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Schnürlsamt
Die Erfindung bezieht sich auf Schnürlsamt. auch Cordsamt, Manchester-oder Genuacord genannt, also auf Samt, dessen Flor Längsrippen aufweist.
Sie hat zum Ziel, Schnürlsamte mit besonders hochflorigen, vollen, glatten und glänzenden Rippen. zu schaffen, die eine so hohe Florfestigkeit aufweisen, dass sie selbst unter ungünstigen Verschleissverhältnissen und bei stärkster Beanspruchung keine Flornoppen verlieren-und in der Erzeugung die geringstmöglichen Schwierigkeiten bereiten.
Immer mehr hat sich in der Fachwelt die Ansicht durchgesetzt, dass Schnürlsamte, deren Rippen ganz oder teilweise aus V-Noppen bestehen, selbst bei Vorliegen günstigster webtechnischer Voraussetzungen nur bedingt florfest sind.
Die beiden grundlegenden Artikel von StudienratWiechmann in der Zeitschrift"Das deutsche Textil- gewerbe"Heft 8 vom ZO. April 1952. Seite 363 und Heft 12 vom 29. Juni 1954, Seite 733, zeigen, einen Grossteil der verschiedenen Möglichkeiten auf, Schnürlsamte mit W-Noppen zu weben, deren Enden sich zur Gänze oder teilweise. in zwei benachbarten Rippen befinden.
Mit keiner der beschriebenen Bindungen ist man jedoch im Stande, einen Schnürlsamt mit den als Ziel der Erfindung angegebenen Eigenschaften herzustellen.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird vorgeschlagen, bei einem Schnürlsamt, bei dem zur Bildung des Rippenquerschnittes die benachbarten Enden je zweier, durch verschiedene Schüsse gebildeter und durch mindestens fünf Kettfäden eingebundener W-Noppen, deren Flottierungen über ebensoviele Kettfäden, als zu deren Einbindung notwendig sind zuzüglich zwei Kettfäden gehen, in Kettrichtung gesehen, zwischen den Enden je einer, durch einen weiteren Schuss gebildeten, durch drei Kettfäden eingebundenen äusseren W-Noppe stehen,
erfindungsgemäss von den drei die äussere W-Noppe einbindenden Kettfäden zwei benachbarte einerseits und den dritten zusammen mit dem neben ihm liegenden Kettfaden anderseits jeweils paarweise mit den Grundschüssen abzubinden und die durch mindestens fünf Kettfäden gehaltenen W-Nop- pen stets durch die gleichen Kettfäden und auf die gleiche Weise einzubinden.
Es ergibt sich bei solchen Schnürlsamten der überraschende Effekt, dass die Rippen des Rohgewebes stark gewölbt sind. Dadurch ist der Schneidkanal geräumig, die Schneidnadeln haben genügend Platz, es gibt beim Schneiden keine Schwierigkeiten und keine Schneidfehler.
Durch das günstige Verhältnis zwischen Einbindlmg und Flottierung der durch mindestens fünf Kettfäden gehaltenenW-Noppen ergeben sich hochflorige und volle Rippen. Durch die erfindungsgemässe Abbindung der in jeder Rippe enthaltenen drei die äussere W-Noppe einbindenden Kettfäden und eines diesen benachbarten Kettfadens werden die Florbüschel noch länger und es entstehen besonders hohe, volle, gleichmässige und glatte Rippen, die bei richtiger Ausrüstung einen besonders lebhaften Glanz und Schimmer aufweisen.
In der Zeichnung ist der Aufbau von zwei Ausführungsbeispielen des erfindungsgemässen Schnürlsamtes dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 die Patrone und Fig. 2 den Schnitt ohne Grundschüsse eines Schnürlsam- tes, bei dem drei Kettfäden auf die Rippe und sieben Kettfäden auf die Gasse zwischen zwei Rippen entfallen. Die durch die Schüsse. X und Z gebildeten W-Noppen sind durch neun Kettfäden 2-10 bzw. 2'- 10'eingebunden. Die Flottierungen gehen über neun zuzüglich zwei, somit elf Kettfäden. Auf zwei solcher florbildender Schüsse kommt ein Schuss Y, der die äusseren W-Noppen erzeugt, die durch drei Kettfäden eingebunden sind. Die Kettfäden 1 und 2 bzw. l'und 2'binden paarweise mit den Grundschüssen A und B ab.
Die Kettfäden 9 und 10 bzw. 9'und 10'binden paarweise, aber entgegengesetzt mit den Grundschüssen A und B ab.
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Dadurch wird erreicht, dass sich die Kettfäden 1 bzw. 1' unter die benachbarten Kettfäden 2 bzw. 2' und die Kettfäden 9 bzw. 9'unter die benachbarten Kettfäden 10 bzw. 10'schieben, wodurch die Dicke des Schnilrlsamtes wesentlich zunimmt, was einen weiteren Vorteil bedeutet.
Die W-Noppen, die durch neun Kettfäden gehalten sind, werden stets auf die gleiche Weise und durch die Kettfäden 2-10 bzw. 2'-10'eingebunden.
Selbstverständlich kann man nach diesem Schema auch andere Schnürlsamte weben, bei welchen der
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bei dem drei Kettfäden auf die Rippe und sechs Kettfäden auf die Gasse zwischen zwei Rippen entfallen.
Die durch die Schuss X und Z gebildeten W-Noppen sind durch acht Kettfäden 2-9 bzw. 2'-9' eingebunden. Die Flottierungen gehen über acht zuzüglich zwei, somit zehn Kettfäden. Auf zwei solcher florbildender Schüsse kommt ein Schuss Y, der die äusseren W-Noppen erzeugt, die durch drei Kettfäden eingebunden sind. Die Kettfäden l und 2, bzw. l'und 2'binden paarweise mit den Grundschüssen A und B ab. Die Kettfäden 8 und 9 bzw. 8'und 9'binden paarweise, aber entgegengesetzt mit den Grundschüssen A und B ab.
Dadurch wird erreicht, dass sich die Kettfäden 1 bzw. l'unter die benachbarten Kettfäden 2 bzw. 2' und die Kettfäden 8 bzw. 8'unter die benachbarten Kettfäden 9 bzw. 9'schieben, wodurch die Dicke des Schnürlsamtes wesentlich zunimmt, was einen weiteren Vorteil bringt.
Sämtliche W-Noppen, die durch acht Kettfäden gehalten sind, werden stets auf die gleiche Weise und durch die Kettfäden 2-9 bzw. 2'-9'eingebunden.
Bei der Herstellung solcher Schnürlsamte kann für die Kette an Stelle von Zwirnen die entsprechende Anzahl einfacher, ungezwirnter Fäden verwendet werden. Auch andere Schuss folgen als in der Zeichnung dargestellt sind möglich. Acht Kettfäden jedes Kettrapportes mUssen jedoch in der angegebenen Weise mit den Grundschüssen abbinden. Die Abbindung der andern Kettfäden kann nach Belieben vorgenommen werden.
Je nach der Anzahl der Kettfäden pro Rippe und deren Dichte können schmaler oder breiter gerippte Schnürlsamte mit den angegebenen Eigenschaften erzeugt werden.