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Vorrichtung zur Herstellung von Teig, insbesondere Sauerteig
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Teig. insbesondere Sauerteig (Brotteig), die vornehmlich in Klein- und Mittelbetrieben Verwendung finden soll. In solchen Betrieben ist es üblich, den Sauerteig (Brotteig) derart herzustellen, dass dem in einem Teigbereitungsgefäss befindlichen Rest- sauerteig, der zur Säuerung des herzustellenden Sauerteiges dient, von Hand aus eine entsprechende tem- perierte Wassermenge beigegeben wird. Das dieses Gemisch beinhaltende Gefäss wird nun unter eine elek- trisch betriebene Rührvorrichtung geschoben und die entsprechende Mehlmenge nach Einschaltung des Rühr- werkes in das Gefäss eingeschüttet.
Nach einer Rührzeit von ungefähr 15 bis 20 min wird das Rührgerät ab- geschaltet, der Rührarm hochgezogen und das erste Teigbereitungsgefäss im Handbetrieb gegen ein neues ausgetauscht. Ein grosser Nachteil dieser Teigbereitung ist der, dass zu diesen Arbeiten eine Arbeitskraft, u. zw. in den Nachtstunden. benötigt wird. Ferner weist diese Teigbereitung den weiteren Nachteil auf, dass, nachdem der vom Rührwerk durchgerührte Teig etwa 3 11 der Gärung überlassen bleiben muss, nur so viel Teig hergestellt werden darf, als der Backofen, in Kleinbetrieben ist es meist einer, aufnehmen kann. Die weitere Sauerteigherstellung kann somit erst, um eine Übersäuerung des Sauerteiges zu verhindern, nach einer Pause durchgeführt werden.
Um diese Nachteile zu vermeiden und die Nachtarbeit der Bäcker, insbesondere von Klein- und Mittelbetrieben, zu erleichtern, soll eine Vorrichtung geschaffen werden, die die oben angeführten Arbeiten selbsttätig verrichtet. Diese Vorrichtung weist eine Arbeitsbühne auf, die zum Aufnehmen von mehreren, je zur Aufnahme der Teigmenge für eine BackofenfüHung bemessenen Teigbereitungsgefässen dient, wobei oberhalb jedes dieser Gefässe ein. Vorratsbehälter für Wasser und ein Vorratsbehälterfür Mehl vorgesehen ist. Ferner weist diese erfindungsgemässe Vorrichtung ein Rührwerk auf, wobei Rührwerk und Arbeitsbühne relativ zueinander bewegbar sind.
Des weiteren ist die erfindungsgemässe Vorrichtung mit einem Zeitschaltwerk versehen, das zu einem zu wählenden Zeitpunkt die Entleerung der beiden Vorratsbehälter bewirkt und gleichzeitig auch das Einund Ausschalten des Rührwerkes steuert.
Um auch eine Übersäuerung des Teiges bei der erfindungsgemässen Vorrichtung zu verhindern, wird erst nach Ablauf des zur Reifung des Teiges in einem Gefäss erforderlichen Zeitraumes die zur Verschiebung der Arbeitsbühne dienende Einrichtung durch das Zeitschaltwerk derart gesteuert, dass das benachbarte Gefäss unter die Rührvorrichtung gelangt, worauf die Teigbereitung in diesem Gefäss erfolgt.
Durch diese Massnahme ist es nun möglich, die Zutaten, z. H. tür bauerteig, bereits tags zuvor in den Vorratsbehältern vorzubereiten, das Zeitschaltwerk auf den Zeitpunkt, in dem die Teigbereitung beginnen soll. einzustellen, wonach in der Nacht die notwendigen, bereits beschriebenen Arbeitsvorgänge automatisch ablaufen. Der Bäcker findet somit morgens den durchgerührten und gegorenen Sauerteig für eine Backofenfüllung vor und kann gleich mit der Verarbeitung beginnen, unterdessen bereits die Teigherstellung für die nächste Backofenfüllung vor sich geht.
Es ist bereits eine automatisch und kontinuierlich arbeitende Teigbereitungsanlage für Grossbetriebe bekanntgeworden. die aus mehreren, durch ein Transportband fortbewegten Teigbereitungsgefässen besteht. Bei dieser Vorrichtung werden die Teigbereitungsgefässe vom Transportband unter einzeln vorhandene Vorratsbehälter gebracht, aus denen mittels Dosiereinrichtungen die nötigen Teigzutaten (z. B. Mehl, Wasser, Milch od. dgl. ) unter gleichzeitiger Einwirkung von Rührwerken, in die gerade unter den Vorratsbehältern stehenden Teigbereitungsgefässe eingebracht werden. Nach Fertigstellung des Teiges wird dieser
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in ebenfalls kontinuierlich arbeitende Backöfen eingebracht.
Diese Vorrichtung eignet sich jedoch für Klein- und Mittelbetriebe nicht, weil wegen des relativ geringen Absatzes von Brot od. dgl. in solchen Betrieben keine kontinuierlich arbeitenden Backöfen vorhanden sind. Ausserdem weist die bekannte Vorrichtung gegenüber der erfindungsgemässen den Nachteil auf, dass erstere nur für eine Teigart, die gerade erzeugt werden soll, verwendbar ist. Soll diese Anlage jedoch eine andere Teigart erzeugen, müssten vorerst alle V orratsbehälter entleert und mit den jeweils für die neue Teigart benötigten Zutaten gefüllt werden. Dieser Nachteil wird jedoch bei der erfindungsgemässen Anlage dadurch vermieden, dass für jedes Teigbereitungsgefäss je ein eigener Flüssigkeits-sowie Mehlvorratsbehälter vorgesehen ist, so dass z.
