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Anordnung zur Steuerung von Seilbahnen
Die Antriebe von Seilbahnen unterliegen einer besonderen Steuerung, die von mehreren Faktoren abhängig ist. Zunächst müssen die Seilbahnkabinen bis zum Erreichen einer vorbestimmten Geschwindigkeit beschleunigt und dann beim Einlaufen in die Gegenstation wieder entsprechend verzögert werden. Beim Einlaufen in eine Station ist ferner eine bestimmte Strecke vorgeschrieben, die mit einer sogenannten Schleichgeschwindigkeit zu fahren ist. Die Verzögerung muss daher zu Beginn der Schleichgeschwindig- keit beendet sein. Die eigentliche Fahrgeschwindigkeit der Seilbahn ist jedoch variabel und muss den je- weiligenVerhltnissen (insbesondere WitterungsverhältnissensowiederLast) angepasst sein.
Die Verzögerung von der Fahrgeschwindigkeit auf die Schleichgeschwindigkeit muss also so rechtzeitig einsetzen, dass der vorgeschriebene Schleichweg stets eingehalten wird. Infolgedessen wird der Punkt zum Einsetzender Verzögerung für die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit bestimmt. Die Verzögerung selbst wird in der Regel durch Vorendschalter eingeleitet, die auf der Trasse oder im Kopierwerk eingebaut sind. Solange der Zeitpunkt für die Verzögerung stets gleich bleibt, ergeben sich für die verschiedenen, zu fah-
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als sie vorgeschrieben ist, das bedeutet, dass die Kabine einen wesentlich grösseren Schleichweg zurücklegen muss, als eigentlich vorgesehen ist. Bei sehr geringer Geschwindigkeit kann der Schleichweg unter Umständen das Doppelte oder Dreifache des tatsächlich vorgeschriebenen Weges betragen.
Dieses erfordert erstens einen erheblichen Zeitaufwand und zweitens wirkt es sich auf die gerade in der Kabine befindlichen, zu befördernden Personen unangenehm aus, da es für diese den Anschein erweckt, als würde die Kabine lange vor Erreichen der anzulaufenden Station zum Stillstand kommen.
Es sind daher bereits Massnahmen vorgeschlagen worden, die den Schleichweg annähernd konstant halten sollen. Dieses lässt sich mit einer nichtlinearen Verzögerung erreichen, die zwar bei jeder Fahrgeschwindigkeit stets am gleichen Punkt einsetzt, jedoch in Abhängigkeit von dieser Geschwindigkeit stets dann beendet ist, wenn die Schleichgeschwindigkeit einsetzen soll. Um nichtlineare Verzögerungen zu erreichen, ist jedoch ein erheblicher Aufwand notwendig.
Es ist bekannt, bei Aufzügen eine Feineinstellung für die wechselnde Lastgrösse vorzusehen. Von den Stock, jerkskontakteri wird eine Zeitschaltvorrichtung betätigt und in Abhängigkeit vom Belastungsstrom gbr. cht. Das hat zur Folge, dass bei Aufwärtsbewegung die Zeitverzögerung mit zunehmender Belastung
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hat hiezu Röhren benutzt, derenGitter mit einer Steuerspannung beaufschlagt ist, die aus einer Komponente in Abhängigkeit der Stockwerkskontakte und einer zum Belastungsstrom umgekehrt proportionalen Komponente zusammengesetztist. Wie bei allen Aufzügen handelt es sich hiebei also um eine Schaltung, die ausschliesslich von der Belastung der Kabine abhängig ist.
Solche Massnahmen sind aber für Seilbahnen nicht anwendbar, da hier die Belastung nur von sekundärer Bedeutung ist und das Primäre in der Einhaltung eines bestimmten Schleichweges liegt. DerAufwand für Aufzüge ist auch aus Gründen der meist automatischen Stockwerksschaltung weitaus erheb-
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licher, so dass auch aus diesen Gründen eine Übertragung dieser bekannten Massnahmen auf Seilbahnen nicht in Frage kommt.
SoferninderAnlageeinKopierwerkvorhandenist, das eine Nachbildung der gesamten Fahrstrecke gestattet, so kann dieses Kopierwerkdazuherangezogen werden, den Einsatzpunkt für die Verzögerung varia- bel zu gestalten, wobei die Verzögerung selbst wieder linear verläuft. So ist bereits vorgeschlagen worden, durch geeignete Ausbildung des Kopierwerkesvariable Einsatzpunkte für die Verzögerung in Abhängigkeit von der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit herbeizuführen.
Bekanntlich besitzen aber nur wenige Anlagen ein solches Kopierwerk. Für die andern Anlagen ist da- her bisher die Veränderung des Einsatzpunktes für die Verzögerung noch nicht möglich gewesen.
