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Schussfaden-Abmessvorrichtung an schützenlosen Webstühlen
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Stelle kommt. Diese Massnahme ist für einige Garnarten besonders wichtig.
Die bisher bekannten Vorrichtungen zur Steuerung und Abmessung des Schussfadens vor der Eintragung auf schützenlosen Webstühlen entsprechen nicht vollends diesen Anforderungen, obwohl sie vielfach sehr kompliziert aufgebaut sind.
So z. B. verursachen die scheibenförmigen Rotationsabmesser, die nach dem Prinzip des unterbrochenen Schussfadenabzuges arbeiten, die Entstehung eines vergrösserten Fadenballons und eine erhöhte Beanspruchung des Schussfadens im Abschnitt zwischen der Schussfadenspule und dem Abmesser. Zugleich wird bei den erwähnten Rotationsabmessern, wenn der sich bisher nicht bewegende Schussfaden durch den rotierenden Teil des Abmessers aufgefangen und auf die Umfangsgeschwindigkeit der Abmessscheibe beschleunigt wird, auf den Faden ein beträchtlicher Stoss ausgeübt, der eine grössere Beanspruchung verursacht, die auch eine erhöhte Bruchanfälligkeit des Schussfadens zur Folge hat. Diese Stösse setzen auch die Genauigkeit der Abmessung der Schussfadenlänge herab, was grösseren Abfall an Schussfaden im Betrieb zur Folge hat.
Die Rotationsabmesser, die nach dem Prinzip des kontinuierlichen Schussfadenabzuges von der Schussfadenspule arbeiten, ziehen den Schussfaden mit annähernd konstanter Geschwindigkeit ab, so dass sie mit ihm schonender umgehen und dadurch auch seine Beanspruchung herabsetzen. Diese Rotationsabmesser arbeiten entweder mit nur einer Windung oder mit mehreren Windungen. Die Rotationsabmesser mit nur einer Windung beseitigen den Stoss des Schussfadens bei Beendigung der Eintragung nicht vollständig und besitzen insbesondere den Nachteil, dass sie sehr grosse Abmessungen aufweisen. Die kontinuierlich abziehendenAbmesser mit mehreren Windungen, die nach dem System einer sogenannten wandernden Windung arbeiten, messen die Schussfadenlänge genauer ab und sind dabei auch hinsichtlich ihrer Abmessungen vorteilhafter.
Ihr grosser Nachteil besteht demgegenüber in der schwierigen Änderung der abzumessenden Schussfadenlänge.
Zu den weiteren Nachteilen dieser Abmesser gehört eine komplizierte Bedienung bei entstandenem Schussfadenbruch oder bei der Notwendigkeit des Trennens, wenn es nötig ist, eine oder mehrere Windungen von Hand auf die Abmessscheibe aufzuwickeln, was für die Durchführung der Abmessung des ersten neu eingetragenen Schussfadens nötig ist, um die Maschine in Lauf setzen zu können.
Es ist bisher auch keine Vorrichtung bekannt, die eine Veränderung der Schussfadenlänge während des Laufes der Maschine ermöglichen würde, was insbesondere für die Arbeit mit synthetischen Materialien sehr wichtig ist.
Die Abmessvorrichtung gemäss der Erfindung erlaubt vor allem ein möglichst schonendes kontinuierliches Abziehen des Schussfadens von der Schussspule, eine genaue Abmessung seiner Länge, eine Herabsetzung der Faden-Beanspruchung bei Beginn der Abmessung sowie eine leichte Regelung seiner Länge auch während des Laufes der Maschine.
Dies wird gemäss dem Hauptkennzeichen der Erfindung dadurch erzielt, dass an dem im wesentlichen scheibenförmigen Abmesskörper (Abmessscheibe) eine von der Umfangsrillung zum Zentrumsteil der Scheibe führende Spiralrille angeordnet ist, wobei im Bereich dieses Zentrumsteiles eine Einrichtung zum vorübergehenden Festklemmen des Schussfadens an der Abmessscheibe und gegebenenfalls auch eine Einrichtung zur Beeinflussung der Spannung (Spannungsverminderung) des Schussfadens unmittelbar nach seiner Eintragung bzw. der Lage des zwischen der vorgenannten Klemmeinrichtung und der Düse liegenden Anfangsstückes des Schussfadens vorgesehen sind.
