfügbaren, für diesen Zweck verwendeten Mischungen haben sich jedoch nicht als völlig zufriedenstellend erwiesen, da zahlreiche derselben gegenüber Vögeln, Fischen und Säugetieren toxisch sind und diese Tiere die zu behandelnden Brutstätten bewohnen.
Unter diesen Umständen muss besonders grosse Sorgfalt angewendet werden, wenn solche Mischungen eingesetzt werden, damit Dosierungen vermieden werden, die gegen andere Bewohner dieser Bereiche schädlich sind.
In dieser Hinsicht ist das Schädlingsbekämpfungsmittel gemäss der Erfindung einzig dastehend, da es gegen Moskitolarven bei niedrigen Konzentrationen extrem toxisch, gegen Fische, Vögel und Säugetiere aber selbst bei Konzentrationen, die viele tausendmal grösser sind als die larvizide Dosis, im wesentlichen nichttoxisch ist.
Das Schädlingsbekämpfungsmittel gemäss der Erfindung ist ein hochwirksames Insektizid, wenn es gegen Insekten eingesetzt wird, die Pflanzen oder andere organische Materialien, auf welchen eine solche Verbindung aufgebracht wird, fressen. Durch solche Insekten werden Jahr für Jahr ausserordentlich grosse Mengen von Nahrungsmitteln unbrauchbar oder vernichtet. Typische Insekten sind die folgenden : Kohlweissling, Heerwurm, Heuschrecken, mexikanischer Bohnenkäfer, Colorado-Kartoffelkäfer, europäischer Maisbohrer und Krebsspinner. Bei der Vernichtung von Nahrungsmitteln wird im allgemeinen durch heranwachsende Stadien ein ebensolcher Schaden wie durch das Adultenstadium hervorgerufen. Bei manchen Gruppen, wie bei Lepidoptera, ist die Larve jedoch die einzige Form, die einenwirtschaftlichen Schaden verursacht.
Bei andern Arten bewirkt nur das Adultenstadium den Schaden und bei noch andern ist sowohl den Larven- als auch den Adultenstadien der Schaden zuzurechnen. Das Schädlings-
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bekämpfungsmittel gemäss der Erfindung ist gegen beide Lebensstadien von Insekten hochwirksam.
Der Wirkstoff des Schädlingsbekämpfungsmittels gemäss der Erfindung hat den weiteren Vorteil, dass er mit andern Kontaktinsektiziden kombiniert werden kann. Kontaktinsektizide sind in erster Linie gegen Insekten wirksam, die Pflanzensäfte aussaugen, ohne das gesamte Gewebe zu vernichten. Die Kombination von zwei Typen von Insektiziden ergibt vor allem insektizide Präparate, die gegen Insekten mit verschiedener Art von Nahrungsaufnahme und im übrigen gegen alle Typen von Insekten wirk-
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holen und zwei Chrysanthemumsäuren (pyrethrin), Allethrin [3-Allyl-4-methyl-2-oxo-3-cyclopenten- 1-yl-ester der 2, 2-Dimethyl-3-(2-methylpropenyl)-cyclopropancharbonsäure) und 0, 0 - Dimethyl- S- (N-methylcarbamoyl)-methyldithiophosphat kombiniert werden.
Die Erfindung wird nachstehend näher veranschaulicht. Alle Teil- und Prozentangaben beziehen sich, falls nichts anderes angegeben ist, auf Gewicht.
Herstellung der Verbindung : A) (nichtwässerig).
0, 0, 0', 0'-Tetramethyl-O, O'-thiodi-p-phenylenthiophosphat.
Diese Verbindung wird durch Umsetzung von 11 g (0, 05 Mol) 4, 4'-Thiodiphenol und 5, 5g (0, 1 Mol) Natriumethoxylat, aufgeschlämmt in 400 ml Methyläthylketon, durch 15 min dauerndes Kochen unter Rückflusskühlung erhalten. Dann wird das Methanol abdestilliert, der Rückstand mit 100 ml Methyläthyl- keton verdünnt und innerhalb von 5 min unter Rückflusskühlung mit 16,2 g (0,11 Mol) 0, 0-Dimethylthiophosphorsäurechlorid, das in 50 ml Methyläthylketon gelöst ist, versetzt. Die Mischung wird dann weitere 1 1/2 h unter Rückflusskühlung erhitzt.
