AT216468B - Verfahren zur Beseitigung von Gerüchen bei Faser- oder Schichtmaterialien - Google Patents

Verfahren zur Beseitigung von Gerüchen bei Faser- oder Schichtmaterialien

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AT216468B AT864458A AT864458A AT216468B AT 216468 B AT216468 B AT 216468B AT 864458 A AT864458 A AT 864458A AT 864458 A AT864458 A AT 864458A AT 216468 B AT216468 B AT 216468B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Beseitigung von Gerüchen bei Faser- oder
Schichtmaterialien 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beseitigung oder Verminderung der Bildung unerwünschter Gerüche, wie   z. B.   der   Aldehyd- oder Amingerüche,   die häufig bei Geweben oder ähnlichen Materialien, welche mit einem wärmehärtbaren Aldehyd-Harz od. dgl. behandelt worden sind, auftreten. 



   Gewebte und ungewebte Textilien, Papier u. dgl. werden aus verschiedenen Gründen häufig mit wärmehärtbaren, Formaldehyd oder andere höhere Aldehyde enthaltenden Harzen behandelt. Diese Harze werden   z. B.   verwendet, um die Nassfestigkeit von Papier oder   die Dimensions-Festigkeit, Knitter- und   Tragfestigkeit, Haltbarkeit und Aussehen von Textilien, wie Baumwolle, Rayon, Nylon usf., zu verbessern. Die vor kurzem. entwickelten Textilien die nach dem Waschen sofort wieder getragen werden können, werden üblicherweise ebenfalls mit wärmehärtbaren Harzen häufig in Verbindung mit synthetischem Kautschuk oder andern thermoplastischen Polymerisaten behandelt.

   Weiterhin erfolgt auch die Bindung ungewebter Materialien oft durch Behandlung mit einem wärmehärtbaren Harz, das gegebenenfalls zusammen mit einer Dispersion von   Acrylpolymerisaten oder andern thermoplastischen Polymerisaten   oder von synthetischem Kautschuk verwendet werden kann ; diese Dispersionen sind im allgemeinen   demjeni-   gen sehr ähnlich, die zur Herstellung von Textilien, welche sofort nach dem Waschen wieder getragen werden können, angewendet werden. 



   Die mit wärmehärtbaren Aldehydharzen behandelten Materialien besitzen den Nachteil, dass sie unter bestimmten Bedingungen einen   Fisch-oder Formaldehydgeruch,   ranzige oder sonstige unangenehme Gerüche entwickeln. Diese Gerüche werden offensichtlich durch Spuren von freiem Aldehyd und/oder freien Aminen, die bei der Umsetzung von freien Aldehyden mit Ammoniak oder andern, als Härtungkatalysatoren verwendeten Ammoniumverbindungen oder während der Aushärtung gebildet werden (vgl. 



  Textile Finishing Bulletin 129 "Odor Prevention in Resin Treated Fabrics", American Cyanamid Company) hervorgerufen. Auf jeden Fall halten diese üblen Gerüche den Verbraucher vom Kauf dermitHarz behandelten Materialien ab. Dieses Problem kann in Läden mit Klimaanlage besonders schwerwiegend sein, da die ausgelegten, mit Harz behandelten Kleidungsstücke manchmal so viel Formaldehyd freisetzen, dass der gesamte Laden diesen unangenehmen Geruch annimmt. 



   Zur Verhinderung der obenerwähnten Gerüche wurden bisher verschiedene Verfahren vorgeschlagen. 



  Typisch für diese ersten Versuche, Stoffe mit nur geringer Geruchsabsonderung herzustellen, ist z. B. die Zugabe von Harnstoff und Dicyandiamid, die den freien Formaldehyd binden, zu dem Harzbad ; die Verwendung von aminfreien oder blockierte Aminogruppen besitzenden Katalysatoren ; Ausschaltung des Ammoniaks als Mittel zur Kontrolle des pH-Wertes, indem z. B. Triäthanolamin verwendet wird ; Waschen des Sroffes nach der Harzbehandlung und Aushärten, um die freie Säure aus dem Katalysator, den Katalysator selbst, nichtumgesetzten Formaldehyd und/oder niedriges Polymerisat zu entfernen, so dass der Stoff in neutralem bis leicht alkalischem Zustand vorliegt. Für das Waschen wurden neutrale Bäder aus Wasser mit oberflächenaktiven Mitteln bis mild alkalische Bäder unter Verwendung von kalzinierter Soda, Tetranatriumpyrophosphat od. dgl. und anschliessendem Spülen vorgeschlagen.

