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Einrichtung zum Verschieben der Nadeln von einem Nadelbett in das andere Nadelbett bei einer Links-Links-Strickmaschine
Die Erfindung bezieht sich auf eine Links-Links-Strickmaschine mit in üblicher Weise in einer Ebene liegenden Nadelbetten mit Nuten zur Aufnahme der Platinen und Doppelzungennadeln, deren Steuerung in bekannter Weise durch Teile eines Schlosses an der Unterseite des in der Längsrichtung der Nadelbetten verschiebbaren Schloss-Schlittens erfolgt.
Die Musterwirkung ergibt sich bei Maschinen dieser Art aus der wahlweisen Verteilung der Rechtsmaschen und der Linksmaschen. Dies wiederum ist die Folge der Übertragung und Rückführung von ausgewählten Nadeln von einem Nadelbett zum andern oder - mit andern Worten - der Auswahl der Platinen, welche in beiden Betten bei der Herstellung einer einzigen Maschenreihe wirksam sein sollen.
Die bisherigen Maschinen sind, obgleich sie auf dem Arbeitsgebiet, für welches sie jeweils bestimmt sind, sehr zweckmässig sein mögen, in verschiedener Hinsicht nachteilig. So wird die Übertragung von Nadeln von einem Bett zum andern von Hand aus oder nur mit der teueren Jacquard-Vorrichtung oder einem ähnlichen, verhältnismässig komplizierten Mechanismus bewirkt. Hiebei können die Nadeln während eines einzelnen Arbeitsdurchganges des Schlosses nur in einer Richtung übertragen werden, so dass eine starke Beschränkung in der Anzahl und in der Vielfaltigkeit der Muster, die auf der Maschine gestrickt werden können, die Folge ist. Die Maschengrösse musste durch wenigstens zwei getrennte Einstellungen von Schlossteilen verändert werden.
Die Fadenzuführung erfolgte durch Totgang oder Schleppzuführungsvorrichtungen, um das richtige Zubringen des Fadens zu den Nadeln sicherzustellen. Die genannten Zuführvorrichtungen sind kompliziert gebaut und verursachen ziemlich häufig Betriebsstörungen. Ausserdem machen sie eine kostspielige Wartung erforderlich.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die dargelegten Nachteile auf einfache und wirtschaftliche Weise durch die besondere Ausbildung des Schlosses und der Platinenanordnung zu beheben. Hiedurch soll ermöglicht werden, dass a) die Platinen, die den Nadeln zugeordnet sind, welche aus einem Bett in das andere übertragen werden sollen, nachdem sie von Hand aus oder auf eine andere bekannte Weise ausgewählt wurden, automatisch die Übertragung der den ausgewählten Platinen zugeordneten Nadeln von einem Bett zum andern, u. zw.
in beiden Richtungen während eines einzigen Arbeitshubes des Schlossschlittens und allein durch Ausnutzung der üblichen Schlossteile veranlassen, ohne besondere, die Platinen freigebende Schlossteile zu benötigen, b) die Auswahl der Maschengrösse durch Betätigung eines einzelnen Schlossteiles erreicht wird, c) die Zuführung des Fadens zu der Mitte des Schlossschlittens ohne Totgang oder ähnliche Schleppzuführungsvorrichtungen ermöglicht wird und
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als auch in der Verwendung weniger kompliziert ist und ausserdem für verschiedene Musterungen in grösserem Ausmasse als bisher Verwendung finden kann.
Bei Maschinen nach der Erfindung können die einander gegenüber liegenden Nadelbetten sowie die Laufbahnen für den Schloss-Schlitten mehr oder weniger in üblicher Weise ausgeführt sein. Die verwendeten Doppelzungennadeln sind in bekannter Weise an jedem Ende mit einem Haken und einer klappbaren Zunge ausgerüstet.