Die Feststoffe werden abfiltriert und das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt. Der Rückstand wird in Chloroform gelöst und die Lösung mit eiger Natronlauge, eiger Salzsäure, Wasser und gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen. Die gewaschene Lösung wird dann getrocknet und im Vakuum eingeengt, wobei man 18,3 g eines Öls erhält.
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B) (wässerig).
0, 0, 0', 0'-Tetramethyl-O, O'-thiodi-p-phenylenthiophosphat,
12,4 g 4, 4'-Dihydroxydiphenylsulfid werden in 57 g lObiger wässeriger Natronlauge gelöst und der pH-Wert wird auf 10 bis 11 eingestellt. Dazu gibt man 36 g O, O-Dimethylthiophosphorsäurechlorid unter Rühren zu und hält die Temperatur etwa 4 h bei etwa 400 C, wobei von aussen nach Erfordernis gekühlt wird. Weitere 25% igue wässerige Natronlauge wird im Bedarfsfalle zugesetzt, um den ursprünglichen pH- Wert aufrecht zu erhalten. Die Reaktionsmischung wird mit Toluol extrahiert und die Toluollösung getrocknet. Nach Abdestillieren des Lösungsmittels werden 24 g (91 % Ausbeute) eines viskosen Öls mit einem nif = 1, 5883 erhalten.
Um die aussergewöhnlichen Eigenschaften der gemäss A bzw. B hergestellten Verbindung zu veranschaulichen, wurden die folgenden nahe verwandten Homologen und Analogen auf folgende Weise hergestellt.
C) 0, 0, O',O'-Tetraäthyl-O,O'-thiodi-p-phenylenthiophosphat.
Diese Verbindung wird durch Umsetzung von 0, 1 Mol 0, 0-Diäthylthiophosphorsäurechlorid, 0,05 Mol 4, 4'-Thiodiphenol und 0, 1 Mol Kalium-tert.-butylat in insgesamt 100 ml tert.-Butanol her- gestellt. Die Dauer der Behandlung unter Rückflusskühlung beträgt 5 min. Nach Reinigung durch Chro-
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Die oben genannte Verbindung wird durch die folgende Umsetzung erhalten : 75 g 4, 4'-Sulfonyldi- phenol werden in 300 ml H20 aufgeschlämmt. Eine Lösung von Natriumhydroxyd, welche 1 Äquivalent der Base in jeder 100 ml Lösung enthält, wird hergestellt und 200 ml dieser Lösung werden zugesetztem das Phenol aufzulösen. Dann werden 144 g (0,9 Mol) O, O-Dimethylthiophosphorsäurechlorid während eines Zeitraumres von 1 1/2 h der Mischung zugesetzt. Die Natriumhydroxydlösung wird langsam zugefügt, um einen pH-Wert von 10,9 bis 11,0 aufrecht zu erhalten. Die Mischung wird zur Vervollständigung der Umsetzung auf 400 C erhitzt, und der Überschuss an 0, O-Dimethylthiophosphorsäure chlorid wird hydrolysiert.
Das Reaktionsprodukt wird filtriert und in 300 ml Benzol gelöst ; die benzolische Lösung wird mit 100 ml 51piger Natronlauge, mit 100 ml Wasser und anschliessend mit gesättigtem Natriumchlorid ge-
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waschen. Die organische Schicht wird mit wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Der Rückstand wird dann aus 200 ml 2B-Äthylalkohol (enthaltend einen Zusatz von 0,5 Vol.-Teilen Benzol je 100 Vol. -Teile 950/0iges Äthanol) umkristallisiert. Insgesamt werden 111,5 g mit einem F. von 66 bis 680 C erhalten.
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4'-Sulfonyldiphenol0, 0-Diäthylthiophosphorsäurechlorid gegeben.
