AT215077B - Verfahren zur Herstellung 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin

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AT215077B AT83159A AT83159A AT215077B AT 215077 B AT215077 B AT 215077B AT 83159 A AT83159 A AT 83159A AT 83159 A AT83159 A AT 83159A AT 215077 B AT215077 B AT 215077B
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  Verfahren zur Herstellung von 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin 
Der Ausdruck "Cobalamin" ist eine gebräuchliche Bezeichnung für eine Gruppe von Verbindungen, die Vitamin   B12 und   dessen Verwandte umfasst. Diese Bezeichnung wird gewöhnlich ergänzt durch Voranstellung des Namens derjenigen Base, deren Radikal im Nucleotidanteil des Moleküls enthalten ist ; so nennt man Vitamin-B12 z.B. 5,6-Dimethylbenzimidazol-cobalamin, weil im Vitamin-Bu-Molekül die 
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 sonst in ihrer Struktur vom Vitamin B12 nicht unterscheiden. Diese Purin-cobalamine werden auch als "Purin-Faktoren der Vitamin-B12-Gruppe" bezeichnet. Die wichtigsten dieser   Vitamin-B ; Analoga sind :  
Adenin-cobalamin (Pseudovitamin   Bl,)  
2-Methyladenin-cobalamin (Faktor A)   2-Methylmercaptoadenin-cobalamin.   



   DurchDesaminierungdieserFaktoren kann man die NH2-Gruppe des Purinanteils durch eine OH-Gruppe ersetzen, wodurch man drei weitere Purin-cobalamine erhält, deren Vorhandensein als Naturstoffe aber noch nicht sichergestellt ist. Es gibt weitere Vitamin-Bu-Analoga, die in ihrem Nucleotidanteil an Stelle von   5, 6-Dimethylbenzimidazol,   wie im Vitamin B12, andere Benzimidazolbasen enthalten, Man nennt   sie"Benzimidazol-cobalamine"   (auch als "Benzimidazol-Faktoren der   Vitamin-B,. Gruppe"   bezeichnet). 



  Das wichtigste derartige in der Natur vorkommende Benzimidazol-cobalamin ist der Faktor III, der als Base 5-Hydroxy-benzimidazol enthält. 



   Die Purin-cobalamine besitzen nur eine begrenzte biologische Wirksamkeit, indem sie wohl gegen- über gewissen Mikroorganismen, wie E. coli 113-3, L. leichmannü 313, L. lactis Domer etc. aktiv sind, nicht aber oder in nur geringem Mass gegenüber Ochrom. malhamensis. Gegenüber dem tierischen Organismus sind sie inaktiv,   d. h.   sie vermögen nicht, das Wachstum von Küken oder andern Tieren aufrecht zu erhalten, wie dies für Vitamin    Bu   und in geringerem Mass auch für andere Vitamine der Bu-Gruppe zutrifft, soweit sie als Base ihres Nucleotidanteils ein Benzimidazolderivat enthalten. Ferner haben sich die genannten Purin-cobalamine - soweit bisher geprüft-bei der perniciösen Anämie als unwirksam erwiesen.

   Sie wurden daher auch als "Pseudovitamin-B12-Faktoren" oder "Pseudo-Faktoren der   Vitamin-B-   -Gruppe" Gruppe" bezeichnet. Diese Purin-cobalamine sind in der Natur recht weit verbreitet. Sie entstehen, soweit bisher bekannt, vor allem bei anaeroben Gärprozessen, so besonders im Verdauungstrakt (Darm, Pansen) und bei der Abwasserreinigung durch Ausfaulung von Klärschlamm, also einem Prozess, der überall in grösstem Ausmass durchgeführt wird. Bei der Gewinnung von Vitamin    B12 aus Faulschlamm   fallen diese Purin-cobalamine daher stets in erheblichen Mengen als Nebenprodukte an. Infolge ihrer begrenzten biologischen Aktivität konnten sie bisher noch nicht nutzbringend verwertet werden. 



