<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 17300.
EMI1.1
Beim Zeichnen von Schnittmustern ist es erforderlich, die vom Körper abgenommenen Masse auf ein Blatt Papier so zu übertragen, dass bestimmte Markierungspunkte gefunden werden, weiche, mit geraden und gekrümmten Linien miteinander verbunden, die Zeichnung des gewünschten Schnittmusters ergeben. Das Feststellen dieser Markierungspunkte war bis jetzt äusserst) langwierig und mit vielen, jedem Fachmanne hekannten Berechnungen verbunden.
Die Hauptschwiergkeit lag jedoch im Zeichnen der Hilfslinien, auf welche die vom Körper abgenommenen Masse zwecks Feststellung der Markierungspunkte übertragen werden mussten. Für die Bestimmung dieser Hilfslinien hatte man bisher keine Behelfe und das Zeichnen derselben in richtiger Lage der Geschicklichkeit des Musterzeichners überlassen.
DenGegenstandvorliegenderErfindungbildeteineVorrichtungzumSchnittzeichnen, bei welcher das schwierige Zeichnen der Hilfslinien entfällt und die erforderlichen Markierungspunkte rasch und leicht festgestellt werden können. Die Vorrichtung besteht aus einer aus Papier, Holz oder Metall hergestellten Schablone mit von einem Punkte strahlenartig verlaufenden Armen. Die Anzahl, der Ausgangspunkt und die Richtung der strahlenförmig auslaufenden Arme entsprechen der Anzahl, dem Ausgangspunkte und der Richtung bekannter, beim Zeichnen von Schnittmustern gezogener Hilfslinien. Auf diesen Armen sind Teilstriche aufgedruckt oder eingeprägt, welche mit fortlaufenden Zahlen be- zeichnet sind. Diese Massskalen sind aus den normalen Körperverhältnissen auf Grund eines einzigen Körpermasses (z.
B. des Brustumfanges) in bekannter Weise abgeleitet.
In der beigefügten Zeichnung sind Schablonen zum Zeichnen von Schnittmustern
EMI1.2
(Fig. 3) in verkleinertem Massstabe dargestellt; die zum Zeichnen der Schnittmuster anderer Kleidungsstücke erforderlichen Schablonen sind auf der gleichen Grundlage aufgebaut, d. h. auch für die Schnittmuster zu anderen Kleidungsstücken werden Schablonen mit strahlenförmig auslaufenden Armen benützt, welche die Lage richtig gezogener Hilfs- linie)) einnehmen. Auf einzelnen Armen der Schablonen sind gleichfalls mit Teilstrichen und Zahlen versehene Querarme verschiebbar angeordnet, welche der Grösse bezw. Länge des betreffenden Körperteiles entsprechend eingestellt werden können.
Bei Verwendung der Schablonen werden die die Formen des anzufertigenden Schnittes
EMI1.3
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Teilstrich 50 der Markierungspunkt. während der Markierungspunkt auf dem Arme f entsprechend der gewünschten Breite des Unterärmels angenommen wird. Der Arm e wird bei jenem Teilstriche eingestellt, welcher der Länge des Oberarmes und der Arm f bei jenem Teilstriche, welcher der Länge des ganzen Armes entspricht. Es ist nun zwecks Zeichnens des Ärmelschnittes nur nötig, die Markierungspunkte (bei dem angenommenen Beispiel die Teilstriche 50) von der Schablone auf ein Blatt Papier zu übertragen und sodann in bekannter Weise miteinander zu verbinden.
Die Schablone zur Anfertigung von Schnittmustern für den Rockrückenteil (Fig. 2)
EMI2.2
einer neben dem Arme 0'verschiebbaron, an ihrem unteren Ende zu einem Arm h'rechtwinklig abgebogenen Schiene 1'. Die Markierungspunkte auf sämtlichen Armen werden wieder vom Brustumfange abgeleitet und sind im angenommenen Beispiel die mit den Zahlen 50 bezeichneten Teilstriche die Markierungspunkte.
Die Schiene f' wird so eingestellt, dass der Teilstrich des vom Körper abgenommenen Masses der kurzen Rückenlange (im vorliegenden Falle der mit 45 bezeichnete Teilstrich) mit dem Teilstrich 50 des Armes a'zusammenfällt. Beim Verbinden der auf das Papier übertragenen Markierungspunkte werden dann die Linien über den Punkt g'und über den Markierungspunkt des Armes h' soweit nach unten verlängert, als es die Rocklänge erfordert.
Die Schablone zur Anfertigung von Schnittmustern für den Rockvordorteil (Fig. 3) besteht aus den vom Punkte g2 strahlenförmig auslaufenden Armen a2, b2, c2, d2, e2, f2 und h2, welch letzterer an seinem unteren Ende einen rechtwinklig abgebogenen Schenkel i2 besitzt. Ausserdem ist auf dem Arme h2 ein Querarm k2 verschiebbar angeordnet. Auf dem Arme b2, welcher zur Feststellung von zwei Markierungspunkten, und zwar einerseits für den Armvortritt, andererseits für die Halslochtiefe bestimmt ist, sind zwei Skalen : t : und y vorhanden.
Die Markierungspunkte auf den Armen a2, b2, c2, d2, e2, f2 sind ebenfalls vom Brust- umfange abgeleitet und ergeben im angenommenen Beispiele die mit den Zahlen 50 versehenen Teilstriche die Markierungspunkte. Der Arm k2 wird auf jenem Teilstriche des Armes 112 eingestellt, welcher der kurzen Rückenlänge (45) entspricht.. Der Markierungs- punkt auf diesem Arme ergibt sich aus dem Bauchumfange bezw. aus der Hälfte des selben ; im vorliegenden Beispiele ist der Bauchumfang mit 110 ein angenommen und ist somit der mit 55 bezeichnete Teilstrich der Markierungspunkt. Auf dem Arme i2 ergibt sich der Markierungspnnkt aus der Gesässweite.
Dieselbe beträgt im vorliegenden Beispiele 104 cm und ergibt infolgedessen der mit 52 2 bezeichnete Teilstrich den Markierungspunkt.
Um die Schablone für den Rockvorderteil auch zum Zeichen abnormaler Schnitte verwenden zu können, d. h. für Schnitte von korpulenten Personen, welche den Oberkörper gestreckt hatten, und für Personen, welche gebückt gehen, sind die Arme a2 bis. (2 mit dem Arm h2 durch einen Schraubenbolzen tn so verbunden, dass sie sich in den in Fig. 3 gezeichneten Pfeilrichtungen (1 und 2) verdrehen lassen. Soll nun ein Schnitt für eine korpulente Person angefertigt werden, so'werden die Arme a2 bis f2 im Pfeilsinne 1 um ein entsprechendes, vom Fachmanns leicht festzustellendes Mass verdreht und durch eine
EMI2.3
Pfeilsinne2.