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Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht in der Anordnung von Mitteln, welche die Übertragung einzelner Nadeln von einem Bett zum andern während eines einzigen Durchganges des
Schloss-Schlittens ermöglichen. Die erfindungsgemässe Einrichtung zeichnet sich im wesentlichen da- durch aus, dass der Schaft jeder Platine an seiner Unterfläche eine Kippkante und an seiner oberen Fläche i eine Einbuchtung aufweist, dass ferner mit jedem der beiden Nadelbetten eine quer zu den Bettnuten sich erstreckende Platinendeckschiene fest verbunden ist und dass an der Unterseite des Schlittens an jederHälfte desselben zweiPlatinenhalter fest angeordnet sind, die sich in der Längsrichtung des Schlittens erstrecken und aus seiner Unterseite herausragen.
Diese Platinenhalter sind so angeordnet, dass während einer sich aus einem Durchgang des Schlittens ergebenden Nadelübertragung der eine Platinenhalter das Anheben des vorderen Endes der Platine durch Schwenkung um ihren erhöhten Auflagerpunkt verhindert, während der andere Platinenhalter über der Einbuchtung der jeweils ausgewählten Platine liegt.
Ein Beispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf die
Strickmaschine im kleineren Massstab, Fig. 2 ist eine Ansicht der Maschine von vorn gesehen in einem etwas grösseren Massstab, welche die Befestigung der Maschine an einem Tisch erkennen lässt, Fig. 3 ist eine Draufsicht auf den Schlitten in einem grösseren Massstab, Fig. 4 zeigt den gleichen Teil wie Fig. 3 ohne Deckplatte, Fig. 5 veranschaulicht eine Seitenansicht eines Teiles der Maschine im Schnitt nach der Linie 5 - 5 in Fig. 4, Fig. 6 einen schnitt nach der Linie 6 - 6 der Fig. 5 von unten gesehen, aus der die Anordnung der Schlossteile an der Unterseite des Schlittens ersichtlich sind.
Die Fig. 7 - 11 sind Quer- schnitte durch das Maschinenbett, aus denen die verschiedenen Stufen bei der Übertragung einer Nadel aus dem einen Bett in das andere zu ersehen sind. und schliesslich ist Fig. 12 ein Grundriss eines Teiles des Doppelbettes in grösserem Massstab des linken Endteiles des Bettes, wie es in Fig. 1 gezeigt ist. Jede der Fig. 7 - 11 kann als Schnitt längs der Linie A-A der Fig. 12 angesehen werden.
Jedes Nadelbett besteht in bekannter Weise aus einer Platte 13,14, welche aus mehreren Teilen zu- sammengesetzt sein kann. Jede Platte ist mit Nuten 15 (Fig. 7) versehen, in denen die Platinen 16 und
17 gleitbar geführt sind. Diese arbeiten wahlweise mit den beiden hakenförmigen Enden der Doppelzun- gennadeln 18 in bekannter Weise zusammen. Die beiden Platten 13 und 14 sind fest an einem Rahmen
19 angeordnet, der mit einem Flansch 20 (Fig. 2) versehen ist, um eine Befestigung der Maschine an einem Tisch od. dgl. zu ermöglichen. Dieser Flansch ist so angeordnet, dass der Warenabzug 21 durch den Tischrand nicht behindert ist. Der Rahmen 19 hat mit Flanschen versehene Teile 22, welche eine
Laufbahn für den Schlitten 23 bilden. Dieser ist an seinen Längsrändern mit Gegenflanschen 24 versehen, die unter die Rahmenflanschen 22 greifen.
Mit dem Schlitten kann ein an sich bekannter Reihenzähler 25 verbunden sein, welcher durch einen am Bettrahmen fest angeordneten Anschlag 26 betätigt wird.
Die Platinen für die beiden Betten sind gleichartig ausgebildet. Jede von ihnen besteht, wie Fig.
11 erkennen lässt, aus dem flachen Platinenschaft 27, der hochkant in einer Bettnut gleiten kann. Jede
Platine hat einen nach vorne gerichteten Deckungsteil 28, welcher, wenn er sich unter einer festen Pla- tinendeckschiene 29 am Bett oder unter den Platinenhaltern 30 oder 31 am Schlitten befindet (Fig. 5), das Anheben des vorderen Endes der Platine verhindert.
