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AntriebsvorrichtungfürDynamomaschinenfürelektrischeZugbeleuchtung.
Bei elektrischen Zugbeleuchtungseinrichtungen, bei welchen die Dynamomaschinen von der Wagenachso direkt angetrieben werden, ist es eine der grössten Schwierigkeiten, welche dabei zu überwinden ist, dass zwischen Anlaufen des Zuges und der höchsten Geschwindigkeit die Dynamomaschine eine grosse Differenz in der Umdrehungszahl durchzumachen hat, was wiederum bedeutende Spannungsunterschiede in der Dynamomaschine zur Folge hat, wenn man nicht die ungleichmässige Geschwindigkeit, die durch die verschiedene Umdrehungszahl der Waggonachse gegeben ist, in eine gleichförmige Geschwindigkeit der Dynamomaschine umzuändern imstande ist. Man hat zu diesem Zweck die verschiedensten Anordnungen getroffen, so verbindet man z.
B. die Antriebsvorrichtung mit der Dynamomaschine mittels Reibungskupplung, weiche durch Fliehkraftregler gelockert bezw. angedrückt wird und ein Schlüpfen der Kupplung bei höheren Geschwindigkeiten bewirkt, oder man trifft wie nach dem D. R. P. Nr. 927C8, die Anordnung derartig, dass die Dynamomaschine selber durch
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Dieses soll unter Verwendung einer Flüssigkeitsrotationspumpe geschehen, die von der Wagenachse angetrieben wird und einen mit der Dynamomaschine verbundenen Flüssigkeitsmotor stets in derselben Drehrichtung in Umdrehung versetzt.
Um diesen Zweck zu erreichen, liesse sich keinesfalls eine Pumpe oder ein Motor anwenden, welche mit Luft arbeiteten, da bei Eisenbahnen die zur Verfügung stehende Luft niemals rein ist und die von Witterungsverhältnissen abhängige, durch Staub, Russ u. dgl. verunreinigte Luft die schädlichsten Einflüsse auf die Pumpe oder den Motor ausüben würde. Bekanntlich arbeiten sich die schleifenden Teile der bei Luftdrucksystemen verwendeten Maschinen schon bei gewöhnlichem Betrieb sehr bald so weit aus, dass der Nutzeffekt der Maschinen für einen regelrechten Betrieb nicht mehr genügt.
Umsomehr wird dieses eintreten, wenn die bei Eisenbahnwagen allein zur Verfügung stehende verunreinigte Luft. verwendet wird und wenn eine hohe Spannung in der Anlage erzielt werden soll, wie es unter allen Umständen für den Verwendungszweck der vorliegenden Anlage angestrebt wird. sowie wenn die Pumpe und der Motor aus Zwcckmässigkeitsgründen möglichst klein gehalten werden müssen.
Die Expansionsfähigkeit der Luft macht eine komplizierte Maschine und Schwungmassen erforderlich, wenn der Motor einigermassen gleichmässig arbeiten soll. Die mit Luft arbeitenden Pumpen und Motoren machen ferner eine bedeutende Schmierung notwendig, was für den Betrieb bei Eisenbahnwagen die Kosten erhöhen würde ; abgesehen davon, gelangen aber auch die Schmieröle mit der hochgespannten Luft in den Luftbphälter und verursachen dadurch eine frühzeitige Zerstörung.
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Wendet man hingegen, wie bereits vorgeschlagen worden ist, eine Pumpe an, welche mit Flüssigkeit arbeitet, so kommen diese Übelstände völlig in Fortfall, Das ganze System wird mit einer von der atmosphärischen Luft abgeschlossenen, gut schmierenden Flüssigkeit gefügt, so dass nicht nur die Anordnung einer besonderen Schmierung unnötig wird, sondern auch Explosionen, wie bei der Luft, bei dem stets gleichmässigen Druck ausgeschlossen sind. Schwungmassen können in Fortfall kommen und man kann den Motor und die Pumpe sehr einfach bauen.
Unreinigkeiten der Luft können nicht in das System eindringen und man kann eine vollkommen konstante Umdrehungszahl der Dynamomaschine durch den Fliehkraftregler herbeiführen. Aus Zwockmässigkeitsgründen kann man auch für die vorliegende Anlage eine der bekannten Rotationspumpe verwenden, welche in ihrem bei verhältnismässig grosser Leistungsfähigkeit klein gehalten werden kann. Derartige Pumpen ermöglichen es auch, durch geeignete Anordnung der Saug-und Druckventile, dass man stets eine gleich gerichtete Drehung des Motors bezw. der Dynamomaschine erhält, was von grosser Bedeutung ist, da die Dynamomaschine bei jeder Drehrichtung der Wagonachsen richtig arbeiten muss.
