AT204178B - Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der B12-Gruppe - Google Patents

Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der B12-Gruppe

Info

Publication number
AT204178B
AT204178B AT10155A AT10155A AT204178B AT 204178 B AT204178 B AT 204178B AT 10155 A AT10155 A AT 10155A AT 10155 A AT10155 A AT 10155A AT 204178 B AT204178 B AT 204178B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
benzimidazole
opt
vitamin
etiocobalamin
Prior art date
Application number
AT10155A
Other languages
English (en)
Inventor
Konrad Dr Bernhauer
Wilhelm Dr Friedrich
Hanswerner Dr Dellweg
Elisabeth Dipl Chem Becher
Original Assignee
Aschaffenburger Zellstoffwerke
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Aschaffenburger Zellstoffwerke filed Critical Aschaffenburger Zellstoffwerke
Application granted granted Critical
Publication of AT204178B publication Critical patent/AT204178B/de

Links

Landscapes

  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von
Vitaminen der   B12 - Gruppe   
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der   B12-Gruppe,   das darin besteht, dass auf Ätiocobalamin (Vitamin   B.-'Faktor I)   und Benzimidazol oder einem der folgenden als Precursor wirkenden Stoffe wie 5-Methylbenzimidazol,   5, 6-Dimethylbenz-   imidazol, 4,   6-Dimethylbenzimidazol,   5,   6-Diäthylbenzimidazol, 5-Chlor-6-Methylbenzimidazol,   Benzimidazol-5-Carbonsäureamid,   1, 2-Diamino-4, 5-Dimethylbenzol, o-Phenylendiamin bzw. einem   analogen Substitutionsprodukt, in Anwesenheit von Phosphaten Bakterien der Coli-aerogenes-Gruppe zur Einwirkung gelangen. 



   Wohl ist bereits der Hinweis bekannt, dass die Bildung von Vitamin   B. mit Hilfe eines Streptomyces-   Stammes durch einen Zusatz von 5, 6-Dimethyl-benzimidazol erhöht werden soll, doch ist der hiefür vorgesehene Konzentrationsbereich für technische Zwecke völlig ungeeignet. Ausserdem kann aus theoretischen Überlegungen vermutet werden, dass Derivate des o-Phenylendiamins biologische Vorstufen vonBenz-   imidazolderivaten larstellen.    



   Das   erfindungsgemässe   Grundverfahren lässt sich in Form folgender drei Modifikationen durchführen :
1. Man lässt die Mikroorganismen in Gegenwart von Ätiocobalamin und einem der genannten, als Precursor wirkenden Stoffe wachsen. 



   2. Man gewinnt eine Mikroorganismenmasse (ruhende Zellen) und lässt sie auf eine Lösung von Ätiocobalamin und einem der genannten, als Precursor wirkenden Stoffe einwirken. 



     3.   Man lässt Mikroorganismen, die selbst Ätiocobalamin zu bilden vermögen, in Gegenwart eines der genannten als Precursor wirkenden Stoffe wachsen oder gären. 



   Bei allen drei Modifikationen muss das biosynthetische Medium Phosphat enthalten, ausserdem kann man zu dem Medium noch d-Ribose zusetzen. In den Modifikationen 1   und 2   des Verfahrens wird Ätiocobalamin in isoliertem Zustand oder in Form einer rohen Lösung zugesetzt. Im Fall 3 kann man auf einen Zusatz von   Ätiocobalamin. verzichten.   



   Die Gärung erfolgt mittels Bakterien der Coli-aerogenes-Gruppe. In den Fällen 1 und 3 muss ein Nährmedium angewendet werden, das eine gute Entwicklung oder Gärung des Mikroorganismus ermöglicht, während im Fall 2 das Medium, in dem die Biosynthese stattfindet, lediglich Ätiocobalamin, den Precursor, Phosphat und evtl. noch etwas d-Ribose enthalten muss. 



