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Einrichtung zur hydraulischen Betätigung der Spindelpressen oder der Fallhämmer mit Programm-Steuerung der Hubgrösse
Die bisherigen Einrichtungen zur Betätigung der Spindelpressen oder der Fallhämmer sind durch me- chanische, pneumatische oder hydraulische Vorrichtungen gegeben. Die mechanischen Vorrichtungen sind für die Bedienung sehr mühselig ; bei den pneumatischen Vorrichtungen isteine feine Regulation des Schla- ges (d. h. die Energie des Schlages) fast ausgeschlossen. Es hat sich also gezeigt, dass die hydraulische ; Einrichtung die beste ist. Die bisherigen hydraulischen Einrichtungen weisen aber den Nachteil auf, dass sie unabhängig von der Bremse arbeiten, welche deshalb nur in der oberen Lage des Bären der Maschine zur
Wirkung kommen kann.
ImVerlaufedes ganzen übrigbleibendenHubes ist aber diese Bremse ausser Tätig- keit gesetzt, infolgedessen kann der Bär in keiner beliebigen Lage seines Hubes gesichert werden.
Dieser Nachteil wird durch die erfindungsgemässe Einrichtung behoben, wobei die Energie des Schla-
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keit gesetzt werden. Die Funktion der Bremse ist mit dem automatischen Umstellen des Vorgeleges in seine mittlere Lage gekuppelt.
Das Wesen der Erfindung beruht darin, dass zwei Druckzylinder angewendet sind, von welchen der eine (Arbeitszylinder) den Antrieb, der andere (Bremszylinder) die Bremse der Spindelpresse oder des Fallhammers betätigt, wobei beide Zylinder mit einem gemeinsamen Verteiler derart verbunden sind, dass in verschiedenen Positionen des im Verteiler vorgesehenen, mit dem Bären unter Anwendung von Anschlägen mechanisch gekuppelten Steuerschiebers unabhängig vom jeweils eingestellten Hub des Bären die für die Steuerung des Bären erforderlichen Bewegungen der in den beiden Zylindern spielendenKolben erhalten werden.
Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Fig. l zeigt schematisch die ganze Anlage (mit gesondert gezeichneten verschiedenen Positionen des Steuerschiebers), die Fig. 2 und 3 veranschaulichen im Grundriss zwei Positionen des sternförmigen Anschlages.
Die ganze hydraulische Anlage ist durch nachstehende wesentliche Elemente gegeben : Der Arbeitzylinder 10 mit seinem Differentialkolben 11, der den Antrieb der ganzen Maschine betätigt, der Bremszylinder 20, dessen Kolben 21 die (nicht dargestellte) Bremse steuert, der Verteiler 30 mit dem Steuerschieber 31 und die hydraulische Druckpumpe 50 mitdem Antriebsmotor 51, mit einem Überdruckventil 53 und mit einem Behälter 52 für die Druckflüssigkeit.
Der Druckraum oberhalb des Differentialkolbens 11 ist mittels Leitung 54 direkt an die Pumpe 50 angeschlossen. Der Druckraum unterhalb des Differentialkolbens 11, sowie auch die Mitte des Arbeitszylinders 10 sind mittels Leitungen 58 bzw. 56 mit dem Verteiler 30 verbunden, der auch über die Leitung 54' mit der Pumpe 50 verbunden ist. Die Leitung 57 verbindet den Verteiler 30 mit dem drucklosen Behälter 52. Die Verbindung zwischen dem Verteiler 30 und dem Bremszylinder 20 erfolgt über die Leitung 55.
Der Steuerschieber 31 steht in Verbindung mit einem zweiarmigen Hebel 32, der an einer Seite mittels einer Stange 33 mit dem Handhebel 34 verbunden und an der andern Seite mit einer Schubstange 35 gekuppelt ist. Am oberen Ende dieser Schubstange 35 ist ein Anschlag 38 angeordnet, der mit einem oberen Gegenanschlag 41 am Bären 40 zusammenwirkt. Mit demselben Gegenanschlag 41 kann auch der sternförmige, vierarmige Anschlag 37 in Berührung kommen, wobei derselbe an einem Rohr 36 verschiebbar und verstellbar angeordnet ist. Das Rohr 36 ist an der Schubstange 35 drehbar gelagert ; je nach dem
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Verdrehen des Rohres 36 kann der eine Arm des Anschlages 37 entweder in die Bahn des Gegenanschlages 41 (s. Fig. 2) oder aus dieser heraus verdreht werden. Die Anschläge 37 bzw. 38wirken also beider aufwärtigen'
Bewegung des Bären 40.
Beim Sinken desselben stösst sein unterer Anschlag 42 an das Ende eines mit der
Schubstange 35 gekuppelten Hebels 39.
Die Tätigkeit der ganzen Anlage ist folgende :
Nach dem Umstellen des Schiebers 31 in die Position n wird der Arbeitshub des Bären40 eingeleitet.
