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Stockwerksteuerung für Bauaufzüge
Die Erfindung betrifft eine Stockwerksteuerung für Bauaufzüge, bei der eine Aufzugbühne Stockwerkschalter betätigt, die mit ihren zugehörigen Stockwerkwahlschaltem in Serie geschaltet sind, wobei sämtliche dieser Serienschaltungen in Parallelschaltung in einer Zuleitung zu einer Motorklemme oder in dem Schaltkreis eines Schaltschützes für den Motor liegen.
Es ist bereits eine Reihe von Stockwerksteuerungen für Aufzüge bekannt, z. B. aus der deutschen Patentschrift Nr. 582442. Bei der Steuerung gemäss dieser Patentschrift sind als Halterelais Bimetallstreifen vorgesehen, die auf Grund ihrer durch den durchfliessenden Strom bedingten Verformung den Steuerstrom für einen Aufzugkorb so lange aufrechterhalten, bis durch den Aufzugkorb selbst Schachtkontakte in den jeweils anzusteuernden Stockwerken umgelegt und die Bimetallstreifen dadurch stromlos werden.
Durch das Umlegen der Schachtkontakte wird der den Aufzug betätigende Motor im entgegengesetzten Sinn gepolt, so dass er in der umgekehrten Drehrichtung wie vorher läuft. Die Schachtkontakte dürfen nicht in kurzen Schaltzeiten betätigt werden, da auf Grund der Wärmespeicherung in den Birne- tallstreifen eine gewisse Trägheit zu erwarten ist. Werden sie nämlich zu rasch umgeschaltet, so haben die Bimetallstreifen nicht genügend Zeit, sich von den Kontakten abzuheben, sie erhalten wieder Strom und erhalten den Kontakt ungewollt aufrecht. Dadurch würde der Aufzug unwillkürlich kurz nach Erreichen der jeweiligen Etage sich in umgekehrter Richtung wieder in Bewegung setzen.
Darüber hinaus muss zur erneuten Ansteuerung eines bestimmten Stockwerkes jedesmal wieder der entsprechende zugehörige Bimetallstreifen durch einen Druckknopf unter Strom gesetzt werden.
Die Erfindung beschäftigt sich mit einer Stockwerksteuerung für Bauaufzüge.
AnSteuerungenfürBauaufzüge werden-bedingt durch die Gegebenheiten an Baustellen - besondere Anforderungen gestellt. Die gesamte Stockwerksteuerung muss besonders robust ausgebildet sein, um den rauhenBetriebsbedingungenim Baugewerbe standhalten zu können. Die Anzahl der Stockwerke muss beliebig variabel sein, da je nach der Höhe des zu errichtenden Hauses die Maste oder Aufzugsgerüste der Aufzüge verschiedenhoch zusammengesetzt werden. Die Einsatzhöhe der entsprechenden Schaltelemente und die Abstände derselben sollen weiterhin mit wenigen Handgriffen variabel sein, so dass man die Aufzugsbühne einmal etwas höher oder einmal etwas tiefer zum Halten bringen kann. Weiterhin soll es möglich sein, dass ein einmal vorgewähltes Stockwerk über ein längeres Fernbedienungskabel beliebig oft angefahren werden kann.
Diese Anforderungen bedingen bei bekannten Ausführungsformen einen entsprechend komplizierten schaltungstechnischen Aufbau. Die Preise für eine Stockwerkschaltung erreichen dementsprechend einen sehr hohen Anteil des Gesamtpreises eines Bauaufzuges. Dies ist der Grund, weshalb viele Bauunternehmer auf Stockwerkschaltungen bei Bauaufzügen verzichten.
Gemäss der Erfindung soll nun eine Stockwerkschaltung für Bauaufzüge vorgeschlagen werden, bei der trotz Erfüllung der oben erwähnten Anforderungen ein besonders einfacher Aufbau möglich ist, so
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dass dementsprechend die Stockwerkschaltung mit geringen Kosten realisiert werden kann.
Diese Aufgabe wurde gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass als Stockwerkschalter an sich bekannte Schalter vorgesehen sind, die beim Passieren eines Stockwerkes durch die Aufzugsbühne in Aufwärtsrichtunggeöffhetundin Abwärtsrichtung geschlossen werden, dass die Stockwerkwahlschalter in bekannter Weise als einpolige Dreh-oder Kippschalter ausgebildet sind und dass ein zweipoliger (Auf-Ab-) Schalter vorgesehen ist, dessen einer Kontakt in der Zuleitung zu einer Motorklemme oder im Schaltkreis eines Schaltschützes für den Motor liegt und dessen anderer Kontakt in bekannter Weise zur Steuerung der Lösung der Motorbremse dient.
Die Stockwerkwahlschalter sind nebeneinander oder übereinander auf einem Schaltbord angeordnet.
Durch den zweipoligen Auf-Ab-Schalter wird die Aufzugsbühne nach Betätigen eines Stockwerkwahl- schalters in Bewegung gesetzt. Die Stockwerkschalter sind in beliebiger Höhe und in beliebigen Abständen voneinander in ein Aufzugsgerüst einsetzbar. Die Abstände können durch Verschieben der Stockwerkschalter entlang einer Stange od. dgl. verändert werden.
