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Photographischer Sucher nach dem"ALBADA"-Prinzip Die Erfindung bezieht sich auf eine weitere Ausbildung des Gegenstandes des Patentes Nr. 200440 bil- denden, auf dem ALBADA-Prinzip beruhenden photographischen Suchers.
Gemäss dem Stammpatent ist der teildurchlässige sphärische Hohlspiegel, durch den hindurch der Betrachter das anzuvisierende Objekt wahrnimmt, und der den in der Nähe seiner Brennebene angebrachten Rahmen in das Sucherbild einspiegelt, dadurch gebildet, dass die spiegelnde Fläche der Frontlinse des Suchers von der spiegelnden Fläche des lichtdurchlässigen, zwischen Frontlinse und Hinterlinse eingeschalteten Klotzes durch einen Spalt von niedrigerer Brechkraft als die ihn begrenzenden durchsichtigen Körper getrennt ist.
Erfindungsgemäss ist nun der zwischen den durchsichtigen Körpern eingeschlossene Spalt als Luftlinse mit annähernd parallelen Begrenzungsflächen ausgebildet. Durch eine solche weitere Ausgestaltung wird die Lichtausbeute des strahlungsteilenden teildurchlässigen Spiegels besonders günstig gestaltet und auch ein gutes Verhältnis zwischen dem Reflexionsvermögen einerseits und der Lichtdurchlässigkeit anderseits erzielt.
Die Lichtausbeute wird namentlich deshalb wesentlich besser, weil das auf die Lufuinsenbegrenzungsflächen aufzudampfende spiegelnde Material in nur ganz dünner Schicht aufgebracht zu werden braucht, da es die Luftlinse ermöglicht, die ursprünglich vorhandene Reflexion des Hohlspiegels praktisch voll zu erhalten, wobei zu dieser Reflexion aber noch jene an der annähernd parallel verlaufenden GlasLuft-Fläche hinzutritt, die Gesamtreflexion also grösser wird. Bei gleicher gewünschter Gesamtreflexion kann man somit die spiegelnde Materialschicht dünner halten, wodurch die Lichtabsorption, die bei den bisherigen Sucherhohlspiegeln 35% und mehr beträgt, auf ein Mindestmass herabsetzbar ist.
Auch bei der vorliegenden weiteren Ausbildung ergeben sich dabei besonders günstige Verhältnisse, wenn die einander zugekehrten gewölbten Begrenzungsflächen der beiden lichtdurchlässigen Körper hochbrechend sind, wenigstens aber einen Brechungsindex für Glas von nd = 1, 5 aufweisen. Im Falle einer Verwendung von Kunststofflinsen würde man in diesem Sinne mit einem Brechungsindex von mehr als nd = 1, 45 auskommen. Die annähernd parallele Begrenzungsflächen besitzende Luftlinsp scull nur so dick bemessen sein, dass die Entstehung von Interferenzerscheinungen, beispielsweise Newton'scher Ringe, weitgehend verhindert ist.
Auch der einzuspiegelnde Rahmen kann hiebei in Form einer Verspiegelung ausgebildet sein, die durch Aufdampfen entsprechend spiegelnder Substanzen, vorzugsweise im Hochvakuum, erzielt wird. Die- se Art der Verspiegelung sowohl der Luftlinse als auch des Rahmens ermöglicht die Erreichung besonders günstiger Verhältnisse, zum einen bezüglich der teildurchlässigen Schicht, zum andern hinsichtlich der Reflexion des aufgedampften Stoffes. Als aufzudampfende Substanzen kommen grundsätzlich sämtliche hochreflektierenden, nicht absorbierenden Metalle in Frage, wie sie bekannterweise für Spiegel verwendet werden, also beispielsweise Silber, Aluminium und Gold. Das hohe Reflexionsvermögen dieser Metalle wird dadurch, dass sie auf die nach bekannten optischen Fertigungsmethoden polierten Flächen aufgedampft werden, besonders gut ausgenutzt.
Eine günstige Lichtausbeute im optischen Sinne würde an sich in einem Sucher erreicht sein, dessen teildurchlässiger Spiegel 505o des Lichtes reflektiert und 50% des Lichtes hindurchlässt. Derartige verlust-
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freie Strahlungsteiler sind normalarweise aber nur durch Interferenzschichten zu erzielen, und Interferenzschichten haben meist den Nachteil, dass sie selektiv sind, d. h. einen Teil des Spektralbereiches des Lichtes hindurchlassen und den andern reflektieren. Sie erscheinen beispielsweise in der Durchsicht rot, in der Aufsicht grün oder in der Durchsicht gelb, in der Aufsicht blau usw. Sie reflektieren dasjenige Licht, das sie schon einmal durchgelassen haben, nicht wieder oder nur schwach.