   Von den in der Natur vorkommenden Benzimidazol-cobalaminen findet sich das wichtigste, nämlich Faktor III, neben Vitamin   Bu. des   Purinfaktoren und andern Vitamin-B12-ähnlichen Stoffen reichlich im Faulschlamm, aus dem es auch erstmalig gewonnen worden ist. (W. Friedrich und K. Bernhäuer, Angew. 



  Chemie 65,   [ 1953], S. 627).   Faktor III ist neben Vitamin    B12 selbst   das einzige, bisher in der Natur aufgefundene    Vitamin-Bu -Analogon,   das in qualitativer Hinsicht das gleiche Wirkungsspektrum besitzt wie Vitamin    Bu'So   ist es auch z. B. bei der perniciösen Anämie hoch aktiv (K. Bernhauer, Kj. Blumberger, P.

   Pertrides, Arzneimittelforschung 5,   [1955], S. 442),   im Kükentest ist es jedoch schwächer wirksam als Vitamin   B,   

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Es wurde nun gefunden, dass man mit Hilfe von Mikroorganismen überraschenderweise eine direkte Umwandlung von   nukleotidhaltigen Cobalaminen, deren Nukleotidanteil eine von 5, 6-Dimethylbenzimid-   - azol verschiedene Base aufweist, in   5, 6-Dimethylbenzimidazol-cobalamin   (Vitamin   B.) bewerkstelligen   kann.

   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von   5, 6-Dimethylbenzimidazol-cobalamin   ist dadurch gekennzeichnet, dass man in Wachstum begriffene Arten von Propionibacterium oder Streptomyces in einem Kulturmedium auf ein   nukleotidhaltiges Cobalamin,   dessen Nucleotidanteil eine von 5, 6-Dimethylbenzimidazol verschiedene Base aufweist, insbesondere auf ein Purin-oder Benzimidazolcobalamin in Gegenwart von   5, 6-Dimethylbenzimidazol   einwirken lässt. 



   Zweckmässig wird das erfindungsgemässe Verfahren in der Weise durchgeführt, dass man die genannten Mikroorganismen, besonders Propionsäurebakterien, in einem üblichen Nährmedium wachsen und gären lässt, wobei man das umzuwandelnde nukleotidhaltige Cobalamin und   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zusetzt. Die betreffenden Stoffe werden durch die Bakterienzellen, in denen die Umwandlung vor sich geht, aufgenommen. Die Umwandlung besteht darin, dass die betreffende von 5, 6-Dimethylbenzimidazol verschiedene Base beseitigt und durch die zugesetzte   5, 6-Dimethylbenzimidazolbase   ersetzt wird. 



   Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist die folgende :
In einem Medium, das die erforderlichen Nährstoffe, wie vor allem Zucker, ein Aminosäurengemisch, Phosphate und andere Nährsalze, enthält, lässt man z. B. eine Kultur von Propionibacterium shermanii wachsen. Nach etwa 2-tätiger Bebrütung bei   28-30 C   setzt man dem Gärmedium das umzuwandelnde nukleotidhaltige Cobalamin (z. B. einen Purinfaktor, Faktor III oder ein Gemisch solcher Faktoren) - auch in rohem, also ungereinigtem   Zustand - sowie 5, 6-Dimethylbenzimidazol zu. Die   Konzen- 
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 5-20 mg, die an   5, 6-Dimethylbenzimidazol   etwa 20-40 mg/l. Durch weiteren Zusatz von Glukose zum Nährmedium und Regelung des PH-Wertes auf etwa 6, 5 hält man den Gärprozess einige Tage in Gang. 



   Nach Beendigung des Gärprozesses wird die Gärbrühe zentrifugiert, wobei man erforderlichenfalls auf einen PH-Wert von etwa 4-4, 5 einstellt. Die abgeschleuderte und gegebenenfalls mit Wasser gewaschene Bakterienmasse wird in der Hitze (z. B. bei 80-110 C) mit Wasser extrahiert. Man erhält dabei einen bereits orangerot gefärbten Extrakt. Dieser wird mit Aktivkohle behandelt. Das Kohleadsorbat wird durch Filtrieren oder Zentrifugieren isoliert und in üblicher Weise, z. B. mit einem wässerigen Alkohol, eluiert. 



