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Verfahren zur Herstellung von Vinylchlorid
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dünnter Form vorliegen. Das Pyrolysegas, das lediglich einer Vorreinigung unterzogen wird, enthält nämlich das Azetylen und das Äthylen nicht in reiner Form, sondern in Begleitung von Wasserstoff,
Kohlenoxyd, Propylen, Butadien, Methan usw. Durch das erfindungsgemässe Verfahren ist es nicht mehr nötig, Azetylen bzw. Äthylen konzentriert und rein darzustellen, man ist vielmehr jetzt in der Lage, das Pyrolysegas selbst, nach einer Vorreinigung direkt für die Synthese des Vinylchlorids zu verwenden. Der damit erzielte wirtschaftliche Vorteil liegt auf der Hand, aber auch die rein technische Vereinfachung, die diese Verfahrensführung mit sich bringt, ist beachtlich.
Ausser einer erheblichen Zeitersparnis, entfallen insbesondere Kosten für Investition und Arbeit (die bisher notwendig war), um konzentriertes Azetylen und konzentriertes Äthylen getrennt zu erhalten. Die Hersteller von Vinylchlorid verwenden nämlich, dies muss bemerkt werden, stets konzentriertes Azetylen und konzentriertes Äthylen. Wie sich übrigens auch aus dem Stand der Technik ergibt, werden mehrere Verfahren verwendet, um die Pyrolysegase zum Zwecke einer separierten Extraktion von Azetylen und Äthylen im praktisch reinen Zustand zu behandeln, trotz der mit dieser Extraktion verbundenen Kosten. Dies erklärt sich vor allem durch die Tatsache, dass die bisher unternommenen Versuche, verdünntes Azetylen für die Synthese von Vinylchlorid zu verwenden, überhaupt ermutigende Ergebnisse gezeitigt haben.
Als illustrierendes Beispiel sei nur das Ergebnis der Untersuchungen, die in Ungarn vorgenommen wurden und in der Revue des Produits Chimique, April 1960, Seite 173 veröffentlicht wurden, genannt. Ein Pyrolsegas, das als Ausgangsmaterial und Untersuchungsobjekt diente, enthielt 8-10% Azetylen (jedoch kein Äthylen als Mischungsbestandteil). Als
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imprägniert war. Die erhaltenen Ausbeuten überstiegen bei einer Versuchsdauer von mehr als 200 Stunden 80% nicht.
Die belgische Patentschrift Nr. 602755 wiederum empfiehlt anderseits ein Gas, welches verdünntes Azetylen enthält (auch dieses Gas enthält kein Äthylen als Mischungsbestandteil), einem dreistufigen Verfahren zu unterwerfen, nämlich Behandlung in der ersten Stufe mit einem Katalysator aus mit Quecksilberchlorid imprägnierter Aktivkohle, in der zweiten Stufe mit Quecksilbervanadat und in der dritten Stufe Überleiten des Gases über Aktivkohle, welche die Aufgabe hat, das Quecksilberchlorid, das sublimiert, zu absorbieren.
Es ist verständlich, dass derartige Verfahren mit geringen Ausbeuten oder komplexer Verfahrensführung völlig ungeeignet sind, den bisher üblichen Verfahren, welche von konzentriertem Azetylen ausgehen, den Rang abzulaufen.
Die Tatsache, dass man gemäss der vorliegenden Erfindung mittels einfacher Massnahmen Vinylchlorid direkt aus einem Pyrolysegas erhalten kann, welches verdünntes Azetylen und verdünntes Äthylen enthält, sogar mit praktisch theoretischen Ausbeuten erhalten kann, und dass sich diese Ausbeuten während einer Versuchsdauer von mehr als 2000 Stunden nicht ändern, ist zweifellos überraschend und für den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachmann unvorhersehbar.
