AT203798B - Verfahren zum Beizen von Pflanzensamen - Google Patents

Verfahren zum Beizen von Pflanzensamen

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AT203798B
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pickling
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plant seeds
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AT439857A
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Franz Dr Wagner
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Merck Ag E
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Beizen von Pflanzensamen 
Die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, deren Erreger durch Blüteninfektion oder auf einem andern Weg ins Innere des sich bildenden Samens kommen, war bisher dadurch erschwert, dass der Erreger so nahe am Embryo lag, dass jedes, tief einwirkende Bekämpfungsmittel auch die Keimfähigkeit des Embryo zerstörte bzw. schädigte. 



   Die für die Landwirtschaft wichtigsten Krankheiten dieser Art, der   Flugbrand   der   Gerate (Ustilagonuda)   
 EMI1.1 
 der Flugbrand des Weizens (Ustilago tritici) konnten erfolgreich mlr mit der sogenanateu Heiss- bzw.werden. Die umständliche Durchführung dieser Beizung, wie Vorquellen, genaue Einhaltung der hohen Temperatur und Rücktrocknung, erfordert ein geschultes Personal   sowie   eine kostspielige Apparatur und ist deshalb für die allgemeine Praxis nicht anwendbar. Bei geringer Abweichung von genau festgelegten Beizvorschriften   können   untragbare Keimschäden auftreten. 



   Bei der Beizung mit chemischen Mitteln, bei denen keine zusätzliche Wärme notwendig ist, wie z. B. mit   Tetrachlor-p-benzochinon,   benötigt man bis zu 48 Stunden Tauchzeit, um den in Wasser gelösten Wirkstoff bis zum Erreger eindringen zu lassen. Der Bekämpfungserfolg und die Keimschädigung werden unterschiedlich beurteilt. Diese und ähnliche Behandlungen mit langen Tauchzeiten, oft bis zu 72 Stunden, erfordern ebenso wie die Warmwasserbeizung eine sorgsame Rücktrocknung, bei der aber trotzdem noch Keimschäden auftreten können. 
 EMI1.2 
 schlossenen, gasdichten Kammern beschrieben. Abgesehen davon, dass eine solche Beizung nicht die Witkung wie eine Tauch-oder Benetzungsbeizung hat, ist das in dieser Patentschrift beschriebene Verfahren mit erheblichem technischem Aufwand verbunden (gasdichte Kammern).

   Ausserdem muss bei diesem Verfahren schon bei Temperaturen, die nur wenig unter 200C liegen, zusätzlich Wärme zugeführt werden, um eine ausreichende Verdampfung des Methanols zu erreichen. Geschieht dies nicht, so müssen die Kammern evakuiert werden. Diese Massnahme setzt druckfeste, Behälter voraus und bringt eine weitere Komplizierung des Verfahrens mit sich. 



   Die Bekämpfung mit   Röntgenstrahlen,   Ultraschall usw. ist für die Praxis unrentabel und im grossen Massstabe undurchführbar. Der landwirtschaftlichen Praxis   stond   demnach bis jetzt noch kein einfach anwendbares Verfahren zur Beizung gegen im Samen befindliche Krankheitserreger zur Verfügung. 



   Es wurde nun gefunden, dass absolutes oder. mindestens   40'igues,     wässeriges   Methanol ein ausgezeichnetes, im Benetzungs-, Schlämm-,   Kurznassbeiz- oder   Tauchverfahren verwendbares Beizmittel darstellt. 