  Das so erhaltene Eluat hat bereits die typische, rein rote Farbe des Vitamins   B Man   kann aus demselben sehr leicht in üblicher Weise kristallisiertes Vitamin    B12 gewinnen.   



   Wenn die umzuwandelnden nukleotidhaltigen Cobalamine dem Kulturmedium in zu hoher Menge zugesetzt werden, kann es vorkommen, dass sie bei   der Gärung   nicht vollständig in der gewünschten Weise umgewandelt werden. Dies erkennt man daran, dass im Kulturfiltrat nach Abtrennung der Bakterienmasse eine   resiliche"B-Aktivität"verbleibt (z. B. ermittelt durch   den Testmit E. coli oder L. leichmanii). 



  Diese Aktivität ist auf das Vorhandensein von Resten von Purin-bzw. Benzimidazol-cobalaminen, wie Faktor III, zurückzuführen, die also von den Bakterien nicht aufgenommen wurden, wogegen die von den Zellen assimilierten Anteile praktisch quantitativ umgewandelt werden. Man kann nun die im Kulturfiltrat verbliebenen Mengen an Purin- bzw. Benzimidazol-cobalaminen dadurch völlig verwerten, dass man das Kulturfiltrat nach weiterem Zusatz von Zucker einer erneuten Gärung mit den gleichen Bakterien unterwirft, wobei man im Prinzip ebenso vorgeht, wie bereits beschrieben wurde. 



   Zur technischen Verwirklichung des erfindungsgemässen Verfahrens kann besonders von der Vitamin- 
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 Form eines Bentonit- oder Kohleeluates, her, das   z. B.   neben den Purin-cobalaminen auch   Vitamin B   selbst und andere Benzimidazol-cobalamine enthält. In einem solchen Fall kann man das vorliegende Verfahren besonders erfolgreich anwenden, da durch den   Gärprc zess   in Gegenwart von   5, 6-Dimethylbenz-   imidazol sowohl die Purin-cobalamine als auch sämtliche Benzimidazol-cobalamine in 5, 6-Dimethylbenzimidazol-cobalamin (Vitamin   Bl.)   umgewandelt werden. Dadurch wird nicht nur dessen Ausbeute erhöht, sondern es liegt nun ein einheitliches Material vor, dessen chromatographische Trennung sich er- übrigt. 

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   Das erfindungsgemässe Verfahren besitzt ferner noch folgenden sehr willkommenen technischen Vorteil : Die nukleotidhaltigen Cobalamine werden von den Bakterienzellen aufgenommen und in diesen in Gegenwart von   5, 6-Dimethylbenzimidazol   in Vitamin B12 umgewandelt, das in den Zellen gespeichert wird. Dies ermöglicht eine einfache Gewinnung von Vitamin   B, indem   man die Bakterienzellen abschleudert und aus ihnen   das Vitamin B.,   isoliert. 
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 man dieselbe nur zu trocknen. Das so erhältliche Trockenprodukt besitzt einen relativ sehr hohen Gehalt an Vitamin   B12'nämlich   in der Regel weit über 100 mg je kg. Man kann es daher mit andern geeigneten Futtermitteln, wie Sojamehl, Kleie, usw., vermischen und so auf den gewünschten Vitamin-Bu-Gehalt einstellen.

   Selbstverständlich ist ein nach den vorliegenden Verfahren erzeugtes Zusatzfuttermittel weitaus wertvoller als ein solches, das noch die Purin-cobalamine enthält. 
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 aus Faulschlamm anfallenden nukleotidhaltigen Cobalamine, die eine von   5, 6-Dimethylbenzimidazol   verschiedene Base enthalten und für die man bisher entweder noch keine direkte Verwendung gefunden hat oder welche für gewisse Verwendungszwecke weniger geeignet sind als Vitamin   But2, nunmehr   unmittelbar in Vitamin   B.   umwandeln und so nutzbringend verwerten kann. 