   Nach der deutschen Patentschrift Nr. 907044 ist weiterhin vorgeschlagen worden, Fischgeruch aus mit synthetischen Harzen imprägnierten Textilien durch Behandlung, u. zw. nach der Harzimprägnierung, mit Äthylenoxyd unter Einwirkung von Wärme und Feuchtigkeit zu beseitigen. 

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   Alle oben erwähnten früheren Versuche lassen viele Wünsche in bezug auf Wirksamkeit der Geruchskontrolle, Einfachheit des Verfahrens usf. offen. Es gibt daher noch immer kein direktes und billiges Verfahren, um den Geruch von mit wärmehärtbaren Harzen behandelten Materialien zu verringern oder auszuschalten, und es besteht für ein solches Verfahren ein technisches Bedürfnis. Hauptziel der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines derartigen Verfahrens. 



   Bei dem erfindungsgemässen Verfahren werden mit Harz behandelte Materialien, die Aldehyd-und/ oder Amingerüche entwickeln, mit einer wässerigen Lösung imprägniert, die   HSOs-Ionen enthält,   worauf die so behandelten Materialien getrocknet und gegebenenfalls ausgehärtet werden. Das erfindungsgemässe Imprägnieren kann entweder zusammen mit der Harzbehandlung oder gegebenenfalls nach dem Aufbringen des Harzes und vollständigem oder teilweisem Aushärten erfolgen. 



   Der Erfolg des erfindungsgemässen Verfahrens beruht im wesentlichen auf der Feststellung, dass der freie oder potentiell freie Formaldehyd oder andere Aldehyde, der   üblicherweise   den obenerwähnten Geruch entwickeln würde, unter den erfindungsgemässen Bedingungen mit Hilfe des HSOs-Ions zu einem stabilen geruchlosen Produkt umgewandelt werden kann.

   Die Reaktion des freien oder potentiell freien Formaldehyds scheint mit dem Natriumbisulfit als Quelle für HSO, Ionen wie folgt zu erfolgen, wobei ein geruchloses Formaldehyd-Additionsprodukt gebildet wird ; 
 EMI2.1 
 (Diese Theorie soll jedoch in keiner Weise eine Beschränkung darstellen.) Das obenerwähnte Additionsprodukt kann zwar durch starke Säuren oder Basen zerfallen, scheint jedoch von den leicht sauren oder basischen Reagenzien nicht beeinflusst zu werden, die üblicherweise beim Waschen oder andern bekannten Verfahren, denen das mit Harz behandelte Gewebe od. dgl. ausgesetzt wird, vorhanden sind. Es scheint sogar, dass das Additionsprodukt mit dem Harz selbst reagiert und einen hoch stabilen Komplex bildet. Möglicherweise werden stabile salzbildende Sulfonatgruppen an den endständigen Methylolgruppen gebildet.

   Die endgültige Reaktion ist jedoch nur insofern entscheidend, als durch sie das gewünschte Ergebnis, nämlich eine vollständige Beseitigung des Geruchs, erzielt wird. 



   Ein weiteres überraschendes Ergebnis des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass das zur   Geruchsverminderung   verwendete   HSOs-Ionen   liefernde Mittel anscheinend auch als Katalysator beim Aushärten des Harzes wirkt. Wird daher das geruchsvermindernde Mittel dem Material gleichzeitig mit dem Harz einverleibt, so können die üblichen Härtungskatalysatoren des Harzes gegebenenfalls auch fortgelassen werden. Es kann jeder beliebige Katalysator, der üblicherweise zum Aushärten wärmehärtbarer Harze verwendet wird, zusammen mit dem erfindungsgemässen geruchsvermindernden Mittel verwendet 
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    derartige Katalysatorensind die Ammoniumsalze, wie Ammoniumsulfat, Am-nolhydrochlorid ;   die Zinksalze, einschliesslich Zinkchlorid, Zinksulfat, Zinknitrat und Zinkfluoborat, und Magnesiumchlorid. 