Hier beginnt also die Abmessung und das Aufwinden des Schussfadens auf den Abmesskörper an der
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ren Umfang dieses Abmesskörpers erreicht wird.
Vorteilhafterweise ist dabei die vorerwähnteKlemmeinrichtung durch einen frei drehbaren Anpressring gebildet, der auf einem vom Webstuhl aus gesteuerten Schwinghebel gelagert ist und mit einer an der Abmessscheibe bzw. einem zentralen Vorsprung derselben ausgebildeten Gegenklemmfläche zusammenwirkt, wobei von diesem Vorsprung verhältnismässig kleinen Durchmessers die Spiralrille ausgeht. Die Einrichtung zur Beeinflussung der Fadenspannung bzw. der Fadenlage kann durch eine vom Faden durchlaufene mit der Abmessscheibe achsgleich angeordnete und axial bewegliche Hülse gebildet sein, die, den Anpressring durchsetzend, mit ihrem der Abmessscheibe zugekehrten Ende in eine zentrale Ausnehmung derselben eingreift, wobei die Hülse ebenfalls auf einem vom Webstuhl aus steuerbaren Schwinghebel gelagert ist.
Für die Einstellung verschiedener Schussfadenlängen ist noch die ein weiteres Merkmal der Erfindung bildende Ausgestaltung von Bedeutung, wonach der dem zentralen Teil der Spiralrille der Abmessscheibe
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vorgeordnete Fadenführer zur Veränderung der Aufwickellänge in Umfangsrichtung der Abmessscheibe verstellbar ist.
In der nachfolgenden Beschreibung wird die Erfindung an Hand der zwei Ausführungsbeispiele veranschaulichenden Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 1 eine schematische Stirnansicht der einen Ausführungsform der Vorrichtung im Teilschnitt in der anfänglichen Phase der Abmessung des Schussfadens, Fig. 2 einen Axialschnitt hiezu, Fig. 3 eine schematische Stirnansicht der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung im Teilschnitt in der anfänglichen Phase der Schussfadenabmessung, Fig. 4 einen Axialschnitt hiezu, Fig. 5 ein Schema des Abmess- und Eintragungsmechanismus bei Beendigung der Schusseintragung, Fig. 6 das Schema im Anfang des Abmessvorganges des neuen Schussfadens, wenn sich die Weblade in der hinteren (Eintrag-) Stellung befindet, Fig.
7 das Schema bei Abmessung des Schussfadens, während sich die Weblade in die Anschlagsstellung bewegt, Fig. 8 das Schema in der weiteren Phase der Bewegung der Weglade in die Anschlagstellung mit Lockerung des Schussfadens zur Verhinderung seiner Überspannung und Fig. 9 das Schema beim Beenden der Aufwicklung des Schussfadens auf den Abmesskörper und beim Zurückziehen des Endes des abgeschnittenen Schussfadens in die Düse.
In der Seitenwand 1 des Webstuhls ist z. B. durch Schrauben 3 der Flansch 2 befestigt. An der Seitenwand 1 befindet sich ein Anguss 4, durch den die Welle 5 hindurchläuft, auf der die Nocke 6 befestigt ist. Im Flansch 2 ist ein Lager 7 angeordnet, in welchem die Welle 8 gelagert ist, auf deren Ende die Abmessscheibe 9 sitzt. Diese Abmessscheibe 9 besteht aus einer Scheibe 58, die auf ihrer rechten Seite mit einer Umfangsrille 10 versehen ist, welche durch die spiralförmige Rille 11 in den kegelförmigen Vorsprung 12 übergeht.
In der Abmessscheibe 9 ist weiters ein Hohlraum 13 vorgesehen, in welchen das Rohr 14 eindringen kann, das in der Hülse 34 des Kugelzapfens 15 axial verschiebbar ist, der im Schwinghebel 16 gelagert ist. Auf die Vorderfläche des kegelförmigen Vorsprunges 12 kann der mit einer Einlage 35 aus elastischem Material versehene Anpressring 17 aufsetzen, der im Lager 18 des Schwinghebels 19 frei drehbar gelagert ist. Der Schwinghebel 16 ist mittels des Zapfens 20 im Halter 21 frei ausschwenkbar gelagert, der z. B. durch nicht dargestellte Schrauben am Flansch 2 befestigt ist.
