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Foulard Die Erfindung betrifft einenFoulard, bei dem der Raum für die Färbe- oder sonstige Behandlungsflotte durch zwei Quetschwalzen und an den Stirnflächen dieser Walzen dichtend anliegende Wände gebildet ist.
Foulards wurden bisher ausschliesslich zur Behandlung von in Strang-bzw. Bandform vorliegendem Gut eingesetzt, Versuche, derartige Maschinen auch zum Imprägnieren bzw. Färben von flockenförmii gem Material in insbesonders viskosen Flüssigkeiten zu verwenden, blieben erfolglos. Es hat sich nämlich gezeigt, dass der grösste Teil der eingebrachten Flocken viel zu lange auf der relativ dickflüssigen Flotte ("kurze" Flotte) schwimmen bleibt und nicht zwischen den Walzen hindurchgezogen wird.
Ziel der Erfindung ist es, einen Foulard zu schaffen, mit dem auch flockenförmiges Gut kontinuierlich behandelt werden kann. Demgemäss besteht die zu lösende Aufgabe in erster Linie darin, das Eintauchen der Flocken in die Behandlungsflotte zu beschleunigen. Dieses Problem wird durch die Erfindung auf äusserst einfache und zweckmässige Weise dadurch gelöst, dass zwischen den beiden Quetschwalzen mindestens ein endloses, von den Walzen antreibbares Band hindurchgeführt ist, wobei der Winkel, den jedes Band mit der beiden Walzen gemeinsamen Tangentialebene einschliesst, kleiner ist als 90 , insbesondere 30 beträgt.
Bevorzugt gelangen Bänder mit rauher Oberfläche, beispielsweise Gewebebänder, zur Anwendung.
Die Bänder können von netzartiger Struktur sein oder in Querrichtung rinnenartige Vertiefungen aufweisen.
Als Bandmaterial empfiehlt sich ein textiles Flächengebilde, das gegenüber den Behandlungsflottenein indifferentes Verhalten zeigt. Insbesonders können auch Bänder aus Gummi, Kunststoff od. dgl. eingesetzt werden, die gegebenenfalls mit einer Gewebeeinlage versehen sind.
Gemäss einer weiteren Variante der Erfindung ist das Band in mehrere, zumindest angenähert parallel laufende Einzelbänder aufgeteilt, die durch Schnüre, Seile od. dgl. gebildet sein können.
Nachstehend wird die Erfindung an Hand von drei in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen Foulard mit einem einzigen Band und Fig. 2 einen solchen mit zwei Bändern, jeweils im Schnitt normal zu den Achsen der Quetschwalzen. Fig. 3 zeigt im Grundriss einen Foulard mit zwei Bändern, deren jedes aus mehreren Einzelbändern gebildet ist, und Fig. 4 gibt einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 wieder.
Die beidenQuetschwalzen 1 und 2 sind in einem kräftigen Gestell gelagert und mittels eines Motorantriebs in dem durch die Pfeile a und b angedeuteten Drehsinn in Rotation versetzbar. Vorzugsweise gelangen hohle Stahlwalzen zur Anwendung, deren Oberfläche mit einem Gummibelag od. dgl. versehen sein kann. Gestell und Antrieb werden entsprechend den Erfordernissen gewählt, sind jedoch an sich für die Erfindung unwesentlich und daher in den Zeichnungen weggelassen.
Der Raum für die Färbe- oder sonstige Behandlungsflotte ist durch die beiden Quetschwalzen 1,2 und den Stirnflächen dieser Walzen dichtend anliegende Wände gebildet. Eine dieser beiden Wände ist in den Figuren erkennbar und mit 7 bezeichnet. Das Niveau der Behandlungsflotte ist durch die strichlierte Linie g angedeutet.
GemässdeminFig. IdargestelltenAusfuhrungsbeispielderErfindungisteineinzigesendloses Band (Einzugband) 4 vorgesehen, das um die Quetschwalze 2 und eine im Abstand darüber liegende Umlenkrolle 3 gefuhrt ist. Die Umlaufrichtung des Bandes 4 ist durch den Pfeil c angedeutet. Die Entfernung der Rolle 3 zu der durch die strich-punktierte Linie S angedeuteten gemeinsamen Tangentialebene der Walzen 1,2 ist
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verstellbar (Pfeil e), wodurch der Einzugswinkel a des Bandes 4 entsprechend geändert werden kann. Hiebei. können an sich bekannte Mittel vorgesehen sein, die eine Konstanz der Spannung des Bandes 4 auch bei Verstellung der Rolle 3 gewährleisten. Beispielsweise kann die Rolle 3 federnd gelagert bzw. so geführt sein, dass sie sich auf einer Kreisbahn bewegt, deren Mittelpunkt mit der Drehachse der Walze 2 zusammenfällt.
