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Verfahren zur Herstellung von dehnbaren Gewirken, insbesondere Strümpfen
Es sind von der Patentinhaberin bereits Verfahren vorgeschlagen worden, nach welchen Wirkwaren, wie Strümpfe u. dgl., mit einem grösseren Streckvermögen hergestellt werden können. Diese Verfahren bestehen darin, dass man das Nylongarn zunächst hitzevorfixiert, einen Teil des Games in einer Richtung zwirnt oder drillt, um ihm ein Rechtsdrall-Drehmoment zu erteilen, und einen andern Teil des Garnes in der entgegengesetzten Richtung zwirnt oder drillt, um ihm ein Linksdrall-Drehmoment zu erteilen.
Das gezwirnte Garn wird dann geleimt, um in ihm zeitweilig, während des Wirkvorganges, das Drehmoment nicht zur Wirkung kommen zu lassen, worauf aus dem gedrehten Garn durch abwechselndes Wirken von wenigstens einer Reihe zunächst mit dem Garn, das in der einen Richtung gedrillt, und dann mit dem Garn, das in der ändern Richtung gedrillt worden ist, die gewünschte Wirkware hergestellt und der Leim dann von der Wirkware entfernt wird, um im gedrehten Garn das Drehmoment auszulösen.
Normalerweise sollte angenommen werden, dass die Neigung von einfädigem Garn oder auch jeder ändern Garnart, Schleifen zu bilden, beiseitigt werden kann, wenn auf das Garn zwischen dem Zuführungswickel und der Wirkmaschine ein genügender Zug ausgeübt wird. Es kann jedoch auf das Garn, während es der Maschine zugeführt wird, nur ein sehr geringer Zug ausgeübt werden, da, sobald es sich in der Maschine befindet, die Spannung wesentlich vergrössert wird, so dass das Garn zerreisst.
Nach der üblichen Praxis wird daher das Garn von der Spule oder dem Wickel dem Kopf der Wirkmaschine frei und unbelastet zugeführt. Wenn das Garn jedoch unter innerer Spannung steht, wie es bei ge-
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springt es gleichzeitig um mehrere Wickelgängevom Wickel, so dass das Garn an dieser Stelle praktisch ohne Spannung bleibt, und das durch den Drall erzeugte Drehmoment verursacht dann, dass das Garn sich verknotet oder in Schleifen legt, so dass ein mangelhaftes Produkt erhalten wird.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung von dehnbaren Gewirken, insbesondere Strümpfen, aus vollsynthetischem Garn, insbesondere einfädigen Garnen aus Polyamiden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass aus diesen Garnen in periodisch wiederkehrender Folge Maschenreihen gebildet werden, in denen in der einen Richtung gedrehtes Garn mit in entgegengesetzter Richtung gedrehtem Garn und bzw. oder ungedrehtem Garn abwechselt, worauf das in dieser Weise hergestellte Gewirk gegebenenfalls einer trockenen oder feuchten Wärmebehandlung unterworfen wird.
Für das Wirken oder Stricken wird ein vollsynthetisches Garn in einer Richtung gedrillt, und ein anderes vollsynthetisches Garn wird in der andern Richtung gedrillt, und jedes Garn wird in einer Richtung aufgespult, die seinem Drall entgegengerichtet ist.
Die Wirkware wird dann hergestellt, indem abwechselnd durch das Erzeugnis hindurch zunächst wenigstens eine Maschenreihe aus dem Garn, das in der einen Richtung gedrillt ist, und dann wenigstens eine Maschenreihe aus dem Garn, das in der andern Richtung gedrillt worden ist, gestrickt wird.