   Wasserlösliche organische und anorganische Verbindungen, die in wässeriger Lösung   HS03-Ionen   bilden, können erfindungsgemäss als   geruchsvermindemdes   Mittel verwendet werden. Besonders geeignet ist Natriummetabisulfit    (Na S CO, da   es leicht verfügbar und sehr billig ist. Es können jedoch auch andere wasserlösliche Salze der schwefeligen Säure, wie z. B. die Sulfite und Bisulfite der Alkalimetalle der Gruppe   I-A   des Periodischen Systems, d. h. Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium und Cäsium, und der Erdalkalimetalle der Gruppe   II-A,   wie Beryllium, Magnesium und Calcium, sowie die Salze von Zink und Aluminium verwendet werden.

   Ammoniumbisulfit, schweflige Säure als solche oder eine Lösung aus Schwefeldioxyd (SO   +H 0-- H2SOS) können   gleichfalls verwendet werden. 



   Um mittels des   erfindungsgemässen   Verfahrens die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte das   HSO.-Ion   unter gleichzeitiger Regelung des PH-Wertes auf das Material aufgebracht werden, d. h. bei einem PHWert von 4 bis 8, vorzugsweise von 5 bis 6. Ein PH-Wert oberhalb von 8 führt nicht zu der gleichen ausserordentlichen Geruchsverminderung, die sonst mittels des erfindungsgemässen Verfahrens erzielt werden kann. Die   erfindungsgemäss   zu verwendende Menge an geruchsverminderndem Mittel kann innerhalb eines grossen Bereiches variieren, wobei die optimalen Mengen in den einzelnen Fällen jeweils von anderen Faktoren abhängen, wie z.

   B. der Natur und der auf das Material aufgebrachten Menge an Harz, dem Ausmass der Härtung, ob das Mittel gleichzeitig mit oder nach der Harzbehandlung angewendet wird,   u. a. m.    

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   Im allgemeinen sollte soviel   geruchsverminderndes Mittel angewendet werden, dass   der gesamte freie oder potentiell freie Formaldehyd umgesetzt wird. Wird das Mittel dem Material zusammen mit dem Harz zugegeben, so können 1-3 Mol Mittel je theoretisches Mol Methylolgruppen im Harz verwendet werden, wobei eine Menge von 1, 6 Mol geruchsverminderndes Mittel bevorzugt wird. Es können jedoch auch grössere Mengen des geruchsvermindernden Mittels zugegeben werden ; bei einem zu grossen Überschuss kann jedoch ein leichter Geruch nach Schwefeldioxyd auftreten. Wird das Mittel auf das bereits mit Harz behandelte und ausgehärtete Gewebe oder faserförmige Material aufgebracht, so können wesentlich kleinere Mengen bis zu nur 0,01 Mol verwendet werden, und vorzugsweise wird nicht mehr als 1, 0 Mol je theoretisches Mol Methylolgruppen im Harz angewendet. 



   Jedes beliebige mit Harz behandelte Fasermaterial, bei dem sich normalerweise unerwünschte Aldehyd-Gerüche bilden, kann mittels des erfindungsgemässen Verfahrens bearbeitet werden, d. h. Papier und Textilien, wie Fasern, Garne und Gewebe, gewebt oder ungewebt, aus natürlichen oder synthetischen Fasern, z. B. Baumwolle, Wolle, Rayon, Nylon, Leinen usf. Diese Fasermaterialien können mit jedem der üblichen wärmehärtbaren und vernetzbaren Harze, die Formaldehyd oder höhere Aldehyde in verschiedenen molaren Verhältnissen entweder als Vorkondensat oder in kondensierter Form enthalten, be- 
 EMI3.1 
 aus Thioharnstoffen u. ähnl.