Mittels des weiteren Zapfens 22 ist am Halter 21 frei drehbar der Schwinghebel 19 angelenkt, der mit einem Zapfen 23 versehen ist, auf dem frei drehbar eine Lasche 24 gelagert ist, die eine Längsnut 25 aufweist, welche vom Zapfen 26 des Schwinghebels 16 durchsetzt ist. Der Schwinghebel 16 ist auf seiner Unterseite mit einer Rolle 27 versehen, die auf die Arbeitsfläche der Nocke 6 aufzusitzen kommt ; das fortwährende Anpressen der Rolle 27 des Schwinghebels 16 auf die Arbeitsfläche der Nocke 6 besorgt die Feder 50, die mit ihrem einen Ende am Oberteil des Schwinghebels 16 und mit ihrem andern Ende am Flansch 2 befestigt ist.
Der durch die Nocke 6 gesteuerte Schwinghebel 16 verursacht mittels des in der Längsnut 25 des Hebels 24 verschiebbaren Zapfens 26, wobei der Hebel 24 auf dem Zapfen 23 des Schwinghebels 19 drehbar ist, auch eine Ausschwenkung des Schwinghebels 19 um den Zapfen 22 des Halters 21. Durch Ausschwenken des Schwinghebels 16 wird also der Axialvorschub der Hülse 34 im Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 und durch Ausschwenkung des Schwinghebels 19 entweder das Aufsitzen des Anpressringes 17 auf die Vorderfläche des kegelförmigen Vorsprunges 12 der Abmessscheibe 9 oder seine Entfernung von dem kegelförmigen Vorsprung 12 erzielt.
Das Rohr 14 ist auf seinem rechten Ende mit einem Kegel 28 versehen, der in den Körper der Düse 29, die unbeweglich auf dem Rahmen der Maschine 30 befestigt ist, eingesetzt wird.
Vor der Düse 28 ist auf dem Rohr 14 ein hohler Deckel 31 gelagert, auf dessen Innenteil das rechte Ende der Schraubenfeder 32 abgestützt ist, deren linkes Ende sich auf den Flansch 33 der Hülse 34 stützt, die im Kugelzapfen 15 des Schwinghebels 16 befestigt ist. Die Feder 32 sichert also in jeder beliebigen Stellung des Schwinghebels 16 ein elastisches Aufsitzen des Kegels 28 des Rohres 14 auf dem Körper der Düse 29.
Am Flansch 2 ist mittels Schrauben 36 die ringförmige Abdeckung 37 des Fadenballons befestigt, in der sich die Öffnung 38 (Fig. 1) zum Durchlauf des Schussfadens 39 befindet.
Die Abmessscheibe 9 ist an ihrer Umfangsfläche in Berührung mit der Anpressrolle 40, die mit einem elastischen Belag 41, z. B. aus Gummi, versehen ist ; die Anpressrolle 40 ist mittels der Schraube 42 am Arm 43 befestigt, der auf dem Zapfen 44 frei drehbar gelagert ist, der in der Seitenwand 1 des Webstuhles befestigt ist.
Am Flansch 2 ist der Fadenführer 45 des Schussfadens 39 in Umfangsrichtung der Abmessscheibe 9 einstellbar gelagert, wobei seine Einstellung durch eine Mutter 46 von Hand vorgenom-
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In dem Augenblick, in welchem sich der Anpressring 17 auf den kegelförmigen Vorsprung 12 setzt und dadurch den Schussfaden 39 klemmt, beginnt sich der Ring 17 synchron mit der Abmessscheibe 9 zu drehen und es beginnt das Aufwickeln des Schussfadens 39, der von einer nicht dargestellten Kreuzspule zuerst auf den kegelförmigen Vorsprung 12, dann in der Spiralrille 11 (Fig. l) und schliesslich auch in den kreisförmigen Umfangsrillen 10 der Scheibe 58 aufgewickelt wird. Die Spiralrille 11 bildet also einen stufenlosen Übergang zwischen dem verhältnismässig kleinen Durchmesser des kegelförmigen Vorsprungs 12 und dem grösseren Durchmesser der kreisförmigen Umfangsrillen 10.
