DE30469C - Apparat zur Herstellung von '. Schnittmustern für Kleidungsstücke - Google Patents
Apparat zur Herstellung von '. Schnittmustern für KleidungsstückeInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 3: Bekleidungsindustrie.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Februar 1884 ab.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, jedem Schneider die Muster für das Zuschneiden der
Kleider nach den am Körper aufgenommenen Mafsen zu geben.
Der Apparat, welcher diesen Zweck erfüllt, beruht auf dem Princip, dafs zwischen den
verschiedenen Bestandteilen eines Kleidungsstückes immer eine bestimmte Proportionalität
besteht, welche bei verändertem Hauptmafse fortbesteht.
In praktischer Anwendung jenes Princips besteht vorliegender Apparat aus beweglichen
Curven aus Holz oder Metall, welche die verschiedenen Theile des Umrisses eines Kleiderschnittmusters
darstellen und welche von Zahnstangen und Hebeln getragen werden, die von einer Centralstelle aus hin- und herbewegt
werden können, um jene Curven nach einem gegebenen bestimmten Gesetze einander zu
nähern oder von einander zu entfernen.
In den beiliegenden Zeichnungen zeigt Fig. 1 die Anordnung eines Apparates für den Schnitt
der ganzen Büste von Herren-, Damen- oder Kinderkleidern. Die Fig. 2 bis 5 stellen den
Mechanismus bezw. das Schlofs dar, das zur Verstellung der den Umrifs des Schnittmusters
bildenden Curven und Zahnstangen dient, wie aus Fig. ι ersichtlich ist.
In Fig. 6 ist ein Apparat dargestellt, welcher die Muster zum Zuschneiden von Herren- oder
Damenhemden nach Mafs giebt.
Um den Apparat möglichst compendiös anzuordnen, sind sowohl bei dem in Fig. 1 als
in Fig. 6 dargestellten Apparat die Muster des Vorder- und Rückentheiles über einander gelegt.
Das Vordertheil des Kleidungsstückes ist begrenzt durch die Lineale XR QTVZL.
Das halbe Rückentheil dagegen, dessen Symmetrie - Achse durch die rechte Kante der
Zahnstange D gebildet wird, wird durch die Lineale E B C N' P begrenzt. . .
Endlich bilden die Lineale JV' C N M und P die Umrisse der beiden Arm-Untertheile.
Aus dem Schlofs W in Fig. 1 treten die Horizontalstangen HUG und Y, sowie die
drei verticalen Zahnstangen D I und K hervor.
Jene Hauptorgane werden wie folgt verwendet, um die Umrisse des Vorder- bezw.
Rückentheiles ■ eines Herrenkleides nach einem gegebenen Mafse zu ermitteln. Die auf der
Zahnstange U markirten Eintheilungen bezw. Zahlen entsprechen dem um die Brust genommenen
Umfangsmafs; durch. Drehung des Knopfes w am Schlofs W wird die Zahnstange
U so lange verschoben, bis die Zahl, welche beim Mafsnehmen für den besagten
Umfang gefunden worden ist, mit der rechten Kante des Schlofsgehäuses zusammenfällt. Dabei
werden alle anderen Zahnstangen automatisch in einem bestimmten Verhältnifs verschoben,'
entsprechend den Verhältnissen der im Schlosse befindlichen Getriebe.
Umrifs des Vordertheiles. Die Zahnstange U trägt eine Hülse p, in welcher der
eine Arm des gekrümmten Hebels S gleitet; das andere Ende des letzteren gleitet in einer
ähnlichen Hülse s, die auf der verticalen Zahnstange K befestigt ist. Am Kniehebel S ist die
Ächselcürve Q. des Vordertheiles in q scharnierartig
befestigt. In einer ebendaselbst befestigten Oese t gleitet aufserdem das eine Ende der-
Curve T, welche den oberen Armloch-Umrifs des Vordertheiles darstellt und scharnierartig
mit V verbunden ist. Der Umrifs des eigentlichen Armloch-Ausstiches V ist am Schlofs W
befestigt.
Bei Drehung des Knopfes w in der einen oder anderen Richtung werden die Zahnstangen
UK und D ein- oder ausgezogen. Dabei bedingt
die eben beschriebene Anordnung des Hebels S dessen Ein- oder Ausgleiten in den
Hülsen s und/2, wobei der Punkt q sich in
einem durch die Uebersetzungsverhältnisse der Zahnräder bestimmten Verhältnifs nach innen
oder aufsen verschiebt. Gleichzeitig verschiebt sich mit der Zahnstange D die Oese r, so dafs
die Achselcurve Q. nach einem bestimmten Verhältnifs verschoben wird.
C2 ist die Wiederholung des Armloch-Umrisses,
C des Rückentheiles und dient mit Z als Hülfslinie für die Eintheilungen, welche der
Mode oder Kleiderform entsprechend abgeändert werden. Die ,horizontale Taillenlinie L
des Vordertheiles ist durch die Niete /' am unteren Ende der Zahnstange / befestigt und
wird durch Bewegung der letzteren parallel zu sich selbst verschoben. X ist die natürliche
Brustlinie, welche, mittelst Niete x' an der Zahnstange H befestigt, sich mit letzterer parallel
zu sich selbst verschiebt und sich oben mit der Halslinie R und unten mit der Taillenlinie
L kreuzt.
Endlich trägt die Zahnstange D den HaIsumrifs
R, der mittelst Niete r' auf derselben befestigt ist und die Stifte r trägt, zwischen
welchen das Ende der Achselcurve Q. geführt wird. .
Die Enden der Lineale XRL und Z sind
freistehend, damit ihre bezw. Kreuzungspunkte sich nach Mafsgabe der Verschiebung der Zahnstange
ändern können.
