AT166058B - Verfahren zur Enzunderung von Gegenständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und Kupferlegierungen ohne Verletzung der metallischen Oberfläche - Google Patents
Verfahren zur Enzunderung von Gegenständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und Kupferlegierungen ohne Verletzung der metallischen OberflächeInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Entzunderung von Gegenständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und Kupfer- legierungen ohne Verletzung der metallischen Oberfläche
Die Entfernung des Zunders von Gegenständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und Kupferlegierungen nach den üblichen Verfahren, wie z. B. durch Beizen oder Schleifen, ist ohne häufig unerwünschte Verletzung der metallischen Oberfläche nicht möglich. Lediglich bei der Herstellung von langgestreckten dünnen Gegenständen, wie bei der Erzeugung von Bändern oder Drähten, werden mit Erfolg mechanische Einrichtungen, z. B. Umlenkvorrichtungen, angewendet durch welche ein Abspringen des Zunders erreicht wird und die metallische Oberfläche unverletzt bleibt.
Wenn die Zunderschichte ent- sprechend dick und dadurch verhältnismässig spröde ist, bereiten diese Verfahren keine besonderen Schwierigkeiten und die Entzunderung kann einwandfrei durchgeführt werden. Häufig treten aber dünne elastische Zunderschichten auf, deren Be- seitigung mit den üblichen mechanischen Einrichtungen nur unvollständig oder überhaupt nich möglich ist, so dass dann wieder Verfahren herangezogen werden müssen, durch welche eine Verletzung der metallischen Oberfläche unvermeidbar wird.
Es wurde auch bereits vorgeschlagen, zur Entzunderung Überzüge aus geschmolzenem Glas auf die Gegenstände aufzubringen, welche während des Abkühlens bei einer Temperatur von etwa 200 C selbsttätig abgetrennt werden und dadurch die Zunderschichte mitreissen. Dieses Verfahren ist aber mit einer mindestens teilweise unerwünschten Erwärmung der zu entzundernden Gegenstände bis zu den Temperaturen der
Schmelzpunkte der Gläser verbunden.
Erfindungsgemäss kann die Entzunderung bei dünnen elastischen Zunderschichten auf mechanischem Wege ohne Verletzung der metallischen
Oberfläche und unter Vermeidung schädlicher
Erwärmungen einwandfrei durchgeführt werden, wenn man auf die Gegenstände bei ent- sprechend niedrigen Temperaturen einen spröden Überzug aufbringt, der so wie die bereits be- kannten Glasüberzüge in die Poren der Zender- schichte eindringt, dadurch mit dieser fest ver- bunden wird und sie beim Abspringen mitreisst.
Nach diesem Verfahren kann die Entzunderung von Gegenständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und
Kupferlegierungen in einwandfreier Weise er- folgen, weil die Beseitigung einer spröden und dünnen Oberflächenschichte mit den einfachsten Mitteln (durch Abklopfen, Abbursten u. dgl.) möglich ist. Voraussetzung für den Erfolg des Verfahrens ist, dass die Haftfähigkeit zwischen dem spröden Überzug und dem Zunder grösser ist als zwischen dem Zunder und dem metallischen Gegenstand. Nur dann ist die Gewähr gegeben, dass mit der Entfernung des Überzuges auch der Zunder einwandfrei beseitigt wird. Das Aufbringen dieses spröden Überzuges kann in beliebiger an sich bekannter Weise erfolgen.
Geeignete Überzugsstoffe zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind z. B. die handelsüblichen Wasserglaslösungen, welche in dünnen Schichten von weniger als 1 mm, vorzugsweist : von weniger als 0. 2 mm Dicke aufgebracht und anschliessend getrocknet werden. Die Sprödigkeit dieser Schichten kann durch weitere Zusätze zu den Wasserglaslösungen, wie z. B. Soda, Borax, Phosphate u. dgl., einzeln oder gemeinsam in Mengen bis zur Löslichkeitsgrenze bei Raumtemperatur, noch wesentlich verbessert werden.
An Stelle von wässrigen Lösungen kann das Aufbringen einer spröden Schichte auch mit Hilfe von Salzschmelzen it einem zur Vermeidung unerwünschter Erwärmungen der zu entzundernden Gegenstände nicht über 250 C gelegenen Schmelzpunkt erfolgen. Geeignete Salzschmelzen mit genügender Sprödigkeit in erstarrtem Zustand sind z. B. eutektische oder annähernd eutektische Gemische von Natrium-, Kalium-und bzw. oder
Lithium-Nitrat.
Ausführungsbeispiel : Bei der Erzeugung von Bandeisen kann die häufig auftretende dünne elastische Zunderschichte mit Hilfe einer Umlenk- vorrichtung mit Sicherheit vollkommen einwand- frei beseitigt werden ; wenn das Band vor der Ein- führung in diese Vorrichtung mit einer zirka 0. 1 mm dicken Schichte versehen wurde, welche durch Aufbringen einer mit Borax gesättigten
Wasserglaslösung und anschliessendem raschen
Trocknen in an sich bekannter Weise hergestellt wird.
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Claims (1)
- PATENT ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Entzunderung von Gegen- ständen aus Eisen, Stahl, Kupfer und Kupfer- legierungen ohne Verletzung der metallischen Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Entfernung des Zunders ein weniger als 1 mm, <Desc/Clms Page number 2> vorzugsweise weniger als 0#2 mm dicker Über- zug aus einem spröden Stoff bei Temperaturen bis zu höchstens 250 C in an sich bekannter Weise aufgebracht und vor der Entzunderung zur Erstarrung oder zum Trocknen gebracht wird.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufbringen des Oberzuges handelsübliche Wasserglaslösungen verwendet und die Gegenstände vor der Entzunderung getrocknet werden.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung der Sprödigkeit des Überzuges im getrockneten Zustand die Wasser- glaslösungen Zusätze von Soda, Borax, Phospháu. dgl. in Mengen bis zur Löslichkeitsgrenze bei Raumtemperatur einzeln oder gemeinsam erhalten.4. Verfhren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des spröden Überzuges Salzschmelzen mit einem nicht über 250 C liegenden Schmelzpunkt, die in erstarrtem Zustand genügende Sprödigkeit besitzen, verwendet werden, wie z. B. eutektische oder annähernd eutektische Gemische aus Natriumnitrat, Kaliumnitrat und bzw. oder Lithiumnitrat u. dgl.
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