   Einzelheiten über die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind aus nachfolgenden Ausführungsbeispielen ersichtlich, in welchen alle Temperaturen in Celsiusgraden angegeben sind. 



   Beispiel 1 : Man sterilisiert in üblicher Weise   (30min bei 120 ) 101 eines Mediums, das pro l   folgende Bestandteile enthält und auf   PH 6,7   eingestellt ist :
Säurehydrolysiertes Kasein, entsprechend 1, 1 g Stickstoff 
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    gMgClz. 6HzO 0, 4   g
FeSO,. 7H20 10 mg
Ca-Pantothenat 4 mg
Biotin 0, 3 mg
Technische Glukose 10 g
Sodann beimpft man mit 1 1 einer Vorkultur von Propionibacterium shermanii im gleichen Medium, das aber noch 5   cm3   Hefeextrakt je 1 enthält, und bebrütet unter anaeroben Bedingungen bei 28-300. 
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Lösung Voncobalamin) und 200 mg   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zu.

   Während des Gärprozesses fügt man von Zeit zu Zeit sterile Glukoselösung zu, um die Gärung in Gang zu halten, und regelt durch Zugabe von gesättigter Natriumcarbonatlösung den pH-Wert auf 6, 6. Nach einer Gärdauer von 6 Tagen ist der Gärprozess beendet. Man säuert durch Zusatz von Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 4, 0 an, wodurch die Bakterien zum Sedimentieren gebracht werden. Durch Abschleudern erhält man 250 g Bakterienmasse mit einem Trockensubstanzgehalt von   3rP/o.   Die feuchte Bakterienmasse wird mehrmals unter Druck bei 1100 mit Wasser extrahiert, wobei man insgesamt   2, 5 1   orangeroten wässerigen Extrakt erhält.

   Diesem setzt man nach dem Erkalten unter Rühren 25 g Aktivkohle zu, saugt diese über Kieselgur ab und eluiert das Kohleadsorbat wiederholt bei Siedetemperatur mit einer Mischung aus 70 Volumteilen Isopropanol, 25 Teilen Wasser und 5 Teilen Benzol so lange, bis das Eluat praktisch farblos ist. Man erhält so 11 eines rein rot gefärbten Eluates, das im Vakuum auf ein kleines Volumen eingeengt wird. Man gewinnt daraus in üblicher Weise 41 mg kristallisiertes Vitamin   B,.   



   Beispiel 2: Man geht in gleicher Weise vor wie im Beispiel 1 beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass als Purin-cobalamin 75 mg Faktor A verwendet und 300 mg   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zugesetzt werden. Nach 7-tägiger Gärdauer, bei sonst gleichartigem Gärverlauf, gewinnt man in derselben Weise 65 mg kristallisiertes Vitamin   Bol2.   



   Beispiel 3 : Man verfährt ebenso wie im Beispiel   1,   nur mit dem Unterschied, dass man 1/10 des dort angeführten Volumens verwendet und als Purin-cobalamin 4 mg des 2-Methylmercaptoadenin-cobalamin-Analogons zusetzt. An   5, 6-Dimethylbenzimidazol   verwendet man 20 mg. Die Gärung wird gleich wie im Beispiel 1 in Gang gehalten. Nach 6-tägiger Bebrütung gewinnt man bei der Aufarbeitung der Bakterienmasse eine gereinigte Lösung, die gemäss der papierchromatographischen Prüfung und spektrophotometrischen Ausmessung 3, 2 mg an Vitamin B12 enthält. 