Es würden also Helligkeitsverluste bei der Einspiegelung des Rahmens entstehen, weshalb selektive Interferenzstrahlenteiler nicht geeignet erscheinen. Dagegen liefern Mehrfachschichten, die in ihrer Wirkung auf Interferenz beruhen, aber nur einen geringen Farbstich in der Reflexion und Durchlässigkeit zeigen, durchaus brauchbare Ergebnisse. Die Anwendung solcher Mehrfachschichten für die Einspiegelung des Rahmens stellt daher eine günstige Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.
Es ist anderseits auch möglich, die normalen Einfachschichten für die Anwendung derselben auf die Erfindung sehr vorteilhaft auszubilden.
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass man beide Begrenzungsflächen der Luftlinse, also die Konkavfläche des einen, und die konvexe Fläche des zweiten durchsichtigen Körpers, unter Verwendung nicht absorbierender Substanzen in gleicher Weise je mit einer teildurchlässigen Schicht bedampft. Diese Ausführungsform bietet u. a. die Möglichkeit, nichtabsorbierende Substanzen zu verwenden, deren Reflexion an einer Fläche an sich 30% in der Regel nicht überschreitet. Um einen genügenden Kontrast des eingespiegelten Rahmens zu seiner Umgebung trotzdem zu erzielen, wird auch die zweite der genannten Flächen mit der gleichen nichtabsorbierenden Substanz in gleicher Weise bedampft.
Die Reflexion dieser beiden Schichten addiert sich dabei in an sich bekannter Weise, und man erhält einen Strahlungsteiler mit vemachlässigbarer Absorption, da diese dann nur noch wenige Prozente ausmacht.
Eine oder auch beide der die Luftlinse begrenzenden Flächen belegt man im Sinne eines weiteren Ausbaues der Erfindung zweckmässig mit einer reflexerhöhenden Schicht oder mit einer Schichtkombination. Bei einer Belegung beider genannten Flächen mit solchen zusätzlichen Schichten kann man die dem Lichteinfall zugekehrte Zusatzschicht stärker reflektierend wählen als die andere.
Bei Suchern mit gewölbter Rahmenträgerfläche kann vorteilhafterweise die dem einblickenden Auge zugekehrte Begrenzungsfläche des die konvexe Begrenzungsfläche der Luftlinse bildenden durchsichtigen Körpers entsprechend der Wölbung der Rahmenträgerfläche durchgewölbt sein.
Um die Reflexe, die bei der Benutzung des erfindungsgemässen Suchers stören könnten, zu vermindern, ist es zweckmässig, die dem einblickenden Auge zugekehrte Planfläche der Hinterlinse zu entspiegeln. Auch die dem Lichteinfall zugekehrte Planfläche der Frontlinse empfiehlt es sich, zum gleichen Zweck mit einer reflexmindernden Schicht zu belegen.
Eine bezüglich der Baugrösse und der Fertigung besonders günstige Bauform des Suchers erhält man, wenn er dreigliedrig aufgebaut ist. Im Sinne der Lichtrichtung folgt der Frontlinse, die den durchsichtigen Körper bildet, dessen rückwärtige konkave Fläche die Luftlinse objektseitig begrenzt, der zweite, als Klotz ausgebildete durchsichtige Körper, dessen konvexe Vorderfläche der augenseitigen Begrenzung der Luftlinse dient, und an dessen rückwärtige Fläche die Hinterlinse des Suchers anschliesst. Weist letztere an Stelle einer ebenen eine gewölbte Rahmenträgerfläche auf, wie dies in der Zeichnung beispielsweise dargestellt ist, dann kann, wie bereits erwähnt, die rückwärtige Fläche des zweiten klotzförmigen Körpers entsprechend der Wölbung der Rahmenträgerfläche der Hinterlinse durchgewölbt sein.