   Verbindungen mit Formaldehyd, Guanidin-Formaldehyd-Harze, Harze auf Acetaldehyd-, Benzaldehyd-, Butyraldehyd-Basis, Harze, bei denen die Methylgruppe durch höhere aliphatische Blockgruppen, wie die Äthyl-, Propyl-, Butylgruppe   usf.,   ersetzt wurde, modifizierte Glykolacetal-Formaldehyd-, Pentaerythritacetal-Formaldehyd-Harze und Mischungen eines oder mehrerer der obengenannten Harze mit oder ohne Zugabe anderer Harze, wie Epoxyharze, natürliche und synthetische Kautschuke auf Butadienbasis od. dgl.,   Acrylat-Homopolymerisate,-Mischpolymerisate,-Terpolyme-   risate, insbesonders solche, die reaktionsfähige Gruppen, wie   z. B. Acryl- und Methacrylsäure.   enthalten. 



   Wie bereits ausgeführt, kann die Behandlung zur Geruchsverminderung gleichzeitig mit der Harzbehandlung oder im Anschluss an dieselbe nach dem Aushärten des Harzes   erfolgen. Wird die Geruchsvermin-   derung als Nachbehandlung durchgeführt, so kann das vollständig oder teilweise gehärtete Harz auf verschiedene Weise mit einer wässerigen Lösung geklotzt werden, die das gewünschte Mittel in den oben angegebenen Mengen enthält. Ein geeignetes Verfahren besteht in einem einmaligen Klotzen des Mittels bei erhöhter Temperatur,   d. h. etwa 70-88oC,   worauf anschliessend getrocknet und ausgehärtet wird.

   Vorzugsweise wird jedoch ein mehrfaches Klotzen durchgeführt, wobei zweckmässigerweise nach dem Finishen bei erhöhter Temperatur zwei aufeinanderfolgende Klotzungen mit dem geruchsvermindernden Mittel oder einem üblichen normalerweise für Harze verwendeten Waschmittel durchgeführt werden, worauf ein-oder mehrmals mit Waschwasser geklotzt wird, um den Formaldehyd zu entfernen, und schliesslich   bei Zimmertemperatur oder einer anderngeeignetenTemperatur nochmalsmit   dem geruchsvermindernden Mittel behandelt wird. Bei der letzten Behandlung können zusammen mit dem geruchsvermindernden Mittel auch andere Zurichtungsmittel verwendet werden, worauf anschliessend getrocknet und ausgehärtet wird.

   Ganz gleich, ob das geruchsvermindernde Mittel ein-oder mehrfach aufgeklotzt wurde, wird das Gewebe oder das sonstige mit dem Mittel behandelte Material getrocknet und vorzugsweise ausgehärtet, indem eine halbe bis 3 Minuten auf eine Temperatur von etwa 120 bis 1650C erhitzt wird. 



   Wird das geruchsvermindernde Mittel während der Behandlung mit dem Harz auf das Material aufgebracht, so können die üblichen Harzbäder durch Zugabe von Bisulfit oder andern Mittel modifiziert werden. So werden   z. B.   ungewebte Stoffe häufig hergestellt, indem ein Fasermaterial mit einer   Bindemit-   telemulsion imprägniert wird, die aus einem Acrylpolymerisat, einem   Melamin-Formaldehyd-Vorkon-   densat und einem der oben beschriebenen Härtungskatalysatoren, wie Zinknitrat, besteht. Das so behandelte Material wird darauf üblicherweise getrocknet und, indem es 1-2 Minuten auf   150-1630C   erhitzt wird, ausgehärtet. Erfindungsgemäss kann nun das geruchsvermindernde Mittel der Bindemittelemulsion in der gewünschten Menge zugegeben werden.

   Gegebenenfalls kann der Härtungskatalysator entfernt oder dessen Menge vermindert werden. Das Material kann dann auf übliche Weise imprägniert, getrocknet und ausgehärtet werden. 



   Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens. 