   Die Durchführung des Verfahrens nach der ersten Modifikation gestaltet sich im Prinzip folgender-   massen : Man   lässt einen geeigneten Mikroorganismus, wie z.   B.   E. Coli, in üblicher Weise in einem Medium wachsen, das eine Kohlenstoffquelle, wie z. B. Glukose, und die   erforderlichen Nährsalze enthält.     Ausserdem versetzt man die Nährlösung mit Ätiocobalamin in biologischen Konzentrationen, also in einer Menge von etwa 0, 1-0, 3 y je cm, entsprechend 10-30 y/0/0 und mit einem Precursor der Benzimidazol-   reihe oder einer Vorstufe desselben in   drei- bis zehnfachemmolaren   Überschuss unter Berücksichtigung 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Das Ätiocobalamin kann aber auch z. B. in alkoholischer Lösung zugesetzt werden. In diesem Fall ist dessen Sterilisierung durch Hitze überflüssig. Ebenso können die erwähnten Benzimidazol-Derivate oder deren Vorstufen in alkoholischer Lösung zugefügt werden. 



   Bei Verwendung von E. Coli kann aber auch unter anaeroben bzw. fakultativ-anaeroben Bedingungen gearbeitet werden, da dieser Organismus auch unter diesen Bedingungen zu wachsen vermag. Sinngemäss sind stets solche Bedingungen zu wählen, die den Mikroorganismen angemessen sind. 



   Nach 8 bis 24 Stunden - je nach der Zuckerkonzentration, den   Züchwngsoedingungen   und nach der Art des verwendeten Mikroorganismus - ist der Prozess beendet. Nun wird die Fermentationsbrühe in an sich bekannter Weise aufgearbeitet, wobei man die jeweiligen biosynthetisch gebildeten Benzimidazolcobalamine erhält. 



   Bei der Durchführung des Verfahrens nach der zweiten Mcdifikation geht man grundsätzlich in der Weise vor,   da) ? die Mikroorganismen zunächst   in einem üblichen Nährmedium, das der Art der betreffenden Mikroorganismen angemessen ist, also ein gutes Wachstum ermöglicht, ohne weitere Zusätze vorgezüchtet und z. B. durch Zentrifugieren isoliert werden. Sodann lässt man in einem zweiten Prozess die so gewonnenen ruhenden Zellen auf eine Lösung von   Ätiocobalamin   und dem betreffenden Precursor in Phosphatpuffer bei   z. B. 37    etwa 10 - 20 Stunden,   z. B.   unter Schütteln oder Rühren, einwirken.

   Bei dieser Arbeitsweise können die umzusetzenden Stoffe in einer beträchtlich höheren Konzentration eingesetzt werden, da auch die Bakterienmasse in viel höherer Konzentration angewendet werden kann. In diesem Fall brauchen daher bei der Isolierung der biosynthetisch entstandenen Vitamin    B12 -Fakt, mm   nicht so grosse Flüssigkeitsmengen verarbeitet werden, wie bei der ersten Modifikation. Ferner hat es sich als vorteilhaft erwiesen, bei einer derartigen Arbeitsweise dem Medium d-Ribose zuzusetzen, die als Precursor bei der Biosynthese des Nucleotid-Anteiles der biosynthetischen Vitamin    B -Faktoren   wirkt, wodurch die Ausbeute an diesen noch gesteigert werden kann. 



   Bei der dritten Modifikation des Verfahrens geht man so vor,   da   man zu einer Fermentation von Mikroorganismen, die selbst Ätiocobalamin zu bilden vermögen, lediglich einen geeigneten Precursor der Benzimidazolreihe in einer Konzentration von   z. B.   50-100   y/%   zusetzt und im übrigen die Gärung in der üblichen Weise durchführt. 



   Das Verfahren nach den Modifikationen 1 und 3 kann auch in der Weise   durchgeführt   werden, dass das Wachstum und die Fermentation der Mikroorganismen kontinuierlich durchgeführt wird, indem man zur Züchtung der die Biosynthese vollziehenden Mikroorganismen ein Fermentationsgerät verwendet, das mit kontinuierlichem Zu- und Ablauf versehen ist. So kann man z. B. die kontinuierliche Züchtung von E. Coli mit einem Durchsatz von etwa 4 bis 5   Stunden bewerkstelligen, d. h. der Fermenterinhalt   erneuert sich immer wieder innerhalb dieser Zeitspanne. Die kontinuierlich anfallende   Gärbrühe   kann dann fortlaufend verarbeitet werden.

   Ferner kann man bei der Schlammausfaulung durch Methangärung einem kontinuierlich verlaufenden Prozess fcrtlaufend Precursor der Benzimidazolreihe zum Frischschlamm zusetzen und so das dabei entstehende Ätiocobalamin in Benzimidazolcobalamine umwandeln. 



