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Österreichische PATENTSCHRIFT ? 17421.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf mit fortlaufenden Fäden arbeitende Stick- maschinen, bei welchen der auf einem Rahmen aufgespannte Stoff an den Stickorganen vorbeilbewegt wird, welche aus einer Reihe von in ähnlicher Weise wie bei einer Nähmaschine mit zwei Fäden zusammenarbeitenden Nadeln und Schiffchen bestehen, wobei die Verschiebungen des Rahmens selbsttätig durch Mechanismen bewirkt werden, die in Abhängigkeit von einer Jacquardvorrichtung stehen.
Zweck der Erfindung ist, den Gang derartigor Maschinen genauer und leichter zu machen, indem die Verschiebungen des Stonrahmons durch rotierende Organe mit ver-
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Vorrichtung vereinfacht wird und Stösse in den Mechanismen hintangehalten werden. Ausserdem wird die Bewegung des Stoffrahmens dazu benützt, den Nadeln eine genau der Länge des zu bildenden Stiches entsprechende Fadenlänge zu liefern.
In den beiliegenden Zeichnungen ist Fig. 1 eine Seitenansicht der Maschine, Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung zum Verstehen dos Rahmens, Fig. 3 ein Vertikalschnitt nach der Linie a-a der Fig. 2, Fig. 4 ein Vertikalschnitt nach der Linei b-b der Fig. 2 ; Fig. 3 zeigt einen Teil der in Fig. 4 dargestellten Vorrichtung in einer anderen Stellung.
Wie aus Fig. l ersichtlich, dient ein vertikaler Rahmen d zur Aufnahme des Stoffes s, welcher über zwei Walzen gespannt ist, so dass nach Vollendung der Arbeit durch Drehen der Walzen das bestickte Gewebe aufgewickelt und der nächstfolgende Teil des Stoffes in den Bereich der Stickorgane gebracht werden kann. Der Stickrahmen hängt an einer horizontalen Stange e, längs weicher er verschoben worden kann. Die Stange e ist an zwei
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sind und sich im weiteren Verlaufe zu einer einzigen Kette vereinigen, die um die SteuerScheibe f geschlungen ist und an ihrem Ende ein Gegengewicht f2 trägt.
Durch dieses Gegengewicht wird die Ausbalancierung des Stickrahmens und der mit demselben ver-
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Enden angelenkten Stangen o, o gleichzeitig nach entgegengesetzten Richtungen bewegt werden können. Die beidon Lenkstangen o sind an einen Balancier k angelenkt, welcher von der Scheibe 50 mittelst einer Stange 5 betätigt wird. Die Klinken n haben gleiche Länge und stehen stufenförmigen Ansätzen oder Zähnen m gegenüber, welche auf zwei
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wodurch letztere eine schwingende Bewegung erhalten (Fig. 5), deren Amplitude bei stets gleichbleibendom Hube des Balanciers k von der Wahl des Klinkenpaares abhängt.
Die beiden Sektoren l, l tragen ihrerseits je eine Reihe von Klinken p (Fig. 2), welche auf ein weiteres, auf der Welle j lose drehbares Sektorenpaar r, r wirken. Die
Sektoren r, r sind in ähnlicher Weise, wie die Sektoren l, l mit stufenförmig angeordneten
Zähnen q verschen, wobei die Höhe eines Zahnes q der Summe der Höhen aller Zähne m gleich ist. Die Klinken p werden gleichfalls durch die Jacquardvorrichtung beeinflusst, so dal3 bei jedem Hub ein bestimmtes Klinkenpaar zum Eingriff mit den Sektoren ', f ge- langt und letztero betätigt. Der Schwingungswinkel eines jeden Sektors f hangt somit von den gewählten Klinken n und p ab und kann um einen der Höhe eines Zahnes q entsprechenden Betrag verschieden sein.
Jeder Sektor r trägt endlich eine Reihe von Klinken t, welche auf an beiden Seiten einer auf der Welle j festgekeilten Scheibe v symmetrisch angeordnete Zähne 1l wirken, wobei wieder die Höhe eines Zahnes v der Gesamthöhe aller
Zähne q gleich ist. Wenn Klinken t durch die Jacquardvorrichtung betätigt werden, gelangt hei jedem Hub eine Klinke t eines Klinkenpaares mit Stufe dem entsprechenden Zahn v t der Scheibe o zum Eingriff.