Durch Zusatz von weiterer Natriumhydroxydlösung wird ein pH-Wert von 10,5 bis 11,0 aufrecht erhalten, wobei die Temperatur auf 500 C gehalten wird.
Die Mischung wird mit Chloroform extrahiert und der Extrakt wird mit 5% iger Natronlauge, mit 5% iger Salzsäure und schliesslich mit gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen. Der Extrakt wird getrocknet und im Vakuum eingedampft, wobei 15, 6 g des Produktes als Öl erhalten werden.
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Moskitolarven (Anopheles quadrimaculatus).
Gruppen von 25 Larven werden mittels eines Arzneitropfers in 50 ml-Bechergläser gegeben, welche 25 ml Wasser enthalten. In 400 mI-Bechergläser gibt man 225 ml Wasser. Die Konzentrationen der Versuchsverbindung werden durch Einbringen von 100 mg der Verbindung in 100 ml Aceton (Lösung A) eingestellt. 2,5 ml der Lösung A pro 100 ml Aceton entsprechen 25 Teile pro Million (Lösung B). 1, 01 ml der Lösung B werden unter die Oberfläche der in den 400 ml-Bechergläsern enthaltenen 225 ml Wasser einpipettiert und es wird kräftig gerührt. Die Moskitolarven werden eingebracht, indem der Inhalt der 50 ml-Bechergläser in das 225 ml betragende Flüssigkeitsvolumen geleert wird.
Die Endkonzentration beträgt 0, 1 Teile/Million. Die Bechergläser werden auf einer Temperatur von etwa 270 C gehalten und nach 24 h wird die Sterblichkeit der Larven ermittelt. Falls die Verbindungen eine Mortalität von 75% oder mehr ergeben, werden Reihenwerdünnungen durchgeführt, bis die Aktivität Null beträgt.
Mexikanischer Bohnenkäfer (Epilachna varivestis).
Mit den zu prüfenden Verbindungen werden 0,1%igue Lösungen in einem Gemisch aus 65% Aceton und 35% Wasser hergestellt. Sieva-Limabohnenblätter werden in die Prüflösung eingetaucht und troknen gelassen. Sobald sie trocken sind, werden sie in 76 mm Petrischalen gebracht, die ein feuchtes Filterpapier am Boden aufweisen und dann werden 10 im dritten Zwischenstadium befindliche Bohnenkäfer- larven in jede Schale gegeben. Die Schalen werden zugedeckt und bei etwa 270 C und 60% relativer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Nach 3 Tagen werden Mortalitätszählungen und Schätzungen der Frassmen- gen durchgeführt.
Verbindungen, die eine solche Tötungsrate von mehr als 75% ergeben, werden bei einer 10fachen Verdünnung in 65% Aceton/35% Wasser erneut geprüft.
Südländischer Heerwurm (Prodenia eridania).
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76 mm-Petrischalen gebracht, deren Boden mit feuchtem Filterpapier bedeckt ist. Dann werden 10 im dritten Zwischenstadium befindliche Heerwurmlarven mit etwa 9,5 mm Länge in jede Schale gegeben. Die Schalen werden zugedeckt und bei etwa 270 C und 60% relativer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt.
Nach 2 Tagen werden Mortalitätszählungen durchgeführt und Schätzungen der Frassmengen vorgenommen. Verbindungen, die eine Vernichtung von mehr als 50% ergeben, werden bei 10facher Verdünnung in einem Gemisch aus 65% Aceton und 35% Wasser erneut geprüft.
Kressenblattlaus (Aphis rumicis).
Die zu prüfenden Verbindungen werden als 0,1%igue Lösung in einem Gemisch von 65% Aceton und 35% Wasser angesetzt. Töpfe mit 76 mm Durchmesser, die eine Kapuzinerkressenpflanze mit einer Hö-
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det. Die Töpfe wurden auf einen Drehtisch gebracht (4 Umdr/min) und 2 Umdrehungen lang mit einem DeVilbiss-Zerstäuber Nr. 154 bei einem Luftdruck von 1, 4 kg/cm2 besprüht. Die Sprühdüse wird etwa 15 cm von den Pflanzen entfernt angebracht und der Sprühstrahl wird so gerichtet, dass eine vollständige Bedeckung der Blattläuse und der Pflanzen erreicht wird. Die besprühten Pflanzen werden seitlich auf ene Weisse Emailunterlage gelegt, deren Kanten mit einem S.A.E. No. 50-Öl als Hindernis versehen sind.