In dieser Position tritt das durch die Leitung 54'kommende Drucköl über den Verteiler 30 und durch die obere Ausnehmung des Steuerschiebers 31 in die Leitung 55 und unter dem Kolben 21 ein, der infolge- dessen in die obere Lage Q verschoben wird. Die Bremse wird dadurch für die Bewegung des Bären 40 ge- löst. Gleichzeitig wird aber der Raum unterhalb des Differentialkolbens 11über die Leitung 58, die untere
Ausnehmung des Steuerschiebers 31 und über die Leitung 57 mit dem drucklosen Behälter 52 verbunden.
Unter Wirkung des in den Druckraum oberhalb des Differentialkolbens 11 ununterbrochen (mittels Leitung
54) zugeführten Druckes geht der Differentialkolben11 in die untere Lage C. Mit dem Differentialkolben
11 ist eine an sich bekannte mechanische Vorrichtung verbunden, mittels welcher die Friktionsscheibe der
Spindelpresse mit dem rotierenden Schwungrad in Eingriff gesetzt wird und der Bär 40 vollführt seinen nach unten gerichteten Arbeitshub.
In der unteren Lage des Bären 40 kommen die Anschläge 42 und 39 in Berührung, die Schubstange 35 wird nach unten gezogen, wodurch der Steuerschieber 31 in die Position ni verschoben wird. In dieser
Position werden alle von dem Verteiler 30 abgehenden Leitungen 55,56 und 58 unter Druck gestellt, wo- bei die drucklose Leitung 57 ausser Wirkung gesetzt wird. Der Kolben 21 des. Bremszylinders 20 bleibt in seiner oberen Lage Q, die Bremse bleibt gelöst. Der Differentialkolben 11 (mit Rücksicht auf seine ver- schiedenen Kolbenflächen) geht aufwärts in die Lage A. Durch einen nicht dargestellten Mechanismus wird dadurch ein Vorgelege umgestellt, welches das Schwungrad in die entgegengesetzte Drehung setzt, bei welcher der Bär 40 nach oben geht.
In der oberen Grenzlage des Bären40 kommen die Anschläge 41 und 38 in Berührung und der Steuer- schieber 31 wird dadurchin die Position gebracht. Es sei bemerkt, dass nicht nur diese Position I, sondern auch die andern Positionen II und ni des Steuerschiebers 31 durch bekannte Rastvorrichtungen genau ge- sichert sind. Indieser Position I sind die Leitungen 55,56 und 58 (über die untere Ausnehmung des Steuer- schiebers 31 und über die Leitung 57) drucklos geworden. Der Kolben 21 des Bremszylinders 20 geht (unter
Wirkung einer nicht dargestellten Feder) nach unten, wodurch die Bremse in Tätigkeit tritt, der Bär 40 wird zum Stehen gebracht. In dem Arbeitszylinder 10 geht auch der Differentialkolben 11 nach unten bis in die mittlere Lage B, in welcher Lage die Mündung der Leitung 56 offen ist.
Der Druck oberhalb des Differentialkolbens 11 weicht also in die drucklose Leitung 56 und der Differentialkolben 11 bleibt deshalb in. der Lage B stehen. Das mit ihm verbundene und für den Antrieb der Presse bestimmte Vorgelege wird in seine mittlere Lage gebracht, bei welcher Lage keine von den beiden Friktionsscheiben mit dem Schwungrad der Presse in Berührung steht. Beim Einstellen eines kontinuierlichen Arbeitsganges wird dann unverzüglich der Steuerschieber 31 in die Position n gebracht und der beschriebene Arbeitszyklus wiederholt sich automatisch weiter.
Im Falle, dass programmmässige Änderungen von starken und schwachen Schlägen (d. h. verschiedene Hübe) erwünscht sind, kommt der drehbare Anschlag 37 zur Anwendung, der nach dem erwünschten Hub in einer bestimmten Höhe an dem Rohr 36 befestigt wird. Im Falle der Anschlag 37 in der Position laut Fig. 3 eingestellt ist, geht der Gegenanschlag 41 des Bären 40 frei nach oben und der Steuermechanismus bleibt im Stillstand so lang bis der Gegenanschlag 41 an den Anschlag 38 anstösst. Erst dann wird der Steuerschieber31 in die Position n umgestellt, wonach der volle Arbeitshub mit maximaler Schlagenergie erfolgt.
Wird aber der Anschlag 37 in die Position laut Fig. 2 verdreht, dann kommt der Anschlag 41 des Bären40 mit ihm schon im Verlaufe der Aufwärtsbewegung in Berührung. Das Umstellen des Steuerschiebers 31 in die Position n und das nachfolgende Stillstehen des Bären 40 wird also in solcher Lage verwirklicht, welche-hinsichtlich der oberen Grenzlage des Bären 40-der Entfernung zwischen den Anschlägen 37 und 38 entspricht. Der nachfolgende Hub wird also dementsprechend verkürzt, die Energie des Schlages wird vermindert.
An das drehbare Rohr 36 können selbstverständlich mehrere sternförmige Anschläge 37 befestigt werden, Dadurch ist es möglich, dass auch mehrere, nacheinanderfolgende und verschiedene Hubgrössen (praktisch maximal 12) im voraus programmmässig eingestellt werden können. Das Press- bzw. Schmiedeverfahren kann dadurch teilweise oder ganz automatisiert werden.