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Strahlenschutz
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Röntgenschädigungen inmessen werden. Den bekannten Einrichtungen dieser Art haften aber noch vielfach Mängel an.
Ein Mangel ist es beispielsweise, dass bei gewissen Spezialanwendungsgebieten der Röntgentätigkeit praktisch überhaupt kein wirksamer Schutz gegeben ist. Essei hier die zahnärztliche Röntgentätigkeit ge- nannt. Dabei ist die zahnärztliche Röntgenarbeit weder für den Arzt, noch für seine Hilfskräfte, noch für den Patienten etwa harmlos, wenn-wie dies aus Platzmangel wohl meist oft der Fall ist-bei Röntgen- aufnahmen alle beteiligten Personen in ein und demselben Raum sind.
Ein anderer Mangel ist die zu geringe Beachtung und Abschirmung der Streustrahlung. Zwar ist die
Intensität der Streustrahlung gegenüber der Direktstrahlung gering aber für Gen. Schädigungen z. B. ge- nügt die geringste Strahlungsdosis primärer oder sekundärer Strahlung. Darin liegt die grosse Gefahr für die Nachkommenschaft, darin liegt auch die grosse Verantwortung für den mit'ionisierenden Strahlen tätigen Arzt.
Die aufgezeigten Mängel könnten durch einen Strahlenschutz behoben werden, welcher im wesent- lichen aus zwei Teilen besteht, einem Schutzschirm, welcher mit der Strahlungsquelle verbunden ist und den Strahlenkegel umgibt und einem den mit der Strahlung zu behandelnden Körperteil abdeckenden Kör- schutzteil, wobei der mit der Strahlungsquelle verbundene Teil im Betriebszustand der Strahlungsquelle am Körperschutzteil eine an diesem für das Nutz-bzw. Zentralstrahlenbündel vorgesehene Öffnung um- gibt.
Im Betriebszustand bilden also die beiden Teile des Strahlenschutzes ein geschlossenes System, wel- ches nach aussen weder Primär-noch Sekundärstrahlung durchdringen lässt. Der Arzt bzw. die Hilfskräfte sind daher vollkommen geschützt. Der Patient ist ferner nur der Primärstrahlung ausgesetzt, u. zw. ledig- lich an dem zu behandelnden Körperteil. Andere Körperregionen, insbesondere gegenüber der Strahlung empfindliche, können mit Hilfe der erfindungsgemässen Massnahme vollkommen geschützt werden.
Nach diesem Prinzip konstruierte Strahlenschutzvorrichtungen sind an sich bekannt. Diese bekannten
Konstruktionen sind aber für die zahnärztliche Röntgentätigkeit ungeeignet.
Dieser Mangel wird gemäss der Erfindung dadurch behoben, dass der Körperschutzteil aus einer etwa kugelförmigen, über den Kopf des Patienten zu stülpenden Haube besteht, welche mindestens eine für den
Einritt des Nutzstrahlenbundels bestimmte, an den Schutzschirm der Strahlungsquelle anschliessbare seit- liche Öffnung aufweist.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 und 2 zeigen in einer Seitenansicht einen
Strahlenschutz für zahnärztliche Röntgentätigkeit. Fig. 3 stellt eine zusätzliche Schutzvorrichtung dar.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Strahlenschutzes ebenfalls für zahnärztliche Röntgentätigkeit zei- gen in zwei Ansichten die Fig. 4 und 5. Fig. 6 ist eine Variante des in Fig. 4 und 5 dargestellten Ausfüh- tungsbeispiels.
Gemäss Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 besteht der Strahlenschutz aus im wesentlichen zwei
Teilen : Einer kugelförmigen Haube 1 als Körperschutzteil und einem mit einer Röntgenröhre 2 verbun- denen in seiner Länge veränderlichen zylindrischen Faltenbalg 3 als Schutzschirm der Strahlungsquelle.