In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht eines Aufzugsgerüstes mit einer Aufzugsbühne ; Fig. 2 einen vergrösserten Ausschnitt aus dem Kreis A in Fig. 1 und Fig. 3 einen Schaltplan der Stockwerkschaltung.
Auf einem Aufzugsgerüst 1 gleitet eine Aufzugsbühne 2, welche von einem über Umlenkrollen 3 geführten Seil 4 gezogen wird. Das Ende des Seiles 4 ist auf einer nicht dargestellten Winde aufgewickelt, welche von einem Elektromotor. angetrieben wird.
An der Aufzugsbühne 2 ist ein Schaltbolzen 5 befestigt, der die Stockwerkschalter 6 betätigt. Die Ausbildung der Schaltbolzen 5 und der Stockwerkschalter 6 geht im einzelnen aus Fig. 2 hervor. Die Stockwerkschalter 6 sind an Schienen 7 befestigt, auf denen sie leicht verschoben werden können, um so den erwünschten Haltepunkt für die Aufzugsbühne 2 in beliebiger Höhe einzustellen.
Der Stockwerksteuerung ist ein Schaltbord 8 zugeordnet, auf welchem z. B. übereinander Drehschalter 9 angeordnet sind. Weiterhin ist ein zweipoliger (Auf-Ab-) Schalter vorgesehen, durch welchen die Aufzugsbühne 2 im Sinne einer Aufwärtsfahrt oder Abwärtsfahrt in Bewegung gesetzt werden kann.
Die Stockwerkwahlschalter 9 sind, wie dies aus dem Schaltbild gemäss Fig. 3 hervorgeht, in Serie mit denStockwerkschaltern 6 geschaltet. Sämtliche dieser Serienschaltungen liegen parallel an Leitungen 11 und 12. Die Leitung 11 kann beispielsweise die Masse sein. Die Stockwerkschalter 6 können dementsprechend je mit einem einzigen Kabel versehen sein, mit welchem sie an die entspre-
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auch um weniger oder um mehr Stockwerke handeln kann. Die Leitungen 11 oder 12 sind über einen Kontakt 10 des zweipoligen (Auf-Ab-) Schalters mit dem Hauptschaltschütz 13 des Motors verbunden. An Stelle des Hauptschaltschtttzes 13 kann der Motor unmittelbar gesetzt sein.
Die Wirkungsweise der Stockwerkschaltung gemäss der Erfindung ist folgende :
Bei der Abwärtsfahrt der Aufzugsbühne 2 werden sämtliche Stockwerkschalter 6 nacheinander geschlossen, bei der Aufwärtsfahrt werden sie von unten beginnend geöffnet. Es sei nun angenommen, dass der Aufzug zur Materialbeförderung mehrmals hintereinander in den vierten Stock fahren soll. Der
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wird, fliesst ein Strom über den dem vierten Stock zugeordneten und geschlossenen Stockwerkwahlschalter 9 zu dem dem vierten Stock zugeordneten und ebenfalls geschlossenen Stockwerkschalter 6. Der Motor zieht die Aufzugsbühne 2 hoch, wobei die Stockwerkschalter 6 nacheinander geöffnet werden. Wenn der dem vierten Stock zugeordnete Stockwerkschalter 6 geöffnet wird, wird der Motor stromlos, da alle andern Stockwerkwahlschalter 9 offen sind.
Zur Abwärtsfahrt erhält der Motor nach entsprechender Betätigung des zweipoligen (Auf-Ab-) Schalters einen entsprechenden Stromimpuls zur Lösungseiner Bremse. Wenn anschliessend wieder der Kontakt 10 des zweipoligen (Auf-Ab-) Schalters geschlossen wird, fährt die Aufzugsbühne 2 wieder in den vierten Stock. Der Bedienungsmann z. B. an der Zementmischmaschine braucht dementsprechend keine Überlegungen anstellen. Er läuft dadurch keine Gefahr, nach der einmaligen Einstellung eines anzufahrenden Stockwerkes bei erneutem und wiederholtem Anfahren ein verkehrtes Stockwerk anzusteuern, da er von jetzt ab nur noch den zweipoligen (Auf-Ab-) Schalter zu betätigen braucht, so lange bis ein neues Stockwerk angefahren werden muss.
Dies ist von besonderem Vorteil, da gerade auf Baustellen oftmals ein Stockwerk mehrere hundertmal nach-
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einander angefahren wird, bis ein Wechsel erwünscht wird. Soll ein anderes Stockwerk angefahren werden, dann braucht lediglich der zugeordnete Stockwerkwahlschalter 9 auf dem Schaltbord 8 betätigt zu werden. Wenn mehrere Stockwerkwahlschalter 9 auf dem Schaltbord 8 gleichzeitig betätigt werden, so ist dies nicht schädlich. Die Aufzugsbühne fährt dann in dasjenige Stockwerk, das dem höchsten der betätigten Stockwerkwahlschalter 9 entspricht.
Die Stockwerkschaltung gemäss der Erfindung ermöglicht dementsprechend bei einem sehr geringen Aufwand die weitgehende Erfüllung der an eine Stockwerkschaltung für Bauaufzüge zu stellenden Forderungen.