Umrifs des Rückentheiles. Die fest mit einander verbundenen Lineale A und J bilden
ein T, dessen Fufs in der auf Zahnstange H befestigten Hülse /' gleitet und dessen einer
Arm in der Hülse k gleitet, die an der Zahnstange K befestigt ist.
Diese Anordnung bezweckt, die Verschiebung des Punktes O der Achsellinie A nach einem
bestimmten Gesetz zu bewerkstelligen, welches durch das Bewegungsverhältnifs der Zahnstangen
H und K "bedingt ist.
Im Punkte O sind einestheils die Achselcurven
B und anderenteils der obere Theil der Armlochcurve C befestigt, die also entsprechend
der Verstellung von H und K beim Drehen des Knopfes w eine gezwungene Bewegung
annehmen, durch welche das Rückentheil entsprechend dem auf Zahnstange U markirten
Mafse vergröfsert oder verkleinert wird. Die verlängerte Armlochcürve C des Rückentheiles
ist scharnierartig mit der Coulisse/ verbunden und wird je nach den genommenen
Mafsen gestellt. Beim normal geformten Körper wird die Curve C nach dem Punkte O
visirend eingestellt. Die Löcher in C und C dienen zur Befestigung der nach ausgewählten
Formen von Kleidungsstücken nöthigen Curven für Eintheilung der Stücke, aus welchen das
Rückentheil zusammengesetzt werden soll. Als Beispiel ■ hiervon ist die Curve N' durch die
Schraube n' an C befestigt.
Die Curven N und Z sind die an einander stofsenden Grenzlinien des Rücken- bezw.
Vordertheiles. Dieselben werden mittelst der Schrauben η und ^ je nach der Form des zu
schneidenden Kleidungsstückes in die verschiedenen Löcher von C bezw. C2 in der Weise
eingehängt, dafs die Entfernung g stets gleich der Entfernung i bleibt.
Eine an der Zahnstange D befestigte Hülse e und eine auf Zahnstange G befestigte Hülse/
führen die Curve E des Halsausschnittes des Rückentheiles.
Endlich trägt die Zahnstange / die geschlitzte Stange P mit verschiebbarer Curve m, welche
den Umrifs vervollständigen.
Die verlängerte rechte Kante der Zahnstange D giebt die Mittellinie des Rückens an.
Das in den Fig. 2, 3, 4 und 5 dargestellte Schlofs W besteht aus einem Gehäuse, welches
zur Führung der Zahnstangen dient und zugleich die Getriebe enthält, welche die letzteren
bewegt.
Auf der Achse des Knopfes w, welcher den
Zweck hat, alle sieben Zahnstangen nach einem bestimmten Verhältnifs zu1 verstellen, um die
relative Lage der oben beschriebenen Umrisse des Kleidungsstückes zu verstellen, sitzen die
Räder α und c mit je 54 Zähnen und die Räder b b' und d mit je 14 Zähnen fest. Das
Rad α treibt einestheils das Zwischengetriebe^ ^,
dessen Rad ^ die Zahnstange U bewegt, während y zugleich in die Zahnstange Y eingreift.
Das Rad b bewegt die Zahnstange K und das Rad c, die Zahnstange D und das zweite
Zwischengetriebe χ ν, dessen Rad ν (mit 20 Zähnen) die Zahnstange/ treibt. Das Rad b' treibt
die Zahnstange G.
Unter Berücksichtigung der Aehnlichkeit, welche zwischen den Mafsverhältnissen des
Oberkörpers und des Beckens existirt, kann der oben beschriebene Apparat leicht auch so
eingerichtet werden, dafs derselbe zur Aufzeichnung der Schnittmuster der Hosen dienen kann.
Zu diesem Zwecke dienen Zahnstange Y und die Verlängerung von A.
Soll der Apparat für Damenbüsten eingerichtet werden, so genügt es, die Brustlinie X durch
eine entsprechend gewählte andere Brustcurvc zu ersetzen.
Claims (1)
- Für den Schnitt der Aermel kann nach derselben Grundidee ein höchst einfacher Zusatzapparat construirt werden.Fig. 6 zeigt einen für den Schnitt von Hemden nach demselben Princip construirten Apparat.Aus dem Schlofs W treten die Zahnstangen Ä B' und D', welche durch den Knopfe' bewegt werden« An B' ist ein Arm B2 befestigt, auf welchem die in r' drehbare HaIscurve des Vordertheiles R und die Brustblattcurve /' befestigt sind.B' trägt aufserdem am Arme Bs die Curve E' des Halsausschnittes des Rückentheiles.Die Achsellinien E2 und jR2 des Hinter- bezw. Vordertheiles sind am Arme D2 der Zahnstange D' befestigt und bewegen sich mit demselben nach rechts oder links, wobei sie in den auf JS2 befestigten Coulissen c' und r2 geführt werden.Auf der Zahnstange A' ist eine Hülse a! befestigt, in welcher das horizontale Lineal ti' gleitet. Letzteres trägt am linken Ende die Hülse d', in welcher der verticale Arm D2 der Zahnstange D' auf- und abgleitet. Die Hülse d' trägt die Armlochcurve G', welche also mit der Zahnstange Ä auf- und abgeht und zugleich durch die Zahnstange D' nach links oder rechts gerichtet wird.Paten τ-Anspruch:Ein Apparat zur Herstellung von Schnittmustern für Kleidungsstücke, bei welchem die Einstellung der den Umrifs des Kleiderschnittmusters bildenden Curvenstücke und Lineale selbstthätig von einer einzigen Stelle (w, Fig. i, und n>\ Fig. 6) aus mittelst Zahnräder, Zahnstangen und Hebel erfolgt.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30469C true DE30469C (de) |
Family
ID=306591
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE30469C (de) |
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