Die kugelförmige Haube 1 besteht aus einem gegenüber Röntgenstrahlen undurchlässigen Material,
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beispielsweise aus Stahlblech. Seitlich ist eine kreisrunde Öffnung 4 vorgesehen. Nach unten weist die kugelförmige Haube 1 einen ringförmigen Ansatz 5 auf, der unterhalb der Öffnung 4 eine Ausbuchtung besitzt.
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einemi Material, beispielsweise aus Bleigummi. Der Faltenbalg 3 ist an dem einen Ende auf die Röntgenkugel 2 aufgesetzt. Am andern Ende des Faltenbalges ist ein Ring 6 vorgesehen, der gerade in die Öffnung 4 der
Haube 1 passt.
Beispielsweise bei zahnärztlichen Röntgenaufnahmen wird zunächst die Haube 1 dem Patienten auf- gesetzt. Dann wird bei zurückgeschobenem Faltenbalg der Kegel 7 der Röntgenkugel 2 am Patienten so zur Anlage gebracht, wie es die betreffende Aufnahme erfordert. Gleichzeitig greift der Patient mit der rechten oder linken Hand von unten durch den ringförmigen Ansatz 5 in die Haube 1 hinein und bringt mit dem Zeigefinger den Film ander für die Aufnahme erforderlichen Stelle in der Mundhöhle zur An- lage. Die Ausbuchtung am ringförmigen Ansatz 5 der Haube 1 erleichtert das Einführen der Hand des
Patienten. Über das Handgelenk des Patienten kann eine kleine Manschette aus strahlendichtem Blei- gummi vor dem Einführen der Hand gestülpt werden.
Ist dies geschehen, dann wird der Faltenbalg 3 von der Röntgenkugel 2 nach vor gezogen und der
Ring 6 des Faltenbalges 3 in die Öffnung 4 der Haube 1 eingeschoben. Damit ist ein nach aussen praktisch vollständiger Abschluss des Strahlungsraumes erreicht und die Röntgenaufnahme kann ohne Gefahr für
Azt, Helfer und Patient vorgenommen werden.
Zusätzlich kann noch dem Patienten ein Schultertuch z. B. aus Bleigummi umgehängt werden, wel- ches allfällige nach unten gerichtete Streustrahlen vor einem Eindringen in die unteren Körperpartien abhalten soll. Das Schultertuch muss natürlich die Durchführung der Hand des Patienten ermöglichen, wasbeispielsweise bei einer Ausführung des Schultertuches nach Fig. 3 möglich ist. Dafür weist das Schul- tertuch ausser der zentralen Halsöffnung 8 noch einen Schlitz 9, eben um die Durchführung der Hand zu ermöglichen, auf. Die geraden Schlitzränder des Schultertuches überlappen sich strahlendicht.
Das Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 und 5, welches ebenfalls als Strahlenschutz für zahnarztliche
Röntgentätigkeit bestimmt ist, unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 in einigen Punkten.
Die ebenfalls kugelförmige Haube 1 weist nach Fig. 4 und 5 einen meridianen Längsschlitz 10 auf.
Seitlich vom Längsschlitz sind in der unteren Kugelhälfte Öffnungen 11 vorgesehen, welche durch
Deckel 13 und 14 verschliessbar sind.
Der mit der Strahlungsquelle 2 verbundene Schutzschirm 15 besteht aus einer Kugelkalotte mit einer tangentialen Verlängerung nach oben. Der freie Rand des Schutzschirmes 15 bildet eine Raumkurve, die in einer gedachten KugeLfläche mit demselben Radius wie die kugelförmige Haube 1 liegt.