Die Mortalitätsschätzungen wurden nach Aufrechterhaltung dieser Bedingungen während 2 Tagen bei etwa 210 C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit durchgeführt ; Verbindungen, die eine höhere Vernichtungsrate als 75% zeigten, wurden bei zehnfachen Verdünnungen in einem Gemisch aus 6 5% Aceton und 35% Wasser einer neuerlichen Prüfung unterzogen.
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Zweifleckige Spinnmilbe (Tetranychus telarius).
Die zu prüfenden Verbindungen wurden als zigue Lösungen in einem Gemisch aus 65%Aceton und 35% Wasser angesetzt. Sieva-Limabohnenpflanzen mit dem ersten Paar Blätter und einer Grösse von etwa 75 bis 100 mm wurden etwa 5 h vor der Prüfung infiziert, wobei etwa 100 Milben im Adultenstadium pro Blatt verwendet wurden. Die infizierten Blätter wurden 3 sec lang in die Prüflösungen eingetaucht (Kristallisationsschalen mit einem Durchmesser von etwa 100 mm) und die Pflanzen werden dann trocknen gelassen. Die behandelten Pflanzen werden etwa 2 Tage bei 270 C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% belassen, worauf die Mortalität der adulten Milben durch Zählen der toten und lebendenAdulten auf einem Blatt unter Verwendung einer binocularen Lupe mit 10facher Vergrösserung berechnet wurde.
Das andere Blatt wird weitere 5 Tage lang belassen und dann bei 10facher Vergrösserung geprüft, um die Tötung der Eier und der neuerlich ausgebrüteten Nymphen zu schätzen, wodurch ein Mass für die ovozide bzw. Dauerwirkung erhalten wird. Verbindungen, die eine höhere Vernichtungsrate als 85% ergeben, werden erneut bei 10facher Verdünnung in 65% Aceton und 351o Wasser geprüft.
Falscher Mehlkäfer (Tribolium confusum).
Die zu prüfenden Verbindungen werden als 1, 0% figer Staub durch Vermischen von 0, 1 g der Verbindung mit 9,9 g eines Talks (Pyrax ABB) hergestellt, der mit 5 ml Aceton benetzt worden war, wor-
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Druck eingebracht. Den Staub lässt man auf Petrischalen mit einem Durchmesser von etWa 100 mm wäh- rend 2 min absetzen. Die Schalen werden entfernt und 25 im Adultenstadium befindliche falsche Mehlkäfer werden unmittelbar anschliessend zugesetzt. Die Schalen werden 3 Tage lang bei etwa 270 C und 60% relativer Luftfeuchtigkeit belassen, worauf Mortalitätszählungen durchgeführt werden.
Grosser Schwalbenkrautkäfer (Oncopeltus fasciatus).
Der oben beschriebene 10/0ige Staub wird auch bei diesem Versuch benutzt. 25 mg des 10/0igen Stau- bes werden gleichmässig über den Boden einer Kristallisierschale mit einem Durchmesser von etwa 178mm verteilt, wobei ein Kunststoffbecher mit Siebboden von etwa 16 mm Durchmesser als Verteilvorrichtung verwendet wurde. 20 Käfer im Adultenstadium werden dann zugesetzt und ein Siebdeckel wird auf die Schalen aufgelegt. Wasser wird aus 56 kg-Flaschen mit einem Baumwolldocht aufgebracht. Die Mortalitätszählungen wurden durchgeführt, nachdem die Schalen 3 Tage bei etwa 270 C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit belassen worden waren.
Die Ergebnisse der oben angegebenen Versuche sind in der nachstehenden Tabelle 1 zusammengestellt.
