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Photographisches Kopiergerät
Beim Kopieren, insbesondere Vergrössern, photographischer Aufnahmen ist für die Auswahl der jeweils geeigneten Gradation besondere Erfahrung notwendig. Das macht sich in Photogeschäftenbesonders nachteilig bemerkbar, wenn in der Saison Aushilfskräfte herangezogen werden. Ausserdem kann mancher Amateur nur deshalb keine guten Vergrösserungen anfertigen, weil er die Härte des Negativs nicht ab- schätzen kann.
Bekannt sind Negativstreifen, auf denen das gleiche Motiv mit unterschiedlichen Härtegraden wiedergegeben ist. Diese Streifen kann man auf den nichtbenutzten Teil der Mattscheibe eines Kopiergerätes neben den Bildausschnitt legen und durch Vergleich mit dem Negativ das geeignete Papier auswählen.
Dieses Verfahren erfordert zwischen den einzelnen Belichtungen jeweils einen zusätzlichen Arbeitsgang und hat sich daher bis heute nicht durchsetzen können. Ausserdem ist bei den meisten Kopiergeräten die hiefür erforderliche freie und beleuchtete Mattscheibenfläche nicht vorhanden.
Messvorrichtungen für die Ermittlung der notwendigen Belichtungszeit für eine bestimmte oder auch mehrere Papierempfindlichkeiten sind in mancher Form bekannt. Vielfach wird hiezu ein auf der Kopierfläche oder einem Lichtkasten angeordneter Stufengraukeil verwendet. Durch einen Vergleich mit der mittleren Dichte oder der Dichte an einer oder mehreren bildwichtigen Stellen des projizierten Negativs kann man so die erforderliche Belichtungsdauer oder -intensität ermitteln.
Nach einem ändern. Vorschlag wird das Bild auf eine Unterlage mit mehreren schraffierten Feldern projiziert, deren Strichbreite verschieden gross ausgebildet ist. Es sind auch Beobachtungsvorrichtungen bekannt, die unter Verwendung von Spiegeln eine senkrechte Aufsicht auf das in der Kopierebene angeordnete Negativ und damit eine bequeme Abschätzung der Dichte des Negativs ermöglichen. Auch hiebei kann aber der Dichteumfang nur mit recht grosser Erfahrung geschätzt werden.
Nach einem andern bekannten Vergrösserungsgerät wird auf dem Papierauflagebrett vor der Aufnahme eine photoelektrische Zelle von Hand verschoben und dabei die Dichte des Negativs an mehreren Stellen gemessen. Vor allem soll hiebei die hellste und die dunkelste Stelle des für die Wiedergabe wichtigsten Bildteiles erfasst werden. Durch einen Vergleich mit mehreren Stufengraukeilen, die auf einer drehbaren Trommel angeordnet sind, findet man so die für die jeweilige Aufnahme geeignete Papiergradation. Auch kann man mit der bekannten Vorrichtung den Unterschied zwischen der gefundenen und der vorhandenen Papiergradation durch Zusatzlicht ausgleichen, insbesondere durch Veränderung der Lichtfarbe.
Dieses bekannte Gerät ist nicht nur kompliziert und teuer. Für die Vorbereitung einer einzigen Aufnahme ist auch eine Zeit erforderlich, die nur in Sonderfällen, beispielsweise bei Kunstaufnahmen, zur Verfügung steht. Ausserdem kann auch dort der Dichteumfang nur mit einer Genauigkeit gemessen werden, die wenigstens nicht grösser ist als diejenige, die der Fachmann schon nach kurzer Übung durch Schätzen erzielt.