Für einige Schussfadenarten, die auf Überspannung empfindlich sind (z. B. Kunstfasern), ist es vorteilhaft, in der Zeit, in welcher der Schussfaden zwischen dem Anpressring 17 und dem kegelförmigen Vorsprung 12 geklemmt ist, immer noch die Möglichkeit zu haben, die Länge des Schussfadens 39 zwischen dieser Klemmstelle und dem Webfach zu regeln ; diese Regelung kann durch Axialvorschub der Hülse 34 in den Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 geschehen. Durch diesen Axialvorschub kann der geklemmte Schussfaden 39 z.
B. unmittelbar nach der Schusseintragung aus dem Webfach zurückgezogen werden oder vor der Abtrennung, bei der gewöhnlich eine Überspannung des Schussfadens eintritt, entspannt werden. Ähnlich ist es möglich, nach dem durchgeführten Abtrennen des Schussfadens das abgetrennte Ende 51 des Schussfadens 39 (Fig. 2, 8 und 9) in die Düse 29 zurückzuziehen.
Bei nicht zu festen und wenig gedrehten Schussfäden ist es auch vorteilhaft, einen Axialvorschub in der Hülse 34 in den Hohlraum 13 dazu zu benutzen, um den Schussfaden bei Beginn der Schusseintragung langsam freizugeben. Es ist nämlich eine bekannte Tatsache, dass es bei pneumatischen Düsen- stühlen nötig ist, die Pressluftzufuhr in die Düse 29 früher zu öffnen, bevor der Schussfaden 39 freigegeben ist, um so eine gute Luftströmung vor der eigentlichen Schusseintragung herbeizuführen.
Während des Zeitabschnittes vom Öffnen der Pressluftzufuhr bis zur Freigabe des Schussfadens strömt jedoch die Pressluft aus der Mündung der Düse 29 mit hoher Geschwindigkeit und wenn diese fortwährend auf eine Stelle des Schussfadens einwirken würde, könnte besonders bei einigen Schussfadenarten durch Auftreffen auf einen einzigen Punkt eine unerwünschte Zerfaserung eintreten.
Um diese Zerfaserung zu vermeiden, ist es erwünscht, dass noch vor der Freigabe des Schussfadens 39 aus der Klemmung das Ende des Schussfadens, das sich in der Düse 29 befindet, langsam so verschoben wird, dass der Luftstrom in der Düsenmündung nicht immer auf den gleichen Punkt des Fadens einwirkt. Das wird wieder durch die Axialvorschiebung der Hülse 34 im Hohlraum 13 erzielt, welche Axialbewegung, wie schon beschrieben wurde, durch den Schwinghebel 16 besorgt wird.
Eine weitere Regelung der Länge des abzumessenden Schussfadens 39 kann auch während des Laufes der Maschine durch verstellen des Fadenführers 45 auf dem Umfang des Abmesskörpers 9 erzielt werden, wodurch erreicht wird, dass der Schussfaden 39 auf der Vorderfläche des Vorsprungs 12 an einer andern Stelle geklemmt wird und dadurch früher oder später in die Spiralrille 11 eingewunden wird, was sich in der Aufwindung einer insgesamt grösseren oder kleineren Schussfadenlänge auf der Abmessscheibe 9 offenbart. Das Umstellen des Fadenführers 45 geschieht durch Lösen der Schraubenmutter 46 von Hand, Schwenken des Fadenführers in Richtung der Pfeile in Fig. 1 und durch erneutes Anziehen der Mutter, wobei die genannten Operationen auch während des Laufes der Maschine durchgeführt werden können.
Die Vorrichtung windet den Schussfaden 39 in die Spiralrille 11 und in die Umfangsrillen 10 des Abmesskörpers sehr feinfühlig hinein, denn der Schussfaden wird im ersten Augenblick auf dem kleinen Durchmesser des kegelförmigen Vorsprungs 12 aufgefangen, der eine kleine Umfangsgeschwindigkeit aufweist, die beim weiteren Aufwickeln des Schussfadens 39 in die Spiralrille 11 stufenlos ansteigt, bis sie die Umfangsgeschwindigkeit erreicht, die dem Durchmesser der Umfangsrillen 10 entspricht.