Die Bedienung dieses Strahlenschutzes für zahnärztliche Röntgenaufnahmen ist folgende : Dem Pa- tienten wird zunächst wiederum die Haube 1 aufgesetzt. Dann wird der Schutzschirm 15 auf der Ober- fläche der Haube 1 so zur Anlage gebracht, dass der Kegel 7 der Röntgenkugel 2 auf der gewünschten
Stelle des Gesichtes aufliegt. Die Hand zum Halten des Filmes kann der Patient durch eine der Öff- nungen 11 einführen. Die Richtigkeit der Lage des Kegels 7 der Röntgenkugel 2 kann dadurch beobachtet werden, dass der Strahlenschutzteil 15 aus röntgenstrahlenundurchl ssigem aber durchsichtigem Material, z. B. aus Bleiglas besteht, bzw. dass in der Haube 1 oder am Schutzschirm 15 Sichtöffnungen, etwa aus
Bleiglas vorgesehen sind.
Bei Aufnahmen schräg von oben kann es vorkommen, dass der untere Teil des Längsschlitzes 10 nicht mehr abgedeckt ist. Ein jalousienartiger Schieber M sorgt dann für die Abdeckung auch dieses Teiles des
Längsschlitzes 10. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel wird daher ein praktisch vollständiger Abschluss des Strahlungsraumes nach aussen hin erzielt. Als zusätzliche Schutzeinrichtungen könnte man noch ein
Schultertuch aus Bleigummi verwenden, ferner Manschetten, die vom Rand der Öffnungen 11 und 12 aus- gehend die Hand des Patienten umgeben.
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führung besteht der mit der Röntgenkugel 2 verbundene Schutzschirm 15 aus einer Kugelkalotte mit drei Einsatzöffnungen 17, 18 und 19 für die Röntgenkugel 2.
Je nachdem, in welcher der Einsatzöffnungen die Röntgenkugel 2 eingesetzt wird, können verschiedene Winkelstellungen des Zentral-bzw. Nutzstrahlen- bündels erzielt werden. Kleine Winkeländerungenlassensich durchmeridiane Verschiebungendes Schutzschirmes 15 erreichen. Die beiden jeweils nicht benutzten Einsatzöffnungen werden durch Deckel verschlossen. Die Deckel 12 können aus Bleiglas ausgeführt sein, so dass durch sie hindurch eine Sicht ins Innere des abgeschlossenen Strahlungsraumes ermöglicht ist.
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Zur genauen Winkeleinstellung der Röntgenröhre 2 kann diese auch über ein Kugelgelenk im Schutzschirm 15 eingesetzt sein. Die Verwendung eines Kugelgelenkes zu diesem Zweck ist auch beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 möglich.
Weitere Varianten der dargestellten Ausführungsbeispiele sind verschiedentlich möglich. So kann man beispielsweise den Schutzschirmen, die mit der Röntgenröhre verbunden sind, auch andere von der Kugelkalottenform abweichende Gestalt geben. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. l und 2 kann die seitliche Öffnung auch grösser sein und beispielsweise vom Scheitel der Kugel schrägverlaufend zum ringförmigen Ansatz reichen. Ferner kann der Faltenbalg durch einen teleskopartig ausziehbaren Zylinder ersetzt werden. Auch wenn eine Röntgenröhre verwendet wird, die nicht in einem kugelförmigen Gehäuse untergebracht ist, sind entsprechende Abwandlungen der Form des Schutzschirmes, der mit der Röntgenröhre verbunden ist, notwendig.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Strahlenschutz für zahnärztliche Röntgentätigkeit, bestehend im wesentlichen aus zwei Teilen, einem Schutzschirm, welcher mit der Strahlungsquelle verbunden ist und den Strahlenkegel umgibt und einem den mit der Strahlung zu behandelnden Körperteil abdeckenden Körperschutzteil, wobei der mit der Strahlungsquelle verbundene Teil im Betriebszustand der Strahlungsquelle am Körperschutzteil eine an diesem für das Nutz- bzw. Zentralstrahlenbündel vorgesehene Öffnung umgibt, dadurch gekennzeichnet, dass der Körperschutzteil aus einer etwa kugelförmigen über den Kopf des Patienten zu stülpenden
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