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Stahlhalter.
Die bei den Schneidstählen für Metallbearbeitung für grössere Abmessungen ge- bräuchliche Trennung des eigentlichen Schneidstahles von dem Stützkörper erfolgt teils aus Gründen der Ersparnis an teuerem Werkzeugstahl, teils zum Zwecke der besseren Härtbarkeit des besonders eingesetzten Stahles. Das Aufschweissen eines Stahlblattes auf einen eisernen Schroppmeissel bietet zwar eine für die Wärmeableitung günstige, innige Verbindung mit der Hauptmasse des Halters, hat aber den Nachteil, ein stetes Wiederausschmieden in die geeignete Form nach mehrmaligem Anschleifen zu erfordern ; auch die Härtung ist schwierig und ungleichmässig.
Der zweite Weg, in eiserne Halter gesondert hergestellte Schneidstähle einzuspannen, bietet wohl den Vorzug einer für sich zu behandelnde bezw. zu härtenden Schneide, besitzt aber die grossen Nachteile, dass der aus dem Halter mehr oder weniger weit vorstehende Stahl sich seiner immer verhältnismässig kleinen Masse zufolge leicht erhitzt. Ausserdem werden die Befostigungsvorrichtl1ngen, meist Pressschrauben oder Keile, aufs ungünstigste beansprucht ; die bbi ; n Betriebe auftretenden Erschütterungen lösen bisweilen den hergestellten Reibungsschluss.
Der Leitgedanke der vorliegenden Erfindung ist nun der, die Vorteile beider Anordnungen zu vereinigen durch Schaffung eines Stahlhalters aus geeignetem, billigerem Material, der in seiner Grundform bereits die Gestalt eines aus dem Vollen geschmiedeten Stahles hat, zu der ihn der gesondert eingesetzte Schneidstahl ergänzt, auf den allein die Abnutzung und damit die Notwendigkeit der jeweiligen Neubildung der Form entfällt.
Die Zeichnungen zeigen drei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindunggedankens für einen Schroppstahl (Stahl für grobe Vorarbeit). Für die anderen beim Drehen und Hobeln gebräuchlichen Meisselformen, z. B. für Bohr-, Gewinde-, Schlicht-
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jeweilig die Ansicht des betreffenden Stahlhalters von oben, Fig. 2, Fig. 5 und Fig. 8 jeweilig einen Schnitt durch den Halterkopf auf der Linie A-B, Fig. 3, Fig. 6 und Fig. 9 jeweilig eine räumliche Darstellung des betriebsfertig zusammengesetzten Werkzeuges. In allen Figuren ist a der Halter, b der eingesetzte Schneidstahl und c bezw. d die Sicherung für letzteren.
Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen einen Stahlhalter a, bei dem der blatt- förmige Schneidstahl b in eine nach oben offene, zwangläufige Führung, z. B. eine schwalben- schwanzförmige Nut, eingesetzt ist. Der räumliche Neigungswinkel dieser Führung gegen die abgeschrägte Stirn des Halterkopfes ist dem richtigen Schneidkantenwinkel entsprechend gewählt. Die Befestigung des Schneidstahles unter Nnchstellbarkeit erfolgt mittels des keilförmigen Stiftes c, der passend in dem zweckmässig runden Loch des Halterkopfes sitzt und mit seiner vorderen, fein gezahnten Fläche in die entsprechend geteilte Zahnung des Stahlblattes a eingreift. Bei dieser Sicherung ist ein Lockerwerden durch Erschütterung ausgeschlossen, da ja der Reibungsschiuss des Keiles nicht von dem Arbeitsdruck beansprucht wird.
Die Fig. 4,5 und 6 zeigen eine ganz ähnliche Ausbildung eines Stahlhalters, nur umschliesst dabei der Kopf des Halters a vollständig das eingesetzte Stahlblatt b. Damit entfällt die Notwendigkeit, dem Stahlblatt einen schwalbenschwanzförmigen oder ähnlichen Querschnitt zu geben, da die allseitige Einbettung in den Halterkopf die vom Arheitsdruck ausgeübten Momente unmittelbar aufnimmt. Die Befestigung des Stahlblattes b erfolgt
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Arbeitsdruck fällt.