  Ferner ist es auch möglich, durch solche Zusätze die Art der entstehenden Cobalamine wunschgemäss zu beeinflussen, also die Biosynthese der kompletten Cobalarrine so zu lenken, dass dabei die gewünschten Produkte entstehen. 



   Ferner kann man auch so vorgehen, dass man bei den Modifikationen   l   und 2 das Ätiocobalamin nicht in reiner Form, sondern in unreinem Zustand, also als Rohprodukt, oder in Mischung mit andern Cobalaminen neben sonstigen Verunreinigungen anwendet. 



   Die Gewinnung der nach dem geschilderten biosynthetischen Verfahren entstandenen BenzimidazolCobalamine erfolgt in prinzipiell bekannter Weise. Die Trennung des schliesslich vorliegenden Gemisches der fast reinen Vitamine der    B12 -Gruppe   erfolgt am besten durch Chromatographie an Cellulose (im Prinzip nach W. Friedrich und   K. Bernhauer, Z. Naturforschg. lOb,   6,1955). In manchen Fällen empfiehlt sich eine nochmalige Chromatographie unter Verwendung von Aluminiumoxyd. 



   Zur Unterscheidung der verschiedenen biosynthetischen Vitamin    -Faktoren   können grunsätzlich die R-Werte, Rf-Werte und   Verteilungskoeffizienten   in bestimmten   Lösungsmitteln ystemen   herangezogen werden. Alterdings sind die R-Werte und Rf -Werte nicht immer ausreichend. Wohl aber sind ihre Verteilungskoeffizienten im System Wasser/p-Chlorphenol und Trichloräthylen und vor allem im System   n-Butanol/Ammonsulfat   und Wasser zumeist so stark verschieden, dass sie sich zur Unterscheidung und Charakterisierung der biosynthetischen Vitamin   Zarten   eignen. 



   Die Umwandlungsrate von Ätiocobalamin in Vitamine der   B-Gruppe (Benzimidazol-CobaIamine)   ist bei Verwendung von 5,6-Dimethylbenzimidazol besonders gut und kann z. B. bei der zweiten Modifikation des Verfahrens   80-90 %   betragen. Ansonsten hängt die Umwandlungsrate des Ätiocobalamins 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 von der Art des verwendeten Mikroorganismus, der Art der Versuchsdurchführung und von der angebotenen Benzimidazol-Art ab und ist daher, wie die Tabelle zeigt, lecht unterschiedlich. Ferner enthält die Tabelle die Merkmale zur Charakterisierung und Unterscheidung der auf biosynthetischem Weg gewonnenen neuartigen Vitamin    -Faktoren.   



   Die biologische Aktivität der neuen Vitamin    B12 -Arten   ist sehr beträchtlich. Sie sind gegenüber L. Leichmannii und Ochromonas malhamensis wirksam,   d. h.   sie ermöglichen das Wachstum dieser Testorganismen. Als Beispiel wird in Fig. 1 die Wirksamkeit von Benzimidazol-cobalamin und 5-Methylbenzimidazol-cobalamin gegenüber Ochromonas malhamensis im Vergleich zu Vitamin   B gezeigt.   Die hohe antiperniziöse Wirkung,   z. B.   von   5-Methyl-benzimidazl-cobalamin   wird in Fig. 2 veranschaulicht. 



   Das beschriebene Verfahren bietet die Möglichkeit, das bei der Gewinnung von kompletten Vita- 
 EMI3.1 
 Fermentationsprozessen entstehende Ätiocobalamin durch Zusatz von Benzimidazolen unmittelbar zu verwerten, ohne es erst zu isolieren, und es auf diese Weise in komplette   Benzimidazol-cobalamine   umzuwandeln. 



   Die Durchführung des neuen Verfahrens wird durch folgende Beispiele näher erläutert. 
 EMI3.2 
 
1 : 51benzimidazol, werden 20 Minuten lang bei 1000 sterilisiert und anschliessend mit insgesamt 125 opt. E. Ätiocobalamin (in   70%figer   alkoholischer Lösung) versetzt. Nach dem Beimpfen mit 5% einer Kultur der 
 EMI3.3 
 bei sich das Bakterium kräftig vermehrt. 



   Die gesamte Fermentationsbrühe wird sodann vereinigt und in an sich bekannter Weise weiter verarbeitet. Die Ausbeute an Vitamin B. beträgt gemäss der Ausmessung im Beckman-Spektrophotometer Modell DU 5, 76 opt. E. bzw. 4, 6%. 