     Beispiel l :   Ein zur Herstellung von Kleidungsstücken bestimmtes, nicht gewebtes Material wurde hergestellt, indem ein Fasermaterial (Baumwollfasern) mit dem nachfolgenden Bindemittel imprägniert wurde : 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
 EMI4.1 
 
<tb> 
<tb> Acrylatemulsion <SEP> (Rhoplex <SEP> B-15, <SEP> erzeugt <SEP> von <SEP> Rohm <SEP> & <SEP> Haas <SEP> Co., <SEP> USA.) <SEP> 93 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Methyliertes <SEP> Methylolmelamin <SEP> 7 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Diammonium <SEP> phospha <SEP> tkatal <SEP> ysa <SEP> tor <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> Gew.

   <SEP> -Teile <SEP> 
<tb> Wasser <SEP> in <SEP> solcher <SEP> Menge, <SEP> dass <SEP> insgesamt <SEP> 10-40% <SEP> feste <SEP> Stoffe
<tb> 
 
 EMI4.2 
 tene ungewebte Stoff wurde einer Nachbehandlung unterworfen, wobei er unter Verwendung von   0, 50/0igem   Natriumbisulfit bei einer Temperatur von   820C   zweimal schnell durch Klotzwannen laufen gelassen und dann ausgehärtet wurde. Die Feuchtigkeitsaufnahme betrug etwa   100%,   was einem Verhältnis von etwa 0, 185 Teilen Bisulfit je Teil Formaldehydharz entsprach. Das Material wurde getrocknet und durch zweiminutiges Erhitzen auf 1350C ausgehärtet, worauf ein Produkt erhalten wurde, das auch bei längerem Stehen in geschlossenem Räumen praktisch keinen Geruch entwickelte. 



   Das mit Bisulfit behandelte Material kann jedoch auch mit Wasser gewaschen werden, d. h. es kann zweimal unter Verwendung von Wasser einer Temperatur von etwa   520C   schnell durch die Klotzwannen geschickt und ausgedrückt werden, worauf ein schnelles Klotzen mit verschiedenem Ausquetschen (innen und aussen) in der Kälte   durchgeführt wird.   wobei zur zusätzlichen Geruchsverbesserung 0,   50/0   Natriumsulfit und zur Verbesserung der Griffigkeit und Erleichterung des Nähens 0, 5% eines Weichmachers,   z. B.   einer Polyäthylenemulsion, aufgenommen werden. Darauf wird getrocknet und zwei Minuten bei etwa 1350C gehärtet, wobei ein Produkt erhalten wird, das praktisch keinen Geruch entwickelt. 



   Beispiel 2: Das Verfahren   des Beispiels 1 wurde abgeändert, indem das Bisulfit dem Bindemittel   zugegeben wurde : 
 EMI4.3 
 
<tb> 
<tb> Acrylatemulsion <SEP> wie <SEP> Beispiel <SEP> 1 <SEP> 90 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Methyliertes <SEP> Methylolmelamin <SEP> 10 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Natriumbisulfit <SEP> 23 <SEP> Gew.-Teile
<tb> 
 
Das ungewebte Fasermaterial wurde auf übliche Weise mit dem obigen Bindemittel gesättigt und das überschüssige Bindemittel entfernt, so dass etwa 10-100 Gew.-Teile der festen Stoffe des Bindemittels, bezogen auf das Gewicht des Fasermaterials, zurückblieben. Das Material wurde dann getrocknet und zwei Minuten bei etwa   1500C   gehärtet. 



   Bei diesem Beispiel war kein üblicher Harzkatalysator erforderlich, da das Bisulfit sowohl als Katalysator als auch als geruchverminderndes Mittel wirkte. Die in diesem und in Beispiel 1 verwendete Acrylatemulsion Rhoplex B-15 ist eine wässerige, lösungsmittelfreie Dispersion eines weichen niedrigen Alkylacrylatpolymerisates, welches Acrylsäure enthält. 



