<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur Beizung von Saatgut, insbesondere zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten und zur Stimulation
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Dieses Verfahren hat gegenüber dem zu vorgenannten Heisswasserbeizverfahren den Vorteil, dass eine Benetzung des Saatgutes unter Vakuum und eine gleichmässige Erwärmung des Gutes in einer rotierenden Trommel erfolgt, wobei das Vakuum zur Sicherung der notwendigen anaeroben Atmung erforderlich ist. Es gestattet es jedoch nicht, ein Vakuum vor der Benetzung, dass die anaerobe Atmung beschleunigt und wirksam macht, auf das zur Behandlung kommende Saatgut einwirken zu lassen und die Benetzung während der laufenden Behandlung zur Verkürzung des Beizvorganges vorzunehmen. Auch ist es nicht möglich, während des Beiz- und Trocknungsvorganges mit Vakuum zu arbeiten, um die Beizwirkung zu erhöhen und die gesamte Behandlungszeit zu verkürzen.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass drei nacheinander angeordnete Behälter vorgesehen sind, war zur Folge hat, dass der anaerobe Behandlungsvorgang unterbrochen wird.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu entwickeln und eine dazugehörige Vorrichtung zu schaffen, die es ermöglichen, eine Beizung des Saatgutes zur Bekämpfung des Flugbrandes, insbesondere beiGerste undWeizen durch Benetzungs-undWärmebehandlung in landwirtschaftlichen Produktionszentren, Saatzuchtbetrieben u. ähnl. an Ort und Stelle durchzuführen und dass gleichzeitig mit der Beizung des Saatgutes die Bekämpfung anderer Pilzkrankheiten unter Zusatz bekannter chemischer Mittel vorgenommen werden kann, wobei der gesamte Vorgang auf die physikalischen und biologischen Voraussetzungen abgestimmt ist. Ferner soll das Verfahren und die Vorrichtung zur Bekämpfung der genannten pflanzlichen Schädlinge, insbesondere bei wirtschaftseigenem Saatgut inklusive Vermehrung zur Anwendung kommen.
Hiedurch werden einmal die Erträge gesteigert und zum andern die Infektionsquellen für Neuzüchtungen und Vermehrungssaatgut der hohen bis niederen Anbaustufen ausgeschaltet, darüber hinaus wird bei Anwendung des Verfahrens eine Stimulation des Saatgutes erreicht.
Die Vorrichtung ist ebenfalls für die alleinige Stimulation von Saatgut wärmeliebender Pflanzen geeignet.
Gemäss der Erfindung wird das zur Behandlung kommende Saatgut einem Vakuum bis zu 200 mm Hg-S Unterdruck ausgesetzt und gleichzeitig mit dem Erwärmungsvorgang, der sich bis auf 30 min erstreckt, begonnen und danach mit. Wasser bis zu 100/0 gegebenenfalls unter Zusatz chemischer Mittel wäh-
EMI2.1
Die Dauer des Vorganges vom Einsatz des Saatgutes bis zur Beendigung der Aufheizung beträgt zirka
60 min. Hieran schliesst sich ein auf zirka 60 min erstreckender Beizvorgang bei der beim Aufheizen erreichten und jetzt konstant gehaltenen Temperatur an, wobei je nach Bedarf mit oder ohne Vakuum gearbeitet werden kann. Die Wärmeübertragung beim Erwärmungs- und Beizvorgang erfolgt vorzugsweise durch Strahlung.
Nach dem Beizvorgang, der ohne Zutritt von Frischluft vor sich geht, erfolgt die Rücktrocknung und Kühlung des Saatgutes auf zirka Ausgangswerte innerhalb einer Zeit bis zu 90 min je nach Höhe der Benetzungsprozente,-wobei sich ein geringes Vakuum einstellt und die Trocknungswirkung erhöht wird.
Die zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens dienende Vorrichtung besteht aus einer zylindrischen Umwälztrommel, in der das gesamte Verfahren durchgeführt wird, wobei das zur Behandlung kommende Saatgut sich dauernd in Bewegung befindet.
Die Trommel ist mit zwei feststehenden, abdichtbaren, hohlen Anschlussstücken versehen, die axial in die Trommel führen. An der Innenwandung des Trommelmantels sind schräggestellte Mitnehmerleisten in Längsrichtung angebracht, die das Saatgut in Drehrichtung hochtransportieren und vor einer im oberen Teil der Trommel angeordneten an sich bekannten Strahlungswärmequelle abwerfen. Zur teilweisen Evakuierung der Trommel ist ein nicht dargestellter Lüfter oder eine Vakuumpumpe mit einer in die Trommel hineinragenden Anschlussleitung vorgesehen. Die Benetzung des Saatgutes erfolgt durch ein in axialer Richtung in der Trommel angeordnetes Düsenrohr, dessen Zuleitung mit einem ausserhalb der Trommel am Gestell befestigten Messgefäss verbunden ist.. Die zur Rücktrocknung und Abkühlung erforderliche Warm- bzw.