Zweck der Erfindung ist es, besondere Arbeitsgänge einzusparen, die Bedienungszeit zu verkürzen und nach der bekannten Vergleichsmethode eine noch genauere Wahl der geeigneten Gradation zu ermöglichen. Hiezu werden bei einem photographsichen Kopiergerät mit Vorrichtungen zur Ermittlung des Dichteumfanges des eingebrachten Negativs in unmittelbarer Nähe des Beobachtungsfeldes für das Negativ mehrere über eine gesonderte Lichtquelle beleuchtete Vergleichsnegative unterschiedlichen Dichteumfanges sichtbar gemacht. Sie können doet angeordnet sein, lassen sich gegebenenfalls aber auch, z. B. über einen Spiegel, an diese Stelle projizieren. Das Beobachtungsfeld kann das Negativ selbst, eine Mattscheibe, auf welche ein Bild des durchleuchteten Negativs projiziert wird, oder die Positivebene
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sein.
Schliesslich kann sogar das Beobachtungsfeld in einer gedachten Ebene liegen, durch welche hindurch die Projektionsstrahlen vom durchleuchteten Negativ zum Auge der Bedienungsperson gelangen. Wichtig ist nur, dass man das Negativ und die Vergleichsnegative mit einem verhältnismässig kleinen Blickwinkel überschauen und feststellen kann, bei welchem Vergleichsnegativ die Gradation mit derjenigen des zu kopierenden Negativs übereinstimmt. Zweckmässigerweise werden dabei eine Mattscheibe und eine Reihe von Vergleichsnegativen, die nebeneinander entsprechend der Gradation geordnet sind, übereinander angeordnet, so dass jedes einzelne Vergleichsnegativ nahezu unmittelbar an das Beobachtungsfeld angrenzt.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemässen Gerätes besteht darin, dass man durch einen Vergleich der durch verschiedene Lichtquellen beleuchteten Negativfelder auch die erforderliche Belichtungszeit ermitteln kann. Z. B. lassen sich über eine Regelvorrichtung die Beleuchtungsstärken für das Negativ und das Vergleichsnegativ abstimmen, so dass die Beobachtungsvoraussetzungen für beide Negativarten gleich sind. So kann man durch Einschalten einer verstellbaren Blende in den Beleuchtungsstrahlengang für das Negativ erreichen, dass die Beleuchtungsstärke der Projektionslampe an dem zu kopierenden Negativ stets proportional zu dessen Dichte eingestellt wird und die Belichtungszeit für jede Aufnahme im wesentlichen gleich bleibt. Allerdings kann auch die Beleuchtungsstärke individuell nachgeregelt werden, wenn man erkennt, dass der eine z.
B. dunklere Bildabschnitt wichtiger als der hellere ist. In gleicher Weise braucht man gegebenenfalls auch nur denSchwärzungsumfang in diesem betreffenden Bildabschnitt bei der Gradationswahl zu berücksichtigen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Beobachtungsmattscheibe und die ergleichsnegative derart
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geneigt angeordnet werden, dass sich die Mittelsenkrechten auf diesen Flächen in einem Punktunter gleichen Verhältnissen beobachten kann. Zweckmässigerweise beleuchtet man die Vtrgleichsnega- tive nicht unmittelbar durch die Lichtquelle, sondern schaltet ein lichtstreuendes Element zwischen, z.
B. einen Streulichtreflektor.
Nun ist es für den Beobachter nicht allein ausschlaggebend, dass er die jeweils notwendige Gradation
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ren können. Zu diesem Zweck werden erfindungsgemäss bei einem Rjllenkopiergerät mit Gradationssteuerung die Mitten der einzelnen Vergleichsnegative und die zugehörigen Gradatioassteuerelemente jeweils in einer senkrechten Ebene angeordnet und dem Beobachter untereinander bzw. nebeneinander, vorzugsweise über einen Spiegel, sichtbar gemacht. Die Bedienungsperson braucht also lediglich, nachdem sie festgestellt hat, welches Vergleichsnegativ hinsichtlich der Härte mit dem zu kopierenden Negativ übereinstimmt, das in Verlängerung dieses Vergleichsnegativs angeordnete Bedienungselement für die Gradationssteuerung zu betätigen.
Diese Steuerelemente können nun räumlich von den Vergleichsnegativen entfernt angeordnet sein. Über einen Spiegel und gegebenenfalls eine gesonderte Beleuchtungseinrichtung lassen sie sich aber so in das Blickfeld der Bedienungsperson projizieren, dass sie dieser unmittelbar in Verlängerung der Vergleichsnegative liegend erscheinen.