Auch das Abziehen des Schussfadens von der Abmessscheibe 9 durch den Strom des Druckmediums der Düse wird mit geringstem Widerstand ermöglicht, denn am Anfang geschieht dieses Abnehmen vom Umfang des kegelförmigen Vorsprungs 12, der nur einen kleinen Durchmesser aufweist und wo auch nur ein kleiner Fadenballon gebildet wird, bevor auf das Abziehen aus den Umfangsrillen 10 übergegangen wird, die einen grösseren Durchmesser aufweisen, aus welchem Grunde der Fadenballon auch anwächst. Zu diesem Anwachsen des Fadenballons kommt es jedoch erst in dem Augenblick, wenn in den Luftstrom schon eine beträchtliche Schussfadenlänge eingeführt ist und also auf den Schussfaden 39 schon eine beträchtliche Zugkraft einwirkt.
Die Vorrichtung ermöglicht eine Regelung der Länge des Schussfadens 39 an den Stellen zwischen der Klemmung am Vorsprung 12 des Abmesskörpers 9 und der Düse 29 auch während der Zeit,
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wenn dieser Schussfaden durch Aufwickeln auf die Abmessscheibe 9 abgemessen wird. Falls nämlich die Nocke 6 auf den Schwinghebel 16 derart einwirkt, dass seine Hülse 34 in den Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 eingeschoben wird, wird auch der Anpressring 17 in Richtung zur Abmessscheibe 9 verschoben und bewirkt schliesslich die Klemmung des Schussfadens. In diesem Augenblick beginnt bei fortwährender Drehbewegung der Abmessscheibe 9 das Abmessen des Schussfadens 39 bei seinem Aufwickeln zuerst auf den Vorsprung 12, dann in die Spiralrille 11 und schliesslich in die Umfangsrillen 10.
Auch bei diesem Aufwickeln kann sich die Hülse 34 weiter in den Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 einschieben, was auch wirklich unmittelbar nach der Schusseintragung geschieht, so dass der eingetragene Schussfaden in dem Zeitabschnitt abgezogen wird, in welchem schon die Länge des nächsten Schussfadens gemessen wird. Während des Abmessens dieses folgenden Schussfadens kommt es aber gleichzeitig zum Abtrennen des eben eingetragenen Schussfadens, wenn die Hülse 34 durch Einwirkung der Nocke 6 wieder ein wenig aus dem Hohlraum 13 des Abmesskörpers 9 herausgeschoben wird, wodurch der eingetragene Schussfaden, der während des Abtrennens gewöhnlich überspannt wird, gelockert wird.
Nach Abtrennen dieses Schussfadens verschiebt sich die Hülse 34 wieder so tief als möglich in den Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 und zieht dadurch das abgetrennte Ende 51 des Schussfadens zurück in die Düse 29. Nun kommt es zum Freigeben der Druckluftzufuhr in die Düse 29 und zum langsamen Herausschieben der Hülse 34 aus dem Hohlraum 13 in Richtung zur Düse 29, das den Vorschub des abgetrennten Endes 51 des Schussfadens 39 in den Luftstrom der Düse 29 ermöglicht, so dass dieser Luftstrom nicht fortwährend auf die gleiche Stelle des abgeschnittenen Endes 51 des Schussfadens einwirkt und dieses also nicht zerfasern kann.
Sobald die Luftströmung von der Düse 29 sich ausgleicht, schwenkt der Schwinghebel 16 durch Einwirkung der Nocke 6 im Uhrzeigersinn aus, u. zw. in dem Ausmass, bis mittels des Zapfens 26, der Längsnut 25, des Hebels 24, des Zapfens 23 und des Schwinghebels 19 der Anpressring 17 vom kegelförmigen Vorsprung 12 abgehoben und so die Klemmung des Schussfadens 39 auf dem Vorsprung 12 gelöst wird. Die abgemessene Länge des Schussfadens 39 vom abgeschnittenen Ende 51 bis zur Klemmungsstelle zwischen dem äusseren Umfang der Abmessscheibe 9 und der Anpressrolle 40 wird dann durch den Druckluftstrom der Düse 29 in das Webfach eingetragen, wodurch der ganze Arbeitszyklus des Abmessmechanismus beendet ist.
Die Ausführung der Abmessvorrichtung nach den Fig. 1 und 2, die die Funktion der Rückziehung des eingetragenen Schussfadens ermöglicht, ist für hydraulische Düsenwebstühle bestimmt, wo durch die erwähnte Rückziehung des Schussfadens nach der Schusseintragung die Schussfadenschleife beseitigt werden kann, die durch Umwicklung des Schussfadens um das die Schusseintragung verursachende Wassertröpfchen entsteht.
