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Salzlecke
Gegenstand der Erfindung ist eine Salzlecke, die den Zweck hat, dem Wild oder auch auf der Weide befindlichen Haustieren das notwendige Salz in ausreichender Menge zuzuführen. Es ist bereits bekannt sich hiezu sogenannter Lehmlecken oder Bodensalzlecken zu. bedienen ; dies sind, wie schon der Name sagt, am Erdboden in geeigneter Weise verankerte Leckstellen für Salz. Solche Bodensalzlecken haben sich nicht bewährt. Naturgemäss konzentrieren sie das Wild in gewisser Hinsicht auf einen Punkt. Dies bringt grosse Gefahren bezüglich der Seuchenübertragung mit sich, weil z. B. Lungen-, Magen- oder Darmparasiten mit der Losung auf den Boden gelangen, dort mit den Äsern der Tiere in Berührung kommen und einen seuchenhaften Befall hervorrufen können, dem zahlreiche Tiere zum Opfer fallen.
Der hiedurch entstehende Schaden ist sehr erheblich und man war daher bestrebt, die raser der Tiere von dem verseuchten Boden nach Möglichkeit abzulenken. Man ist deshalb schon vor geraumer Zeit zu Stocksulzen oder Stangenlecken übergegangen, bei denen auf einer Stange ein Salzblock, gegebenenfalls auf einer Unterlage, angebracht ist. Das angestrebte Ziel konnte dadurch jedoch nicht erreicht werden. Die bekannten Stangenlecken sind so ausgeführt, dass das Regenwasser, das mit dem Salzblock in Berührung kommt und das Salz zum Teil löst, von der Unterlage auf der der Block ruht, abfliesst und auf den Boden tropft, wo es einsickert. Daher ist der Boden in der Umgebung der Stangenlecke von Salz durchsetzt und in weiterer Folge kommt das Wild erst recht wieder mit dem Boden in Berührung, weil es das Salz von dort aufnimmt.
Die Seuchengefahr ist demnach auch mit den bekannten Stangenlecken nicht zu beseitigen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Stangenlecke, die diesen Übelstand beseitigt, indem sie das Heruntertropfen des unter der Einwirkung des Regens auf die Salzlecke sich bildenden Salzwassers auf den Boden und so die Versalzung des Bodens an der Oberfläche verhindert, wodurch dem Wild kein Anreiz gegeben wird, mit den Äsern in der unmittelbaren Umgebung der Lecke den Boden zu berühren.
Die erfindungsgemässe Salzlecke, bei der auf einer Stange ein Behälter angebracht ist, der das Lecksalz aufnimmt, ist dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Tragkorb besteht, in dessen Boden ein hohler Stutzen hineinragt, der Perforierungen aufweist und von einem Rohr getragen wird, das in einen Abflussschacht mündet. Vorteilhafterweise ist der Boden des Tragkorbes gegen den Mittelpunkt zu schwach abfallend ausgebildet. Der Abflussschacht ist vorzugsweise als Sickerschacht ausgebildet, mit grobkörnigem Material gefüllt und mit Feinerde etwa 20 cm hoch überdeckt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den Tragkorb, den Stutzen und das Rohr, auf dem dieser aufsitzt, aus Kunststoff, z. B. aus PVC oder Polyäthylen, anzufertigen, weil diese Stoffe unter den gegebenen Verhältnissen besonders korrosionsfest sind.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt. 1 ist der Trag korb, dessen Grundriss von beliebiger, z. B. kreisrunder Form sein kann. Im Boden desselben ist ein hohler Stutzen 2 montiert, der an seinem oberen Ende Perforierungen 3 aufweist und mit seinem unteren Ende in das Rohr 4 mündet. Das Rohr mündet in den Sickerschacht 5 oder in jede beliebige, geeignete Abflussvorrichtung, die es verhindert, dass an der Bodenoberfläche Salz bzw. salzhältiges Regenwasser auftritt.
Kommt nun Regenwasser mit dem im Tragkorb befindlichen Salz in Berührung, so. kann das Salzwasser nicht mehr auf den Boden tropfen, sondern es wird durch den perforierten Stutzen und das Rohr, auf dem dieser sitzt, in den Sickerschacht abfliessen. Durch die konische Ausbildung des Bodens wird
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dieser Vorgang noch unterstützt. Da der Korb im allgemeinen aus in der Bodenfläche befestigten Stäben aufgebaut ist, ist das Salz für das Wild bequem zugänglich. Wenn der Sickerschacht entsprechend dimensioniert ist, ist er praktisch unbegrenzte Zeit funktionsfähig.
Das salzhältige Regenwasser kann mit der Bodenoberfläche demnach nicht in Berührung kommen.
Das Wild kann daher nur am Salzstein lecken und da die Aussenfläche des Rohres und die Bodenoberfläche salzlos sind, wird dem Wild kein Anreiz geboten, den Äser mit der Bodenoberfläche in. Berührung zu bringen.
Die Verabreichung von Salz in Bruchstücken oder in gepressten Formen (Lecksteine) ist so am besten möglich. Während der Winterfütterung oder bei seuchenhaftemAuftreten von Krankheiten ist die hygienische Salzlecke auch als Arzneikasten zu verwenden. Es können Futterkalk, Eisen-, Magnesium- und phosphorsaure Salze, Eichenrindenpulver, Holzkohle in Pulverform oder sonstige Medikamente in den Tragkorb gelegt werden. Das Wild wird die dargebotenen Medikamente und Zusatzstoffe vertraut annehmen, da es sich sowohl an den gleichen Ort. als auch an die gleiche Vorrichtung gewöhnt.
Eines der schwierigsten Probleme ist die mengenmässige Abstimmung bzw. Dosierung der Medikamente. Kommt ein solches Medikament auf einen "neuen Platz", nimmt sehr häufig das Wild die dargebotenen Medikamente nicht an. Es bleibt die Frage offen, ob der Arzneikasten durch seine Neuanbringung nach Feststellung irgend einer Wildkrankheit nicht aufgefunden wurde oder das Wild den Arzneikasten als "Fremdkörper" scheut.
Dagegen ist die gewohnte Salzlecke ein"wohlbekannter Platz"und die mit der Hege betraute Person kann die Anzahl der Wildtiere, die die Salzlecke aufsuchen, genau beobachten und eine Dosierung der Zusatzstoffe genau berechnen. Es muss täglich kontrolliert werden, welche Mengen an Zusatzstoffen vom Wild angenommen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Salzlecke, bei der auf einer Stange ein Behälter angebracht ist, der das Lecksalz aufnimmt, d adurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Tragkorb (1) besteht, in dessen Boden ein hohler Stutzen (2) hineinragt, der Perforierungen (3) aufweist und von einem Rohr (4) getragen wird, das in einen Abflussschacht (5) mündet.