Mit einem einzigen, aus Quecksilberchlorid bestehenden Katalysator, erhält man in der ersten Stufe des erfindungsgemässen Verfahrens unter den bestimmten Operationsbedingungen eine theoretische Ausbeute an Vinylchlorid aus dem nur verdünntes Azetylen enthaltenden Pyrolysegas. Dabei darf nicht vergessen werden, dass diese Gasmischung auch Äthylen enthält, was bei den als Beispiele angeführten Verfahren nicht der Fall ist, und es wurde festgestellt, dass bei den Operationsbedingungen des erfindunggemässen Verfahrens (insbesondere was die Volumsgeschwindigkeit betrifft) das Äthylen mit dem Chlorwasserstoff nicht reagiert, so dass es zu einer Bildung von Äthylchlorid nicht kommt. Auch etwa vorhandene andere Bestandteile wie Propylen und Butadien reagieren nicht mit dem Chlorwasserstoff.
Beim Eintritt des Gases in die zweite Stufe enthält dieses infolge des Azetylenumwandlungsgrades von praktisch 100% nur noch Spuren von Azetylen. Diese Tatsache ist von ganz besonderer Wichtigkeit, denn wenn dieses Gas noch nennenswerte Mengen an Azetylen enthielte, würde sich mit Chlor entsprechend der sehr stark exotherm verlaufenden Reaktion sofort Russ und Chlorwasserstoff bilden : C +Cl--- 2 HCI+2 C und dieser Russ würde die katalytische Substanz, die in der zweiten Stufe verwendet wird, inaktivieren.
In dieser zweiten Stufe des Verfahrens gemäss der Erfindung lässt man nämlich auf das Gas, welches die erste Stufe der Synthese des Vinylchlorids verlässt, Chlor einwirken und erhält Dichloräthan. Dieses Äthylen, welches insbesondere durch Wasserstoff und Kohlenoxyd verdünnt ist, reagiert bei den Verfahrensbedingungen glatt ; hingegen reagieren überraschenderweise der Wasserstoff und dieses Kohlenoxyd mit dem Chlor praktisch überhaupt nicht. Eine Bildung von Chlorwasserstoff tritt, wie festgestellt werden konnte, überhaupt nicht auf und Phosgen findet sich nur in geringen Spuren.
Die gasförmigen Bestandteile des Pyrolsegases, die das Azetylen und das Äthylen begleiten und verdünnen, geben also wider Erwarten keinen Anlass zu unerwünschten Nebenreaktionen. Hingegen ist deren Anwesenheit insoferne von Vorteil, weil diese die Aufnahme und die Abfuhr der in den beiden Stufen frei werdenden Wärmemengen wesentlich erleichtern.
Beide Synthesereaktionen finden unter einem erhöhten Druck, vorzugsweise bei einem Druck über 10 Atmosphären, statt. Trotz dieser Druckanwendung werden aber unerwarteterweise die Sekundärreaktionen inhibiert, es kommt, wie bereits erwähnt, weder in der ersten Stufe zur Bildung von Äthylenchlorid, noch in der zweiten Stufe zur Bildung von Chlorwasserstoff und Phosgen. Diese Tatsachen sind als durchaus überraschend anzusehen.
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Das Verfahren gemäss der Erfindung umfasst drei Hauptphase :
1. Synthese des Vinylchlorids ausgehend von Azetylen und Chlorwasserstoffsäure entsprechend der Reaktion :
C, H, + HCI C, H, CI + 25 Kcal.
2. Synthese des Dichloräthans ausgehend von Äthylen und Chlor nach der Gleichung : C, H + Cl,-- CJLCI, + 41 Kcal.
3. Pyrolyse des Dichloräthans zu Vinylchlorid gemäss der folgenden Reaktion :
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Aus der Gesamtheit dieser Reaktionen ergibt sich, dass die aus der Pyrolyse des Dichloräthans erhaltene Chlorwasserstoffsäure für die Synthese des Vinylchlorids, ausgehend vom Azetylen, genügt, soferne man das Mengenverhältnis an Azetylen und Äthylen in Pyrolysgas regeln kann.