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   Beispiel 4 : Aus einem bei der Ausfaulung von   Hefeabwässem   anfallenden Faulschlamm gewinnt man in üblicher Weise durch Erhitzen und Beseitigung der Feststoffe durch Abzentrifugieren einen   wässe-   rigen Extrakt. Zu 100 1 dieses Extraktes, der beim Test mit E. coli eine    Vitamin-B -Aktivität   von 4,2 mg/1 und beim Test mit Ochromonas malhamensis eine solche von   1, 6 mg/l   zeigt, gibt man 1 kg Glukose und sterilisiert in üblicher Weise.

   Sodann beimpft man mit 101 einer Vorkultur von Propionibacterium shermanii, die in dem in Beispiel 1 beschriebenen Medium gezüchtet worden ist, und bebrütet unter anaeroben Bedingungen bei   28-30 .   Nach 2-tägiger Gärung setzt man der   G rf1üssigkeit   eine sterile Lösung von 2 g   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zu und hält den Gärprozess durch zeitweisen Zusatz von steri-   ler Glukoselösung und Regelung   des PH-Wertes auf 6, 6 durch Zugabe von konzentrierter Sodalösung 6 Tage lang in Gang. 



   Die Ermittlung der   Vitamin-Bl1-Aktivität   im Test mit Ochromonas malhamensis ergibt nun einen Wert von 3, 8 mg/l. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die ursprünglich vorhandenen Purin-cobalamine (die wohl gegenüber E. coli, nicht aber gegenüber Ochromonas malhamensis aktiv sind) praktisch verschwunden und in Vitamin   B12   übergeführt sind. Auch die nähere chemische Untersuchung zeigt, dass bei der papierchromatographischen und elektrophoretischen Prüfung einer aus einer Probe in reiner Form isolierten Bu-Fraktion praktisch keine Purin-cobalamine mehr nachgewiesen werden können. 



   Die weitere Aufarbeitung der   Garflüssigkeit   erfolgt in der im Beispiel 1 beschriebenen Weise. Man setzt der Gärflüssigkeit Schwefelsäure zu, bis ein pH-Wert von 4, 0 erreicht ist. Die hiebei ausgeflockten Bakterien werden durch Abzentrifugieren abgetrennt. Man erhält so 2, 6 kg Bakterienmasse mit einem Trockensubstanzgehalt von 30%. Aus der feuchten Bakterienmasse gewinnt man, wie im Beispiel 1 beschrieben, 30 1 wässerigen Extrakt, den man mit 300 g Aktivkohle behandelt. Das durch Abzentrifugieren gewonnene Kohlenadsorbat eluiert man bei Siedetemperatur erschöpfend mit einer Mischung aus 70 Volumenteilen Isopropanol, 25 Teilen Wasser und 5 Teilen o-Dichlorbenzol.

   Aus den vereinigten, rein rot gefärbten Eluaten (15 l) gewinnt man in üblicher Weise Vitamin   B12'  
Beispiel5 :MansterilisiertinüblicherWeise(30minbei120 )101einesMediums,dasje1folgende Bestandteile enthält und auf PH 6, 7 eingestellt ist :   Säurehydrolysiertes Kasein,   entsprechend   1,   g Stickstoff
Mittels Trypsin verdautes Kasein, entsprechend 1, 6 g Stickstoff   NaHPO4 1, 76 g    
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    gMgC. 6H20 0, 4   g   FeS04'7Hp   10 mg
Hefeextrakt 3 g. 



   Technische Glukose 10 g
Sodann beimpft man mit 11 einer Vorkultur von Propionibacterium shermanii im gleichen Medium und bebrütet unter anaeroben Bedingungen bei 28-300. Nach 2-tägiger Gärung setzt man eine sterile Lösung von 50 mg Faktor III und 200 mg 5,6-Dimethylbenzimidazol zu. Während des Gärprozesses fügt man von Zeit zu Zeit sterile Glukoselösung zu, um die Gärung in Gang zu halten, und regelt durch Zugabe von gesättigter Natriumcarbonatlösung den PH-Wert auf 6, 6. Nach weiteren 2 Tagen setzt man nochmals 200 mg   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zu. Nach einer Gärdauer von 6 Tagen ist der Gärprozess beendet. Man säuert durch Zusatz von Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 4, 0 an, wodurch die Bakterien zum Sedimentieren gebracht werden.