Die untere Gleitfläche jeder Platine ist nahe ihrem der Mittel-Längsachse der Maschine zugewandten
Ende mit einer Ausnehmung 32 (Fig. 11) versehen, welche an ihrer Rückseite eine Stoss-Schulter für die
Nadel bildet und nach vorn bogenförmig so ausgebildet ist, dass der Nadelhaken der Doppelzungenna- del, welche nicht strickt, aus der Ausnehmung 32 an der Platinenunterseite herausgleiten und sich von dieser trennen kann, wenn das vordere Ende der Platine zum Anheben freigegeben ist.
Die untere Gleitfläche der Platine zwischen der Ausnehmung 32 und dem rückwärtigen Ende der Platine ist dachförmig ausgebildet, wodurch, wie Fig. 11 erkennen lässt, eine Kippkante 33 gebildet wird, welche bei der Abstützung der Platine auf dem Boden der Bettnut eine Schwenkbewegung der Platine um einige Winkelgrade ermöglicht. Hiedurch wird ein genügendes Anheben des mit der Ausnehmung 32 versehenen vorderen Teiles der Platine ermöglicht, so dass ein in dieser Ausnehmung befindlicher Nadelha- ken aus dieser Ausnehmung herausgezogen werden kann, wodurch diese Platine zum Stillstand kommt.
Diese Platine wird also, sobald die Nadel aus ihr entfernt worden ist, von einer wirksamen Platine zu einer Leerlaufplatine.
Die obere Fläche jedes Platinenschaftes ist in bekannter Weise mit einem nach oben stehenden Fuss versehen, welcher zum Eingriff mit den Schlossteilen kommen kann. Vor diesem Fuss ist die obere Fläche desPlatinenschaftesleicht nach unten gezogen, so dass eine Einbuchtung 35 entsteht, welche die Schwenkbewegung der Platine ermöglicht, so bald sich diese Einbuchtung unter dem Platinenhalter 30 am Schlitten befindet (Fig. 10, linke Seite).
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Der Schlitten 23 (Fig. 3 und 5) ist ein platten ähnlicher Körper mit einem Handgriff 36, mittels dessen der Schlitten von Hand aus längs des Doppelbettes hin und her bewegt werden kann. Die Unterseite des Schlittens ist mit Führungsnuten 37 für die abgesetzten Ränder 38 der Fadenführerplatte 39 versehen (Fig. 5).
Diese Fadenführerplatte hat eine mittlere Fadenführungsöffnung 40, welcher der Faden durch Nuten 41 in i der oberen Fläche der Fadenführungsplatte zugeführt wird.
An der Unterseite des Schlittens sind zwei im wesentlichen gleichartige Gruppen von Schlossteilen vorgesehen, deren je eine einem der beiden Maschinenbetten zugeordnet ist. Von diesen beiden Gruppen von Schlossteilen ist die eine das Spiegelbild der andern.
Jede der beiden Gruppen von Schlossteilen besteht aus einer Anzahl fest angeordneter und einer Anzahl beweglicher Schlossteile. Letztere können verschiebbar oder verdrehbar an der Unterseite des Schlittens an- geordnet sein. Ferner sind an der Unterseite des Schlittens die Platinenhalter 30 und 31 vorgesehen. Sie dienen dazu, die Deckungsteile 28 der Platinen während der Strickbewegung für gewöhnlich niederzuhal- ten, wie an den rechten Platinen 17 in den Fig. 9 und 10 gezeigt ist.
Die Platinenhalter 31 sind aus den genannten Figuren nicht zu ersehen, da die Figuren 9 und 10 nur Ausschnitte aus dem Vorgang der Nadel- übertragung zeigen und eine solche Übertragung nur dann stattfindet, wenn die Nadel, die übertragen wird, dem Teil eines Platinenhalters 30 gegenüberliegt, innerhalb dessen der Hebebewegung der frei- gebenden Platine durch den Platinenhalter 31 kein Widerstand entgegengesetzt wird. Die Nadelübertra- gung findet mit andern Worten innerhalb der in Fig. 6 mit "B" bezeichneten Strecke statt, in welche die
Platinenhalter 31 nicht hineinragen.