An sich sind jedoch Spal1l. mittel entbehrlich. Es hat sich nämlich gezeigt, dass das Band zumindest ausserhalb der Einzugsstrecke bzw. ausserhalb seines Wirkungsbereiches so locker gehalten werden kann, dass gegebenenfalls genügend Spielraum für eine Verstellung des Einzugswinkels vorhanden ist.
Das zu behandelnde flockenförmige Gut wird beispielsweise durch ein Förderband (nicht dargestellt) herangebracht und fällt in der durch den Pfeil f angedeuteten Richtung in die Behandlungsflotte. Durch die Wirkung des Bandes 4 werden die Flocken nun innerhalb sehr kurzer Zeit durch die Flotte und zwischen den Quetschwalzen hindurchgezogen.
Das Band 4 ist nach dem Verlassen der Quetschzone durch den Wirkungsbereich einer Abstreifvorrichtung 5 hindurchgeführt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist diese Vorrichtung durch eine rotierende Welle mit axial verlaufenden, etwa radial vorstehenden Abstreifern gebildet, wobei die Welle parallel und etwa quer zum Band 4 angeordnet ist. Hiebei ist die Drehrichtung d so gewählt, dass sich die Abstreifer bandseitig entgegengesetzt zum Band bewegen. Durch die Abstreifvorrichtung 5 wird das Band 4 von allenfalls anhaftenden Flocken befreit.
Die freie Oberfläche der Walze 2 ist nach der Abhebezone (Erzeugende 8) des Bandes 4 und vor dem Erreichen des Flottenniveaus g unter einem Wischer 6 hindurchgeführt, der die Walze von allenfalls anhaftenden Flottenresten u. dgl. säubert. Es hat sich nämlich gezeigt, dass am Band bzw. an der Walzenoberfläche haftende Flottenreste in der Abhebezone aufgeschäumt werden. Dadurch bildet sich auf der Walzenoberfläche eine schaumige Schicht. Diese Schicht bzw. die darin eingeschlossenen Luftbläschen würden bei der weiteren Drehung der Walze in die Flotte gelangen und den Imprägniereffekt nachteilig beeinflussen. Durch den Wischer 6 wird dies verhindert.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist um beide Quetschwalzen 1 und 2 je ein endloses Band 4,9 geführt. Die über den Walzen angeordneten Umlenkrollen 3 und 12 sind in Richtung der Pfeile e und i verstellbar, so dass die Einzugswinkel a und ss vorzugsweise unabhängig voneinander einstellbar sind. Weiters sind rotierende Abstreifer 5 und 11 vorgesehen. Die Drehrichtung der Walzen 1, 2 ist durch die Pfeile a, b, jene der Abstreifer durch die Pfeile d, j angedeutet. Die freie Oberfläche jeder der Walzen 1, 2 ist unter je einem Wischer 6, 10 hindurchgeführt. Das zu behandelnde Gut wird in Richtung des Pfeiles f'in das Gerät eingebracht.
Die Fig.-3 und 4 zeigen eine Ausführungsform der Erfindung, bei welcher das Band in mehrere zumindest angenähert parallel laufende Einzelbänder aufgeteilt ist. Wie bereits erwähnt, können hiebei die Einzelbänder durch Schnüre, Seile od. dgl. gebildet sein.
Vorzugsweise entspricht der gegenseitige Abstand zweier benachbarter Einzelbänder zumindest der Breite eines dieser beiden Einzelbänder. Insbesonders werden alle Einzelbänder gleich breit gewählt.
In denFig. 3 und 4 sind die beiden Quetschwalzen wieder mit 1, 2, die Umlenkrollenmit 3, 12 und Dichtwände mit 7 bezeichnet. In der Grundrissdarstellung der Fig. 3 ist die Aufteilung des Bandes in mehrere parallel laufende Einzelbänder deutlich zu erkennen.
Im dargestelltenAusführungsbeispiel ist jede der bei den Quetschwalzen 1, 2 mitEinzelbändern 40 bis 45 bzw. 90 bis 95 versehen. Hiebei ist gemäss der weiteren Erfindung die Anordnung so getroffen, dass die um die eine der beiden Quetschwalzen 2 laufenden Einzelbänder 40 bis 45 im Quetschbe- reich zwischen den Einzelbändern 90 bis 95 der andern Quetschwalze 1 laufen.
Die in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Geräte zeichnen sich dank der kombinierten Wirkung der beidenBänder 4 und 9 bzw. 40 bis 45 und 90 bis 95 durch eine relativ grosse Durchsatzgeschwindigkeit aus.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Foulard, bei dem der Raum für die Färbe-oder sonstige Behandlungsflotte durch zwei Quetschwal-
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zen antreibbares Band (4) hindurchgeführt ist, wobei der Winkel (a bzw. ss), den jedes Band mit der beiden Walzen gemeinsamen Tangentialebene einschliesst, kleiner ist als 900, insbesondere 300 beträgt.