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Hülle zum Schutz von Forstpflanzen
Die Erfindung betrifft eine Hülle zum Schutz von Forstpflanzen. Sie ist vor allem dazu bestimmt, die
Pflanzen vor Beschädigung durch Verbiss u. dgl., welche durch Wild und andere Tiere an ihnen hervorge- rufen werden können, zu schützen. Derartige Schutzhüllen sind zwar bereits in grosser Zahl und in den ver- schiedensten Ausführungen bekannt, die meisten davon entsprechen aber nicht voll den Anforderungen, die die bei Verwendung solcher Schutzhüllen auftreten. Wenn man z. B. bedenkt, dass pro Hektar einer Wald- kultur zirka 4000 PflÅanzen stehen, die alle mehrere Jahre hindurch geschützt werden sollen, so ersieht man daraus, dass jede auch noch so geringfügige Verbilligung von Schutzhüllen stark ins Gewicht fällt.
Weiters müssen diese Schutzhüllen möglichst leicht anzubringen sein und sollen doch so gut an der Pflan- ze festhalten, dass sie durch Wind oder Tiere nicht abgestreift werden können.
Bisher bekannte sackartige Hüllen waren zu ihrer Befestigung stets mit Schnüren versehen, die an den
Rändern der Hülle eingezogen waren. Das Zuziehen und Verknüpfen derartiger Schnüre ist zeitraubend und daher kostspielig. Ausserdem kann es leicht vorkommen, dass die Schnüre, die durch Löcher der Hülle hindurchgezogen sind, diese Löcher ausreissen, wodurch die Schutzhülle ihren Halt verliert. Es ist auch be- reits eine sackartige Hülle bekanntgeworden, die aus zwei Papierblättern besteht, welche entlang ihres
Randes mit Heftklammern verbunden sind. Diese Schutzhülle wies jedoch kein Befestigungsmittel auf und war ausserdem so geformt, dass das Zuschneiden der beiden Blätter einen beträchtlichen Aufwand an Ar- beitszeit erforderte.
Ferner sind auch meist kegel-oder kegelstumpfförmige Hüllen bekannt, an denen ein Draht ange- bracht ist. Diese Hüllen finden aber hauptsächlich als Schutz gegen Frost Verwendung und der Draht war demgemäss derart beschaffen, dass er zum Einstecken in den Boden geeignet war. Eine derartige Hülle kann aber durch Tiere leicht abgestreift werden und ist deshalb für den eingangs erwähnten Zweck unge- eignet.
Gemäss der Erfindung werden die Nachteile dadurch beseitigt, dass die Hülle aus einem steifen Fo- lienmaterial wie Packpapier, Zellophan, Zellglas oder Kunststoff, welche durch zweifaches Falten eines
Blattes gebildet ist, und dass zum Festhalten der Schutzhülle vorzugsweise an den Faltstellen ein Draht eingelegt und befestigt wird, der an seinem unteren Rande zur Befestigung an der Pflanze, Stamm usw. herausragt. Eine solche Hülle kann mit einem einzigen Handgriff über die Pflanze gestülpt und dadurch an dieser befestigt werden, dass der Draht um einen festeren Teil der Pflanze (Ästchen oder Stämmchen) herumgewickelt wird. Bei sehr empfindlichen Pflanzen ist oft neben diesen ein Holzpflock in den Boden eingesteckt, welcher allenfalls an Stelle der Pflanze zur Befestigung des Drahtes dienen kann.
Da der- artige Holzpflöcke einen guten Halt im Boden haben, kann die Schutzhülle auch bei einer derartigen Be- festigungsweise kaum von der Pflanze abgestreift werden. Eine billige Ausführungsweise der Schutzhülle lässt sich dadurch erzielen, dass diese aus Papier gefaltet und die umgefaltenen Teile mittels Heftklam- mern befestigt, oder mit wasserunlöslichem Kunstharz maschinell geklebt werden. Mit diesen Heftklam - mern kann auch der Draht festgehalten werden. Eine andere Ausführungsform bedient sich der bekannten
Kunststoffschläuche, die unter anderem für Luftmatratzen und zu Verpackungszwecken üblich sind.
Die näheren Einzelheiten einiger beispielsweiser Ausführungsformen sind in der folgenden Beschrei- bung erläutert und in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine
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durch Falten aus Papier gebildete Hülle, Fig. 2 in grösserem Massstab die Befestigung des Drahtes an dieser
Hülle, Fig. 3 und 4 zeigen zwei Formen von aus Kunststoffschläuchen gebildeten Hüllen.