     Beispiel 2 : 2, 5 l   des gleichen Mediums wie im Beispiel   1,   das jedoch insgesamt 15, 6 opt. E. an Ätiocobalamin und 10   y'% an 5, 6-Dimethyl-benzimidazol   enthält, werden mit 5% einer Kultur des E. coli-Stammes I beimpft. Alle andern Versuchsbedingungen, wie Medium der Impfkultur, Art der Be-   brütung   und Dauer der Bebrütung sind die gleichen wie im Beispiel l. Die Analyse ergibt 2, 75 opt. E. an 
 EMI3.4 
    B12'daher20     &gamma;/%   Benzimidazol, werden 20 Minuten lang bei 1000 sterilisiert und anschliessend mit 83 opt. E. an Ätiocobalamin (in   70% i. ger alkoholischer Lösung)   versetzt.

   Nach dem Beimpfen mit 5% einer Kultur des E. coli-Stammes I in Pepton-Fleischextrakt-NaCl-Medium (15 Stunden lang bei 370 bebrütet) wird in einem kleinen Fermenter unter gleichzeitigem Rühren mit Hilfe eines Vibrationsmischers und Belüften (3   l   Luft/Min.) die Züchtung 12 Stunden lang bei 370 vorgenommen. Nach der Verarbeitung der Fermentationsbrühe und chromatographischer Isolation des neuen Vitamin   B.-Faktors   liegt dieser in wässeriger Lösung in einer Menge von 23 opt. E., entsprechend einer Ausbeute von 27, 8%. vor. 



     Beispiel 4 : 20 l   des gleichen Mediums wie im Beispiel 3, enthaltend 20   yl%   5-Methyl-benzimidazol werden wie üblich sterilisiert und mit 89, 2 opt. E. Ätiocobalamin (in 70tiger alkoholischer Lösung) versetzt. Die Impfkultur, die Art der Beimpfung und der Gärverlauf sind ebenso, wie im Beispiel 1 beschrieben. Die Analyse ergibt 25 opt. E. an 5-Methyl-benzimidazol-cobalamin, das entspricht einer Ausbeute von 28%. 
 EMI3.5 
 in der Coli wie zuvor zur Entwicklung gebracht. In gleicher Weise wird die Entwicklung sodann in 1   l   und schliesslich in 5   l   des gleichen Mediums vorgenommen. Im letzten Stadium wird die Vermehrung in einem kleinen Vorfermenter unter Belüftung durchgeführt.

   Mit diesen 51 Coli-Kultur werden sodann   150 I   eines Mediums beimpft, das 0, 5%   techn.   Glukose und die gleichen Salze wie im Beispiel   1,   gelöst in   enthärte-   

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
 EMI4.1 
 scher Lösung) und 20   y/% 5-Methyl-benzimidazol.   In diesem Medium wird die   Colt-Kultur   unter Belüften (18   l     Luft/Min.)   und Rühren 12 Stunden lang bei   370C   wachsen gelassen. Während die Ausgangs-   brühe eineVitaminB -Aktivität von 0, 14 y je cm im Coli-Test zeigt und keine Aktivität gegenüber L. Leichmannii, besitzt die fermentierte Brühe eine Aktivität von 0, 09 -&gamma;/cm3 im Test mit L. Leich-   mannii.

   Nach der Velarbeitung der Fermentationsbrühe ergeben sich 230 opt. E. des neuen Vitamin B Faktors. Er zeigt die in Tabelle 1 angeführten Merkmale, durch die er sich von andern Vitamin B-Arten unterscheidet. Bei der Prüfung des kristallisierten Produktes in einigen schweren Fällen von perniziöser Anämie zeigte er einen ausgezeichneten therapeutischen Effekt. 



     Beispiel 6 : 91   des modifizierten Da vis-Mediums von PH 6,9 der gleichen Zusammensetzung wie im Beispiel 1 werden 30 Minuten bei 1000C sterilisiert und wie im Beispiel   l   mit 5% einer Vorkultur des E. coli-Stammes I beimpft. Die Vorkultur wird durch 8-stündige Bebrütung des Coli- Stammes bei 37 C 
 EMI4.2 
 bestehend(2 1 Luft je Minute) bei   370C   8 Stunden lang bebrütet, wobei lebhaftes Bakteriumwachstum stattfindet. 