Die Schlossteile können die Platinen durch Anlage an deren Füssen 34 längs dreier verschiedener Füh- rangsspuren führen. Diese mögen bezeichnet werden als : a = Führungsspur für den Vortrieb der Platinen (Übertragungsspur), b = Führungsspur für die Rückbewegung der Platinen zum Zwecke der Maschenbildung (maschenbil- bildende Spur) und c = Führungsspur ohne Einwirkung auf die Platinen (arbeitsfreie Spur).
Die vorgenannten Führungsspuren a, b und c sind in Fig. 6 für ein Schloss gezeigt, u. zw. für eine
Bewegung des Schlittens nach links.
Bevor mit der Beschreibung der Schlossteile fortgefahren wird, sei darauf hingewiesen, dass die Dop- pelzungeÌ1nadelnunter Vermittlung der Platinen von den Schlossteilen in der üblichen Weise bewegt wer- den. Die Nadeln geben bei geöffnetem Zungenlöffel zuerst die in den Nadelhaken hängende Masche frei, worauf der neue Faden in den Nadelhaken eingelegt wird. Dann wird die Nadel zurück-d. h. von der Mit- te fort-gezogen und dadurch der auf ihr liegende Faden zu einer neuen Schleife geformt. Gleichzeitig mit der Bildung der neuen Masche schliesst die vorher bereits gebildete Masche den Löffel und gleitet von der Nadel ab, um eingebunden zu werden.
Anschliessend daran wird die Nadel nach der Mitte zu vorge- trieben, so dass die im Haken hängende Schleife wieder den Löffel unter Übergang auf den Schaft mit der
Nadel für die Bildung der nächsten Masche öffnet.
Wie bereits erwähnt worden ist, sind die beiden Schlossgruppen im wesentlichen zur Längsmittellinie des Doppelbettes symmetrisch angeordnet. Auch die beiden Hälften jedes Schlosses sind symmetrisch in bezug auf eine senkrecht zur Schlittenachse verlaufende Mittellinie. Die oben erwähnte Fadenführungs- öffnung 40 befindet sich in der Mitte des Schlittens im Schnittpunkte der beiden erwähnten Mittellinien.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes besteht jede Schloss gruppe aus einer mittleren Zunge 43, die um einen festen Bolzen 44 am Schlitten schwenkbar gelagert ist.
Diese Zunge 43 ist an jeder Seite von zwei Platinen-Rückführschlossteilen 45,46 und zwei maschen- bildenden Schlossteilen 47,48 (Platinenheber) flankiert. Die Schlossteile 45,46 sind geradlinige, streifenförmige Teile, die fest mit dem Schlitten verbunden sind. Sie können z. B. aus einem Teil mit die- sem bestehen. Die Schlossteile 47,48 (Platinenheber) sind auf die Längsmittellinie des Schlittens zu und von dieser fort bewegbar. Sie ermöglichen eine Regelung der Grösse der Maschenschleifen, die sich aus der Nadelbewegung als Folge des Entlanggleitens des Platinenfusses an den Schlossteilen 47,48 ergibt.
Diese Einstellung der Platinenheber 47,48 wird dadurch ermöglicht, dass sie mittels Zapfen 49,50 (Fig. 4 und 6) auf Schiebern 51,52 gelagert sind, die ihrerseits in Führungsschlitzen 53,54 längsverschiebbar geführt sind.
Die Schieber 51,52 liegen unter der Wirkung von Federn 56 gegen einen Nocken 55 an. Diese Federn sind mit ihrem einen Ende an den Schiebern 51,52 und mit ihren andern Enden an einem Stift 57 befestigt, der auf einem mit dem Schlittenkörper verbundenen Führungsstück 58 angeordnet ist. Der Nocken 55 ist verschiebbar am Führungsstück 58 geführt und seine inneren Enden liegen gegen einen Nocken 59 an, der mit zwei Hubkurven versehen ist (Fig. 4), durch deren Einstellung die Länge der Maschen geregelt werden kann. Mit dem Nocken 59 ist ein Einstellknopf 60 verbunden, welcher drehbar am Handgriff 36 und dessen Sockel 61 oberhalb der Deckplatte 62 (Fig. 3 und 4) gelagert
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ist. Die Führungsstücke 58 sind mittels Bolzen 44 und Muttern 63 an der Deckplatte 62 befestigt.