Nun, wenn man von flüssigem Kohlenwasserstoff ausgeht, denselben vorher verdampft und die Pyrolyse dieses Kohlenwasserstoffes in der Art vornimmt, dass man diesen Kohlenwasserstoff in die heissen Verbrennungsgase eindüst, die entstehen, wenn ein wasserstoffreiches Gas mit Sauerstoff reagiert, kann man das Verhältnis Azetylen/Äthylen regeln, indem man Wasserdampf in die heissen Verbrennungsgase einführt. Als Wasserdampf verwendet man vorteilhafterweise jenen, der den Wärmeschutzschirm längs der inneren Wand der Verbrennungskammer bildet, u. zw. in einer solchen Menge, dass das Mol-Verhältnis C2H2/C2H4 ungefähr gleich l aufrecht erhalten wird.
Diese Pyrolyse wird bei Atmosphärendruck oder vorzugsweise bei einem höheren Druck vorgenommen.
Das Arbeiten unter Druck bringt Vorteile mit sich, welche im Lauf der Beschreibung des Verfahrens klarer hervortreten werden.
Das nach dem Abschrecken zum Zwecke der Stabilisierung des gebildeten Azetylens erhaltene Pyrolysegas enthält Verunreinigungen die entfernt werden müssen. Man scheidet den Russ und die Teerprodukte durch Waschen mit Wasser und mit Öl und/oder durch Durchleiten durch feuchte Elektrofilter oder durch irgend ein anderes geeignetes Mittel ab und wäscht das Gas sodann mit Kerosin (Kerosene) bei tiefer Temperatur. Durch die zuletzt genannte Wäsche wird nahezu die Gesamtheit der nicht gesättigten Kohlenwasserstoffe, die das Azetylen und das Äthylen begleiten, insbesondere Vinylazetylen, Propylen, Propadien und das Butadien abgeschieden.
Das auf diese Weise gereinigte Pyrolysegas enthält Azetylen und Äthylen in einem Volumverhältnis von nahezu 1 und ausserdem gasförmige Bestandteile wie Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenoxyd, Kohlendioxyd, sowie Methan und Äthan und Spuren von ungesättigten Kohlenwasserstoffen mit mehr als zwei Kohlenstoffatomen, welche nicht zur Gänze vom Kerosin ausgewaschen worden sind.
Man erhitzt dieses Gas vor, vorzugsweise unter Druck und mischt es mit gasförmigem Chlorwasserstoff und leitet diese Mischung in einen Katalysenofen, welcher Aktivkohle enthält, die mit Mercurichlorid imprägniert ist. Die Temperatur wird in Abhängigkeit von der Aktivität der Katalysators zwischen 100 und 140 C gehalten.
Es wurde festgestellt, dass die das Azetylen im Pyrolysegas begleitenden Bestandteile im Lauf dieser Synthesereaktion sich wie inerte Gase verhalten und den Bildungsgrad (Umwandlungsgrad) von Azetylen in Vinylchlorid, der von der Grössenordnung von 10U% ist, in keiner Weise beeintlussen.
Am Ausgang des ersten Syntheseofens enthält das Gas diese inert gebliebenen gasförmigen Bestandteile ebenso wie Vinylchlorid, Spuren von Azetylen und einen schwachen Überschuss von Chlorwasserstoffsäure, ungefähr 5-10% welche für die Umsetzung mit dem Azetylen verwendet worden ist.
Aus diesem Gas, trennt man das Vinylchlorid durch irgend eine geeignete Massnahme, insbesondere durch Auflösen in Dichloräthan bei einer Temperatur von 0 bis -300 C ab. Es ist nämlich notwendig, dieses Vinylchlorid abzuscheiden, weil dieses in der folgenden Verfahrensstufe, der Synthese des Dichlor- äthans mit dem Chlor gemäss der folgenden Reaktion reagieren würde : C2H3Cl + Cl2..... -+ C2H3Cl3.