  Dann wird die Bakterienmasse steril zentrifugiert, wobei 30 g   Bakterienfeuchtnnasse   mit einem Trockensubstanzgehalt von   39%   erhalten wird. 



   Diese gewonnene Bakterienfeuchtmasse wirdin 1,5 1 sterilem Phosphatpuffer vom pH 7(1,05% K2HPO4   + 0, 45% KH PO) mit Hilfe eines Vibrators gut homogenisiert. Dann werden zu dieser Suspension insgesamt 48 opt. E.. Atiocobalamin (in 70% figer alkoholischer Lösung), 100 &gamma;/% 5,6-Dimethylbenzimida zol und 200)'/0/0 d-Ribose zugesetzt. Die Suspension wird nun zu je 100 cm in 15 Stück 300 cm3 Erlenmayer-   kolben verteilt. Anschliessend wird unter Schütteln 24 Stunden bei   370C   bebrütet. 



   Die Analyse der nach Aufarbeitung der   Fermentationsbrühe   schliesslich erhaltenen wässerigen Fraktionen ergibt 19,4 opt. E. an    Vitamin B12   und 3,86 opt. E. an unverbrauchtem Ätiocobalamin, entsprechend   einerAusbeute   von 40% an Vitamin   B. Bezogen   auf die Gesamtmenge an isolierten Cobalaminen liegen   daher 83% in Form von Vitamin B (5,6-Dimethyl-benzimidazol-cobalamin) und 17% als unverbrauchtes Ätiocobalarrin vor.    



   Beispiel 7 : Es wird Bakterienmasse des gleichen E. coli-Stammes in der gleichen Menge wie im Beispiel 6 erzeugt und in derselben Weise wie im Beispiel 6 in sterilen Phosphatpuffer übergeführt. Nach Zusatz von 42 opt. E. Ätiocobalamin in   70% figer   äthanolischer Lösung, 3 mg d-Ribose und 1, 5   mg 4,   6-Di- 
 EMI4.3 
 belle ersichtlich. 



   Beispiel 8 : Die Züchtung der Bakterienmasse und Überführung in sterilen Phosphatpuffer erfolgt in der gleichen Weise, wie im Beispiel 6 beschrieben. Nach Zusatz von 42 opt. E. Ätiocobalamin, 3 mg d-Ribose und   1,   5 mg 5,6-Diäthyl-benzimida zol wird 24 Stunden bei 37 C, wie zuvor beschrieben, be- 
 EMI4.4 
 



      5 opt. E.Beispiel 9 :   Züchtung der Bakterienmasse und Überführung in sterilen Phosphatpuffer erfolgt wie im Beispiel 6 beschrieben. Nach Zusatz von 42 opt. E. Ätiocobalamin, 3 mg d-Ribose und 1,5 mg 5-Chlor- 6-methylbenzimidazol wird, wie zuvor beschrieben, 24 Stunden bei   370C   behandelt. Ergebnis : 3,2 opt. E. an neuem Vitamin B12-Faktor (5-Chlor-6-methylbenzimidazol-cobalamin). Die Eigenschaften des neuen Faktors sind aus der Tabelle ersichtlich. 



   Beispiel 10 : Züchtung der Bakterienmasse und Überführung in sterilen Phosphatpuffer, wie im Beispiel 3 beschrieben. Nach Zusatz von 42   opt. E. Ätiocobalamin,   3 mg d-Ribose und 1, 5 mg Benzi-   midazol-5-carbonsäureamid   wird, wie zuvor beschrieben, 24 Stunden bei   370C   behandelt. Als Ergebnis liegt der neue Vitamin B12-Faktor(Benzimidazol-5-carbonsäureamid-cobalamin)in reiner Form in wässeriger Lösung in einer Gesamtmenge von 9 opt. E. vor. Die Merkmale des neuen Faktors sind aus der Tabelle zu ersehen. 



   Beispiel 11: Züchtng der Bakterienmasse und Überführung in sterilen Phosphatpuffer, wie im Beispiel 6 beschrieben. Nach Zusatz von 42 opt. E. Ätiocobalamin, 3 mg d-Ribose und 1,5 mg 1, 2-Diamino-4, 5-dimethylbenzol wird, wie zuvor beschrieben, weitergearbeitet. Ergebnis : 9, 5 opt. E. an Vitamin   B12'\,   Merkmale s. Tabelle. 