   Beispiel 3 : Eine   0, 5 Gew.-% ige Natriummetabisulfit-Lösung   wurde bei Zimmertemperatur,   d. h.   etwa   20-25 C,   in einer Klotzwanne gehalten. Ein gewebtes Baumwollmaterial, das vorher mit einem wärmehärtbaren Harz (methyliertes Methylolmelamin) behandelt und anschliessend getrocknet und ausgehärtet worden war, wurde in der Klotzwanne geklotzt und dann ausgedrückt, so dass etwa   1000go   Feuchtigkeit aus der Lösung aufgenommen wurden. Das Material wurde getrocknet, so dass das geruchsvermindernde Mittel in demselben   zurückblieb,   und zwei Minuten bei etwa 1350C ausgehärtet. Selbst bei längerem Stehen trat kein unangenehmer Geruch auf. 



   Zu der   Bisulfitlösung   kann gegebenenfalls eine kleine Menge   (0, 1 Gew.-%)   eines oberflächenaktiven Mittels zugegeben werden, um die Geschwindigkeit und die Wirksamkeit der Benetzung des Materials zu erhöhen. Geeignete oberflächenaktive Mittel   sind z. B. : Alkylphenoxypolyäthoxyäthanol (Triton X-100,   erzeugt von Rohm & Haas Co., USA.) und Natriumalkylarylsulfonate (Santomerse S erzeugt von Monsanto Chemical Co., USA.)
Beispiel 4 : Eine   0, 5 Gew.-% ige Natriummetabisulfit-Lösung   wurde bei einer Temperatur von etwa 820C in einer Klotzwanne gehalten.

   Ein gewebtes Baumwollmaterial, das vorher mit wärmehärtbarem Harz (Dimethyloläthylenharnstoff) behandelt, getrocknet und ausgehärtet worden war, wurde durch diese Klotzwanne geleitet und ausgedrückt, so dass etwa   100%   Feuchtigkeit aufgenommen wurden. Das Material wurde dann sorgfältig in   einer üblichen Waschvorrichtung gespült, um einen Teil   des geruchsvermindernden Mittels und der löslichen Bestandteile des Harzes zu entfernen. Anschliessend wurde das Material getrocknet und zwei Minuten bei etwa 1350C gehärtet, wobei ein sehr gutes, völlig geruchsfreies Produkt erhalten wurde. 

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   Beispiel 5 : Das Material des Beispiels 4 wurde weiterbearbeitet, indem es entweder trocken oder nass durch ein ähnliches Bad aus Natriummetabisulfit geleitet wurde, so dass 0, 5% Natriummetabisulfit auf dem Material zurückblieben ; darauf wurde getrocknet und zwei Minuten bei etwa 1350C ausgehärtet. 



  Das Produkt war völlig geruchlos. 



   Gegebenenfalls können dem   Bad dieses Beispiels auch andere Zurichtungsmittel, wie   eine Polyäthylenemulsion, zugegeben werden. 



   Beispiel 6 : 16 Teile Natriummetabisulfit und 7   Teile wärmehärtbares Harz (handelsübliches me-   thyliertes Methylolmelamin) wurden mit einem üblichen Harzkatalysator, nämlich   0, 25 Gew.-%   Zinknitrat, bezogen auf das Gewicht des gesamten Bades, gemischt und in einer 15%igen Konzentration (gesamte Feststoffe) auf ein gewebtes Kunstseidenmaterial aufgeklotzt und anschliessend ausgedrückt, so dass eine Feuchtigkeitsaufnahme von   1000/0   erhalten wurde. Das Material wurde getrocknet und 1 1/2 Minuten bei etwa 1630C gehärtet, wodurch ein geruchfreies Produkt erhalten wurde. Praktisch gleiche Ergebnisse wurden erzielt, wenn der Zinknitrat-Katalysator weggelassen oder durch einen andern Katalysator, wie z. B. Diammoniumphosphat, ersetzt wurde. 