  Das absolute oder wenigstens   age   Methanol kann gegebenenfalls in Mischung mit andern Beizmitteln und bzw. oder Bekämpfungsmitteln für   ím Pllanzensamen   befindliche Krankheitserreger oder inerten Verdünnungsmitteln verwendet werden. Besondere Erfolge werden bei   der Bekämpfung des Gerstenflugbrandes   (Ustilago nuda) erzielt, von welchem selbst stark befallenes Saatgut   (z. B.   bis zu 13% infiziert) befallsfrei gemacht werden konnte. Die Keimfähigkeit von Gerste leidet im   Tauch- oder   Benetzungsverfahren bei Zimmertemperatur erst bei Behandlungszeiten von mehr als 9 Stunden. Arbeitet man bei tieferen Temperaturen als etwa   20 C,   so verträgt das Getreide eine noch längere Einwirkungszeit.

   Für einen Bekämpfungserfolg ohne Keimschädigung reicht aber bereits eine Beizdauer von 3 Stunden aus. Der Wassergehalt 

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 des verwendeten Methanols ist abhängig von der   aufgewendetenGesamtmenge. Bei   einer für   die Benetzung   aufgewendeten Menge von 3% (3 Liter Lösung pro 100 kg Getreide) ist eine   40% igue   wässerige Methanollösung noch voll wirksam. Bei einer zur Benetzung aufgewendeten Menge von 2% (2 Liter Lösung pro 100 kg Getreide) ist eine   75% igue   wässerige Methanollösung noch gut wirksam. 



   Für die Benetzungsbeize wird das Saatgut mit der Beizlösung in der erforderlichen Menge und Konzentration (z. B. mittels einer Giesskanne) besprengt und anschliessend gründlich umgeschaufelt. Die Kurznassbeize kann üblicherweise so durchgeführt werden, dass das Getreide in eine drehbare Trommel gefüllt, mit der Beizlösung versetzt und anschliessend durch Drehung der Trommel mit dieser benetzt wird. Bei Anwendung der Tauchbeize wird das Saatgut in dünnem Strahl in einen mit Sacktuch ausgenähten Korb geschüttet, der in der Beizlösung steht und nach einiger Zeit herausgenommen wird. Das Schlämmverfahren arbeitet wie das Tauchverfahren, nur wird hier das Saatgut zusätzlich in aer Beizlösung bewegt. 



   Die zur Durchführung des   erfindungsgemtssen   Verfahrens erforderliche Beizmenge ist so gering, dass eine Trocknung des Getreides nicht notwendig ist. Die Gefahr der Schädigung der Keimfähigkeit ist unbedeutend. Es ist nicht notwendig, Energie zuzuführen ; das Verfahren arbeitet vielmehr auch bei Temperaturen, die wesentlich unterhalb Zimmertemperatur liegen (z. B. bei   +6 C).   Bei Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung werden auch andere Krankheitserreger, die sich äusserlich am Samen oder unter den Spelzen befinden, wie Fusarien,   Helminthosporien u. a.   abgetötet, so dass sich die Zugabe oder nochmalige Beizur. g mit andern Beizpräparaten erübrigt. 



   Das behandelte Saatgut kann infolge der   Flüchtigkeit   der angewendeten Mittel für eine Verfütterung ohne nachfolgende Waschung oder sonstige Reinigung verwendet werden. Die Einfachheit des Beizvorganges gestattet es, dass jeder Betrieb, der mit einer handelsüblichen Beiztrommel ausgestattet ist, die Beizung vornehmen kann. 



   Die   Betriebs-und Autwandkosten sind   bei der Verwendung von Methanol, gegenüber der Heisswasserbeize, um mehr als die Hälfte verringert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zum Beizen von Pflanzensamen unter Verwendung von Methanol, dadurch gekennzeichnet, dass absolutes oder mindestens 40% iges, wässeriges Methanol, gegebenenfalls in Mischung mit andern Beizmitteln und bzw. oder Bekämpfungsmitteln für in Pflanzensamen befindliche Krankheitserreger oder inerten Verdünnungsmitteln, im Benetzungs-, Kurznassbeiz-, Schlämm- oder Tauchverfahren Verwendung findet.
AT439857A 1956-07-24 1957-07-04 Verfahren zum Beizen von Pflanzensamen AT203798B (de)

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