   Beispiel 12: Eine grössere Menge Bakterienmasse des E. coli-Stammes I wird in folgender Weise erzeugt : In analoger Weise wie in Beispiel 5 wird eine Kultur des   E. coli-Stammes 1   schrittweise vermehrt. 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 
 EMI5.1 
 dieser Impfkultur werden 5   l   des gleichen Mediums beimpft und in einem kleinen Vorfermenter unter Belüftung 8 Stunden bei   370C   bebrütet. Die so erhaltene Kultur dient zur Beimpfung von 150 1 Medium, bestehend aus   2% techs.   Glukose, 5,1% NaH2PO4, 0,075% Na-citrat, 0,15% Ammonsulfat nd 0,015% Magnesiumsulfat (pH-Wert eingestellt auf 6,8). In diesem Medium wird die Coli-Kultur 8 Stunden lang bei   370C   unter Belüftung (18   l   Luft/Min.) zur Entwicklung gebracht. Dann wird die Bakterienmasse steril zentrifugiert.

   Man erhält 1300 g Feuchtprodukt mit 30% Trockensubstanzgehalt. 



   800 g der so gewonnenen Bakterienfeuchtmasse werden in einer 20 1 Flasche zu 15   l   sterilem Phosphatpuffer der gleichen Zusammensetzung wie im Beispiel 6 hinzugefügt. Ausserdem setzt man 100 y/% 
 EMI5.2 
 bebrütet. Nach Reinigung der Fermentationsbrühe sowie Adsorption an Bentonit, erster Extraktion mit Phenol, Zinkfällung, zweiter Extraktion mit Phenol, p-Chlorphenol-Fällung, Chromatographie an Zellulose und Chromatographie an Aluminiumoxyd ergibt sich eine Ausbeute an 5,6-Diäthyl-benzimidazolcobalamin von etwa 5 mg. 



     Beispiel 13: 750   g einer in gleicher Weise, wie in Beispiel 12 beschrieben, gewonnenen Bakterienmasse des E. coli-Stammes I mit einem Trockensubstanzgehalt von   2950   werden in der gleichen Weise, wie in Beispiel 12, in 15   l   Phosphatpuffer suspendiert, der 100   &gamma;/% Benzimidazol-5-carbonsäure-   amid, 200   y/%   d-Ribose und 420 opt. E. an Ätiocobalamin enthält. Unter Belüftung und Rühren mittels eines Vibrationsmischers wird, wie in Beispiel 12,24 Stunden bei   370C   bebrütet. Bei der im Verlauf der Aufarbeitung der Fermentationsbrühe durchgeführten zweiten Chromatographie an Zellulose entstehen 2 rote Banden. Die erste hat einen R-Wert von 0,11 (24 opt. E., 13% der Gesamtausbeute), die zweite einen R-Wert von 0, 06-0, 07 (13   opt.

   E., 7%   der Ausbeute). Nach nochmaliger Chromatographie an Aluminiumoxyd und Kristallisation ergibt sich, dass die Substanz, die in der Zellulosesäule einen R-Wert von 0, 11 hat, in dünnen spitzen Nadeln und die Substanz mit dem   R-Wert   0,06 in etwas dickeren kurzen Nadeln kristallisiert. 



   Tabelle 
 EMI5.3 
 
 EMI5.4 
 
<tb> 
<tb> ! <SEP> osvnfhese <SEP> von <SEP> VitaminB-FaktorenAusbeute <SEP> in <SEP> opt. <SEP> Einheiten <SEP> Biosynthetische <SEP> Vitamin <SEP> B12-Faktoren
<tb> Ätiocobal- <SEP> biosynth. <SEP> sonstige <SEP> R-Wert <SEP> mit <SEP> Rf- <SEP> Verteilungskoeff. <SEP> 1 <SEP> im <SEP> System
<tb> Precursor <SEP> amin <SEP> komplette <SEP> B12- <SEP> Wert
<tb> unverbraucht <SEP> B.-Fakt. <SEP> Faktoren <SEP> a <SEP> b <SEP> c <SEP> A <SEP> B
<tb> % <SEP> p-Chlorphenol <SEP> %Ammonsulfat
<tb> 5, <SEP> 6-Dimethyl- <SEP> 
<tb> benzimidazol <SEP> 3, <SEP> 86 <SEP> 19, <SEP> 4 <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> 0, <SEP> 27 <SEP> 0, <SEP> 19 <SEP> 7, <SEP> 8 <SEP> 24, <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 5-Methylbenzimidazol <SEP> 0, <SEP> 25 <SEP> 0 <SEP> ;