Für pneumatische Düsenwebstühle kann die Abmessvorrichtung, wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, viel einfacher gestaltet werden. Dabei sind in den Fig. 3 und 4 für die gleichen Teile dieselben Bezugszeichen verwendet.
In der Seitenwand 1 des Webstuhls ist durch Schrauben 3 der Flansch 2 befestigt, in welchem in einem Lager 7 die Welle 8 gelagert ist, auf welche von einer Seite das Zahnrad 52 festgekeilt und das Handrad 53 befestigt ist, während auf ihrer andern Seite eine Abmessscheibe 9 angeordnet ist, die dieselbe Ausführung wie bei der Vorrichtung nach den Fig. l und 2 aufweist.
In der Seitenwand 1 des Webstuhls ist weiters drehbar die Welle 54 gelagert, auf deren linkem Ende ein Zahnrad 55 sitzt, das mit dem Zahnrad 52 der Welle 8 in Eingriff steht, während auf dem andern Ende der Welle 54 die Nocke 6 befestigt ist.
Auf dem Zapfen 20 des unteren gebogenen Teiles des Flansches 2 ist ausschwenkbar ein einziger Schwinghebel 16 gelagert, der auf seinem unteren Teil eine Rolle 27 aufweist, die auf der Nocke 7 aufsitzt, während sein oberer Teil eine Hülse 34 trägt, die auf der rechten Seite mit einem Flansch 33 versehen ist, während auf der linken Seite ein Lager 18 des Anpressrings 17 gehalten ist.
Der Anpressring ist mit einer Einlage 35 aus elastischem Material versehen. Durch die Hülse läuft frei das Rohr 14 hindurch, das auf seinem rechten Ende einerseits mit dem Kegel 28 versehen ist, der in die entsprechende Aussparung der Düse 29 eingreift, und anderseits eine Kappe 31 aufweist, auf die sich die Schraubenfeder 32 stützt, die mit ihrem linken Ende in den Flansch 33 der Hülse 34 aufzusitzen kommt. Die Schraubenfeder 32 verursacht durch ihren Druck nicht nur ein dauerhaftes Aufsitzen des Kegels 28 des Rohres 14 in der entsprechenden Aussparung der Düse 29, sondern sichert gleichzeitig durch Druckeinwirkung auf den Flansch 33 der Hülse 34 auch das Anpressen der
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Rolle 27 des Schwinghebels 16 an die Nocke 6.
Die Abmessscheibe 9 ist mittels der Übertragung der Zahnräder 52 und 55 derart angetrieben, dass sie vier Umdrehungen auf eine Umdrehung des Webstuhls ausführt. Die Nocke 6 hat die gleiche Umlaufzahl wie der Webstuhl.
Bei der Schusseintragung wird der Schwinghebel 16 in seine rechte Endlage geschwenkt, in welcher die Hülse 34 den Anpressring 17 von dem kegelförmigen Vorsprung 12 abhebt, wodurch das Abziehen der Wicklung des Schussfadens 39 vom kegelförmigen Vorsprung 12 ermöglicht wird, sowie aus der Spiralrille 11 und den Umfangsrillen 10 bis zur Stelle der Schussfadenklemmung zwischen der Anpressrolle 40 und dem äusseren Umfang der Abmessscheibe 9.
Nach durchgeführter Schusseintragung wird der Schwinghebel 16 entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt, wobei bei dieser Bewegung der Anpressring 17 wieder auf die Vorderfläche des kegelförmigen Vorsprungs 12 aufzusitzen kommt und dadurch die Klemmung des Schussfadens 39 auf dieser Vorderwand verursacht, was für das neuerliche Abmessen und Aufwickeln von Schussfaden zuerst auf den kegelförmigen Vorsprung 12, dann in die Spiralrille 11 und schliesslich in die Umfangsrillen 10 und auf die Aussenfläche der Scheibe 58 der Abmessscheibe 9 nötig ist.
