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Verfahren und Vorrichtung zum Versickern von mit
Leichtflüssigkeit beladenen Abwässern
Die Versickerung von Abwässern wurde bisher in der Weise durchgeführt, dass zwischen der Sohle des Sickerschachtes und dem höchsten Grundwasserspiegel eine Schicht gewachsenen Bodens in der Stärke von mindestens 1 m bestehen blieb. Der Zweck dieses durch behördliche Vorschriften erzwungenen Abstandes war, dass durch die Mindestschicht eine physikalische und biologische Filterwirkung erzielt werden sollte, um das zu versickernde Abwasser nochmals zu reinigen und dadurch ein Verseuchen des Grundwassers zu vermeiden.
Diese Filterwirkung ist nun bei ausgesprochenen Fäkalabwässern auch tatsächlich zu erwarten ; bei mit Leichtflüssigkeiten, z. B. Benzinen, Ölen od. dgl. beladenen Abwässern hat sich jedoch gezeigt, dass eine Filterwirkung nicht eintritt. Die Anteile an Leichtflüssigkeit werden sich zwar anfangs an der natürlichen Schichte festsetzen, mit zunehmender Betriebsdauer der Sickeranlage werden diese Anteile jedoch immer mehr nach unten gespült und schon nach kurzer Zeit kann die Leichtflüssigkeit praktisch ungehindert in das Grundwasser gelangen.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass bei mit Leichtflüssigkeiten beladenen Abwässern eine natürliche Filterschicht zwischen der Sohle des Sickerschachtes und dem Grundwasserspiegel keine Gewähr für die Reinhaltung des Grundwassers zu bieten vermag und geht bewusst einen umgekehrten Weg. Erfindungsgemäss wird nämlich vorgeschlagen, dass die zu versickernden von fäkalen Beimengungen freien Abwässer bis zum Grundwasserspiegel geleitet werden, wobei die Abwasserzuleitung mindestens im Bereich des zu erwartenden Grundwasserspiegels flüssigkeitsdicht und der Abwasseraustritt innerhalb der Grundwasserschicht erfolgt.
Durch die erfindungsgemässe Massnahme wird erreicht, dass sich die Anteile an Leichtflüssigkeiten, also jene Flüssigkeiten, die leichter als Wasser sind, ähnlich wie bei einem Benzin- oder Ölabscheider zuoberst sammeln, wobei zufolge der flüssigkeitsdichten Zuführung ein Eindringen in das umgebende Grundwasser ausgeschlossen ist. Durch den bewussten Verzicht auf eine natürliche Filterschicht vor dem Grundwasserspiegel wirkt demnach die Abwasserzuführung als Abscheider.
Nach einem bevorzugten Merkmal der Erfindung ist bei einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit einem bis unter den niedersten Grundwasserspiegel geführten Sickerschacht, dessen Wände mindestens zwischen dem höchsten und dem tiefsten Grundwasserspiegel flüssigkeitsdicht ausgebildet sind, am unteren Ende des Sickerschachtes eine vorzugsweise auswechselbare Filterschicht angeordnet. Diese Filterschichthält insbesondere mit Leichtflüssigkeiten verseuchte Sinkstoffe von einem Eindringen in das Grundwasser ab.
Als besonders zweckmässig hat es sich dabei erwiesen, die Filterschicht in einem hochziebaren und mit durchlässigen Wänden versehenen Korb anzuordnen, wobei der Korb, vorzugsweise mittels einer elastischen Manschette flüssigkeitsdicht am Rand des Sickerschachtes anliegt.
Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung aber auch möglich, vor dem Grundwasserspiegel Filter vorzusehen, was im Sickerschacht selbst oder davor erfolgen kann.
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Weitere Merkmale und Vorteil der Erfindung sind nachstehend an Hand eines Ausführungsbeispieles, auf das die Erfindung jedoch keineswegs beschränkt ist, näher beschrieben. Dabei zeigt die Fig. 1 im Vertikalschnitt eine erfindungsgemäss ausgebildete Sickeranlage und die Fig. 2 stellt in vergrössertem Massstab den Rand eines Filterkorbes dar.
Gemäss Fig. l gelangt das zu versickernde Abwasser über einen Zulauf 1 - kommend von einem Schlammfang, Einlaufschacht od. dgl. - in einen Abscheider 2 für Leichtflüssigkeiten, der in üblicher Weise ausgebildet ist. Zufolge des niederen spezifischen Gewichtes der Leichtflüssigkeiten steigen diese in der Mitte des Abscheiders hoch, wogegen die spezifisch schwereren Abwässer über ein Verbindungsrohr 3 in einen Filterschacht 4 geführt werden. Der Schacht 4 besteht aus zwei Kammern 5 und 6, die durch ein Filter 7 getrennt sind. Nach Durchströmen der Kammer 5, des Filters 7 und der Kammer 6 gelangt das vorgereinigte Abwasser über einen Stutzen 8 in einen Kontrollschacht 9 und von dort über ein Rohr 10 in den Sickerschacht 11. Dieser ist bis unter den tiefsten Grundwasserspiegel TW geführt.
Die Wände sind über die ganze Länge, mindestens jedoch zwischen dem höchsten Grundwasserspiegel HW und dem tiefsten Spiegel TW flüssigkeitsdicht ausgebildet. Am unteren Ende des Schachtes ist ein Filterkorb 12 angeordnet, der mittels Seilen 13 hochziebar ist. Dieser Filterkorb, der z. B. aus Streckmetall hergestellt sein kann, liegt mit seinem oberen Rand 14 flüssigkeitsdicht an der Wand des Filterschachtes an.
Gelangt das zu versickernde Abwasser in den Schacht 11, so bildet sich am unteren Ende des Schachtes eine Flüssigkeitssäule, die mit dem Grundwasserspiegel kommuniziert, wobei jedoch die Verbindung nur über das Filter 12 möglich ist. Demzufolge werden sich die Bestandteile an Leichtflüs- sigkeit abscheiden und es wird sich ein im gezeigten Beispiel über dem mittleren Grundwasserspiegel MW stehender Spiegel ÖS einstellen. Die Aufenthaltszeit des zu versickernden Abwassers im Sickerschacht
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Der abgeschiedene Anteil an Leichtflüssigkeiten zwischen den Spiegeln ÖS und WS kann entweder von Zeit zu Zeit abgeschnüffelt werden oder sie werden beim Herausziehen des Filterkorbes durch das Filter gebunden und mit abgezogen. Um die Kontrolle des Standes an Leichtflüssigkeit zu vereinfachen, kann auch eine automatische Ölstandsanzeige, z. B. eine schwimmendeÖlalarmsondevorge- sehen sein.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, erfolgt die flüssigkeitsdichte Abdichtung des Filterkorbes 12 zweckmässig in der Weise, dass an ein angeschweisstes Winkelprofil 15 eine elastische Manschette 16 angenietet ist.
Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung noch zahlreiche Abänderungen möglich. Insbesonsondere kann die Art der Vorreinigung geändert werden ; auch das nachgeschaltete Filter kann in manchen Fällen entfallen. Wesentlich ist die Zuführung des zu versickernden Abwassers bis zum Grundwasserspiegel.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Versickern von mit Leichtflüssigkeiten beladenen Abwässern, dadurch ge- kennzeichnet, dass die zu versickernden, von fäkalen Beimengungen freien Abwässer bis zum Grundwasserspiegel geleitet werden, wobei die Abwasserzuleitung mindestens im Bereich des zuerwartenden Grundwasserspiegels flüssigkeitsdicht und der Abwasseraustritt innerhalb der Grundwasserschicht erfolgt.