B. in die Vorratsbehälter des ersten Gefässes die Zutaten für Roggenbrot, hingegen in die Vorratsbehälter des I zweiten Gefässes die Zutaten für Weizenerzeugnisse hinterlegt werden können. Es ist somit möglich, mit der erfindungsgemässen Vorrichtung ohne Umstellung in einer Nacht mehrere Teigarten vorzubereiten.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, wobei die Fig. 1 eine Vorderansicht, die Fig. 2 eine Seitenansicht und Fig. 3 eine Draufsicht zeigen.
Die Teigbereitungsanlage besteht aus einer absatzweise sich fortbewegenden Bühne I (in der Zeichnung aus dem Fundament 9 herausgehoben dargestellt), welche Räder 14 aufweist, die auf in am Boden eingelassenen Schienen 11 laufen. Zur Fortbewegung der Bühne ist ein ebenfalls in den Boden eingelassener Elektromotor 8 vorgesehen, der ein Ritzei 12 hat, welches in eine an der Unterseite der Bühne vorgesehene Zahnstange 10 eingreift. Die Bühne besteht im einzelnen aus einer mit U-Profilen 2 verstärkten Eisenblechplatte, auf welcher sich entsprechende Fixiermittel für die Teigbereitungsgefässe 4 befinden können. Diese Bühne ist durch Streben 3 in Abteile geteilt, in die die mit Rädern versehenen Teigbe - reitungsgefässe 4 bis zu einem Anschlag 13 einschiebbar sind.
Am oberen Teil dieser die Abteile bildenden Streben sind Behälter 5, 6, die als Vorratsbehälter für Wasser und Mehl dienen, so angebracht, dass jedem in einem Abteil stehenden Teigbereitungsgefäss sowohl ein Wasser- als auch Mehlvorratsbehälter zugeordnet ist. In jedem Wasserbehälter befindet sich zwecks Erlangung einer bestimmten Wassertemperatur ein elektrisch betriebener Heizkörper (nicht dargestellt), dessen Heizleistung mittels eines Thermoelementes gesteuert wird. Die beiden Vorratsbehälter weisen automatische Entleervorrichtungen auf, wobei der Wasservorratsbehälter 5 ein durch ein Zeitschaltwerk auslösbares Magnetventil hat, hingegen der Mehlvorratsbehälter 6, ebenfalls durch das Zeitschaltwerk gesteuert, eine Magnetklappe aufweist.
Schliesslich befindet sich ober dem ersten Abteil der Arbeitsbühne eine an der Wand des Arbeitsraumes fix befestigte, an sich bekannte, automatisch arbeitende Rührvorrichtung 7.
Die Funktior der erfindungsgemässen Vorrichtung geht aus dem folgenden Beispiel klar hervor, für welches die Erzeugung von Sauerteig gewählt wurde.
Die Arbeitsbühne 1 wird so eingestellt, dass das erste Abteil samt dem Teigbereitungsgefäss 4 unter der Rührvorrichtung 7 steht. Tags zuvor sind die einzelnen Vorratsbehälter 5, 6 mit Wasser bzw. Mehl gefüllt worden, wobei eine gewisse Sauerteigmenge zur Ansäuerung für den zu bereitenden Teig in jedem Teigbereitungsgefäss hinterlegt wurde. Um nun die Teigbereitung zu einem gewissen Zeitpunkt in Gang zu bringen, ist ein Zeitschaltwerk vorhanden, das das Magnetventil des Wasserbehälters 5 öffnet, so dass das mittels des Heizkörpers vortemperierte, auf die jeweils benötigte Sauerteigmenge abgestimmte Wasser in das. Teigbereitungsgefäss fliessen kann. Nun wird ebenfalls durch das Zeitschaltwerk die Rühranlage in das Teigbereitungsgefäss abgesenkt, wobei nach Erreichung des tiefsten Punktes die Rührspindel in Drehung versetzt wird.
Nunmehr wird ebenfalls durch das Zeitschaltwerk der Magnetverschluss des Mehlbehälters geöffnet, so dass sich das Mehl in das Teigbereitungsgefäss ergiesst. Das Rührwerk arbeitet je nach Einstellung des Zeitschaltwerkes 15-20 min. Nach Ablauf des Rührvorganges erfolgt automatisch gesteuert ein Aufziehen des sich drehenden Rührwerkes, u. zw. bis zu zirka 2/3 der Höhe des Teigbereitungsgefässes.
Der am Rührflügel befindliche Teig wird nun abgeschleudert, wonach dann die Rührspindel gänzlich hochgezogen und durch das Zeitschaltwerk abgeschaltet wird. Da nun der Teig zur Gärung mindestens zwei Stunden benötigt und eine Füllung eines Teigbereitungsgefässes für eine Backofenfüllung ausreicht, wird, um eine Übersäuerung des Teiges im zweiten Teigbereitungsgefäss zu vermeiden, eine Pause von zwei Stunden eingehalten. Diese Pause wird dadurch ermöglicht, dass das Zeitschaltwerk erst nach zwei Stunden den Antriebsmechanismus der Bühne auslöst, so dass sich die Arbeitsbühne um ein Abteil weiter fortbewegt, wobei sich dann das zweite Teigbereitungsgefäss unter dem Rührer befindet. Nun erfolgt derselbe schon beschriebene Arbeitsvorgang im zweiten Abteil.
Statt einer geradlinig sich fortbewegenden Arbeitsbühne könnte auch eine solche verwendet werden, die sich in kreisförmiger Bahn bewegt. Ebenso könnte auch die Arbeitsbühne stillstehen und das Rührwerk längs derselben absatzweise bewegt werden.