Man treibt anschliessend das Vinylchlorid aus seiner Lösung im Dichloräthan an und reinigt es dann durch Destillation.
Man erhitzt anschliessend das Pyrolysegas, welches nunmehr kein Azetylen enthält auf eine Temperatur von 70 bis 900 C, mischt es dann mit Chlor bevor es in den zweiten Katalyseofen für die Synthese von Dichloräthan aus Äthylen, welches in dem Gas enthalten ist, eintritt. Diese Reaktion findet bei einer Temperatur von 50 bis 1200 C, vorzugsweise unter Druck und in Gegenwart eines Katalysators, wie insbesondere Ferrichlorid, wasserfreies Calciumchlorid usw. allein oder auf einen Träger wie Silicagel, Aktivkohle, usw.
Im Fall der Verwendung eines Reaktionsgefässes aus Stahl ist es nicht notwendig einen Katalysator einzubringen, weil die Reaktion durch die Wände eingeleitet wird oder sogar durch Eisenchlorid-
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dieses Dichloräthan, mit dem Dichloräthan welches zum Auflösen des gebildeten Vinylchlorids bei der ersten Katalysereaktion verwendet worden ist und destilliert diese Mischung, um die schweren Chloride zu entfernen, die im Laufe der Pyrolyse des Dichloräthans unerwünschte Nebenreaktion mit Bildung von Teerprodukten geben würden. Das durch Destillation gereinigte Dichloräthan wird teilweise für die Absorption von neuen Mengen von Vinylchlorid wiederverwendet, während der Rest der Pyrolyse unterworfen wird.
Man führt diese Pyrolyse unter einem Druck von ungefähr 8 at bei einer Temperatur von 400 bis 450 C in Gegenwart von entaschter Aktivkohle aus, wie dies in der österreichischen Patentschrift Nr. 202554 der Patentinhaberin beschrieben ist.
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Mischung ab um das nicht umgewandelte Dichloräthan zu kondensieren, welches Chlorwasserstoff und Vinylchlorid enthält. Man trennt diese Stoffe in Vinylchlorid enthaltendes Dichloräthan, welches man vorteilhafterweise mit jener Lösung von Vinylchlorid in Dichloräthan gemeinsam behandelt, die man nach der Synthesereaktion ausgehend von Azetylen mit Chlorwasserstoff erhalten hat und für diese Synthese verwendet worden ist.
Die bei dieser Pyrolyse von Dichloräthan gebildete Menge Chlorwasserstoff ist für die Umsetzung mit dem Azetylen ausreichend, soferne die Bedingungen der Pyrolyse des Ausgangskohlenwasserstoffes, insbesondere das Naphtha solcher Art sind, dass das erhaltene Gas Azetylen und Äthylen in einem Volumverhältnis von nahezu 1 enthält.
Im folgenden wird lediglich zur Erläuterung, ohne jede einschränkende Absicht ein Beispiel für die Herstellung von Vinylchlorid angegeben, welches die Merkmale und die Vorteile der vorliegenden Erfindung noch deutlicher erkennen lässt.
Beispiel :
In einem Pyrolyseofen für Kohlenwasserstoffe sowie dieser in der österr. Patentschrift Nr. 200127 der Patentinhaberin beschrieben ist, wird ein brennbares Gas welches reich an Wasserstoff ist in Sauerstoffatmosphäre verbrannt und in die so erhaltenen heissen Verbrennungsgase düst man Naphtha, welches auf eine Temperatur von 6000 C vorerhitzt worden ist, ein.