Es wurde gefunden, dass besonders gute Resultate erhalten werden, wenn eines der Garne vor dem Drillen hitzevorfixiert und das andere Garn nicht fixiert wird. Es können jedoch auch beide Garne vorfi- xiert oder keines von ihnen vorfixiert werden, wobei ebenfalls gute Produkte erhalten werden. Wenn also beispielsweise Strumpfwaren hergestellt werden und hiebei ein Garn benutzt wird, das vor dem Drillen vorfixiert worden ist, und ausserdem ein anderes nicht hitzevorfixiertes, gedrehtes Garn, so besitzt das hergestellte Erzeugnis eine sehr hohe Elastizität (eine Dehnung in der Grössenordnung von 150-250%) und
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eine bestimmte Musterung.
Wenn zwei nicht hitzevorfixiene Garne benutzt werden, ist die Dehnbarkeit des erhaltenen Erzeugnisses etwas geringer, aber die Musterung ist praktisch die gleiche, wie sie bei Verwendung nur eines einzigen hitzevorfixierten Garnes erhalten wird. Sind dagegen beide Game hitzevorfixiert, so besitzt das erhaltene Erzeugnis elastische Eigenschaften, die denen des Erzeugnisses etwa gleichwertig sind, das nur ein hitzevorfixiertes Garn enthält, obgleich die Ware sich etwas wirft, d. h. ein kreppartiges Aussehen besitzt.
An sich können vollsynthetische Garne eines beliebigen Titers benutzt werden, obgleich, wie oben bereits bemerkt, einer der wesentlichen Vorteile der Erfindung gerade darin besteht, dass nach ihr zum ersten Mal dehnbare Strumpfwaren von grösster Feinheit hergestellt werden können. Geeignete Gamtiter sind solche von 10,. 12 und 15 Denier, die auch am meisten zur Verfügung stehen.
Die fertige Wirkware wird im entspannten Zustand hitzefixiert. Diese Massnahme kann in irgendeiner geeigneten Weise durchgeführt werden, beispielsweise, indem die Wirkware in lockerer Form in eine Behandlungskammer gebracht und 15-60 min einer Temperatur von etwa 75 bis 1000C und einer relativen Feuchtigkeit zwischen 70 und 1000/0 ausgesetzt wird. Vorzugsweise wird die Ware der Wärme 50 minbei einer relativen Feuchtigkeit von 70% ausgesetzt, wie sie durch DC am feuchten Kolben und 960C am trockenen Kolben eines Hygrometers angezeigt wird. Darauf kann die Ware gereinigt, gefärbt und in üblicherweise geprüft und zugerichtet werden.
Da die Wirkware stark zusammengezogen ist, muss sie auf einer entsprechend kleineren Zurichtform als sie normalerweise benutzt wird, zugerichtet werden, da sonst die Elastizität der Wirkware zum grossen Teil aufgehoben werden würde. So wird beispielsweise ein Damenstrumpf der Grösse 91/2, der normalerweise eine Länge von 78 cm hat, auf einer Form derselben Länge zugerichtet. Ein erfindungsgemäss hergestellter Strumpf, der auch der Grösse 9 1/2 entsprechen soll, hat jedoch nur eine Länge von etwa 45-60 cm und soll daher auf einer Form dieser Länge und entsprechend kleinerer Breite fertiggestellt werden, da das Zurichten auf Formen üblicher Grösse die erzielte Elastizität nachteilig beeinflussen würde.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert :
Beispiel 1 : Es werden einfädige Nylongarne von 15 Denier verwendet, die vor dem Drehen zunächst einer Hitzevorfixierung unterworfen wurden, indem sie auf eine Metallspule aufgewickelt und der Wickel aus dem Nylongam dann in einen Behälter eingesetzt und in diesem wenigstens 15 min einem Dampfdruck von etwa 1, 75 kg/cm ausgesetzt wurde. Durch diese Hitzevorfixierung wird gewährleistet, dass im gedrehten Garn das notwendige Drehmoment aufrecht erhalten bleibt, um, wie vorstehend beschieben, die erwünschte Wirkware zu erhalten.