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Tabelle 1
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Boh-larven1 = Falscher Mehlkäfer 2 = Grosser Schwalbenkrautkäfer.
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Die vorstehende Tabelle 1 zeigt, dass die Verbindung gemäss A und B gegen eine umfassende Vielzahl von Schädlingen eine aussergewöhnliche Brauchbarkeit im Vergleich mit eng verwandten homologen und analogen Verbindungen aufweist ; insbesondere veranschaulicht sie die besonderen Eigenschaften gegen Milben, falschen Mehlkäfer und Anopheles-Moskitolarven. Im Test gegenAnopheles-Moskitolar- ven zeigt die letale Konzentration zur Vernichtung von 50% der Lebewesen (LC-50) als Mass der Toxizität der Verbindungen für die Verbindung gemäss A und B eine merkenswert höhere Grössenordnung der Toxizität im Vergleich zu eng verwandten Thio- und Sulfonyl-bisphenyl-Verbindungen.
Feldversuch mit der Verbindung 0, 0, 0', O'-Tetramethyl-O, O'-thiodi-p-phenylenthiophosphat.
Der nach der Erfindung verwendete Wirkstoff wurde im Feldversuch geprüft. Die Auswertungsme- thode war die folgende :
Die Abschnitte waren 0, 28 m2 gross, und 30 cm tiefe Felder, die mit schwarzem PolyäthylenKunststoff ausgelegt und bis zu einer Tiefe von 15 cm mit Wasser gefüllt waren, wurden angelegt. Zur Einstellung optimaler Bedingungen für Aedes sollicitans-Larven wurde ein 0,047 m2 grosses Rasenstück von Spartina patens (Salzmarschenwiesengras) in jeden Abschnitt eingebracht. Die Abschnitte wurden mit Eiern von Aedes sollicitans besetzt, während mit Culex pipiens-Eiern natürlich belegt wurde. Jedes Feld wurde mit einem Sieb bedeckt, um zu verhindern, dass räuberische Insekten, wie Libellen, eindringen können.
Ein emulgierbarer Konzentratansatz von 0, 0, 0', O'-Tetramethyl-O, O'-thiodi-p-phenylenthiophos- phat wurde mit einem Brennöl verdünnt und auf die Wasseroberfläche mit einer Sprühvorrichtung aufgebracht. Die Materialien wurden in Mengen aufgebracht, die einer tatsächlichen Aufwandmenge von 0,00045 bis 0,023 kg des toxischen Stoffes je 4046,8 m2 entsprachen. Das Volumen des Sprühmittels betrug 0,5 ml pro Feld (entsprechend 1892 ml je 4046,8 m2).
Die Materialien wurden auf der Basis der prozentuellen Vernichtung der Larvenvermehrung von 24 h nach der Behandlung, verglichen mit einer vorbehandelten Kultur, ausgewertet.
Die Ergebnisse der Versuche sind in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2
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<tb>
<tb> 0/0 <SEP> Verminderung <SEP> an <SEP> Lebewesen
<tb> Verbin- <SEP> Menge <SEP> in <SEP> Aedes <SEP> Culex
<tb> dung <SEP> kg/4046,8 <SEP> m2 <SEP> sollicitans <SEP> 1) <SEP> pipiens <SEP> 2)
<tb> A <SEP> bzw. <SEP> B <SEP> 0,011 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0,0045 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0,0023 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0,0004 <SEP> 55, <SEP> 8 <SEP> 1, <SEP> 76
<tb>
1) = Zweites und drittes Zwischenstadium
2) = Alle Zwischenstadien.
Die Tabelle 2 zeigt, dass die gemäss der Erfindung verwendete Wirkverbindung in einer ausserordentlich niedrigen Menge von 0,0023 kg/4046, 8 m2 voll wirksam ist gegen diese gewöhnlichen Species. Dieser Sachverhalt erhält dann besondere Bedeutung, wenn diese Menge mit den Aufwandmengen einer Anzahl wichtiger, im Handel erhältlicher Moskitolarvizide verglichen wird, die in der nachstehenden Tabelle 3 angegeben sind.
