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Österreichische PA T'ENTSCHRIFT Nr. 1683'. MAXIMILIAN SIDON IN WIEN.
Explosionsturbine.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf eine Explosionsturbine und besteht in der Anordnung mehrerer, um eine Achse drehbarer, von einer gemeinsamen Luftpumpe und einer gemeinsamen Brennstoffzuleitung gespeister Explosionskammern, welche einzeln beim Vorübergang an dem Einlassstutzen des Turbinengehäuses durch Zündung ihrer Ladungen in Wirksamkeit gesetzt werden.
Die Regelung der Arbeitsleistung zwecks Erzielung einer stets gleichbleibenden Umdrehungszahl der Turbinenwelle erfolgt durch Änderung der Umdrehungszahl des Kammersystems, wodurch sich die Anzahl der innerhalb einer gewissen Zeiteinheit stattfindenden Zündungen und Explosionen ändert. Jede Kammer besitzt ein Absperrorgan, welches durch den Explosionsdruck geöffnet wird und die heissen Verbrennungsgase in das Turbinengehäuse strömen lässt, aus welchem sie in den Auspuff gelangen. Das Absperrorgan verschliesst in selbsttätiger Weise die Kammer, nachdem die Gase bis auf einen bestimmten Mindestdruck expandiert sind.
Fig. 1 der beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht eine derartige Explosionsturl) ine mit kreisende Kammern im Vertikalschnitt senkrecht zur Turbinenwelle. Fig. 2 ist die End-und Fig. a die Seitenansicht dieser Maschine. Fig. 4 zeigt einen Schnitt nach - der Fig. 1. Fig. 5 veranschaulicht die Anordnung des Absperrschiebers in einer Explosionskammer.
Die Maschine besitzt vier Explosionskammern o welche um eine als Rohr ausgebildete, mit dem Turbinengehäuse c verschraubt Achse 15 drehbar sind. Die Kammern a sind an den mit Flanschen versehenen Armen der Scheibe 16 befestigt, welche um die Achse 15 drehbar ist und ein Schneckenrad 17 trägt. In letzteres greift die Schnecke 18 der Welle 19, welche eine Reibungsscheibe 20 (Fig. 3) trägt und vermittels der durch Federn mit ihren Reibungsrädern 21 und 22 gegen die Scheibe 5 bezw. 20 angedrückten, achsial verstellbaren Vorgelegewelle 23 angetrieben wird. Mit dem Ende der Hohlwelle 15 ist ein Zerstäuber 0 (Fig. 2 und 3) bekannter Art in Verbindung gebracht.
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vermittels eines Exzenters l, dessen Hub in bekannter Weise verstellbar ist, die Luftpumpe in betätigt.
Letztere drückt durch ein Rohr n Luft in den Zerstäuber o, welcher mit einem das Zurückströmen von Explosionsgasen verhindernden Rückschlagventil versehen ist. q ist ein mit dem Brennstoffbehälter verbundenes Rohr, welches in den Zer- stäuber mündet und ein düsenförmiges Ende besitzt, durch welches von der in den Zerstäuber eintretenden Luft flüssiger Brennstoff oder Gas angesaugt wird. Das Rohr q ist ebenfalls mit einem Rückschlagventil versehen. Auf diese Weise wird während des Ganges der Maschine die Hohlwelle 15 beständig mit dem explosiblen Gasgemenge gespeist.
Jede der Explosionskammern steht durch ein Rohr 24 mit einem Hahngehäuse 25 in Verbindung, welches einen an der Achse 15 befestigten, eine radiale in den Hohlraum dieser Achse mündende Bohrung 26 besitzenden Konus 27 umschliesst. Auf einem Fortsatz des Konus 27 ist gut isoliert ein Daumenring 28 befestigt, welcher mit dem einen Pol der Dynamomaschine verbunden ist ; mit diesem Ring stehen die Zündungsstangen 1)
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des Turbinengehäuses vorbeigeht. Das dem Turbinengehäuse zugewendete Ende jeder Kammer a ist mit einem Drehschieber d versehen, der durch einen Lenker e mit dem in einem seitlichen Stutzen (Fig. 5) der Kammer verschiebbaren und abgedichteten Kolben 9 verbunden ist.
Letzterer wird durch eine Feder h in seiner innersten Stellung, bei welcher der Drehschieber d geschlossen ist, gehalten. Durch die Druckerhöhung in der Kammer infolge stattgefundener Explosion wird der Kolben 9 entgegen der Wirkung der Feder A nach aussen gedrückt und öffnet den Drehschieber d. Die heissen, hochgespannten Gase gelangen nun in die Turbine, wobei sie expandieren und Arbeit leisten, um sodann durch den Auspuff y zu entweichen. Nachdem der Druck in der Kammer wieder auf ein bestimmtes Mindestmass gesunken ist, wird der Kolben 9 durch die Feder h wieder einwärts bewegt und der Drehschieber d geschlossen.
Durch Verschieben der Welle 23 kann die Tourenzahl der die Expipsionskammern tragenden Scheibe 16 und damit auch die Anzahl der Explosionen innerhalb weiter Grenzen geändert werden. Somit hat das explodierbare Gemenge von der Ladung bis zur Explosion Zeit, um Wärme von der heissen Kammer aufzunehmen, die sonst verloren gehende Wärme also in Arbeit umzuwandeln, wodurch eine grosse Ersparnis an Brennstoff erzielt wird. Da bei der beschriebenen Kraftmaschine die Arbeitsleistung nur durch Änderung der Anzahl der Zündungen erfolgt, so kann das explosible Gemenge immer die dem günstigsten Nutzeffekt entsprechende Zusammensetzung erhalten.
Eine bedeutende Ersparnis an Brennstoff wird auch dadurch erzielt, dass die Explosionskammer von dem Turbinengehäuse abgesperrt bleibt, solange keine Explosion erfolgt, und daher unverbrannter Brennstoff nicht in die Turbine gelangen kann.
PATENT. ANSPRÜCHE :
1. Explosionsturbine, gekennzeichnet durch mehrere um eine Achse drehbare, von einer gemeinsamen Brennstoffzuleitung gespeiste Explosionskammern, welche einzeln beim Vorübergang an dem Einlassstutzen des Turbinengehäuses durch Zündung ihrer Ladungen in Wirksamkeit gesetzt werden, wobei die Regelung der Arbeitsleistung durch Änderung der Umdrehungszahl des Kammernsystems erfolgt.