Die den 15 Denier-Garnen dieses Beispiels erteilte Drehung beträgt 2-4 Windungen pro cm.
Die gedrehten Garne werden im ihrer Drehrichtung entgegengesetzten Sinn auf eine Holzspule aufgewickelt, von der sie einer Strick-oder Wirkmaschine zugeführt werden.
Die Strumpfwaren werden unter Verwendung von zwei Trägersystemen, je eines für jedes Garn, ohne Schlaufenbildung gestrickt, wobei für die Herstellung der Beinlänge eines fertigen modernen Strumpfes zwei Maschenreihen aus rechtsgedrehtem Garn mit zwei Maschenreihen aus linksgedrehtem Garn abgewechselt werden. Der Strumpfrand wird aus 40 Denier mehrfädigem Garn (mit 6 Windungen pro cm) hergestellt.
Nachdem das Erzeugnis aus der Maschine genommen ist, lässt man es unter den in der Wirkerei üblichen Bedingungen, d. h. bei 28 C und 52% relative Feuchtigkeit 24 Stunden sich entspannen. Das Drehmoment im Garn bewirkt dabei eine Verdrehung der Maschen, so dass eine Wirkware mit einem waschbrettartigen Effekt (Fischgrätenmuster) erzielt wird. Nach dem Hitzefixieren, Säumen, Reinigen, Färben und Formieren wird ein Strumpf mit etwa kreppartigem Aussehen erhalten, der aber eine ausgezeichnete Elastizität von etwa 135% seiner ungestreckten Länge besitzt.
Beispiel 2 : Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, mit dem Unterschied, dass keines der verwendeten Garne hitzevorfixiert ist. Der erhaltene Strumpf besitzt eine genau festgelegte Maschenbildung und ein fischgrätenartiges Muster mit etwas geringerer Elastizität, nämlich 120% der ursprünglichen, ungestreckten Länge.
Beispiel 3 : Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, doch wird nur das rechtsgedrehte Garn hitzevorfixiert. Der erhaltene Strumpf besitzt eine genau bestimmte Maschenbildung, ein Fischgrätenmuster und eine Dehnfähigkeit von etwa 150go; auch ist er weich und auch in den ändern Eigenschaften sehr gut.
Beispiel 4 : Das Verfahren des Beispiels 3 wird wiederholt, doch wird zur Herstellung des Strumpfes an Stelle eines Zweiträger-oder Zweispulensystems mit zwei Fäden oder Abzugstellen ein Dreiträgersystem mit drei Fäden benutzt, u. zw. in der Reihenfolge : hitzevorfixiertes, rechtsgedrehtes Garn, nicht
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hitzevorfixiertes, linksgedrehtes Garn und ein neutrales 15 Denier Nylongam (unfixiert und ungedrillt).
Das gewirkte Produkt besitzt eine gute Elastizität. Das Fischgrätenmuster wird durch das neutrale Garn unterbrochen. Auf diese Weise können auch zahlreiche andere Dreifädenkombinationen hergestellt werden. Die besten Resultate mit dem Dreiträgersystem scheinen erhalten zu werden, wenn die beiden gedrillten Garne vorfixiert werden und das neutrale Garn unfixiert und ungedrillt benutzt wird. Die besten Resultate werden jedoch erhalten, wenn nur zwei Fäden benutzt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von dehnbaren Gewirken, insbesondere Strümpfen, aus vollsynthetischem Garn, insbesondere einfädigen Garnen aus Polyamiden, dadurch gekennzeichnet, dass aus diesen Garnen in periodisch wiederkehrender Folge Maschenreihen gebildet werden, in denen in der einen Richtung gedrehtes Garn mit in entgegengesetzter Richtung gedrehtem Garn und bzw. oder ungedrehtem Garn abwechselt, worauf das in dieser Weise hergestellte Gewirk gegebenenfalls einer trockenen oder feuchten Wärmebehandlung unterworfen wird.