   Durch Abschleudern erhält man 275 g Bakterienmasse mit einem Trockensubstanzgehalt von   300/0.   Die feuchte Bakterienmasse wird mehrmals unter Druck je 10 min bei 1100 mit Wasser extrahiert, wobei man insgesamt   2,   6l orangeroten wässerigen Extrakt erhält. Diesen versetzt man nach   demErkalten   unter Rühren mit 26 g Aktivkohle, saugt diese über Kieselgur ab und eluiert das Kohleadsorbat wiederholt bei Siedetemperatur mit einer Mischung aus 70 Vol. -Teilen Isopropanol, 25 Teilen Wasser und 5 Teilen Benzol so lange, bis das Eluat praktisch farblos ist. Man erhält so 11 eines rein rot gefärbten Eluates, das im Vakuum auf ein kleines Volumen eingeengt wird. Man gewinnt daraus in üblicher Weise 32 mg kristallisiertes Vitamin B12. 



   Es wurde durch Ermittlung seiner Eigenschaften, besonders des elektrophoretischen Verhaltens bei PH 11 identifiziert, also unter Bedingungen, unter denen Vitamin   B neutral   ist, während Faktor III anodisch wandert (s. dazu W. Friedrich und K. Bemhauser : Chem. Ber. 90,   [ 1957), S. 154). Ferner   wurde seine Identität auch papierchromatographisch unter Benutzung der üblichen Entwicklungssysteme bestätigt. 



   Beispiel 6 : 100 1 einer wässerigen Lösung, die man durch Erhitzen von Faulschlamm und Beseitigung der Feststoffe durch Abzentrifugieren in üblicher Weise erhält und die im Test mit E. coli eine Vi-    tamin-B -Aktivität   von   3, 8 mg/l   zeigt und eine Mischung von Faktor III sowie Purin-cobalaminen enthält, werden mit. 1 kg Glukose versetzt und in üblicher Weise sterilisiert. Sodann beimpft man mit   10 1   

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 einer Vorkultur von Propionibacterium W. 10, die in dem in Beispiel 1 beschriebenen Medium gezüchtet worden ist. Man bebrütet unter anaeroben Bedingungen bei 28-300.

   Nach 2-tägiger Gärung versetzt man mit einer sterilen Lösung von 2 g 5,6-Dimethylbenzimidazol und hält den Gärprozess durch zeitweisen Zusatz von steriler Glukoselösung und Regelung des PH-Wertes auf 6, 6 durch Zugabe von konzentrierter Sodalösung 6 Tage lang in Gang. Am viertenGärungstage setzt man nochmals 1 g   5, 6-Dimethylbenzimid-   azol zu. 



   Die Aufarbeitung der Gärbrühe erfolgt in der im Beispiel 1 beschriebenen Weise. Man versetzt die Gärbrühe mit Schwefelsäure, bis ein pH-Wert von 4, 0 erreicht ist. Die hiebei ausgeflockten Bakterien werden durch Abzentrifugieren abgetrennt. Man erhält so 2, 7 kg Bakterienmasse mit einem Trockensubstanzgehalt von   30%.   Aus der feuchten Bakterienmasse gewinnt man, wie im Beispiel 1 beschrieben, 32 1 wässerigen Extrakt, den man mit 320 g Aktivkohle behandelt. Das durch Abzentrifugieren gewonnene 
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 gewinnt man in üblicher Weise Vitamin   Bl.. Wie   die nähere Untersuchung zeigt, ist der im ursprünglichen Medium enthaltene Faktor III nun verschwunden und in Vitamin    bis   umgewandelt.