Wie schon eingangs erwähnt, kann essichbeidemBeobachtungsfeld auch um die Bildfläche fürdas Posi- tivmaterial handeln. Grundsätzlich können daher auch die Vergleichsnegative unmittelbar neben dieser Bildfläche angeordnet werden. Bei Vergrösserungsgeräten dieser Art ist nun regelmässig keine lichtelektrische Gradationssteuerung vorhanden, sondern man beeinflusst die Gradation des gewünschten Bildes durch die Wahl verschiedener Papiersorten. An Stelle der Gradationssteuerelemente lassen sich daher in Fluchtlinie mit jedem Vergleichscegativ wenigstens ein Behälter für photographische Papiere der diesem Vergleichsnegativ entsprechenden Gradation anbringen.
Auch hier braucht also die Bedienungsperson nur von dem ermittelten Vergleichsnegativ ausgehend in dessen Verlängerung nach rückwärts zu greifen und findet ohne weitere Überlegung das Positivpapier der gewünschten Gradation.
Schliesslich wird erfindungsgemäss noch vorgeschlagen, die Vergleichsnegative, eine Beleuchtungseinrichtung für diese und einen oder mehrere unterteilte Behälter für photographische Papiere zu einer selbständigen Baueinheit zusammenzufassen, die als Zusatzgerät bei jedem auch noch so einfachen Vergrösserungsgerät Verwendung finden kann.
Die Zeichnung gibt zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung wieder, u. zw. zeigt Fig. 1 eine Ansicht eines erfindungsgemäss ausgebildeten Rollenkopiergerätes, Fig. 2 einen Schnitt durch das in Fig. 1 gezeigte Gerät entlang der Schnittlinie II-II, Fig. 3 ein erfindungsgemäss ausgebildetes Zusatzgerät für normale Vergrösserungsgeräte und Fig. 4 einen Längsschnitt durch das in Fig. 3 gezeigte Gerät.
In den Fig. 1 und'2 ist mit 1 das Gehäuse eines Rollenkopiergerätes bezeichnet, in dessen unterem Teil die Kopierlichtquelle 2 angeordnet ist, der ein an der Negativbühne 3 gehaltener Kondensor 4 nach-
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B.ordnung auch durch Markierungen 52 auf der Behälterdecke sichtbar gemacht ist. Hier kann man, wenn das geeignete Vergleichsnegativ ermittelt ist, ohne weitere Überlegung den Linien 52 folgend dasjenige Fach des Behälters 45 finden, in dem das Positivpapier mit dem gewünschten Härtegrad angeordnet ist.
Der Querschnitt des Behälters ist nach Fig. 4 den Abmessungen der Papiere 55 angepasst, so dass diese bis zum hinteren Rand des Behälters reichen und dort durch Griffrillen 53 in den Trennwänden 50 zugänglich sind. Über eine Klappe 54 ist der Behälter schliessbar, so dass die Papiere auch nach Einschalten der Raumbeleuchtung im Gerät verbleiben können. Gegebenenfalls lässt sich der Behälter auswechselbar an dem Gerätekörper anbringen. Man kann dann für jedes Format einen besonderen Behälter vorsehen, der sich z. B. über eine Klammer an einer Grundplatte befestigen lässt. Die einzelnen Fächer für jede Gradation können ausserdem durch gesonderte Zwischenwände unterteilt werden, so dass man stets mehrere Papiersorten, wie brillant, halbmatt und matt, zur Hand hat.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Photographisches Kopiergerät mit Vorrichtungen zur Ermittlung des Dichteumfanges des eingebrachten Negatives, dadurch gekennzeichnet, dass in unmittelbarer Nähe des Beobachtungsfeldes (33,41) für das Negativ (8) mehrere, über eine gesonderte Lichtquelle (25,49) beleuchtete Vergleichsnegative (34, 47) unterschiedlichen Dichteumfanges sichtbar gemacht sind.