Das behandelte Naphtha hat die folgenden Merkmale :
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Der Pyrolyseofen arbeitet unter einem Druck von 10 ata Das Pyrolysegas, welches zur thermischen Stabilisierung des gebildeten Azetylens abgeschreckt wurde, ergab die folgenden Analysenwerte (Analyse für trockenes Gas) :
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<tb>
<tb> Vol. <SEP> % <SEP>
<tb> Hz.................... <SEP> 38, <SEP> 50 <SEP>
<tb> N.................... <SEP> 3, <SEP> 23 <SEP>
<tb> CO.................... <SEP> 15, <SEP> 80 <SEP>
<tb> COz.................... <SEP> 11, <SEP> 84 <SEP>
<tb> CI-I4 <SEP> 9, <SEP> 39 <SEP>
<tb> C2H,.................... <SEP> 9, <SEP> 33 <SEP>
<tb> C, <SEP> H.................... <SEP> 9, <SEP> 30 <SEP>
<tb> C, <SEP> .................... <SEP> 0, <SEP> 39 <SEP>
<tb> cl <SEP> 1, <SEP> 38 <SEP>
<tb> C4..........'''..''......
<SEP> 0, <SEP> 84 <SEP>
<tb>
Bevor das Pyrolysegas in die Vorrichtung für die Vinylchloridsynthese geschickt wird, wird es einer Vorreinigung unterzogen um den Russ, die Teerprodukte sowie die nicht gesättigten Kohlenwasserstoffe mit 3 und 4 Kohlenstoffatomen, welche dazu neigen, sich auf dem Synthesekatalysator zu polymerisieren und infolgedessen den Katalysator unwirksam machen, abzuscheiden.
Das Pyrolysegas enthält auch CO2, welches sich wie ein inerter Bestandteil verhält. Es ist aber vorteilhaft dasselbe zu entfernen, denn das CO2 verdünnt unnütz das Reaktionsgas.
Man entfernt diese verschiedenen Bestandteile, insbesondere die Kohlenwasserstoffe mit 3 und 4 Kohlenstoffatomen, indem man das Verfahren, welches in der österr. Patentschrift Nr. 215964 der Anmelderin beschrieben ist, anwendet. Dieses umfasst im wesentlichen die folgenden Stufen : - Entfernung von Russ und Teerprodukten durch Waschen mit Öl, - Entfernung des Kohlendioxyds mittels einer heissen Kaliumkarbonatlösung, - Entfernung des grössten Teiles der Kohlenwasserstoffe mit Cg und C4 durch Waschen des Pyrolysegases mit Kerosin.
Man führt diese Reinigungsoperation mit Kerosin bei einer Temperatur von -30 bis -400 C durch, mit einem Verbrauch von ungefähr 500 l Kerosin für 100 5 Nm Pyrolysegas. Man kann jedoch eine
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Reinigung mit einer geringeren Menge an Kerosin vornehmen, d. h., bei einer ein wenig höheren Temperatur und mit einem geringeren Kerosinverbrauch unter der Bedingung, dass diese Reinigung durch eine weitere Reinigung vervollständigt wird, z. B. durch Überleiten des Gases über Aktivkohle oder Durchleiten desselben durch Schwefelsäure. Die Wahl der einen oder der andern von diesen Methoden ist vor allem eine Frage der Wirtschaftlichkeit.
Das unter Druck gereinigte Gas, welches in das Rohr zur Synthese von Vinylchlorid geschickt wird enthält weniger als 120 Teile pro Million Kohlenwasserstoffe mit C3 und 20 Teile pro Million Kohlen- wasserstoffe mit C4.
Der Reaktor für die Synthese von Vinylchlorid besteht aus einem Stahlrohr von 2, 5 m Länge und einem inneren Durchmesser von 33 mm, welches von einem Kühlmantel, in welchem eine Kühlflüssigkeit zirkuliert, umgeben ist. Die Mischung Pyrolysegas und Chlorwasserstoffsäure wird mit einem Überschuss von ungefähr 5% bezogen auf die stöchiometrisch erforderliche Menge an Chlorwasserstoff mit einem Durchsatz von ungefähr 150 1 (gemessen bei 0 C und 760 mm Hg) pro Stunde und pro Liter Katalysator eingeführt. Dieser Katalysator besteht aus Aktivkohle, die mit 10% Mercurichlorid imprägniert ist. Die Synthesereaktion verläuft bei einer Temperatur von ungefähr 120 C und bei einem Druck von 10 ata. Die Ausbeute an Vinylchlorid ist höher als 99, 5%.