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Tabelle 3
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<tb>
<tb> Dosierung
<tb> Verbindung <SEP> (Menge <SEP> pro <SEP> 4046,8 <SEP> m2)
<tb> 1, <SEP> 1, <SEP> 1-Trichlor-2, <SEP> 2-bis- <SEP> (p-chlor- <SEP> 0,023 <SEP> bis <SEP> 0,18 <SEP> kg <SEP> aktiver
<tb> phenyl)-äthan <SEP> (DDT) <SEP> Bestandteil
<tb> O, <SEP> O-Diäthyl-o-p-nitrophenyl- <SEP> 0, <SEP> 027 <SEP> kg <SEP> aktiver <SEP> Bethiophosphat <SEP> (Parathion) <SEP> standteil
<tb> 5,6, <SEP> 7,8, <SEP> 9, <SEP> 9-Hexachlor-2, <SEP> 3- <SEP> 0, <SEP> 023 <SEP> bis <SEP> 0,068 <SEP> kg <SEP> aktiver
<tb> epoxy-1, <SEP> 2, <SEP> 3 <SEP> ;
<SEP> 4, <SEP> 4a, <SEP> 5,8, <SEP> 8a-Bestandteil
<tb> octahydro-1, <SEP> 4,5, <SEP> 8-dimethannaphthalin <SEP> (Dieldrin)
<tb> 1, <SEP> 2, <SEP> 3, <SEP> 4,5, <SEP> 6-Hexachlorcyclo-0, <SEP> 04 <SEP> bis <SEP> 0, <SEP> 068 <SEP> kg <SEP> aktiver
<tb> hexan <SEP> (Lindane) <SEP> Bestandteil
<tb> 0, <SEP> 0-Dimethyl-0- <SEP> (3-methyl- <SEP> 0,023 <SEP> bis <SEP> 0,09 <SEP> kg <SEP> aktiver
<tb> 4-methylthiophenyl)-thio-Bestandteil
<tb> phosphat <SEP> (Baytex)
<tb> 0, <SEP> O-Dimethyl-S-(1, <SEP> 2-dicarb- <SEP> 0, <SEP> 04 <SEP> kg <SEP> aktiver <SEP> Be-
<tb> äthoxyäthyl)-dithiophosphat <SEP> standteil
<tb> (Malathion)
<tb>
Anmerkung : Die obigen Angaben sind aus "Insecticide Recommendation", landwirtschaftliches Handbuch Nr. 120 des Agricultural Research Service and Federal Extension Service des USA - Departments of Agriculture entnommen.
Durch Vergleich der Tabellen 2 und 3 ergibt sich, dass die gemäss der Erfindung verwendete Wirkverbindung mindestens zehnmal wirksamer ist als die wirksamste der oben angegebenen wichtigen Moskitolarvizide.
Tabelle 4
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<tb>
<tb> Angegebene <SEP> LC-50 <SEP> in
<tb> Species <SEP> der <SEP> Teilen <SEP> pro <SEP> Million
<tb> Species <SEP> der <SEP> xi
<tb> Moskitolarven <SEP> Stamm <SEP> Beispiel <SEP> 3 <SEP> Beispiel <SEP> 1
<tb> Aedes <SEP> aegypti <SEP> S <SEP> 0,0030 <SEP> 0,0012
<tb> Aedes <SEP> nigromaculis <SEP> S <SEP> 0,0044 <SEP> 0, <SEP> 0008
<tb> Culex <SEP> pipiens <SEP> S <SEP> 0,005 <SEP> 0,0015
<tb> Culex <SEP> quinquefascia- <SEP> S <SEP> 0,0027 <SEP> 0,00053
<tb> tus
<tb> Culex <SEP> tarsalis <SEP> S <SEP> 0,0047 <SEP> 0,0004
<tb>
xx = S = empfindlich.
Tabelle 4 zeigt, dass die Wirkverbindung gemäss A bzw. B im Vergleich zu einer strukturell verwendeten Sulfonylbisphenylverbindung eine überlegene Toxizität gegen eine grosse Anzahl von Species von Moskitolarven aufweist.