Kaltluft gelangt durch eine Anschlussleitung in die Trommel, wobei zur Erzeugung der Warmluft der Anschlussleitung ein nicht dargestellter Lufterhitzer vorgeschaltet ist. Der Austritt der mit Feuchtigkeit gesättigten Luft erfolgt durch eine weitere Anschlussleitung und wird von einem Lüfter abtransportiert. Zur Steuerung und Überwachung der Wärmezufuhr zur Strahlungsquelle ragt ein bekanntes Kontaktthermometer und zur Kontrolle der Gutstemperatur ein Fernthermometer in das Trommelinnere. Sämtliche Zuführungs- und Anschlussleitungen werden durch die feststehenden hohlen Anschlussstücke in die Trommel geführt. Die Trommel wird von einem auf dem Gestell befestigten Motor angetrieben. Die Vorrichtung kann sowohl stationär als auch transportabel ausgeführt sein.
<Desc/Clms Page number 3>
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dienenden Vorrichtung schematisch dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine Vorderansicht der Vorrichtung im Schnitt A-B, Fig. 2 eine Seitenansicht im Schnitt C - D.
Durch die Beschickungsöffnung 1 der wärmeisolierten Umwälztrommel 2, die auf den als Achslager ausgebildeten, feststehenden, abgedichteten, hohlen Anschlussstücken 13 rotiert, wird das Saatgut eingebracht. Durch den Antrieb 3 wird die Trommel in langsam drehende Bewegung gesetzt und das Saatgut von den an der Innenwandung des Trommelmantels angebrachten Mitnehmerleisten 4 hochtransportiert und zwangsläufig vor der angeschalteten Strahlungswärmequelle 5 schleierförmig abgeworfen. Mit Beginn der Bewegung der Trommel erfolgt mittels eines Lüfters oder einer Vakuumpumpe durch die Anschlussleitung 6 die teilweise Evakuierung derselben.
Nach Erreichung der gewünschten Aufwärmetemperatur erfolgt die Benetzung des Saatgutes aus dem Benetzungswasser-Messgefäss 7 über Zuleitung 8 durch das Düsenrohr 9, wobei dem Benetzungswasser-Messgefäss 7 Universal- bzw. fungizide chemische Beizmittel zugesetzt werden können. Die nach dem Beizvorgang vorgesehene Rücktrocknung und Abkühlung des Saatgutes auf Ausgangsfeuchtigkeit und Temperatur erfolgt mittels angesaugter Warm- bzw. Kaltluft, wobei die Kalt- bzw. Warmluft durch die Anschlussleitung 10 in die Trommel gelangt. Die Warmluft wird durch einen bekannten nicht dargestellten elektrischen Lufterhitzer, der der Anschlussleitung 10 vorgeschaltet ist, erzeugt. Die feuchte Luft tritt durch die Anschlussleitung 6 aus der Trommel. Den Transport der Luft Ubernimmt ein Lüfter.
Die Steuerung der Wärmezufuhr zurStrahlungswärmequelle 5 erfolgt durch ein an sich bekanntes Kontaktthermometer 11 und die Kontrolle der Gutstemperatur durch ein bekanntes Fernthermometer 12.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beizung und zur Stimulation von Saatgut durch Benetzungs-und Wärmebehandlung, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst das zu behandelnde Saatgut einem Vakuum bis zu 200 mm Hg-S Unterdruck ausgesetzt und gleichzeitig mit dem Erwärmungsvorgang, der sich bis auf 30 min erstreckt, begonnen und danach mit Wasser bis zu ION benetzt und anschliessend das so angefeuchtete Saatgut auf eine Arbeitstemperatur von 20 bis 800C vorzugsweise bis 600C bei der Beizung bzw.
bis zu 450C bei der Stimulation weiter erwärmt wird, wobei der Vorgang vom Einsatz des Saatgutes in die Trommel bis zur Beendigung der Aufheizung zirka 60 min beträgt, an den sich ein auf zirka ebenfalls 60 min erstreckender Beizvorgang mit der beim Aufheizen erreichten und jetzt konstant gehaltenen Temperatur anschliesst und danach die Rücktrocknung und Kühlung des Saatgutes auf zirka Ausgangswerte innerhalb 90 min je nach Höhe der Benetzungsprozente erfolgt.