Nach jedem Stiche kehrt die ganze Vorrichtung in die in Fig. 2 und 3 dargestellte
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in die Wirkungsstellung, worauf die Scheibe o je nach der Stellung, welche sie bei dem \orhergegangenen Hube eingenommen hat, durch Vermittlung des stets einen Hub von gleicher Grösse vollführungden Balanciers k in dem einen oder anderen Drehungssinne gedreht wird. Die Grösse der den drei gewählten Klinkenpaaren entsprechenden Verdrehung der Scheibe v kann hiebei alle Werte zwischen Null und der Gesamthöhe aller Stufen he/w. Ziihne q annehmen und innerhalb dieser Grenzen bis auf einen der Höhe einer Stufe bezw. eines Zahnes in entsprechenden Betrag bestimmt werden.
Diese Bewegung der Scheibe r wird durch die Steuerscheibe (Kettenrad) f und die Kette 11 auf den Rahmen übertragen, so dass letzterer entsprechend gehoben oder gesenkt wird.
Eine auf der Welle i des Kettenrades g (Fig. 1) angeordnete, vollständig gleichartige Vorrichtung erteilt zu gleicher Zeit dem Rahmen d mittelst der Kette 9 eine Horizontalverschiebung nach der einen oder anderen Richtung. Durch die Vereinigung dieser beiden Bewegungen wird der nächste Stichpunkt in die Richtung der Nadelbowegung gebracht.
Nach erfolgter Bewegung verbleibt die Scheibe v in ihrer Stellung und der übrige Teil der Bewegungsvorrichtung gelangt in die Ruhestellung zurück.
Die beide Stellvorrichtungen zu gleicher Zeit beeinflussende Jacquardvorrichtung besteht aus einem Zylinder x (Fig. 2). über welchen die perforierte Musterkarte y in üblicher Weise geführt wird. Der Zylinder x ist der Knntenteilung entsprechend gleichfalls perforiert und stützt mit seiner obersten Fläche zwei Reihen von Hebeln. z, z, welche mit den
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Anschlagflächon besitzt.
Während die Klinken ihre Bewegung vollführen, werden die Spitzen der Hebel z gleichzeitig unter Zuhilfenahme schwingender Hebel 54 ausgehoben und der Zylinder x durch eine beliebige Schaltvorrichtung 2 um die Teilung der Karte gedreht. Nun werden alle Hebel c losgelassen und diejenigen, deren Spitzen Öffnungen der Karte gegenüberstehen, allen in die Perforationen des Zylinders x ein, wodurch die zugehörigen Ansätze l, wie aus Fig. 3 zu ersehen ist, in die Bahn der in die Ruhesteliunss zurückkehrenden Klinken gelangen und auf die Anschlag6ächen 3 derselben einwirken. Die betreffenden
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Klinkenpaare werden auf diese Weise in die Wirkungsstelluog fürden nhaten Hb dea Balancier gebracht und in dieser Stellung, durch einochnappende, Federn, 4 festgehalten.
Diejenigen Hebel, deren Spitzen vollen Stellen der Musterkarte gegenüberstehen, bleiben in der gehobenen Stellung und, wirken auf die entsprechenden Klinken nicht ein. Es werden somit nur diejenigen Klinken, deren Hebel x in den Zylinder x einfallen konnten, bei dem nächstfolgenden Hub des Balanciers k zur Wirkung kommen. Bei der Rück. bewegung in die Ruhestellung werden alle Federn durch feste Anschläge gehoben, so dass sie die Klinken freigeben.
Die Klinken n, p und t werden zumeist einen Teil ihres Hubes vollführen, ehe sie mit den zu betätigenden Zähnen in Berührung kommen. Wäre die Verbindung der Zinken mit dem dieselben bewegenden Antriebsorgan eine starre, so würden hiebei auf die Scheibe v Stösse erfolgen, welche eine nachteilige und die genaue Arbeitsweise der Maschine beeinträchtigende Erschütterung des Rahmens zur Folge hätten. Um dies zu vermeiden, ist die in Fig. 4 dargestellte Einrichtung getroffen. Wie in Fig. 3 angedeutet ist, erhält jede Scheibe v eine Bremsvorrichtung, welche aus einem mit einem Bremsklotz versehenen Hebel 8 besteht, welcher durch eine Feder 9 an die Scheibe angedrückt wird.