   <SEP> 19 <SEP> 8, <SEP> 6 <SEP> 28, <SEP> 0 <SEP> 
<tb> Benzimidazol <SEP> 0, <SEP> 17 <SEP> 0, <SEP> 17 <SEP> 9, <SEP> 4 <SEP> 31, <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 4, <SEP> 6-Dimethyl- <SEP> 
<tb> benzimidazol <SEP> 28, <SEP> 9 <SEP> 10, <SEP> 8 <SEP> 0, <SEP> 29 <SEP> 0, <SEP> 23 <SEP> 8, <SEP> 0 <SEP> 25, <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 5, <SEP> 6-Diäthyl- <SEP> 
<tb> benzimidazol <SEP> 220, <SEP> 0 <SEP> 118, <SEP> 0 <SEP> 0, <SEP> 44 <SEP> 0, <SEP> 27 <SEP> 6, <SEP> 9 <SEP> 17, <SEP> 5 <SEP> 
<tb> 5-Chlor-6methylbenzimidazol <SEP> 19,0 <SEP> 3,64 <SEP> 0,46 <SEP> 0,28 <SEP> 7,9 <SEP> 22,5
<tb> 5, <SEP> 6-Dichlor- <SEP> 
<tb> benzimidazol <SEP> 0,53
<tb> Benzimidazol-
<tb> 5-carbon- <SEP> 138,0 <SEP> 24,0 <SEP> 0,11
<tb> säureamid <SEP> 138, <SEP> 0 <SEP> 12, <SEP> 0 <SEP> 0, <SEP> 06 <SEP> 0, <SEP> 12 <SEP> 12, <SEP> 7 <SEP> 43,

   <SEP> 5 <SEP> 
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 
 EMI6.1 
 
<tb> 
<tb> Ausbeute <SEP> in <SEP> opt. <SEP> Einheiten* <SEP> Biosynthetische <SEP> Vitamin <SEP> B-Faktoren
<tb> Ätiocobal- <SEP> biosynth. <SEP> sonstige <SEP> R-Wert <SEP> mit <SEP> Rf- <SEP> Verteilungskoeff. <SEP> 1 <SEP> im <SEP> System
<tb> Precursor <SEP> amin <SEP> komplette <SEP> B@- <SEP> Wert
<tb> unverbraucht <SEP> B-Fakt.

   <SEP> Faktoren <SEP> a <SEP> b <SEP> c <SEP> A <SEP> B
<tb> To <SEP> p-Chlorphenol <SEP> % <SEP> Ammonsulfat
<tb> 2-Oxymethylbenzimidazol <SEP> 0, <SEP> 20
<tb> Benzimidazol-
<tb> 2-carbon- <SEP> 0,19 <SEP> 0,18
<tb> säure
<tb> Benzimidazol-
<tb> 2-carbon- <SEP> 0,19 <SEP> 0,19
<tb> säureamid
<tb> 5-Methyl-2oxymethyl- <SEP> 0,23
<tb> benzimidazol
<tb> 5-Methylbenzimidazol-2- <SEP> 0,20 <SEP> 0,23
<tb> carbonsäure
<tb> 5-Methylbenzimidazol-2-0, <SEP> 20
<tb> carbonsäureamid
<tb> 5,6-Dimethyl-
<tb> 2-oxymethyl- <SEP> 0,27
<tb> benzimidazol
<tb> 5,6-Dimethylbenzimidazol- <SEP> 0, <SEP> 23 <SEP> 0,28
<tb> 2-carbonsäure
<tb> 5, <SEP> 6-Dimethylbenzimidazol-0, <SEP> 25 <SEP> 0,27
<tb> 2-carbonsäureamid
<tb> 5-Methylbenzimidazol-0, <SEP> 14 <SEP> 
<tb> 2,6-dicarbonsäure
<tb> 1,2-Diamino-
<tb> 4, <SEP> 5-dimethylbenzol <SEP> 11,2 <SEP> 11,0 <SEP> 0,25 <SEP> 0,27 <SEP> 0,25 <SEP> 7,