Weitere Schlossteile sind die feststehenden Sicherungsteile 64,65 und 66 und die das Abwerfen der
Masche bewirkenden Schlossteile (Senker) 67,68. Diese Schlossteile 67, 68 sind um Zapfen 69 drehbar an der Unterseite des Schlittens gelagert. Jeder dieser Schlossteile ist mit einem nach oben ragenden zapfen 70 versehen, welcher durch eine Öffnung 71 in der Schlittenplatte hindurchgreift. Leichte Be- lastungsfedem 72, welche an jedem der Zapfen angreifen, halten die Schlossteile 67, 68 in der in vol- len Linien dargestellten Strickstellung oder bewegen sie in diese zurück, wie dies Fig. 6 erkennen lässt.
Die Schlossteile 67, 68 können, wie in gestrichelten Linien für den Schlossteil 67 in der oberen lin- ken Ecke der Fig. 6 gezeigt ist, durch Zuglaschen 73 offen gehalten werden, die um die Schlossteile he- umgreifen und mit Griffknöpfen 74,75, 76 und 77 verbunden sind, welche unter leichter Klemmung in den Schlitzen 78 verschiebbar sind (Fig. 4). Hiedurch kann der eine Masche bildende Schlossteil entgegen der Einwirkung der Feder 72 offen gehalten werden.
Beim üblichen Stricken wird die Anzahl der erforderlichen Arbeitsnadeln im wesentlichen in bekann- ter Weise gewählt.
Diese Auswahl bringt die Füsse an den Platinen für die ausgewählten Nadeln in eine Linie mit der die
Masche bildenden Rückführungsspur "b" in Fig. 6. Unter der Annahme, dass sich der Schlitten am rechten
Ende der Betten befindet und nach links bewegt wird, tritt jede Platine zuerst in einen im wesentlichen horizontalenFührungsspurteil zwischen den linken Enden der Schlossteile 64 und 66 ein. Der Fuss wird dann durch den linken, die Masche freigebenden Schlossteil 67 (Heber) nach rechts oben bewegt. An der Spitze desHebers erreichen die Platine und die an sie angehängte Nadel den höchsten Punkt der maschenbilden- den Schlosskurve"b'.
An diesem Punkte läuft die früher gebildete, am Nadelhaken hängende Masche von unten gegen die Zunge und öffnet sie, so dass der bisher von ihr abgedeckte Nadelhaken den neuen Faden aufnehmen kann, während gleichzeitig die im vorangehenden Arbeitsgang gebildete Masche frei wird.
Der Platinenfuss wird dann etwas nach unten, im wesentlichen aber waagrecht weitergeführt, bis er gegen die Schlosszunge 43 trifft und sie in die ausFig. 6 nahe dem unteren rechten Ende der Figur gezeigte Stel- lung verschwenkt. Wenn der Platinenfuss die Mittellage der Schloss zunge 43 erreicht hat, wird der durch die Fadenführungsöffnung 40 laufende Faden auf- die Nadel gelegt, die zu dieser Platine gehört. Die
Schlosszunge 43 lenkt dann den Platinenfuss und die mit der Platine gekuppelte Nadel nach unten, bis er den Senker 48 erreicht.
Bei dieser Bewegung wird die Masche gebildet, deren Grösse durch die Einstellung des Griffes 60 geregelt wird, indem hiedurch die die Fadenlänge einstellende Hubkurvenscheibe 59 ver- stellt wird. Beim Rückgang der Nadel wird der Zungenlöffel geschlossen und die alte Masche abgeworfen.