Die Erfindung befasst sich nun mit einer Steuerung für Seilbahnen, die es gestattet, unabhängig vom
Vorhandensein eines Kopierwerkes den Zeitpunkt für das Einsetzen der Verzögerung von der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit abhängig zu machen, so dass bei jeder Fahrgeschwindigkeit die Verzögerung stets dann beendet ist, wenn der Schleichweg beginnt.
Erfindungsgemäss geschieht dieses durch eine Anordnung zur Steuerung von Seilbahnen, bei der orts- fest in einem bestimmten Abstand auf der Trasse zwei von der vorbeifahrenden Gondel betätigbare Kontakte angeordnet sind, von denen der in Fahrtrichtung der Gondel erste Kontakt ein elektronisches Zähl- werk einschaltet und der zweite Kontakt dieses ausschaltet, und dass die von dem Zählwerk abgegebe- nen analogen oder digitalen Fahrgeschwindigkeitsmesswerte als Eingangsgrösse einer Zeitverzögerungsein- richtung zugeführt werden, die in an sich bekannter Weise den Beginn der Seilbahnantriebsabsteuerung bestimmt.
Es sei zunächst an Hand eines Diagrammes der Ablauf für die bekannten und für die erfindungsgemäss vorgesehene Anordnung wiedergegeben.
In der Fig. l ist in einem Diagramm die Geschwindigkeit v und der Weg s aufgetragen. Der Punkt B bezeichnet die Stelle, an der die Schleichgeschwindigkeit erreicht sein muss, die bis zum Punkt C beibehalten wird. Hievon abhängig wird zunächst der Punkt A ermittelt, in dem für die maximal zulässige Seilbahngeschwindigkeit V max die Verzögerung einsetzen muss, damit bei Punkt B die Schleichgeschwindigkeit erreicht ist. Diese Verzögerung ist hier durch die Kennlinie 3 wiedergegeben. In Abhängigkeit von den gegebenen Verhältnissen ergeben sich nunmehr verschiedene Fahrgeschwindigkeiten, die in der Regel unterhalb der maximalen Geschwindigkeit liegen. Der Punkt A bedeutet aber gleichzeitig die Stelle auf der Trasse, an der eine Kontaktgabe zum Einsetzen der Verzögerung erfolgen muss.
Daraus ergibt sich, dass bei einer beispielsweise gefahrenen Geschwindigkeit von vl im Diagramm der Einsatzpunkt tür die Verzögerung ebenfalls in A erfolgt. Geht die Verzögerung jetzt linear, d. h. konstant, vor sich, so verläuft sie nach der Kennlinie 1, womit im Punkt E bereits die Schleichgeschwindigkeit erreicht wird. Man erkennt hieraus ohne weiteres, dass der Schleichweg wesentlich vergrössert wird, u. zw. um das Stück EB, was die zuvor beschriebenen Nachteile aufweist.
Bei einer andern bekannten Einrichtung wird nun davon ausgegangen, zwar den Einsatzpunkt für die Verzögerung konstant zuhalten, d.h. die Verzögerung ebenfalls im Punkt A einsetzen zu lassen, j edoch die Verzögerung selbst nichtlinear ablaufen zu lassen,u.zw. so, dass die Verzögerung sich selbst ändert, je mehr die Kabinesichdem Punkt B nähert. Dieses würde etwa der Kennlinie 2 entsprechen. In diesem Fall ist zwardieVerzögerungaucherstimPunkt B Wendet, jedochistihrEinsatzpunkt A fürdieGeschwindig- keit vl zu früh,so dass sich ein langer Verzögerungswegergibt.Der Punkt A istjaderpunkt, derfür Vmax bestimmtwurde.
WieausdemDiagrammersichtlich,istesohneweiteresmöglich,d'eGeschwindigkeitv1 solange beizubehalten, bis die Kennlinie 3 im Punkt D erreic'it wird.Setzt in diesem Augenblickdie Verzögerung ein, so verläuft sie wieder linear und ist ebenfalls im Punkt B beendet. Daraus ergibt sich, dass die Fahrgeschwindigkeitlängerbeibehaltenwerden kann und dass die Verzögerung selbst innerhalb der kürzesten Zeiterfolgt, ohnedasseineVerlängerungdes Schleichweges eintritt. Dieser zuletzt beschriebene Fall liegt nun der Erfindung zugrunde, nach der der Einsatzpunkt für die Verzögerung variabel gestaltet wird, d. h. stets auf der Kennlinie 3 erfolgt, u. zw. indempunkt, in dem die Waagrechte der jeweiligen Geschwindigkeit auf die Kennlinie 3 trifft.