Die Lenkstange 5, welche zur Betätigung des Balanciers k dient, ist an die letztere mittelst einer Feder 6 angeschlossen, welche derart bemessen ist, dass sie zur Bewegung der Klinken und Sektoren genügt, den Widerstand der Bremse 8 zu überwinden jedoch nicht im Stande ist. Um ein freies Spiel zwischen der Stange 5 und dem Balancier zu ermöglichen, ist erstere mit einer Langöse 7 versehen. Sobald die Stange 5 durch die Unrundscheiben 50 in Bewegung gesetzt wird, wirkt sie auf den Balancier k durch Vermittlung der Feder 6, bis die durch die Jaclluardvorrichtung in die Wirkungsstellung gebrachten Klinken mit den zugehörigen Zähnen der Sektoren l und t'und der Scheibe v in Berührung kommen.
Bei der weiteren Bewegung der Stange 5 wird die Feder 6 gespannt, ohne jedoch eine weitere
Bewegung des Balanciers k zu bewirken.
Auf der Welle j (Fig. 4 und 5) sitzt lose ein Winkelhebel 10, von welchem der eine Arm durch eine Lenkstange 15 von der Unrundscheibe 51 aus betätigt wird, während der andere Arm an'die Mitte 13 eines Segmentes 11 angelenkt ist, das mit einem zweiten
Segment 12 in fester Verbindung steht.
Die beiden Segmente 11 und 12 können um den
Aufhängepunkt 13 schwingen und zu geeigneter Zeit mit dem label 10 dutch eine gegen die Innennäche des Segmentes 12 wirkende Klemmvorrichtung 14 fest verbunden werden.
Die Klemmvorrichtung 14 wird für gewöhnlich durch eine Feder 17 in der Schliessstellung gehalten und nur an den hebenden des Hebels 10 durch einen gegen feste Anschläge 19, 20
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zapfen des Balanciers k mit den Lenkstangen o angeordnete Friktionsrolle 16.
Die Wirkungsweise der ganzen Vorrichtung ist folgende : Nachdem durch die Jacquardvorrichtung dem Muster entsprechend in der vorbeschriebenen Weise bestimmte Klinken in die Wirkungssteltung gebracht worden sind, befinden sich die Teile in der in Fig. 4 veranschaulichten Stellung. Wird nun bei abwärtsgehender Stange 5 der Balancier k in die durch gestrichelte Linien (links) angedeutete Stellung gebracht, wobei die Friktionsrolle 16 die Lage 16. einnimmt und die Klinken nach und nach in Berührung mit den zugehörigen Zähnen gelangen, so droht sich bei vorerst stillstehendem Winkelhebel 10 das Segment 11 unter der Einwirkung der Feder 17 in die Stellung 11., so dass es stets mit der Friktionsrolle 16 in Berührung bleibt.
Die weitere Abwärtsbewegung der Stange 5 hat keine weitere Drehung des Balanciers zur Folge, da'die Scheibe v gebremst ist und der Weiterdrehung einen hinreichenden Widerstand entgegensetzt. Nun gelangt die Stange 15
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wärtsgehens der Stange 15 und der dadurch bewirkten Drehung des Winkelhebels 10 das Segment 11 die Friktionsrollo 16 aus der Stellung 16. nach aufwärts bewegt und den Hub des Balanciers A'bis zu der in Fig. 5 dargestellten Grenzlage vollendet. wonach alle Teile mit dem Balancier k in die frühere Stellung (Fig. 4-) zurückkehren.
Diese Einrichtung hat zur Folge, dass die Scheibe v zu Anfang in Ruhe verbleib und erst dann, wenn alle Klinken mit den zugehörigen Zähnen in Berührung gekommen sind, durch die schräge Fläche des Segmentes 11 ohne Stoss und ohne Rücksicht auf die
Grösse des noch zu vollführenden Hubteiles des Balanciers stets zu demselben Zeitpunkte in die Grenzstellung bewegt wird.