Die drei genannten Glieder können jedes für sich stehen und in einem Gesamtträgerkörper gehalten sein oder je nach den besonderen Bedürfnissen paarweise zusammengefasst sein. Beispielsweise kann die mit dem strahlen-
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Spiegel ausgerüstete Frontlinselinse für sich anordnen und den Klotz mit der Hinterlinse zu einer Baueinheit zusammenfassen. Besonders vorteilhaft ist aber die dargestellte Zusammenfassung aller drei Glieder zu einem geschlossenen Block.
Die Frontlinse ist dann als Plankonkavlinse ausgebildet und ergibt mit dem nachfolgenden konvex-konkav begrenzten Klotz die zwischenstehende Luftlinse, wogegen die plankonvexe Hinterlinse mit ihrer konvexen, den Rahmen tragenden Fläche an den Klotz angekittet ist. Der Sucher wird dabei durch zwei planparallele Flächen abgegrenzt, die entspiegelt sein können und keine vergrössernde optische Wirkung hervorrufen. Ausserdem ist bei dieser Bauform auch der Rahmen durch die Nachbarschaft einer Glasfläche nach aussen hin geschützt. Das Ankitten des die Rahmenträgerfläche aufweisenden Teiles an den Klotz verhindert darüber hinaus störende Reflexe.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in vertikalem Schnitt durch die optische Achse wiedergegeben.
Der Sucher ist beispielsweise in Form eines aus durchsichtigem Material, wie Glas od. dgl., beste-
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henden geschlossenen Blockes ausgebildet. Mit 1 ist der durchsichtige, die Frontlinse bildende Körper bezeichnet, der mit dem klotzförmigen, ebenfalls durchsichtigen Körper 5 einen Spalt einschliesst. Dieser Spalt ist als Luftlinse 100 mit annähernd parallelen Begrenzungsflächen ausgebildet.
Beide Begrenzungsflächen der Luftlinse 100, also die Konkavfläche 4 des durchsichtigen Körpers 1 und die konvexe Fläche 6 des zweiten durchsichtigen Körpers 5, sind unter Verwendung nichtabsorbierender Substanzen in gleicher Weise je mit einer teildurchlässigen Schicht bedampft und stehen in geringem Abstand voneinander, wobei sie durch kleine Kittpolster 13 oder einen entsprechenden, am Rand angebrachten Kittring miteinander verhaftet sind. Es kann aber auch wenigstens eine der die Luftlinse 100 begrenzenden Flächen 4, 6 mit einer refle, xerhöhenden Schicht oder einer Schichtkombination belegt sein. Bei Belegung beider Luftlinsenbegrenzungsflächen wird zweckmässig die dem Lichteinfall zugekehrte Schicht stärker reflektierend ausgebildet als die andere.
Im Falle der Verwendung hochbrechender Gläser kann für bestimmte Zwecke das Aufbringen einer besonderen Verspiegelungsschicht gegebenenfalls überhaupt entfallen. Die Glasflächen selbst übernehmen hiebei die entsprechende Funktion.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel, gemäss welchem die Trägerfläche 9 für den einzuspiegelnden Rahmen 11 gewölbt ausgebildet ist, ist die dem einblickenden Auge 3 zugekehrte Begrenzungsfläche 7 des die konvexe Begrenzungsfläche 6 der Luftlinse 100 bildenden durchsichtigen klotzförmigen Körpers 5 im gleichen Sinne wie die Wölbung der Rahmenträgerfläche 9 durchgewölbt. Dem klotzförmigen Körper 5 folgt eine die Rahmenträgerfläche 9 bildende Hinterlinse 8, die mit dem durchsichtigen Körper 5 an der Fläche 9 verkittet ist, wobei die den Sucher augenseitig begrenzende Fläche 10 der Hinterlinse parallel zur ebenen Vorderfläche 2 der Frontlinse 1 verläuft, also ebenfalls plan ist.
Auf der Kittfläche 9 der Hinterlinse 8 ist der einzuspiegelnde Rahmen 11 durch Aufdampfen erzeugt.
Zur Kennzeichnung der Mitte des Sucherbildes ist auf der Trägerfläche 9 ausserdem bei 12 der Mittelpunkt markiert, was vorzugsweise ebenfalls durch Aufdampfen erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Photographischer Sucher nach dem"ALBADA"-Prinzip, nach Patent Nr. 200440, dadurch gekennzeichnet, dass der zwischen den durchsichtigen Körpern (1,5) eingeschlossene Spalt als Luftlinse (100) mit annähernd parallelen Begrenzungsflächen (4,6) ausgebildet ist.