Diese Vorrichtung erfüllt ebenfalls alle Grundanforderungen, die in der Beschreibungseinleitung erwähnt wurden. Sie misst den Schussfaden genau ab und ermöglicht dabei eine einfache Regelung der Länge des Schussfadens auch in der Weise, dass sie den Beginn der Wicklung in die Spiralrille 11 der Abmessscheibe 9 ändert, u. zw. durch gegenseitige Umstellung des Eingriffs der Zahnräder 52 und 55, die dadurch erreicht wird, dass man das Rad 52 durch Eindrücken des Handrads 53 gegen die Kraft der Feder 56, die auf die Welle 8 aufgeschoben ist und sich mit ihrem andern Ende auf das Lager 7 stützt, aus dem Eingriff mit dem Zahnrad 55 herausschiebt, und mittels des Handrads um das nötige Mass verdreht, wobei sich auch die Welle 8, das Zahnrad 52 und die Abmessscheibe 9 verdrehen.
Diese Regelungsart kann auch in der Ausführung des Abmessmechanismus nach den Fig. 1 und 2 verwendet werden.
Für die Auf- und Abwicklung des Schussfadens bei der Vorrichtung nach den Fig. 3 und 4 gilt dasselbe wie für die Vorrichtung nach den Fig. l und 2.
Die Vorrichtung ermöglicht ferner eine besonders einfache Montage und Demontage des Anpressringes 17 und des Rohres 14 vom Schwinghebel 16, u. zw. dadurch, dass beim Zusammenpressen der Feder 32 das Rohr 14 mit der Hülse 34 und dem Anpressring 17 aus der Lagerung im Schwinghebel 16 herausgeschoben wird.
Abschliessend sei nochmals kurz das Funktionsprinzip beider beschriebenen Typen der Vorrichtung an Hand der schematischen Darstellung gemäss den Fig. 5-9 erläutert.
In Fig. 5 ist die Vorrichtung im Augenblick der Beendigung der Eintragung des Schussfadens 39 gezeigt, wobei der Schussfaden nach Abheben des Anpressrings 17 von der Vorderfläche der Abmessscheibe 9 durch die Druckluftströmung, die aus der Düse 29 kommt, aus der Spiralrille und den Umfangsrillen des Abmesskörpers 9 abgezogen wurde, u. zw. in der Länge, die nach dem Abmessen durch Klemmung des Schussfadens mittels der Anpressrolle 40 sich ergibt.
In der Phase nach Fig. 6 ist der Schussfaden 39 durch den Anpressring 17 festgeklemmt, u. zw. durch Vorschub der Hülse 34 in den Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9. Gleichzeitig wird der Schussfaden aus der Klemmung zwischen der Abmessscheibe und der Anpressrolle 40 freigemacht. Dadurch sind die Voraussetzungen gegeben, das Abmessen des nächsten Schussfadens einzuleiten. Durch weiteres Einschieben der Hülse 34 in den Hohlraum 13 kann man gegebenenfalls ein Rückziehen des Schussfadens aus dem Webfach um eine bestimmte Länge erreichen.
In den beiden Arbeitsphasen nach Fig. 5 und 6 ist die Weblade 57 in der hinteren (Eintrag-) Stellung, während sie sich in der Phase nach Fig. 7 in Richtung in die vordere Anschlagstellung zu bewegen beginnt. In dieser Phase beginnt auch das Aufwickeln des Schussfadens in die Spiralrille und die Umfangsrillen der Abmessscheibe 9, das auch in der Arbeitsphase nach Fig. 8 fortgesetzt wird, wo auch die Weblade 57 ihre Bewegung in die Anschlagstellung fortsetzt, während die Hülse 34 ein wenig aus dem Hohlraum 13 der Abmessscheibe 9 herausgeschoben wird und dadurch den Schussfaden 39 lockert, der sonst überspannt wäre.
Diese Lockerung ermöglicht die Schussfadenabtrennung durch die Schere 59 bis in der Anschlagstellung, d. h. in der Zeit, wenn das Webfach schon überkreuzt ist und es nicht mehr möglich ist, den eingetragenen Schussfaden aus dem Webfach zurückzuziehen.
In der Arbeitsphase nach Fig. 9 wurde die Hülse 34 wieder so weit als möglich in den Hohlraum 13 hineingeschoben, so dass das Ende 51 des abgetrennten Schussfadens etwas in die Düse 29 zurückgezogen wurde, wobei jedoch noch immer die Aufwicklung des Schussfadens auf der Abmessscheibe 9
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