Nach dem Vorbeilaufen des Platinenfusses an dem untersten Punkt des rechten Senkers 48 gleitet der Pla- tinenfuss am rechten Ende des Schlossteiles 66 nach oben in die Bereitschaftsstellung, wobei er unter dem rechten, unter Federbelastung stehenden, die Masche freigebenden Schlossteil 68 hindurchgleitet. Am
Ende dieser Bewegung steht der Platinenfuss in der gleichen Höhe, in welcher er in das Schloss von links eingetreten war.
Beim nächsten, in umgekehrter Richtung verlaufenden Arbeitshub des Schlittens wiederholt sich der oben beschriebene Durchgang des Platine & Eusses längs der Spur"b"von rechts nach links. Die beiden Spuren "b" fallen an beiden Enden zusammen und haben einen Kreuzungspunkt unterhalb der Schloss zunge 43.
Fig. 7 zeigt die wirksame Platine 16 im Eingriff mit der Nadel 18 und die zugeordnete Leerlaufpla- tine 17 in der üblichen Strickstellung, d. h. vor der Auswahl zur Übertragung der Nadel.
Wenn die Nadel 18 aus dem in Fig. 7 linken Bett in das gegenüberliegende rechte Bett übertragen werden soll, um eine : Links-Masche zu stricken, wird die Platine 16 von Hand aus in ihrer Bettnut so weit vorgestossen, bis sich ihr Platinenfuss 34 an die betreffende Platinendeckschiene 29 anlegt, wie in Fig. 8 dargestellt ist. Hiedurch gelangt der Fuss dieser Platine in die Spur" a". Bei ihrer Vorwärtsbewegung schiebt sie die mit ihr gekuppelte Nadel näher an die zugeordnete Leerlaufplatine 17 im gegenüberliegenden rechten Bett. Diese hatte während der vorangehenden Strickreihe ihren Weg längs der die Masche bildenden Spur der entgegengesetzten Schlossgruppe durchlaufen, wobei sie sich in der gleichen Weise, aber unwirksam, wie die wirksame Platine 16 bewegt hat.
Wenn der Schlossschlitten bei der Bewegung nach links die ausgewählte Platine erreicht, tritt der Platinenfuss dieser Platine in die Schlossspur"a"ein, indem er an jenem Teil des Schlosses 64 entlanggleitet, der der Strecke "B" (Fig. 6) entspricht. Zur gleichen Zeit bewegt sich die gegenüberliegende Freilaufplatine, die in der gegenüberliegenden Schlossspur zur Bildung einer Masche gleitet, an dem gegenüberliegenden linken, die Masche freimachenden Schlossteil zu einem Punkt, an welchem sich die Einbuchtung 35 an der Oberkante des Schaftes der gegenüberliegenden Platine 17 unter der gegenüberliegenden Platinendeckschiene 29 befindet.
Es kann jetzt das innere Ende der Platine 16 angehoben werden und ihre Ausnehmung 32 an der Unterseite des vorderen Endes des Platinenschaftes kommt mit dem Na-
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delhaken der Doppelzungennadel in Eingriff, der bis zur Einleitung der Übertragung der strickende Nadelhaken war. Die beiden einander gegenüberliegenden Platinen 16 und 17 haben nun ihre Ausnehmungen 32 an der Unterseite des vorderen Endes des Platinenschaftes über die Nadelhaken gebracht.
Die Platine 17 des andern Bettes beginnt sodann sich von der Platine 16 im ersten Bett zu entfernen,
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Endes dieser Platine wird, wie Fig. 9 erkennen lässt, dadurch verhindert, dass ihre Deckungskante 28 sich unter dem Streckenteil"B" (Fig. 6) des Platinenhalters 30befindet, während die erste, d. h. die freigeben- de Platine 16 mit ihrer Einbuchtung 35 unter dem Platinenhalter liegt, so dass sie um ihre Schwenklinie
33 kippen kann (Fig. 10). Somit zieht die weitere Rückzugsbewegung der Aufnehmeplatine 17 längs der die Maschen bildenden Schlossspur, die Nadel 18 in das gegenüberliegende rechte Bets, wobei die Pla- tine 16 infolge ihrer Schwenkbewegung ausser Eingriff mit der Nadel kommt. In dieser Weise wird die Na- del 18 übertragen und die aufnehmende Platine 17 wird zur wirksamen Platine (Fig. 11).