Das Gas, das diesen Reaktor für die Synthese von Vinylchlorid verlässt, besteht nun aus einer Mischung von Vinylchlorid mit den Hauptbestandteilen des Pyrolysegases mit Ausnahme von Azetylen, von welchem nur noch Spuren vorhanden sind und einem Teil von Kohlenwasserstoffen mit 3 und 4 Kohlenstoffatomen.
Diese gasförmige Mischung wird mit Dichloräthan behandelt, welches das Vinylchlorid auflöst. Man kann auch ein anderes Lösungsmittel als Dichloräthan verwenden, aber dieses letztere wird vorzugsweise verwendet, weil es im Zuge des gesamten Verfahrens als Produkt anfällt.
Zur Absorption des Vinylchlorids durch Dichloräthan verwendet man ungefähr 2 l Dichloräthan pro Stunde für 2, 5 m3 pro Stunde des Gases (gemessen bei 0 C und 760 mm Hg) bei einer Temperatur von - 300 C und unter einem Druck von 10 at. Das Dichloräthan, welches das Vinylchlorid gelöst enthält, wird in eine Gasentbindungskolonne geleitet, in welcher die Temperatur, am Fuss der Kolonne eine Funktion des Druckes bei der Gasentbindung ist. Man kann diese Gasentbindung bei Atmosphärendruck vornehmen, die Temperatur beträgt sodann 80-950 C. Im Fall der Gasentbindung bei 10 at ist die Temperatur ungefähr 1800 C, in diesem Fall muss man jedoch, um die Polymerisation des Vinylchlorids zu vermeiden, einen Polymerisationsinhibitor z. B. Phenol, Hydrochinon usw. zusetzen.
Eine Konzentration von 1% Phenol des Gewichtes von Dichloräthan verhindert diese Polymerisation des Vinylchlorids.
Das aus der Lösung von Dichloräthan befreite Vinylchlorid enthält geringe Mengen Chlorwasserstoff, einen Teil Äthylen und die gesamte Menge der Kohlenwasserstoffe mit 3 und 4 Kohlenstoffatomen, die sich ebenfalls im Dichloräthan gelöst hatten. Das Vinylchlorid wird destilliert und von der Chlorwasserstoffsäure getrennt und hernach einer Rektifikation unterworfen.
Diese Chlorwasserstoffsäure (entsprechend dem Überschuss von 5%) und das Äthylen werden in den Reaktor für die Synthese des Vinylchlorids zurückgeschickt, dies zeigt den Vorteil, die Gaszerlegung und die Destillation unter Druck durchzuführen, um die Kompression des zurückgeleiteten Chlorwasserstoffes zu vermeiden, die sonst notwendig ist, wenn diese Gaszerlegung und diese Destillation bei Atmosphärendruck stattfindet.
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<tb>
<tb> :
vol. <SEP> %
<tb> H2 <SEP> ............................... <SEP> 50,24
<tb> N2 <SEP> ............................... <SEP> 4,21
<tb> CO <SEP> 20, <SEP> 62 <SEP>
<tb> CH4 <SEP> 12, <SEP> 25 <SEP>
<tb> C.................... <SEP> 0, <SEP> 05 <SEP>
<tb> C2H4...............,.... <SEP> 12, <SEP> 13 <SEP>
<tb> C2H6...............,.... <SEP> 0, <SEP> 50 <SEP>
<tb>
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Die Produkte, die diesen zweiten Reaktor verlassen, werden auf -330 C abgekühlt und auf 10 at komprimiert, dabei entsteht einerseits flüssiges Dichloräthan und anderseits ein Gasrückstand, der zur Erzeugung der heissen Gase verwendet wird, in welchen man die Pyrolyse des Naphtha am Anfang des Verfahrenskreises vornimmt.