Die in Fig. l dargestellte Hülle 1 ist aus einem einzigen Blatt Papier in der Weise gebildet, dass zu- nächst dieses Blatt in der Mitte gefaltet wird und sodann sein Rand 2 umgelegt wird. Dieser Rand wird durch
Heftklammern 5 festgehalten oder mit Kunstharz geklebt. Sodann werden die Ecken 4 und 3 der Röhre umgebogen und abermals mit Hilfe einer Heftklammer 5 festgelegt oder geklebt. Auf diese Weise entsteht ein Sack, der an seinem oberen Teil mit Entlüftungsschlitzen 11 versehen werden kann. Die Befestigung des Drahtes an diesem Sack ist in Fig. 2 näher dargestellt. Sie geschieht zweckmässigerweise so, dass der
Draht auf den umgelegten Rand 2 aufgelegt und mit Hilfe von zwei Heftklammern 5', 5", die schräg zum Rande des Sackes verlaufen, niedergehalten wird.
Um die obere 5'der beiden Heftklammern wird sodann das freie Ende 6'des Drahtes herumgelegt und niedergedrückt. Auf diese Weise ist der Draht fest und dau- erhaft mit der Hülle verbunden.
In den Fig. 3 und 4 sind Hüllen dargestellt, die aus einem Stück eines Kunststoffschlauches bestehen.
Derartige Kunststoffschläuche sind allgemein bekannt und werden unter anderem für Luftmatratzen und auch zur Verpackung der verschiedensten Stoffe verwendet. Für den vorliegenden Fall können je nach den gewünschten Wirkungen durchsichtige, durchscheinende oder auch undurchsichtige Schläuche gewählt werden. Ausserdem kann auch die Steifheit des Materials ganz den jeweiligen Bedürfnissen angepasst wer- den. Von einem solchen Schlauch wird zunächst ein Stück in der gewünschten Grösse abgeschnitten, dieses Stück wird sodann an seinem oberen Ende 7 (Fig. 3) durch eine Schweissnaht verschlossen, die Befestigung des Drahtes am unteren Ende kann z. B. derart erfolgen, dass eine Ecke 8 des Sackes umgebogen, der Draht in diese umgebogene Ecke eingelegt und die Ecke 8 sodann parallel zum Draht durch eine Schweissnaht 9 am Sack festgelegt wird.
Das oben herausragende Ende cl'deys Drahtes kann wieder umgebogen werden und sichertso den Draht gegen ein Herausrutschen. In Fig. 4 ist eine etwas abgewandelte Ausführungsform dargestellt. Bei dieser ist der Draht vor dem Verschliessen des oberen Endes des Sackes entlang einer Längskante in diesen eingelegt worden. Eine parallel zum Draht entlang dieser Längskante gelegte Schweissnaht 10 sichert den Draht gegen Verschiebung, das oben herausragende und umgebogene Ende 6'des Drahtes gegen Herausrutschen. Nachdem der Draht in den Sack eingelegt ist, wird das obere Ende wie in Fig. 4 gezeigt, durch Umbiegen und Verschweissen allein verschlossen. Auch in diesen Kunststoffhüllen können nach Bedarf Luftlöcher angebracht sein.
Die aus Kunststoffschläuchen gebildeten Hüllen können auch in Verbindung mit einem Kunststoffdraht gefertigt werden. Es ergibt sich dann die Möglichkeit, den Draht selbst durch Schweissen an der Hülle zu befestigen.
Es ist auch möglich, bei einer Form der Hülle, wie sie in Fig. 4 dargestellt ist, den Draht bereits bei der Herstellung des Schlauches durch Spritzen in das Material dieses Schlauches einzulegen. Es ist dann nur erforderlich, von einem derartigen Schlauch Stücke der gewünschten Grösse abzuschneiden, an einem Ende durch Schweissen zu verschliessen und den Draht am andern Ende soweit blosszulegen, etwa durch Abschneiden eines Stückes des Schlauches, dass ein zur Befestigung genügend langes Drahtstück frei wird.
Ausserdem ist es möglich, den Draht so zu befestigen, dass er durch zwei übereinanderliegende Metallösen gezogen wird, um ein seitliches Herunterziehen des Säckchens von der Pflanze, z. B. durch Schneedruck zu vermeiden (s. Fig. 5).
Die erfindungsgemässe Hülle ist wie gesagt äusserst billig herzustellen und kann mit wenigen Handgriffen an den zu schützenden Pflanzen angebracht werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hülle zum Schutze von Forstpflanzen gegen Tierverbiss, bestehend aus einem steifen Folienmaterial, wie Pakpapier, Zellophan, Zellglas, Kunststoff u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die sackartige Schutzhülle (1) aus einem Blatt besteht und in an sich bekannter Weise durch zweifaches Falten des Blattes gebildet wird und dass zum Festhalten der Schutzhülle vorzugsweise an den Faltstellen ein Draht (6) eingelegt und befestigt ist, der an seinem unteren Rande zur Befestigung an der Pflanze (Stamm usw.) herausragt.