Gleichzeitig wird die erste Platine eine Leerlaufplatine und, da sie längs der Schlossspur"a"weiterläuft, kommt sie mit dem Schlossteil 45 in Eingriff und wird durch diesen zur Schlosszunge 43 geleitet. Diese führt den Platinen- fuss in die die Masche bildende Spur, in welche an diesem Punkte die Übertragungsspur mündet. Die Leer- laufplatine wird dann weiterhin unwirksam durch ihre eine Masche bildende Spur hindurchlaufen, bis die neue wirksame, gegenüberliegende Platine zwecks einer Rückübertragung hochgetrieben wird.
Die nichtarbeitende Schloss spur "c" ist diejenige, in welcher sich die Füsse der nicht arbeitenden Platinen für gewöhnlich befinden.
In der vorangehenden Beschreibung sind die Strick-und Übertragungsvorgänge beschrieben worden, wie sie vor sich gehen, wenn sich alle Einstellknöpfe 74 - 77 an der Schlossplatte in der"Ein"-Stellung befin- den. Hiebei gleiten die Platinenfüsse an den inneren Flächen der Schlossteile 67 und 68 entlang, um die
Maschen frei zu geben. Befindet sich jedoch einer dieser Einstellknöpfe oder alle in der"Aus"-Stellung, wie dies für den Einstellknopf 76 in Fig. 4, links oben, in gestrichelten Linien angedeutet ist, so erfolgt durch diesen Schlossteil keine Freigabe der Masche. Dieser Schlossteil befindet sich vielmehr in einer
Stellung, die für den Schlossteil 67 nahe dem oberen Ende der Fig. 6, linke Ecke, in gestrichelten Linien veranschaulicht ist.
Diese Einstellbarkeit der Schlossteile ermöglicht somit die Erzeugung verschiedener
Musterwirkungen, da der betreffende Schlossteil in der"Aus"-Stellung des ihm zugeordneten Einstell- knopfes den Platinenfuss ohne Abwerfen einer Masche oder ohne Aufnahme von Garn zur Bildung einer neuen Masche den Schlossschlitten durchlaufen lässt, wobei die ursprüngliche Masche auf dem Nadelhaken bleibt. Hieraus ergeben sich, wie für den Fachmann ohne weiteres erkennbar ist, verschiedene Musterungs- möglichkeiten.
So kann beispielsweise bei Einstellung zweier diagonal gegenüberliegender Einstellknöpfe auf"Aus" ein schlauchartiges Erzeugnis und durch Einstellung nur eines Einstellknopfes auf"Aus"kann eine soge- nannte halbe"Cardigan"-Masche gestrickt werden, sofern der die Maschenfreigabe bewirkende Schloss- teil und der die Maschenbildung bewirkende Schlossteil, die dem auf"Aus"eingestellten Knopf zuge- ordnet sind, so ausgebildet sind, dass sie ohne Beeinflussung ihrer normalen Wirkung einen Nadelfuss frei- geben, so dass dieser sich in einer geraden Linie bis zu der Schlosszunge 43 bewegen kann. Es kann also jedes beliebige Muster, welches die Wirkungslosigkeit einer Nadel während eines oder mehrerer Schloss- durchgänge erfordert, durch Betätigung eines oder mehrerer der vier Einstellknöpfe 74-77 erzeugt werden.
Wenn es erwünscht ist, können diese Einstellknöpfe auch dann verwendet werden, wenn eine zusätzliche Schlosskurve gebildet werden soll. Dies kann dadurch herbeigeführt werden, dass bestimmte Platinen so weit vorgeschoben werden, bis ihre Füsse an derPlatinendeckschiene 29 des betreffenden Bettes anliegen, wobei zur gleichen Zeit die Aufnahmeplatinen im gegenüberliegenden Bett in eine unwirksame Stellung bewegt werden müssen, um so eine Nadelübertragung zu verhindern. Hiedurch werden die Nadeln der ausgewählten Platinen unter der Voraussetzung stricken, dass die zwei zu den wirksamen Schlosskurven gehörenden Einstellknöpfe beide in"Offen"-Stellung sind, sofern gefordert wird, dass die nicht ausgewählten Nadeln bei beiden Schlittenhüben nicht stricken.