Von der Wagenachse X aus wird mittels Riemens die Riemscheibe a auf der Welle der Pumpe b angetrieben, die als Rotationspumpe ausgebildet ist. Diese Pumpe soll eine Flüssigkeit-angenommen Glyzerin-pumpen und durch die Rohrleitung d einem Rotations-oder anderen Motor e zutreiben. Von dem Motor e gelangt diese Flüssigkeit durch das Rohr f in den Behälter 9 und fliesst von let crem durch Rohrleitung h und Drosselventil i wieder der Pumpe b zu.
Angenommen nun, die Dynamomaschine Y soll den elektrischen Strom von genügender Spannung bei einer Zugsgeschwindigkeit von 20 km pro Stunde liefern, so wird das Übersetzungsverhältnis von Wagenachse zur Pumpe bezw. von der Pumpe b zum Motor e derartig gewählt, dass die Umdrehungsgeschwindigkeit der Dynamomaschine Y bei 20 km Zugsgeschwindigkeit so gross ist, um die gewünschte Spannung zu erzielen. Steigert sich nun nach und nach die Zugsgeschwindigkeit auf 30,40, 50 selbst 80 km in der Stunde, so steigert sich damit auch die Umdrehungsgeschwindigkeit der Pumpe, es soll sich aber nicht die Umdrehungsgeschwindigkeit des Motors s und damit der Dynamomaschine Y steigern.
Dies wird durch den Fliebkraftregler erreicht, welcher bei der zuerst angenommenen Geschwindigkeit von 20 km auf das Drosselventil i derart einzuwirken anfängt, dass der Regler den Hebel,. um den Drehpunkt v nach rechts zieht, wodurch die untere Stange x' durch den Hebel t'in der Pfeilrichtung gezogen und somit die Drosselklappe mehr und mehr geschlossen wird. Bei nur wenig grösserer als normaler Geschwindigkeit drosselt
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Pumpe b.
Es wird also durch die Einwirkung des Reglers der Pumpe b nur soviel Flüssigkeit zugeführt, als nötig ist, um die Dynamomaschine und den Motor e auf der richtigen Tourenzahl zu erhalten, wovon wiederum der Regler Z abhängig ist und das Ventil i entsprechend öffnet und schliesst.
Bei Anwendung von Sammlern gleichzeitig mit der Dynamomaschine kann der Regler hei Anhalten bezw. Wiederanfahren des Zuges in bekannter Weise noch dazu dienen, den Stromkreis zwischen Dynamomaschine und Sammler zu öffnen oder zu schliessen, sobald
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Um eventuelle Stösse zu vermeiden, kann man in die Rohrleitung d noch einen Luftkessel einschalten.
Bei der Anordnung nach vorliegender Erfindung ist es ganz gleichgiltig, in welcher Richtung die Wagenachse sich dreht, weil die Pumpe auf jedem Ende bezw. auf beiden Seiten ein Druckventil D und ein Saugventil S besitzt, wobei die beiden Saugventile mit der Zuflussleitung h und die beiden Druckventile mit der Druckleitung d in Verbindung stehen.
Es ist daher ganz gleich, durch weiches Saugventil der Zufluss geschieht und durch welches Druckventil der Abfluss erfolgt. Auf der Druckseite wird stets das Saugventil zugedrückt und das Druckventil geöffnet werden und umgekehrt wird auf der Saugseite das Saugventil geöffnet und das Druckventil durch den Hinterdruck zugedrückt.
Diese Anordnung hat also schon den grossen Vorzug, dass die Dynamomaschine, welche eventuell im Wagen angebracht werden kann, um besser zugänglich zu sein, stets dieselbe Drehrichtung besitzt und infolgedessen ohne weitere verwickelte Vorrichtungen zur Aufrechterhaltung gleicher Stromrichtung für die verschiedenen Fahrtrichtungen benutzt werden kann.
Ein Nachteil tier bisherigen Anordnungen ist auch noch, dass die Dynamomaschine fortwährend mitläuft, so oft sich die Wagenachse, womit dieselbe durch Riemen verbunden
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