Der in Fig. 7,8 und 9 dargestellte Stahlhalter zeigt in seiner Grundform eine Ausbildung ähnlich der nach'Fig und 8, nur ist hier die Führung des Stahlmeissels b nicht beiderseitig offen, sondern auf der Rückseite geschlossen, so dass eine Kammer entsteht, in die zwecks Sicherung der Lage des Meissels Beilagen d eingelegt werden können. Der jeweilig bei Abnutzung nötig werdende Vorschub wird durch Nachlegen blechförmiger Beilagen erzielt. Mit sinngemässen Änderungen ist diese Feststellvorrichtung auch auf den in Fig. 4, 5 und 6 dargestellten Halter anwendbar.
Durch die erläuterten drei beispielsweisen Ausfübrung/3formen ist die vorliegende Erfindung ihrem Leitgedanken nach gekennzeichnet. Der aus einem für den Zweck geeignet starken Stabe geschmiedete Halter hat bereits in seiner Grundform die Gestalt eines aus dem Vollen geschmiedet gedachten, entsprechenden Stahles ein für allemal erhalten. Damit ist die günstige Heranführung des Halters bis unmittelbar an das zu bearbeitende Werkstück gegeben. Der eigentlich wirksame Teil, die Schneidkante, ist nun derart eingesetzt, dass sie die Ergänzung der durch den Halter gegebenen Werkzeugform ergibt, und zwar so, dass durch den Winkel der Achse der Führung und die Neigung der Stirn des Halterkopfes jeweilig der richtige Schneidkantenwinkel vorgeschrieben ist.
Damit ist ein Vortreten des Schneidstahles über den Halterkopf gar nicht oder nur in sehr geringem Masse erforderlich ; der Hebelarm des Kraftangriffs und damit das von der zwangläufigen Führung aufzunehmende Drehmoment wird verschwindend klein ; die Kantenpressungen bleiben in zulässigen Grenzen. Die unmittelbare Einbettung des Schneidstahles in die verhältnismässig grosse Masse des Halterkopfes ergibt die günstigste Ableitungsmöglichkeit der erzeugten
Wärme von der Entstehungsstelle, vermeidet damit die Gefahr der Überhitzung bezw. des
Verbrennens der Stablschneide. Diese beiden Vorteile erlauben auch die Verwendung eines verhältnismässig dünnen Stahlblattes.
Konstruktiv zeigen ausserdem die gezeichneten Aus- führungen die Sicherung der Lage des Stahles durch feste Anlagen, die den Arbeitsdruck durch unmittelbaren Gegendruck, nicht durch Reibungsschluss aufnehmen. Die jeweilige
Nachstellung bei Abnutzung zwecks Anschleifens ist durch genügend feine Teilung der
Sperrverzahnung bezw. durch die beliebig zu beschränkend Dicke der Blechbeilagen auf das gewünschte Mass herabzuziehen. Das Anschleifen selbst erfolgt in dem Halter, indem der entsprechend vorgerückt und wieder gesicherte Stahl nur an seiner Vorderfläche parallel zu der Stirnseite des Halterkopfes geschliffen wird, wobei dieser als Lehre dient.
Natürlich kann der Stahl jeweilig auch so weit abgeschliffen werden, dass er mit dem Haltekopf bündig wird.
Die nur einmal erforderliche Formgebung des Halterkopfes kann deshalb mit der grössten Sorgfalt geschehen, so dass die günstigsten Arbeitsbedingungen ein für allemal festgelegt sind. Für den Schneidstahl ergibt sich in Anbetracht seiner geringen Abmessungen die Verwendungsmöglichkeit allerbesten Materiales, die unmittelbare Unterstützung der
Schneidkante gestattet ihre weitgehendst Härtung, deren gleichmässige und exakte Erzielung die einfache Form und die gesonderte Behandlung gewährleistet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Stahlhalter, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter zusammen mit dem eingebetteten Schneidstahl die Form der sonst gebräuchlichen Dreh-bezw. Hobeistahte besitzt, und der Schneidstahl so völlig bis zur Schneidkante in dem Material des Halterkopfes steckt, dass der Kraftangriff bei der Arbeit nur einen verschwindend kleinen Hebelarm für das Drehmoment auf die zwangläufige Führung des Stahles hat und die erzeugte Wärme
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der Führung gegen die Stirn des Halterkopfes dem Schneidkantenwinkel entspricht, 80 dass der Haltekopf an seiner Stirn beim Schleifen als Lehre dienen kann.
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