  8 <SEP> 21,0
<tb> 1, <SEP> 2-Diamino-
<tb> 3,4-dimethylbenzol <SEP> 0, <SEP> 27
<tb> 
 Anmerkungen : a = n Butanol, gesättigt mit Wasser + 0,005 % HCN b = sec. Butanol mit 23 % Nasser, gesättigt mit Kaliumperchlorat + 0,01% HCN c = sec. Butanol, gesättigt mit Wasser + 0,01 % HCN
A   = p-Chlorphenol   in Trichloräthylen/Wasser
B = n Butanol/Wasser + Ammonsulfat *   = nach   der chromatographischen   Trennung, ausgedruckt   in optischen Einheiten, gemessen bei 361 mg    (komplette B -Faktoren)   bzw. 367 mu (inkomplette
B-Faktoren).

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der Bu-Gruppe, dadurch gekennzeichnet, dass auf Ätiocobalamin (Vitamin B-Faktor I) und Benzimidazol oder einem der folgenden als Precursor wirkenden Stoffe wie 5-Methylbenzimidazol, 5, 6-Dimethylbenzimidazol, 4, 6-Dimethylbenzimidazol, 5, 6-Diäthylbenzimida zol, 5-Chlor-6-Methylbenzimidazol, Benzimida zol-5-carbonsäureamid, EMI7.1
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Biosynthese von Vitaminen der B-Gruppe aus den genannten Stoffen ausserdem in Gegenwart von d-Ribose vorgenommen wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Biosynthese von Vitaminen der B-Gruppe während des Wachstums der Mikroorganismen vorgenommen wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man zunächst ruhende Zellen isoliert und dann diese auf Ätiocobalamin und einen der genannten Precursors einwirken lässt.
AT10155A 1954-02-16 1955-01-10 Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der B12-Gruppe AT204178B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE204178T 1954-02-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT204178B true AT204178B (de) 1959-07-10

Family

ID=29556836

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT10155A AT204178B (de) 1954-02-16 1955-01-10 Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der B12-Gruppe

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT204178B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH316291A (de) Verfahren zur Herstellung von Tetracyclin
CH616706A5 (de)
AT204178B (de) Verfahren zur biosynthetischen Erzeugung von Vitaminen der B12-Gruppe
DE69010388T2 (de) Demethylallosamidin und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
DE948734C (de) Verfahren zur Biosynthese von Vitaminen der B-Gruppe
DE2318650C2 (de) Fermentative Herstellung von Deacetylcephalosporin C
DE69222092T2 (de) Mikrobielle Umwandlung von Gallensäuren
DE1009583B (de) Verfahren zur biochemischen Herstellung von 2-Keto-1-gulonsaeure
DE2509337A1 (de) Verfahren zur herstellung von antibiotischen verbindungen des cephamycintyps
DE2308059C3 (de) Verfahren zur biosynthetischen Herstellung von Griseofulvin
DE2344006B2 (de) Verfahren zur biotechnischen behandlung von epsilon-caprolactam enthaltenden abwaessern
AT215077B (de) Verfahren zur Herstellung 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin
DE1792819C2 (de) Tenebrimycin-Antibiotikum VI und ein Verfahren zu dessen Herstellung
DE69225039T2 (de) Mikroorganismen und Verfahren zur Herstellung von 3-Alpha, 7-Alpha-Dihydroxy-12-Keto-Cholansäure
DE3020851C2 (de) Adenosin-5&#39;-Triphosphat
DE1792817C2 (de) Tenebrimycin-Antibiotikum II und Verfahren zu dessen Herstellung
DE931495C (de) Herstellung eines Antibiotikums
DEA0019703MA (de)
DE1792818C2 (de) Tenebrimycin-Antibiotikum IV und ein Verfahren zu dessen Herstellung
DE1695364C (de) Verfahren zur Herstellung von 2 Nitroimidazolen
DE945648C (de) Verfahren zur Biosynthese von Cyanocobalamin (Vitamin B-Faktor II)
AT205666B (de) Verfahren zur Herstellung von Ribosiden der Nukleinsäurebasen und deren Analogen
AT208320B (de) Verfahren zur Herstellung von 1-Glutaminsäure
AT208319B (de) Verfahren zur Herstellung von 1-Glutaminsäure
AT205169B (de) Verfahren zur Gewinnung von Tyrothricin und Vitamin B12