   Beispiel 7 : 16 Teile Natriummetabisulfit und 7 Teile wärmehärtbares Harz (Dimethyloläthylenharnstoff) wurden mit oder ohne Harzkatalysator   (0, 25 grew.-%   Zinknitrat, bezogen auf das Gewicht des Bades) mit einer Acrylpolymerisatemulsion,   d. h.   einer Polyäthylacrylatemulsion, gemischt, so dass ein Verhältnis von 50 Teilen Acrylpolymerisat zu 50 Teilen wärmehärtbarem Harz und 1i4 Teilen Natriummetabisulfit erhalten wurde. Gewebtes Baumwollmaterial wurde so mit dieser Mischung geklotzt, dass   10%, feste   Stoffe aufgenommen wurden, worauf getrocknet und ausgehärtet wurde. 



   Beispiel 8 : Das Verfahren des Beispiels 7 wurde wiederholt, wobei jedoch das AcrylsäureesterPolymerisat durch ein   kautschukähnliches Butadien/Acrylsäurenitril/Acrylsäure-Terpolymerisat, wie z.   B. 



  Hycar 1571, (erzeugt von B. F. Goodrich Chemical Company, USA. ) ersetzt wurde. Es wurden praktisch die gleichen Ergebnisse erzielt. Ähnliche Ergebnisse wurden erhalten, wenn als Polymerisat   GR-S-Kaut-   schuk (Pliolite   2105,   erzeugt von Goodyear Tire & Rubber Co., USA.) verwendet wurde. 



   Beispiel 9 : Das Verfahren des Beispiels 7 wurde wiederholt, wobei jedoch ein   Verhältnis des     Acrylpolymerisats : wärmehärtbares Harz :   Natriummetabisulfit von 90 : 10 : 23 verwendet wurde. Es wurden die gleichen Ergebnisse erzielt. 



   Entsprechend dem erfindungsgemässen Verfahren können auch andere Fasermaterialien, wie z. B. Papier, Papierpulpe, Textilfasern, Garne   usf.,   behandelt werden, um den durch die wärmehärtbaren Aldehydharze entwickelten Geruch zu vermindern oder zu beseitigen. Diese Materialien können bei ihrer Herstellung   z. B.   vor oder nach der Faserherstellung bei synthetischen Fasern, wie Viskose, Rayon, oder nach dem Finishen in der erfindungsgemässen Weise behandelt werden. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Beseitigung von Gerüchen bei Faser- oder Schichtmaterialien, wie Faserstoffen oder gewebten oder ungewebten Textilien, die mit einem Aldehydharz behandelt worden sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Material mit einer Verbindung behandelt wird, die in irgendeiner Stufe der Behandlung des Materials, vom Aufbringen des Harzes bis nach dem Härten desselben,   HSO.

   Ionen   liefert, und das Material anschliessend in Gegenwart dieser Ionen bei erhöhter Temperatur getrocknet wird, wobei die verwendete Menge der Verbindung ausreichend ist, um mit dem gesamten freien oder potentiell freiem Aldehyd im Material zu reagieren,   d. h.   wenn die Verbindung nach dem Härten aufgebracht wird, zwischen 0, 01 Mol und 1, 0 Mol je Mol Aldehyd im Harz beträgt und, wenn die Verbindung vor dem Härten aufgebracht wird, wenigstens 1 Mol je Mol Aldehyd im Harz beträgt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das behandelte, ein gehärtetes Harz enthaltende Material mit der HSOs-Ionen liefernden Verbindung imprägniert und nachfolgend getrocknet wird oder dass das Material mit einem ungehärteten Harz behandelt und mit der HSO-Ionen liefernden Verbindung imprägniert wird, worauf es getrocknet und das Harz gehärtet wird, indem es eine halbe bis 3 Minuten auf eine Temperatur von etwa 120 bis 1650C erhitzt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als HSO.-Ionen liefemde Verbindung ein wasserlösliches Salz der schwefligen Säure, vorzugsweise Natriumbisulfit verwendet wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die HSO-Ionen liefernde Verbindung in wässeriger Lösung, bei einem PH-Wert zwischen 4 und 8, verwendet wird.
AT864458A 1958-06-02 1958-12-15 Verfahren zur Beseitigung von Gerüchen bei Faser- oder Schichtmaterialien AT216468B (de)

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