Soll nur während eines Schlittenhubes ein Stricken nicht erfolgen, so ist nur ein Einstellknopf in die"Offen"-Stellung zu bringen.
Es sei darauf hingewiesen, dass nur die der Strecke "B" (Fig. 6) entsprechenden Teile der Platinenhalter 30 während der Nadelübertragung nicht auf die Platinen zur Einwirkung gelangen, während der verbleibende Teil der Platinenhalter 30 sowie die Platinenhalter 31 dazu dienen, die Deckungsteile 28 der Platinen, welche an der Nadelübertragung nicht teilnehmen, während des Strickens unten zu halten.
Hiedurch soll eine unerwünschte Freigabe einer Nadel oder eine nicht beabsichtigte Bewegung einer andern Platine, wie sie durch Stösse, oder andere Ursachen eintreten könnte, verhindert werden.
Bei schnellem Arbeiten besteht die Gefahr, dass eine Nadelzunge aufklappt oder in die geschlossene
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Lage umschlägt, wenn sie offen bleiben sollte. Um dies zu verhindern, ist die Fadenführungsplatte 39 mit bürstenartigenBorstenbündeln 79 (Fig. 5) auf ihrer Unterseite versehen. Diese sind so angeordnet, dass sie an den Stellen liegen, an welchen die Maschen abgeworfen werden, so dass für den Fall, dass eine Zunge sich in der Schliessstellung befindet, diese Zunge an die Borsten stösst und dadurch in die offene Stellung zurückgeschwenkt wird.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Platinendeckungsschienen 29 dort vorgesehen sein müssen, wo sie einmal zum Herunterhalten der vorderen Enden (Deckungsteile 28) der Platinen dienen und zum andern den Vorschub für die in die Arbeitsstellung gebrachten Platinen begrenzen. Diese Platinendeckungsschienen können aber fortgelassen werden, wenn die Platinen an ihrem Ende vor dem erhöhten Auflagepunkt an ihrer Unterfläche schwerer als der hinter diesem Punkt liegende Teil des Platinenschaftes sind oder die Bestimmung der Plafinenübertragungsstellung durch andere Mittel oder durch Überwachung auf
Grund von Beobachtung erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE ;
1. Einrichtung zum Verschieben der Nadeln aus einem Nadelbett in das andere Nadelbett bei einer Link : 5-Links-Strickmaschine mit in einer Ebene liegenden Nadelbetten mit Nuten zur Aufnahme von Platinen und Doppelzungennadeln, deren Steuerung durch Teile eines Schlosses an der Unterseite eines in Längsrichtung der Nadelbetten verschiebbaren Schlossschlittens erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft jeder Platine-an seiner Unterfläche (Lauffläche) eine durch die Schnittlinie der von beiden Enden des Platinenschaftes gegen die Mitte dachförmig ansteigenden Flächen gebildete Kippkante (33) und an seiner oberen Fläche zwischen dem Fuss (34) und dem inneren,-der Maschinenmitte zugekehrten Ende der Platine eine Einbuchtung (35) aufweist, dass ferner mit jedem der beiden Nadelbetten eine quer zu den Bettnuten (15)
sich erstreckende Platinendeckschiene (29) fest verbunden ist und dass an der Unterseite des Schlossschlittens (23), der an jeder Hälfte eine mittlere, schwenkbare Schloss zunge (43), zu dieser symmetrisch angeordnete, einstellbare Heber (67, 68) und Senker (47,48) und feste Schlossteile trägt, je zwei in Längsrichtung des Schlossschlittens sich erstreckende Platinenhalter (30,31) fest angeordnet sind.