In Fig. 2 ist mit 11 ein Schalter bezeichnet, der aut der Trasse angeordnet ist und von der vorbeifahrenden Kabine betätigt wird. Dieser Schalter wird zweckmässig in einem solchen Abstand von der Station angeordnet sein, dass nach seiner Betätig'mg auch bei maximaler Fahrgeschwindigkeit der Verzögerungsweg so verläuft, dass der Schleichweg eingehalten wird. Mit 12 ist ein zeitabhängiges Werk bezeichnet, das mit einem Fliehkraftregler 14 gekoppelt ist. Dieser Fliehkraftregler 14 wird ständig von dem Zugseil 13 der Seilbahn angetrieben und erhält damit eine zur Fahrgeschwindigkeit proportio- nale Drehzahl.
Diese Drehzahl wird durch die Kupplung auf das Zählwerk 12 übertragen, das ent-
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sprechend der jeweiligen Drehzahl des Reglers 14 einen bestimmten Zeigerausschlag erfährt, womit ein diesem Zeigerausschlag entsprechendes Zeitwerk eingestellt wird. Bei Betätigung des Kontaktes 11 wird das Zeitwerk ausgelöst und läuft ab. Nach seinem Ablauf erfolgt eine Kontaktgabe, durch die das Relais 15 betätigtwird. DiesesRelais leitet dann den eigentlichen Verzögerungsvorgang für den Seilbahnantrieb ein.
InFig. 3 ist eine andere Möglichkeit dargestellt. Hier sind zunächst zwei Kontakte 21 und 22, vorgesehen. Diese Kontakte sind vorteilhaft als sogenannte Initiatoren auszubilden. Diese Initiatoren, die als Näherungsinitiator bzw. Schlitzinitiator bekannt sind, sind elektronische Elemente, die durch Vor- beibewcgen eines leitenden Körpers einen Impuls abgeben, der von weiteren elektronischen Elementen verarbeitbar ist. Diese beiden Kontakte befinden sich in einem definierten Abstand auf der Trasse. Der Abstand zwischen den beiden Kontakten ist so zu wählen, dass sich Änderungen in der Fahrgeschwindigkeit, die sich während der Fahrt der Seilbahnkabine us irgendwelchen Gründen ergeben, auf diesem Stücknicht oder unwesentlich bemerkbar machen.
Das bedeutet, dass in der Praxis diese beiden Kontakte nur einige Meter voneinander entfernt sein werden. Diese beiden Kontakte sind mit einem Zähler, der zweckmässig als elektronisches Zählwerk ausgebildet ist, verbunden. Bei Betätigung des Kontaktes 21 wird der Zähler 23 gestartet, und bei Betätigung des Kontaktes 22 wieder gestoppt. Dieser Zähler 23 wird bei Start mit konstanten Impulsen beaufschlagt, die er bis zu seinem Stopp zählt. Die Zahl der Impulse ist ein Mass für die Geschwindigkeit, mit der die Kabine an den Kontakten 21 und 22 vorbeigeführt wird.
Der Wert, der sich im Zähler 23 einstellt, kann dann als Analog- oder Digitalwert entnommen werden. Analog zum Beispiel als Spannung oder Strom, digital zum Beispiel in Form einer Impulsfolge oder als Impulszahl. Der bei 23 abgenommene Wert wird dann einer Verzögerungseinrichtung zugeführt, die in Abhängigkeit dieses Wertes zu verschiedenen Zeiten eine Kontaktgabe herbeiführt.
Für analoge Werte kann die Verzögerungseinrichtung 24 beispielsweise aus den bekannten thermischen Relais oder Heissleiterwiderständen auf Halbleiterbasis bestehen, die je nach Grösse der Eingangsspannung oder des Eingangsstromes zu verschiedenen Zeiten eine Kontaktgabe herbeiführen. Bei digitalen Werten wird die Verzögerungseinrichtung 24 aus elektronischen Elementen bestehen, die in Abhängigkeit von der gegebenen Impulsfolge ebenfalls eine zeitliche Verstimmung der Kontaktgabe herbeiführen. Der Verzöge- rungseinrichtung 24 ist dann wieder das Relais 25 nachgeschaltet, welches bei Betätigung unmittelbar den Verzögerungsvorgang für den Steuerantrieb der Seilbahn einleitet. Es können aber auch die Impulse des Zählers 23 als Ausgangsgrösse, nämlich als Impulszahl, dienen.
Diese Impulse werden dann einem Schrittschaltwerk, das vorzugsweise aus elektronischen Elementen besteht (z. B. Schrittregister) zugetührt, welches bei jedem Impuls einen Schritt weiter schaltet und damit ein Zeitwerk entsprechend einstellt. Mit der Kontaktgabe des Kontaktes 21 wird dieses Zeitwerk ausgelöst, womit der Vorgang, wie zuvor beschrieben, abläuft.