Die gleiche Einrichtung ist, wie bereits früher erwähnt wurde, zur Betätigung des zweiten, die Horizontalbewegung des Rahmens vermittelnden Kettenrades 9 vorgesehen. Die
Stichlänge entspricht der aus den Verschiebungen in horizontaler und vertikaler Richtung
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sich ergebenden resultierenden Rahmenverschiebung. Um den Nadeln eine der Stichlango gleiche Fadenlänge zu liefern, wird die Bewegung des Segmentes 11 in folgender Weise benützt:
Nachdem die Segmente 11 mit Bezug auf die Hebel 10 festgestellt worden sind, bewirken bekanntlich bei der Drehung der letzteren die inneren Segmenthälften die Aufwärtsbewegung des Balanciers k.
Die äusseren Segmenthälften werden nun zur Betätigung von Friktionsrollen 21 benützt, weiche zu Beginn der Bewegung der Winkclhebel 10 auf den Segmenten oborhalb der Drehachsen 13 sich befinden, somit stets dieselben, von der stattgefundenen Drehung der Segmente 11 unabhängigen Stellungen einnehmen. Bei Drehung der Segmente 11 ma die Achsen j bezw. i werden die Friktionsrollen 21 um von den jeweiligen Neigungswinkeln der Segmente zu den Hebeln 10 abhängige Grössen verschoben, u. zw. ist die Verschiebung jeder Friktionsrolle 21 der Verschiebung der zugehörigen Friktionsrolle 16 gleich. Die eine Friktionsrolle 21 steht durch einen Balancier 22 mit dem Kopf 23 eines in vertikaler Richtung beweglichen Gleitstückes 24 in Verbindung.
Die zweite Friktionsrolle 21 überträgt ihre Bewegung mittelst eines Winkelhebels 25 auf ein in horizontaler Richtung verschiebbares Gleitstück 26, welches die Führung für das Gleitstück 24 bildet. Infolge der Bewegung beider Segmente-M gelangt dar Kopf 35, z. B. in dio Stellung 23., wobei dessen horizontale und vertikale Verschiebung der gleichartigen Verschiebung des Rahmens d proportional ist. Die Resultante 23, 23. beider Verschiebungen ist somit der Stichlänge proportional.
Mit dem Punkt 23 ist eine Kette 27 verbunden, we ! cho über eine Rolle 28 geführt ist und unter Vermittlung eines entsprechenden Zwischenmechanismus einen Fadengeber bekannter Art betätigt, so dass letzterer vor der Ausführung des Stiches die entsprechende, für den Stich erforderliche Fadenlänge von der Spule abzieht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schiffchen-Stickmaschine mit zwei zur selbsttätigen Verschiebung des Stoffrahmens in horizontaler bezw. vertikaler Richtung dienenden Vorrichtungen, dadurch gekennzeichnet, dass jede der beiden Vorrichtungen aus zwei Paaren von Sektoren (l, 1 und r, r) und
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sitzen und mit symmetrisch zur vertikalen Mittelebene angeordneten, stufenförmigen Zähnen (m, q, 14) verschon sind, denen Gruppen (Reihen) von Klinken (n, p, t) gegenüber- stehen, von welchen die Klinken p bezw. t fUr die Sektoren r und die Scheibe v an den "Sektoren bezw.
r und jene n für die Sektoren l an einem Paar besonderer, mittelst eines
Balanciers (k) und Lenkstangen (o) angetriebener Arme ,/) drehbar gelagert sind und von denen je zwei gegenüberliegende Klinken einer Gruppe durch von einer Jacquard- vorrichtung beeinflusste Hebel zu nach Massgabe des Musters in die Wirkungsstellung gebracht werden, derart, dass beim Hochgang der Lenkstangen o zunächst die Klinken n die Sektoren/, dann die an denselben angeordneten Klinken p die Sektoren r mitnehmen und schliesslich die an letzteren befindlichen Klinken t die Scheibe v verdrehen, wodurch die auf der Achse i bezw. j derselben befestigte Scheibe f bezw. g und damit auch die über diese Scheibe geführte Kette hezw. 9ì zur vertikalen bezw.
horizontalen Ver- schiebung des Rahmens betätigt wird.