   Das gleiche gilt für die in dem Ausgangsmedium enthaltenen Purin-cobalamine. 
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 chlorid und 0, 1% Hefeextrakt enthält, werden in üblicher Weise sterilisiert   und mit 2, 5%   einer 48 Stunden alten Vorkultur des Streptomyces spec. ATCC 11072 im gleichen Medium beimpft. Sodann bebrütet man unter aeroben Bedingungen 5 Tage lang bei 280, wobei man 24 Stunden nach der Beimpfung 5 mg Faktor A und 40 mg   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zusetzt. Der PH-Wert. der vor der Beimpfung auf 7, 2 eingestellt worden war, beträgt bei Beendigung der Gärung 7, 4. Der Gäransatz wird dann mit so viel Cyanidlösung versetzt, dass die Konzentration an Cyanid   0, 05% beträgt,   und 10 min auf 1100 erhitzt.

   Das nach dem Abfiltrieren und Auspressen des Mycels erhaltene Filtrat wird 1/2 Stunde mit   1% Aktivkohle   verrührt. 



  Die Abtrennung und Elution des Kohleadsorbates wird gemäss Beispiel 1 durchgeführt. Nach Einengung des Eluates im Vakuum erhält man ein Eluatkonzentrat, das in bekannter Weise durch Phenolextraktion weiter gereinigt wird. Das so erhaltene, gereinigte Gemisch von   Bu- Faktoren   gibt bei der elektrophoretischen 
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 mit 2,   5%   einer 48 Stunden alten Vorkultur des Streptomyces spec. ATCC 11072 im gleichen Medium. Sodann bebrütet man unter aeroben Bedingungen 5 Tage lang bei 280, wobei man 24 Stunden nach der Beimpfung 5 mg Faktor III und 40 mg   5, 6-Dimethylbenzimidazol   zusetzt. Der PH-Wert, der vor der Beimpfung auf 7, 2 eingestellt worden ist, beträgt bei Beendigung der Gärung 7, 4.

   Der Gäransatz wird dann mit so viel Cyanidlösung versetzt, dass er 0,   05%   an Cyanid enthält, und 10 min auf 1100 erhitzt. Das nach dem Abfiltrieren und Auspressen des Mycels erhaltene Filtrat verrührt man während 1/2 Stunde mit 1% Aktivkohle. Das nach dem Absaugen über Kieselgur gewonnene Kohleadsorbat wird, wie in Beispiel 1 beschrieben, erschöpfend eluiert. Nach Einengen im Vakuum wird das gewonnene Eluatkonzentrat in bekannter Weise durch Phenolextraktion weiter gereinigt. Das so gewonnene Gemisch von Viramin-B12-Faktoren ergibt bei der elektrophoretischen Trennung   33%   an Vitamin   B     und 67%   an unverändertem Faktor III. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von   5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin,   dadurch gekennzeichnet, dass man in Wachstum begriffene Arten von Propionibacterium oder Streptomyces in einem Kulturmedium auf ein nukleotidhaltiges Cobalamin, dessen Nukleotidanteil eine von   5, 6-Dimethylbenzimidazol   verschiedene Base aufweist, in Gegenwart von   5, 6-Dimethylbenzimidazol   einwirken lässt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man in Wachstum begriffene Arten vonPropionsäurebakterien in einem Kulturmedium auf ein Purin-cobalamin in Gegenwart von 5, 6-Dime- thylbenzimidazol einwirken lässt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in Wachstum begriffene Propionsäurebakterien in einem Kulturmedium auf ein Benzimidazol-cobalamin, dessen Nukleotidanteil eine von 5, 6-Dimethylbenzimidazol verschiedene Base aufweist, in Gegenwart von 5, 6-Dimethylbenzimidazol einwirken lässt. <Desc/Clms Page number 6>
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Rohmaterial verwendet, das eine Mischung von Benzimidazolcobalaminen, besonders von Faktor III, mit Purin-cobalaminen enthält.
AT83159A 1958-02-06 1959-02-04 Verfahren zur Herstellung 5, 6-Dimethylbenzimidazolcobalamin AT215077B (de)

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