Dieser Gasrückstand besteht aus :
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<tb>
<tb> Vol. <SEP> 0
<tb> Ha.................... <SEP> 57, <SEP> 17 <SEP>
<tb> N..................... <SEP> 4, <SEP> 79 <SEP>
<tb> CO <SEP> 23, <SEP> 46 <SEP>
<tb> CH.................... <SEP> 13, <SEP> 94 <SEP>
<tb> C, <SEP> 0, <SEP> 06 <SEP>
<tb> C., <SEP> H.................... <SEP> 0, <SEP> 58 <SEP>
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4500 C und einem Druck von 8 kg pro cm 2 in Gegenwart von entaschter Aktivkohle, d. h. gemäss dem Verfahren, welches in der österr. Patentschrift Nr. 202554 beschrieben ist. Man erhält so eine neue Menge Vinylchlorid sowie Chlorwasserstoffsäure, welche für die Synthese des Vinylchlorid in den ersten Reaktor zurückgeleitet wird.
Die Ausbeute dieser Pyrolyse beträgt 99% mit einem Umwandlungsgrad von Dichloräthan pro Durchgang von 65%.
Aus der Gesamtheit dieser Operationen ergibt sich, dass man eine Tonne Vinylchlorid in reinem Zustand aus 800 kg Sauerstoff, 900 kg Naphtha und 565 kg Chlor erhält, ohne dass das Azetylen und das Äthylen vorher konzentriert zu werden braucht, dies zeigt den wirtschaftlichen Vorteil dieses Verfahrens.
Bei Benützung des Verfahrens gemäss der vorliegenden Erfindung ist es möglich, Vinylchlorid mit guten Ausbeuten und mit einem hohen Reinheitsgrad ausgehend von Naphtha oder andern Kohlenwasserstoffen, von Sauerstoff und von Chlor herzustellen, denn die das Azetylen und das Äthylen in dem Pyrolysegas verdünnende Gasmischung ist reich an Wasserstoff und kann für die Herstellung der heissen Gase, in welche der zu pyrolysierende Kohlenwasserstoff eingedüst wird, ausgenützt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Vinylchorid aus einem durch Eindüsen von Kohlenwasserstoffen in heisse Verbrennungsgase erhaltenen Pyrolysegas, welches vorher von Russ, Teerprodukten und dem grössten Teil an nichtgesättigten Kohlenwasserstoffen mit mehr als 2 Kohlenstoffatomen gereinigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass man das so vorgereinigte Pyrolysegas mit Chlorwasserstoff mischt und das in diesem Gas enthaltene Azetylen in Vinylchlorid umwandelt, indem man diese Mischung bei einer Temperatur von 100 bis 140 C und bei einem Druck, der höher ist als der Atmosphärendruck, mit einem Durchsatz von 125 bis 175 1 (gemessen bei 0 C und 760 mm Hg) pro Stunde und pro Liter Katalysator, mit einem Katalysator in Berührung bringt, der aus mit Quecksilberchlorid imprägnierter Aktivkohle besteht,
dass man das so gebildete Vinylchlorid durch Auswaschen mit Dichloräthan abtrennt und das Vinylchlorid durch Destillation der erhaltenen Lösung gewinnt ; dass man das Gas, welches von Azetylen und Vinylchlorid befreit worden ist, mit Chlor mischt und das in diesem Gas enthaltene Äthylen zu Dichloräthan umwandelt, indem man es durch ein Syntheserohr für Dichloräthan bei einer Temperatur von 50 bis 120 C und einem Druck, der höher ist als der Atmosphärendruck durchleitet, worauf man das Dichloräthan kondensiert, destilliert und in an sich bekannter Weise einer Pyrolyse zu Vinylchlorid und Chlorwasserstoff unterwirft, und den letzteren in die erste Stufe der Synthese des Vinylchlorids zurück-
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